Grundsätze für ein erfolgreiches SSO-Projekt


Keine Digitalisierung ohne IT-Security: Ordnung schaffen in der Zugriffsverwaltung
Es gibt verschiedene Grundsätze, mit denen die Umsetzung eines Single-Sign-On-Projekts steht und fällt



Autor Herbert Blaauw

Autor Herbert Blaauw

Es gibt verschiedene Grundsätze, mit denen die Umsetzung eines Single-Sign-On-Projekts steht und fällt, Bild: Atos

Von Herbert Blaauw, Senior Manager Security, Atos

Unternehmen, die die Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit ihrer IT-Systeme erhöhen wollen, kommen um ein unternehmensweites Single Sign-On (SSO) nicht herum. Dadurch können Nutzer über eine einmalige Authentifizierungsmethode auf alle Anwendungen zugreifen. Ein integriertes Passwortmanagement befüllt zudem Anmeldemasken, erstellt und verwaltet sichere, richtlinienkonforme Passwörter und definiert Zugriffsrechte und Rollen. Support-Anfragen aufgrund vergessener oder falsch eingegebener Passwörter sinken und da alle aktiven Nutzer erfasst werden, lassen sich zudem nicht benötigte Lizenzen identifizieren und Lizenzkosten optimieren. Wie können Unternehmen ein SSO-Projekt umsetzen und was ist dabei zu beachten?

Datensicherheit am Praxisbeispiel
Das Beispiel eines Krankenhauses veranschaulicht die Notwendigkeit einer starken Authentifizierung: Bei der Patientenbehandlung werden hochgradig sensible Personendaten erhoben und verarbeitet. Rechner dürfen nur von berechtigtem Personal genutzt werden. Gegebenenfalls müssen für unterschiedliche Personengruppen, etwa Ärzte und Pfleger, individuelle Berechtigungsstufen eingerichtet werden. Dabei lautet die oberste Maxime, dass der Authentifizierungsprozess das medizinische Personal in seiner eigentlichen Aufgabe nicht behindert.

Für ein Krankenhaus ist daher ein unternehmensweites Single Sign-On ideal. Damit können die Ärzte und das Pflegepersonal über eine einmalige Authentifizierungsmethode auf die Daten der Patienten zugreifen. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die sensiblen Patientendaten nur von berechtigten Personen eingesehen werden können. Mit dem Single Sign-On können sich Nutzer auch mit mobilen Geräten anmelden, um die erforderlichen Daten einzusehen. Fortschrittliche SSO-Lösungen bieten zusätzlich noch einen Notfallzugriff. Bei diesem Notfallzugriff können Anwender sich per QR-Code ein Einmal-Passwort für einen sicheren Zugriff erstellen.

Es gibt verschiedene Grundsätze, mit denen die Umsetzung eines Single-Sign-On-Projekts steht und fällt. Ein wesentliches Element ist das Projektziel. Dieses muss möglichst konkret formuliert sein - etwa, dass die Helpdesk-Kosten reduziert oder bestimmte Gesetze und Verordnungen eingehalten werden sollen. In der Regel gibt es ein bis zwei Hauptziele mit mehreren Unterzielen, die am besten schriftlich fixiert werden.

Zudem ist es wichtig, die Anwender am Projekt zu beteiligen. Deren Anmerkungen helfen, Pannen vorzubeugen und Anforderungen besser zu erfüllen. Sobald die Nutzer mit an Bord sind, sind die besten und wichtigsten Fürsprecher für das Projekt gewonnen. Sind sie hingegen nicht mit eingebunden, kann das zu Problemen und Unzufriedenheit im Unternehmen führen mit dem Resultat, dass sie das ihnen unbekannte System ablehnen und nicht nutzen. Änderungen in gewohnten Abläufen sollten daher auch auf ein Minimum reduziert und einzelnen Standorten oder Abteilungen gewisse Freiräume in der Planung des Projektes gewährt werden.

Regelmäßige Berichte geben Mitarbeitern eine Übersicht über den Projektstatus und wecken das Vertrauen der Beteiligten. Sie sollten daher auch für Nicht-Techniker verständlich sein und Informationen liefern, die für diese von Bedeutung sind wie die Anzahl der Helpdesk-Calls und Schätzungen der Zeiteinsparung durch die Automatisierung. Bei der Zusammenstellung des Projektteams ist es empfehlenswert, Rechtsabteilung miteinzubinden, damit von Anfang an auf Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit der IT-Systeme hinsichtlich der rechtlichen Konformität geachtet wird.

Um die Kosten und die Komplexität eines Projekts zu kontrollieren, sollte die Architektur möglichst einfach gehalten werden. Werden bereits vorhandene Verzeichnisse, Server und Netzwerkressourcen verwendet, lassen sich Kosten während der Installation und im späteren Betrieb einsparen und ein schneller ROI belegen. Zum Ende des Single-Sign-On-Projekts sollte das Unternehmen die geforderten Ziele nochmals überprüfen und ausstehende Punkte oder auch Erweiterungsmöglichkeiten identifizieren, welche noch zusätzlich umgesetzt werden können.

Lesen Sie zum Thema "Software-as-a-Service" auch: SaaS-Magazin.de (www.saasmagazin.de)

Zugriffsrechte und Rollen genau definieren
Im Idealfall ist die SSO-Lösung Teil eines übergeordneten Identity and Access Managements (IAM). Darüber werden "Identitäten" plattform- und unternehmensübergreifend verwaltet. Denn zu wissen, wer wann auf welche IT-Ressourcen zugreift, ist für jede Organisation unverzichtbar gerade angesichts einer zunehmenden Vernetzung von Unternehmen untereinander. Dies umso mehr, als Mitarbeiter unterschiedliche Rollen übernehmen, etwa als Nutzer von SaaS-Angeboten, die das Unternehmen über eine Cloud bezieht, oder als "Mobile User", der von unterwegs aus auf das Firmennetz zugreift. Daraus entsteht ein Wildwuchs von Nutzerkonten und zeitlich befristeten Zugriffsrechten, dem nur eine IAM-Lösung Herr werden kann. Die Investition lohnt sich: Durch eine "All-in-One"-Lösung, in der unter anderem das SSO samt Web-Access-Management gebündelt ist, sinkt der Administrationsaufwand für die IT-Abteilung, während durch genau definierte und umgesetzte Rollen und Zugriffsrechte das Sicherheitsniveau steigt. (Atos: ra)

eingetragen: 17.05.16
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Meldungen: Grundlagen

Verstärkter Angriff auf Backup-Infrastrukturen

Ransomware-Angriffe nutzen Schwachstellen aus, um in Unternehmen einzudringen. Sie verschlüsseln Business-Daten und versuchen damit hohe Lösegeldzahlungen zu erpressen. Eine besonders stark betroffene Branche ist das Gesundheitswesen. Hier verzeichnete man im Jahr 2021 einen erschreckenden Anstieg der Ransomware-Angriffe um 755 Prozent.

Wie "grün" ist Tape?

Die aktuellen Zeiten des Klimawandels verbunden mit zahlreichen Umweltproblemen stellen Unternehmen jeder Art vor die Herausforderung umweltfreundlicher zu werden. Altmodisch nannte man dies Umweltschutz, heute spricht man von "Nachhaltigkeit" oder "ESG", kurz für Environmental Social and Governance. Gemeint ist im Prinzip dasselbe. Auch die IT muss sich der Frage stellen, wie nachhaltig sie ist. Kann sie etwaige negative Einflüsse auf die Umwelt verringern? Ein Faktor, an dem der Einfluss der IT messbar gemacht werden kann, ist die seit Beginn der digitalen Revolution in den 1980er Jahren exponentiell steigende Datenmenge – und natürlich deren Speicherung. Um dies mit einer Zahl zu verdeutlichen, wir steuern derzeit auf eine globale Datenmenge von 175 Zettabyte im Jahr 2025 zu. Es ist schwer zu beschreiben, was 175 Zettabyte tatsächlich darstellen. Mathematisch ausgedrückt sind ein Zettabyte jedenfalls 1,000,000,000,000,000,000,000 (1021) Bytes.

Präventiver Schutz alleine reicht nicht

In Zeiten von Ransomware, Insider Threats und Advanced Persistant Threats sind viele Unternehmen in puncto Security in der Defensive. Neben der eigentlichen Abwehr geht es im Kern darum, lange IT-Ausfallzeiten und Datenverluste zu vermeiden. Backups bieten bei der Wiederherstellung weniger wichtiger Daten eine einfache und praktikable Lösung. Kritische Daten und Workloads benötigen allerdings eine ausgereiftere Wiederherstellungstechnologie.

Erpressung durch Ransomware-Kriminelle

Moderne Datensicherung, bestehend aus zuverlässigem Backup und fehlerfreier Wiederherstellung, ist für viele Unternehmen und Institutionen kein unbekanntes Thema. Ein Bereich, den man nicht sofort auf dem Radar hat, ist jedoch die Finanzdienstleistungsbranche (FSI). Gerade hier sind sehr sensible – und damit für Hacker attraktive – Daten unterwegs, die dringend gesichert werden müssen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und den möglichen Schaden gering zu halten.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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