Clevere Passwortdiebe


Die Attached Password Stealer-Methode: Cyberkriminelle verwenden gängige Dateitypen, um Kennwörter zu stehlen
Die Entwicklung des Passwort-Diebstahls: Gefahr durch Passwort-Speicherung



Von Klaus Gheri, Vice President and General Manager Network Security, Barracuda Networks

Passwort? 1234! Dass simple Kennwörter ein absolutes No-Go sind, hat sich hoffentlich mittlerweile bis in den letzten Winkel herumgesprochen. Doch Passwörter können noch so komplex mit Sonderzeichen, Zahlen und Groß- und Kleinschreibungen ausgestattet sein, wenn sie von Cyberkriminellen mithilfe von Phishing-Methoden abgegriffen werden. Immer mehr Benutzerkennwörter werden gestohlen, indem mit Malware infizierte, gängige Dateitypen in betrügerischen E-Mail-Anhängen verwendet werden. Mit Erfolg. Der Schwarzmarkt für gestohlene Passwörter boomt.

Mit dem üblichen Ziel, an ihren Cyberattacken kräftig zu verdienen, verbreiten Kriminelle ständig verschiedene Arten von Malware. Dabei ist das probate Mittel, mit Ransomware durch Datenverschlüsselung, Lösegeld zu fordern, nicht die einzige Methode, Malware-Angriffe zu monetarisieren: Auch der Passwortdiebstahl erfreut sich steigender Beliebtheit.

Bank-Kennwörter sind offensichtlich am leichtesten zu Geld zu machen, da Kriminelle einfach versuchen, Geld vom Konto des Opfers auf ihr eigenes zu überweisen aber auch E-Mail- und Social Media-Kennwörter haben ihren Wert. Die meisten E-Mail- und Social-Networking-Konten bieten Zugriff auf eine große Anzahl weiterer Nutzer, die direkt mithilfe von Spam oder Phishing infiziert werden können.

Darüber hinaus lassen sich diese E-Mail-Adressen auch zu Listen hinzufügen und dann en gros an Spammer verkaufen. Zudem werden gehackte E-Mail-Konten häufig verwendet, um wiederum deren gespeicherte Kontakte zu betrügen. Beispielsweise geben sich Kriminelle als Kontoinhaber aus, versenden scheinbar legitime Rechnungen oder behaupten, im Ausland gestrandet zu sein mit der Bitte um die Zusendung von Geld. Darüber hinaus können auch gezielt Windows-Passwörter für potenzielle Zugriffe auf Unternehmensnetzwerke und Ressourcen genutzt werden, wenn es sich um einen infizierten Geschäftscomputer handelt.

Es wundert also nicht, dass in kriminellen Kreisen ein boomender Schwarzmarkt für gestohlene Passwörter existiert. In Konsequenz sind dadurch Malware-Arten, die speziell darauf ausgerichtet sind, Passwörter abzugreifen, besonders profitabel. Die E-Mail im folgenden Beispiel enthält ein scheinbar harmloses Word-Dokument im Anhang. Doch das Öffnen der Datei könnte dazu führen, dass dem Benutzer seine Passwörter gestohlen werden:

Die Entwicklung des Passwort-Diebstahls: Gefahr durch Passwort-Speicherung
Darüber hinaus verschärft der weitverbreitete Einsatz von Software, die Passwörter speichert, zum Beispiel durch Browser oder Passwort-Management-Lösungen, das Problem umso mehr, da bereits eine große Anzahl von Passwörtern auf den Computern vieler Benutzer nur noch darauf wartet, gestohlen zu werden.

Bevor die Möglichkeit der Passwortspeicherung existierte, mussten Kriminelle ihre Opfer für einen Passwortdiebstahl mit Keylogger-Malware infizieren. Diese protokolliert Tastenanschläge und überträgt die gesammelten Daten in regelmäßigen Abständen über das Netzwerk. Zwar wird diese Technik noch verwendet, doch der anomale Netzwerkverkehr, den ein Keylogger erzeugt, erhöht das Risiko für die Malware, entdeckt zu werden, bevor sie eine große Zahl an Kennwörtern stehlen kann.

Mit der zunehmenden Popularität der Passwortspeicherung kann die neue Generation Malware diesen Sicherheitsmechanismus nun umgehen und die Passwörter alle auf einmal hochladen. Dies erschwert die Erkennung auf Netzwerkebene, da beim Hinausschleusen der Passwörter nur ein einziger Datenverkehr verifizierbar ist im Gegensatz zu den periodischen Übertragungsmustern von Keyloggern, die als bösartiger Datenverkehr identifizierbar ist.

Password Stealer-Malware: Verteilungs- und Angriffsmethoden
Kriminelle nutzen für Password Stealer-Malware eine Vielzahl an Verteilungsmethoden, die meisten davon beinhalten Phishing-E-Mails mit bösartigem Anhang oder Link. Da es auf Security-Seite wesentlich einfacher und kostengünstiger ist, bösartige Anhänge direkt auf dem E-Mail-Server statt auf dem Computer eines Benutzers zu erkennen, verwenden Angreifer verschiedene Dateitypen und Methoden, um diese Art Sicherheitsbarriere zu umgehen insbesondere die naiveren Security-Ansätze wie das einfache Blockieren bestimmter Dateitypen. Password Stealer-Malware kann in eine beliebige Anzahl von Archivierungsformaten komprimiert werden, um das Blockieren von Dateitypen zu umgehen, zum Teil mit gefälschten Dateierweiterungen, die das Öffnen der Datei in der gewünschten Archivierungssoftware ermöglichen.

Es ist jedoch auch üblich, gängige Dateitypen zu verwenden, um die Servererkennung zu umgehen und die Malware-Nutzlast herunterzuladen, wenn der Benutzer die Datei ausführt. Microsoft Word- und Excel-Dokumente mit Makros, welche die Password Stealer-Malware herunterladen, sind weit verbreitet und können schwieriger zu erkennen sein als das Senden der Nutzlast an sich. Zwar hat diese Methode den Nachteil, dass das Makro vom Benutzer ausgeführt werden muss, jedoch wird hierfür der Benutzer mithilfe von Social Engineering dazu gebracht, beispielweise durch Imitation, bei der bösartige Anhänge als offizielle Dokumente wie wichtige Steuerformulare getarnt sind.

Drei Schutzmaßnahmen für Unternehmen vor Passwortdiebstahl
Wie bei Phishing-Bedrohungen generell steht auch als Schutzmaßnahme gegen Password Stealer-Malware allem voran eine fundierte Aufklärung der Mitarbeiter. Diese sollten regelmäßig geschult und getestet werden, um ihr Sicherheitsbewusstsein für verschiedene gezielte Angriffe zu erhöhen. Hierbei ist das simulierte Angriffstraining bei Weitem die effektivste Form solcher Schulungen.

Neben Mitarbeitertrainings sollte eine E-Mail-Sicherheitslösung eingesetzt werden, die Sandboxing sowie erweiterten Schutz vor Bedrohungen bietet und Malware blockiert und zwar noch bevor sie den E-Mail-Server des Unternehmens erreicht.

Für Schutz vor E-Mails mit bösartigen Links hilft zudem ein Anti-Phishing-Schutz, der eine Link Protection-Funktion enthält. Diese sucht nach URLs zu Websites, die bösartigen Code enthalten und blockiert Links zu gefährdeten Websites, selbst wenn diese sich im Inhalt eines Dokuments verstecken.

Darüber hinaus können diese Sicherheitslösungen auf Basis künstlicher Intelligenz Phishing-Angriffe in Echtzeit stoppen sowie besonders gefährdete Mitarbeiter identifizieren, indem sie die Kommunikationsmuster des jeweiligen Unternehmens erlernen. Auch bieten die Lösungen mit Domain Fraud Protection-Funktion Schutz vor Domain-Spoofing und Brand Hijacking durch DMARC-Authentifizierung und beinhalten Simulationstrainings für Mitarbeiter. Beachten Unternehmen diese dreigeteilte Sicherheitsstrategie, können sie das Risiko für Password Stealer-Angriffe deutlich minimieren.
(Barracuda Networks: ra)

eingetragen: 04.06.18
Newsletterlauf: 21.06.18

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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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