Spear-Phishing modernes Social Engineering


Die fünf wichtigsten Erkenntnisse für CEOs aus den jüngsten Cyberangriffen
Wie CEOs Maßnahmen zur Minimierung der Folgen von Verstößen und Angriffen auf ihre Unternehmen ergreifen können



Mirco Kloss, Sales Manager Threat Prevention bei Check Point Software Technologies

Was haben das ukrainische Stromnetz, die Zentralbank von Bangladesch und die Welt-Antidoping-Agentur gemeinsam? Alle wurden in den vergangenen Monaten Opfer hochkarätiger Cyberangriffe, die finanzielle Folgen wie auch Imageprobleme auslösten. Darüber hinaus kehrten 2016ältere Angriffsarten zurück, um Unternehmen erneut heimzusuchen: sowohl LinkedIn als auch Yahoo! erleben die Auswirkungen historischer Diebstähle Hunderter Millionen von Nutzernamen, Passwörtern und mehr. Wieder hatten es die Cyberkriminellen auf die Nutzerdaten abgesehen und wieder tauchten Datensätze auf einschlägig bekannten Plattformen im Darkweb auf.

Ein Bewusstsein für Cybersicherheitsfragen und -risiken zu entwickeln, ist eine Sache, doch genau zu verstehen, was diese Risiken bedeuten und wie man auf sie reagiert - das ist die wirkliche Herausforderung. Ohne diese Kenntnisse können Entscheidungen über Abwehrstrategien fehlerhaft sein und dazu führen, dass sich Risse im "Schutzpanzer" der Organisationen bilden, die dann natürlich ausgenutzt werden können. Welche Lehren können also aus den jüngsten großen Cyberangriffen gezogen werden? Und wie sollten CEOs und Geschäftsführer sie in ihren eigenen Organisationen umsetzen?

Niemand ist immun
Der aktuelle Sicherheitsbericht von Check Point Software Technologies analysierte Daten realer Sicherheitsvorfälle von mehreren Tausend Unternehmen weltweit. Dieser Bericht zeigt auf, dass Mitarbeiter unternehmensweit auf mehr bösartige Webseiten zugreifen und öfter Malware, auch unbekannte Malware, herunterladen. Dem Bericht zufolge finden stündlich mehr als 971 unbekannte Malware-Downloads statt, oder einer alle 4 Sekunden - ein enormer Anstieg um 900 Prozent im Vergleich zu den Daten des Berichts im Vorjahr.

Unbekannte Ransomware-Varianten sind besonders weit verbreitet, und die neueste Ransomware-Generation, wie Locky und TeslaCrypt, wurde speziell zur Umgehung bestehender Sicherheitslösungen entwickelt. Daher reichen Antivirus- und andere traditionelle signaturbasierte Lösungen nicht mehr aus. Zusätzlich zu Antivirus brauchen Unternehmen Tools und Techniken, die verdächtigen Content eher aufgrund des Verhaltens und der Quelle der Malware sperren als aufgrund der Signatur. Kurz gesagt, moderner, vielschichtiger Bedrohungsschutz ist nicht mehr nur nice to have" oder eine mögliche Option - er ist zwingend erforderlich.

Daten- in 60 Sekunden verschwunden
Der Breach Investigations Report 2016 von Verizon macht deutlich , dass es vom erstmaligen Einbruch in ein Netzwerk bis zur Exfiltrierung von Daten lediglich Minuten dauert, nicht Stunden oder Tage. Auch Zero-Day-Exploits, bei der Cyberkriminelle eine zuvor unbekannte Schwachstelle ausnutzen, werden immer häufiger von Cyberkriminellen genutzt. Unternehmen können daher nicht mehr darauf vertrauen, dass Malware-Bedrohungen erkannt werden - sie müssen verhindern, dass sie sich überhaupt in ihren Netzwerken einnisten.

Von zentraler Bedeutung sind daher Sicherheitslösungen, die neue, unbekannte Malware stoppen. Dazu gehört modernes Sandboxing - eine Lösung, die für eine sichere Umgebung sorgt, die Endgeräte imitiert und den im Netzwerk ankommenden Traffic prüft, wodurch Malware enthaltende Elemente blockiert werden können, bevor sie ins Netzwerk eindringen.

Eine weitere Lösung ist die Extrahierung von Schadcode. Sie entfernt bösartigen Content proaktiv aus den scheinbar harmlosen Dokumenten. Zusammen ergänzen und verstärken sie vorhandene signaturbasierte Schutzvorkehrungen und helfen damit Unternehmen sich für die Abwehr von Angriffen durch sich ständig weiterentwickelnde, unbekannte Malware-Bedrohungen zu rüsten.

Wichtig ist auch die Berücksichtigung interner Netzwerkstrukturen. Durch die Speicherung verschiedener sensibler Datensätze in Silos und die Segmentierung von Netzwerken kann verhindert werden, dass sich Cyberkriminelle innerhalb des Netzwerks seitlich bewegen. Und sollten sie tatsächlich hineingelangen, können Schäden minimiert werden.

Entscheidend ist das Bewusstsein im Unternehmen
Spear-Phishing und modernes Social Engineering sind in vollem Gang. Viele der großen Cyberangriffe, wie der Diebstahl von bis zu 21 Millionen Daten von der U.S. Office of Personnel Management, begannen mit Social Engineering. Raffinierte Spear-Phishing-Angriffe können extrem glaubhaft wirken und Mitarbeiter dazu verleiten, Login-Daten und persönliche Informationen preiszugeben. Ausgerüstet mit diesen legitimen Zugangsdaten, insbesondere denen, eines einflussreichen Unternehmensmitarbeiters, können Cyberkriminelle freien Zugang zu vielen Teilen des Unternehmensnetzwerks erlangen - wobei sie wenige oder gar keine Spuren bösartiger Aktivitäten hinterlassen. Dies geschieht auf allen Unternehmensebenen, wobei sich ein Anstieg großer Whaling"-Angriffe auf die oberste Führungsebene abzeichnet. Dieser Angriffstyp kostete einen globalen Hersteller unlängst über 40 Millionen Euro.

Mitarbeiter spielen eine entscheidende Rolle, wenn es um die Sicherung und den Schutz ihrer Organisation geht. Unfälle und Fehler können zwar niemals völlig ausgeschlossen werden, jedoch reduziert eine regelmäßig aktualisierte Mitarbeiterschulung zu Social-Engineering-Angriffen die Gefahr eines erfolgreichen Angriffs ganz erheblich.

Unternehmen sollten ihre Desktop- und Endpunktgeräte schützen
In den Netzwerken moderner Unternehmen existieren Tausende Endpunktgeräte, wie Desktops, Laptops, Smartphones und Tablets. Das immer weiter wachsende Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) verschärft die Situation noch - jetzt stehen auch internetfähige Drucker, Kopierer usw. auf der Liste der Endpunkte eines Unternehmens. Und für Cyberkriminelle stellt jedes dieser Endpunktgeräte einen potentiellen Weg in die Organisation dar.

Daher ist ein umfassendes Schutzsystem für diese Endpunkte von entscheidender Bedeutung, und Unternehmen müssen dafür sorgen, dass Geräte, die das Netzwerk verlassen, den gleichen Schutz erhalten, wie diejenigen, die im Netzwerk verbleiben. Das ist für die Abwehr von Angriffen, die eventuell außerhalb der traditionellen Netzwerkumgebung stattfinden, extrem wichtig. Mobile Device Management (MDM)-Lösungen sind dieser Aufgabe nicht mehr gewachsen, bedenkt man die vielen Malware-Varianten und Zero-Day-Exploits, die sich speziell gegen Mobilgeräte richten. Entscheidend sind hier spezialisierte Mobile-Threat-Prevention-Lösungen und sichere Container für diese Art von Geräten.

Reaktion auf einen Angriff
Selbst bei den hier beschriebenen Arten moderner Schutzmaßnahmen ist es blauäugig anzunehmen, dass das eigene Unternehmen niemals Opfer eines Angriffs werden wird. Fast in jeder Organisation lädt irgendwann irgendjemand unbewusst Malware herunter oder wird Opfer eines Social-Engineering-Angriffs. Ein wirksamer Reaktionsplan auf einen Sicherheitsvorfall kann den Unterschied machen und einen Angriff aufhalten, bevor er die Chance hat, Probleme und eine Marken schädigende Datenpanne zu verursachen. Von Disaster Recovery zu Geschäftskontinuität - Unternehmen müssen Szenarien vom Wahrscheinlichen zum Ungewöhnlichen entwickeln und einen Plan erarbeiten, um den Geschäftsbetrieb auch während eines Angriffs aufrecht zu erhalten. Der Plan muss getestet werden, um sicherzugehen, dass er effektiv ist: Die daraus gezogenen Lehren helfen, die Reaktionen zu verbessern und die Gefährdungen sowie die Ausfallzeit während und nach einem Angriff zu reduzieren.

Fazit
Vor allem aber müssen Unternehmen erkennen, dass sie gegenüber der steigenden Zahl raffinierter werdender Cyberangriffe nicht hilflos sind. Wenn die richtigen Maßnahmen zu Prävention und Risikominderung ergriffen werden, kann die Gefährdungslage unter Kontrolle gebracht werden.
(Check Point Software Technologies: ra)

eingetragen: 09.12.16
Home & Newsletterlauf: 22.12.16


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Meldungen: Grundlagen

Verstärkter Angriff auf Backup-Infrastrukturen

Ransomware-Angriffe nutzen Schwachstellen aus, um in Unternehmen einzudringen. Sie verschlüsseln Business-Daten und versuchen damit hohe Lösegeldzahlungen zu erpressen. Eine besonders stark betroffene Branche ist das Gesundheitswesen. Hier verzeichnete man im Jahr 2021 einen erschreckenden Anstieg der Ransomware-Angriffe um 755 Prozent.

Wie "grün" ist Tape?

Die aktuellen Zeiten des Klimawandels verbunden mit zahlreichen Umweltproblemen stellen Unternehmen jeder Art vor die Herausforderung umweltfreundlicher zu werden. Altmodisch nannte man dies Umweltschutz, heute spricht man von "Nachhaltigkeit" oder "ESG", kurz für Environmental Social and Governance. Gemeint ist im Prinzip dasselbe. Auch die IT muss sich der Frage stellen, wie nachhaltig sie ist. Kann sie etwaige negative Einflüsse auf die Umwelt verringern? Ein Faktor, an dem der Einfluss der IT messbar gemacht werden kann, ist die seit Beginn der digitalen Revolution in den 1980er Jahren exponentiell steigende Datenmenge – und natürlich deren Speicherung. Um dies mit einer Zahl zu verdeutlichen, wir steuern derzeit auf eine globale Datenmenge von 175 Zettabyte im Jahr 2025 zu. Es ist schwer zu beschreiben, was 175 Zettabyte tatsächlich darstellen. Mathematisch ausgedrückt sind ein Zettabyte jedenfalls 1,000,000,000,000,000,000,000 (1021) Bytes.

Präventiver Schutz alleine reicht nicht

In Zeiten von Ransomware, Insider Threats und Advanced Persistant Threats sind viele Unternehmen in puncto Security in der Defensive. Neben der eigentlichen Abwehr geht es im Kern darum, lange IT-Ausfallzeiten und Datenverluste zu vermeiden. Backups bieten bei der Wiederherstellung weniger wichtiger Daten eine einfache und praktikable Lösung. Kritische Daten und Workloads benötigen allerdings eine ausgereiftere Wiederherstellungstechnologie.

Erpressung durch Ransomware-Kriminelle

Moderne Datensicherung, bestehend aus zuverlässigem Backup und fehlerfreier Wiederherstellung, ist für viele Unternehmen und Institutionen kein unbekanntes Thema. Ein Bereich, den man nicht sofort auf dem Radar hat, ist jedoch die Finanzdienstleistungsbranche (FSI). Gerade hier sind sehr sensible – und damit für Hacker attraktive – Daten unterwegs, die dringend gesichert werden müssen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und den möglichen Schaden gering zu halten.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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