Identitätsrisiken verstehen und beherrschen

Angreifer halten gezielt nach solchen anfälligen Systemen Ausschau, um im Unternehmensnetzwerk Fuß zu fassen und im nächsten Schritt Privilegien auszuweiten

Selbst große, global agierende Finanzdienstleister, Retailer oder Dienstleister im Gesundheitswesen, die über umfassende Cybersicherheits- und Risikomanagementprogramme sowie Tools verfügen, sind nach wie vor anfällig für Identitätsrisiken



Von Wade Lance, Illusive

Identitäten und die mit ihnen verbundenen Berechtigungen sind die neuen Perimeter. Dafür haben hybride Arbeitsmodelle und die flächendeckende Migration in die Cloud inzwischen gesorgt. Sicherheitsansätze, die Identität/en in den Fokus stellen, sind nicht grundsätzlich neu. Aber dank dieser veränderten Bedingungen, nehmen Angreifer sie mehr denn je und sehr gezielt ins Visier, um sich dauerhaft unerkannt in einer Netzwerkumgebung einzunisten. Der Missbrauch von Anmeldeinformationen ist eine der vorrangigen Ursachen für Datenschutzverletzungen.

Advanced Persistent Threats (APTs) durch staatlich unterstützte Angreifer und finanziell motivierte kriminelle Ransomware-Banden mögen unterschiedliche Ziele verfolgen, aber sie haben eines gemeinsam: Sie nutzen Identitätsrisiken aus. Diese sind keine unbekannte Größe. Trotzdem hinken Unternehmen hinterher, wenn es um den richtigen Umgang mit ihnen geht. Und das, obwohl Analysten wie Gartner eindringlich warnen: Identitäts-zentrierte Sicherheitsmaßnahmen hätten inzwischen eine kritische Masse erreicht.

Einer der Gründe warum es so schwierig ist, Identitätsrisiken in den Griff zu bekommen, liegt darin, dass sie kontinuierlich und zufällig im täglichen IT-Betrieb entstehen. Sie sind quasi ein natürliches Nebenprodukt von Unternehmensprozessen.

Und, sie sind der häufigste Angriffsvektor. Aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass 79 Prozent der befragten Unternehmen bereits 2021 Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden sind. Die mit Identitäten verbundenen Risiken sind allgegenwärtig. Nicht verwaltete, falsch konfigurierte und offengelegte Identitäten finden sich auf einem von sechs untersuchten Systemen und zwar auch dann, wenn das betreffende Unternehmen eine IAM (Identity and Access Management)-Lösung nutzt. Angreifer halten gezielt nach solchen anfälligen Systemen Ausschau, um im Unternehmensnetzwerk Fuß zu fassen und im nächsten Schritt Privilegien auszuweiten. Selbst große, global agierende Finanzdienstleister, Retailer oder Dienstleister im Gesundheitswesen, die über umfassende Cybersicherheits- und Risikomanagementprogramme sowie Tools verfügen, sind nach wie vor anfällig für Identitätsrisiken.

Das grundlegende Problem ist die mangelnde Transparenz. Trotz SOC- oder ISO-Zertifizierung sind Unternehmen nicht in der Lage, die dynamische Nutzung der Identitäten zu kontrollieren.

Für einen großen Finanzdienstleister ein sehr reales Problem. Hier hatte man große Bedenken hinsichtlich veralteter App-Service-Konten, die sich im Rahmen der bestehenden PAM-Lösung eines der marktführenden Unternehmen nicht modernisieren ließen. Aufgrund der mangelnden Transparenz kam das Schwachstellen-Management zusehends an seine Grenzen. Solche Risiken automatisiert aufzudecken, zu priorisieren und zu beheben, sollte aber das Ziel sein. Laut Einschätzung des Kunden, "braucht es nur eine einzige solche Schwachstelle, um die gesamte Netzwerkumgebung in die Knie zu zwingen. Hunderttausende solcher Türen verriegeln zu können, das ist ein immenser Zugewinn an Sicherheit."

Nicht verwaltete Identitätsrisiken

Lokale Administratoren, die im Identity Management-Systemen nicht auftauchen, veraltete lokale Administratoren-Passwörter (oder sogar solche, für die erst gar kein Passwort festgelegt wurde) und temporäre oder Test-Administratorenkonten - alles Beispiele für nicht verwaltete Identitätsrisiken. Jeder einzelne dieser Fälle ermöglicht es einem Angreifer, auf kritische Server zuzugreifen und sensible Systeme zu verändern - ohne einen Alarm auszulösen. Schließlich handelt es sich bei dem Konto, mit dem sich der Angreifer durch das Netzwerk bewegt, um ein legitimes, vom Unternehmen ausgestelltes. Besonders besorgniserregend ist, dass laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht (erstellt auf Grundlage von Tausenden von Assessments von Zehntausenden Systemen) 87 Prozent der lokalen Administratoren nicht in einer Privileged Account Management (PAM)-Lösung registriert sind. Und dies, obwohl sie Zugriff auf die wichtigsten Systeme und Prozesse haben. Dazu kommt, dass fast jeder fünfte lokale Administrator Passwörter verwendet, die älter als fünf Jahre sind.

Die elementaren Grundsätze der Cybersicherheitshygiene sehen vor, dass man Administrator-Passwörter alle 90 Tage ändern sollte. Nur, wenn ein Administratorkonto nicht in einer PAM-Lösung registriert ist, wissen IT- und Sicherheitsteams nicht, dass diese Konten überhaupt existieren, geschweige denn, dass ein Passwort geändert werden müsste. Potenzielle Angreifer wie APT38, eine Abteilung der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe, wissen das und benutzen Brute-Force-Angriffe, um ihre Kampagnen zu starten.

Identitätsrisiko Schatten-Admins

Ein zusätzliches Risiko liegt in den sogenannten Schatten-Administratoren. Vergleichbar der Schatten-IT, sind Schatten-Admins jene Identitäten, denen außerhalb der Sichtbarkeit der IT-Teams erweiterte Privilegien zugewiesen wurden. Meist, um bestimmte Prozesse zu beschleunigen. Ein typisches Beispiel sind Mitarbeiter am Helpdesk. Betraut mit der Aufgabe Passwörter zurückzusetzen, werden ihnen oftmals Privilegien für Objekte, Gruppen oder Benutzer zugewiesen – in manchen Fällen mit Zugriff auf den Domain Level. Dies kommt weit häufiger vor, als IT-Teams glauben möchten, und kann zu schwerwiegenden Datenschutzverletzungen führen.

Sollte sich ein Angreifer Zugang zu solch einem Helpdesk-Konto verschaffen, kann er problemlos seine Privilegien ausweiten und selbst ein Domain-Admin werden. In 40 Prozent der Fälle lassen sich diese Schatten-Admins in nur einem Schritt ausnutzen, d. h. ein Angreifer ist buchstäblich nur einen Passwort-Reset davon entfernt, selbst Domain Admin zu werden. In 10 Prozent der Fälle verfügen Schatten-Admins bereits über Administratorenrechte. Leichte Beute für Angreifer, die solche Konten mit automatisierten Erkennungs-Tools identifizieren und ausnutzen können. Administratorkonten sollten direkt in einer privilegierten Gruppe angelegt werden. Allerdings fehlt IT-Teams meist die nötige Transparenz, sowohl was die Kenntnis der Benutzerrechte anbelangt als auch die tatsächlich damit verbundenen Aktivitäten. Dazu kommt, dass mit einem in die Jahre gekommenen Active Directory die Entropie zwangsläufig steigt, weil Mitarbeiter gerne den Weg des geringsten Widerstands gehen, um ihre täglichen Aufgaben zu erledigen.

Exponierte Identitätsrisiken

Mitarbeiter speichern Anmeldeinformationen aus dem Cache, in der App, in den Passwortspeichern des Betriebssystems und in bereits getrennten oder "hängenden" Remote Desktop Protocol (RDP) Sessions. Das macht Systeme anfällig für Angriffe. Dennoch sind solche Praktiken weit verbreitet und für IT-Teams kaum nachzuverfolgen. Exponierte Identitäten betreffen allerdings nicht nur durchschnittliche Benutzer – auch die Passwörter für privilegierte Konten sind bei 13 Prozent aller Systeme exponiert. Von diesen Zugangsdaten geht zum einen ein Risiko für potenzielle Ransomware-Angriffe aus. Zum anderen werden solche Daten aber auch gewinnbringend verkauft: RDP- und VPN-Anmeldeinformationen sind die gängigsten und wertvollsten Zugriffslisten, die in Darknet- und Ransomware-Foren angeboten werden.

Das Problem exponierter Anmeldeinformationen ist weit verbreitet, lässt sich aber leicht beheben.

Man muss die Anmeldeinformationen lediglich vom System entfernen. Die Schwierigkeit liegt immer in der Transparenz: Unternehmen ist nicht ausreichend bewusst, dass Anmeldeinformationen unsachgemäß gespeichert wurden, weshalb sie nicht die nötigen Schritte ergreifen können, um die Systeme zu bereinigen. Die Antwort: Risiken automatisiert und kontinuierlich erkennen und beseitigen

Es ist eines der gängigsten Sicherheitsmantras, dass Unternehmen "nicht wissen, was sie nicht wissen". Das gilt besonders, wenn es um Identitätsrisiken geht. Nicht verwaltete, falsch konfigurierte und exponierte Identitäten überschneiden und vermischen sich häufig. Dabei werden falsch konfigurierte Admin-Anmeldeinformationen exponiert und bleiben aktiv ausnutzbar.

Die Herausforderung für Sicherheitsteams besteht genau in dieser fehlenden Transparenz über das bestehende Identitätsrisiko. Jährliche Audits und Red-Team-Übungen sind bis zu einem gewissen Grad hilfreich, aber sie decken die sich dynamisch verändernde Angriffsfläche von heute nicht ab. Beim Management von Identitätsrisiken sollte man deshalb denselben Ansatz wählen wie er inzwischen beim Schwachstellen-Management üblich ist - nämlich die kontinuierliche Überprüfung der gesamten Oberfläche. Ähnlich wie beim Schwachstellenmanagement laufen die Scans automatisch und geben Warnungen aus, sobald ein Problem gefunden wurde. Sicherheitsteams sind auf die Automatisierung angewiesen, wenn sie Identitätsrisiken und damit den Angriffsvektor Nummer eins im Blick behalten wollen. (Illusive: ra)

eingetragen: 27.04.22
Newsletterlauf: 03.06.22

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Meldungen: Grundlagen

Schwerwiegende Folge von Identitätsdiebstahl

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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