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IT-Compliance für Banken leichter bewältigen

Bedeutung von einem angemessenen Schutz vor IT-Sicherheitsrisiken nimmt zu

Eine große und reale Bedrohung für Finanzdienstleister stellen Cryptotrojaner wie Loki und Wannacry dar, die Daten verschlüsseln und ihre Entschlüsselung erpressen wollen



Von Dagmar Schoppe, Bereichsleiterin Banken-Compliance bei der SRC GmbH

Für Banken gibt es eine wachsende Anzahl von Rechtsgrundlagen, d. h. Gesetze, Verordnungen, Direktiven und Rundschreiben, die sie im Tagesgeschäft beachten müssen. Gerade die Bedeutung von einem angemessenen Schutz vor IT-Sicherheitsrisiken nimmt zu. EU-weite Programme wie beispielsweise TIBER-EU oder der Nachweis der KRITIS-Anforderungen sollen das bestehende Sicherheitsniveau weiter verbessern. Als ganzheitlichen Ansatz für eine kontinuierliche Evaluierung der Sicherheit von Technologie wie Organisation gleichermaßen empfehlen sich die Einführung und der Betrieb eines Informationssicherheitsmanagement-Systems.

Für Banken gilt eine Vielzahl von Regularien und Gesetzen: Sie müssen sich unter anderem gegen Bedrohungen wie Geldwäsche und Terrorismus schützen, aber auch das Wertpapierhandelsgesetz und den Datenschutz beachten. Daneben sind eine Vielzahl von Instituten und Dienstleistern zudem Betreiber einer kritischer Infrastruktur gemäß IT-Sicherheitsgesetz.

Grundlegende Anforderungen für Institute und ihre Dienstleister ergeben sich aus dem Kreditwesengesetz (Paragraph 25 a und b). Dieses schreibt eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und ein angemessenes Risikomanagement vor, welches eine entsprechende technische wie personelle Ausstattung sowie ein Notfallkonzept umfasst. Natürlich müssen die Systeme dem aktuellem Stand der Technik und dem Branchenstandard entsprechen.

Mit einer steigender Abhängigkeit der Kern- und Wertschöpfungsprozesse von IT-Infrastruktur in den Instituten, ist die Angemessenheit der Schutzmaßnahmen und deren Nachweis für Institute und ihre Dienstleister immer schwieriger zu definieren. Mit dem Crash 2009 verschärften sich die Vorgaben.

Große Institute unterhalten ganze Abteilungen für das Management von Compliance-Anforderungen. Die Herausforderung besteht in der Vielzahl der Regularien. Banken müssen sich an nationalen und internationalen Gesetzgebern orientieren, an der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäische Bankenaufsicht (EBA). Darüber hinaus verabschiedet die Europäischen Union (EU) Verordnungen und Direktiven. Letztere werden in nationale Gesetze übergeführt, wie zum Beispiel die Payment Service Directive 2 im Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Sie definiert unter anderem Mindestanforderungen für die Sicherheit von Zahlungsdiensten. Seit 2015 gelten die Mindestanforderungen an die Sicherheit von Internetzahlungen (MaSI). Relevant sind zudem die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk), die durch die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) konkretisiert werden. Sie erfordern den Einsatz von Best Practices und standardisierten Verfahren. Außerdem gilt die Guideline für Informations- und Kommunikationstechnik (ICT).

Zu der Flut an Gesetzen und Verordnungen kommt, dass diese stetigen Anpassungen unterworfen sind. Banken müssen alle Anforderungen nachhalten, die Entwicklung verfolgen und auch auf Widersprüche reagieren. Dazu kommen die regelmäßigen Prüfungen von aufsichtsrechtlichen Nachweisen durch die jährlich stattfindende Wirtschaftsprüfung und durch BaFin-Prüfungen. Auch wird alle zwei Jahre für Betreiber einer kritischen Infrastruktur der KRITIS-Nachweis gefordert.

Insbesondere weil Neuerungen in immer kürzeren Abständen eingeführt werden, müssen Banken immer wieder die Änderungen in ihre Prozesse aufnehmen und Vor- und Nachbereitung leisten. Dafür ist gerade in kleinen Instituten viel Manpower erforderlich. Compliance ist teuer – für innovative Projekte bleiben kaum Ressourcen übrig.

Wo früher ein gewisser Interpretationsspielraum war, werden heute die Anforderungen an ein angemessenes Risikomanagement immer präziser formuliert, um einheitlichere Standards und mehr Führung für Institute zu schaffen. Das schafft zwar Klarheit, doch die konkreten Anforderungen stellen viele Institute auch vor große Herausforderungen. Sie betreiben häufig historisch gewachsene Systeme, die nicht von heute auf morgen migriert werden können. Gerade das vielfach praktizierte Outsourcing an Dienstleister stellt eine große Herausforderung dar: Kreditinstitute lagern beispielsweise Rechenzentrum und Netzbetrieb oder die Produktion und Ausgabe von Kreditkartendaten aus. Auch in der Zusammenarbeit müssen definierte Sicherheitsziele vereinbart, umgesetzt und deren Einhaltung von den Instituten überprüft werden.

Cybertrojaner sind eine reale Bedrohung

Eine große und reale Bedrohung für Finanzdienstleister stellen Crypto-Trojaner wie Loki und Wannacry dar, die Daten verschlüsseln und ihre Entschlüsselung erpressen wollen.

Neben monetären Interessen sind Banken ein interessantes Ziel, um Informationen auszuspionieren oder Kurse, Daten oder Kaufoptionen zu manipulieren. Es ist zu beobachten, dass gezielte Angriffe zunehmen. Um hier eine Resilienz zu schaffen, wurde von der EU das TIBER-EU-Programm ins Leben gerufen. Die Abkürzung steht für "Threat Intelligence-based Ethical Red Teaming " und stellt das Rahmenwerk der Notenbanken des Europäischen Systems der Zentralbanken zu bedrohungsgeleiteten Penetrationstests dar. Institute können auf freiwilliger Basis diese Tests durchführen lassen, um Einblicke in die Funktionsfähigkeit ihrer Sicherheitsmaßnahmen zu kommen. Sie umfassen mehr als Penetrationstests für Produktivsysteme. TIBER-Testes gehen durch den Einsatz von Threat Intelligence ( "Spionage ") weit über die gewohnten Penetrationstests hinaus.

Die Globalisierung sowie der Wunsch nach Verschlankung und Synergien, hat zudem dazu geführt, dass Rechenzentren fusioniert sind und Spezialanwendungen branchenweit zum Einsatz kommen. Dabei reicht bereits das Wissen um die Technologien von Banken und die Kenntnis über etwaige Patch-Lücken in Branchensoftware, um Angriffsversuche auszulösen. Sind in den Systemen Schwachstellen bekannt, trifft das in der Folge ganze Branchen. Zudem entstehen Bottlenecks bei den Angriffen, da Knotenpunkte, große Player und Rechenzentrumsbetriebe ins Visier genommen werden.

Auch gezielte Spionage mit Methoden wie Social Engineering, Sniffer oder Piggy Bagging sind denkbare Szenarien.

Der Weg zur Compliance

Banken müssen dem technischen Fortschritt Rechnung tragen und ihre Standards kontinuierlich anpassen. Bei der Prüfung der Angemessenheit von Maßnahmen müssen sie neben den Risiken aus dem operativem Geschäft und auch IT-Risiken mitbetrachten.

SRC hat ISMS in Banken mit Erfolg eingeführt. Mit der Implementierung eines ISMS mit Begleitung von SRC kann die Sicherheitsfrage ganzheitlich betrachtet werden. Ein ISMS ist prozessual angelegt und ermöglicht die kontinuierliche Verbesserung von technischer Infrastruktur sowie organisatorischen Prozessen. Schwachstellen können identifiziert, Maßnahmenpläne erstellt und Sicherheitsprozesse strukturiert gesteuert werden. Dazu gehören zum Beispiel der Incident Management Prozess, die Schaffung von Bewusstsein sowie die Dokumentenlenkung.

Wichtig ist der Blick auf die Gesamtorganisation. Denn technische Maßnahmen erhöhen zwar das Sicherheitsniveau, doch auch der Mensch stellt eine oft unterschätzte Angriffsfläche dar. Betrugsversuche wie CEO-Fraud oder Malware, die als Bewerbung ankommt, lassen sich leichter verhindern, wenn die Belegschaft geschult ist und vor dem Anklicken die entsprechende Datei erst von der IT prüfen lässt. Auch Spionage-Strategien wie Piggy Bagging, um Zutritt in die Räumlichkeiten zu erhalten, lassen sich so vereiteln.

Eine kontinuierliche Weiterbildung und Schulung der Mitarbeiter kann also Löcher in der Sicherheit stopfen. Ein Bewusstsein für Sicherheit zu schaffen, ist oft leichter zu bewerkstelligen und effizienter als ein technisches Aufrüsten.

Strukturierte, durch ein ISMS eingeführte Prozesse, schützen zwar nicht vor den Bedrohungen, aber viele Probleme fallen dadurch früher auf. Durch Eskalations- und Meldeprozesse kann mit Angriffen effizienter umgegangen werden. Eine gute Alarmfunktion spürt den veränderten Traffic durch einen Trojaner schneller auf und verhindert die Ausbreitung eines Computer-Virus. Wichtig sind außerdem regelmäßige Backups mit einer guten Netzwerksegmentierung, so dass der Zugriff zum Beispiel auf Kontoführungssysteme limitiert ist. Sicherheits-Patches müssen zwingend gefahren werden, damit die Infrastruktur keine Lücken aufweist und der Angriff über technische Einfallstore erschwert wird. Auch eine angemessene Personaldecke ist wichtig.

Banken können außerdem den KRITIS-Nachweis erbringen und über den TIBER-Test ein adäquates Sicherheitsniveau nachweisen.

Fazit

Für Banken ist Compliance, das Handeln im Einklang mit dem geltenden Recht, ein zentrales Thema. Die Vielzahl der Verordnungen und Gesetze regeln die internen Prozesse von Instituten immer stärker und sind zudem steten Anpassungen unterworfen, die es abzubilden gilt. Mit einem ISMS können Banken die Compliance-Frage in der immer bedeutender werdenden IT-Sicherheit nachhaltig lösen. Dabei werden sowohl die technische Infrastruktur als auch die Organisation der Institute in einem kontinuierlichen Prozess stetig verbessert. (SRC: ra)

eingetragen: 30.04.20
Newsletterlauf: 13.08.20

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Meldungen: Grundlagen

Security-Risiko USB-Massenspeicher

USB-Massenspeicher bieten eine schnelle, einfache Möglichkeit, Daten zu transportieren und gemeinsam zu nutzen, wenn eine digitale Übertragung nicht möglich ist. Das hohe Risiko von Diebstahl und Verlust macht USB-Massenspeicher für die Unternehmenssicherheit jedoch zu einem Security-Alptraum. Die aktuell weitverbreitete Remote-Arbeit hat diese Probleme noch verschärft. Das Volumen der von Mitarbeitern auf USB-Massenspeicher heruntergeladenen Daten ist laut des DG Data Trends Reports seit Beginn der COVID-19-Krise um 123 Prozent gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass viele Mitarbeiter diese Geräte verwenden, um große Datenmengen mit nach Hause zu nehmen. Infolgedessen befinden sich Hunderte von Terabyte potenziell sensibler, unverschlüsselter Daten außerhalb des Sicherheitsbereichs von Unternehmen, was das Risiko eines Datenverlusts erheblich erhöht. Jedoch kann eine effektive Implementierung von USB-Kontrolle und -Verschlüsselung den Schutz vor den inhärenten Gefahren dieser Geräte erheblich verbessern.

Viele Formular-basierte Angriffe nutzen Google

Wie oft am Tag geben Anwender irgendwo Daten oder Passwörter ein? Und wie oft machen sie das einfach aus Routine, um schnell weiterzukommen und ohne den Zweck zu hinterfragen? Genau diese Abstumpfung machen sich nun Cyberkriminelle zunutze mit sogenannten Formular-basierten Angriffen (Formular-based Attacks). Diese neue Art von Angriffen imitiert in der Regel bekannte Marken. Besonders häufig nutzt sie Webseiten mit Google Branding, um die Opfer zur Weitergabe von Anmeldeinformationen zu verleiten. In den ersten vier Monaten des Jahres 2020 gab es fast 100.000 solcher Angriffe, sie machten vier Prozent aller Spear-Phishing-Angriffe aus, wie Barracuda-Forscher festgestellt haben. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Zahl weiter steigen wird, da Cyberkriminelle mit diesen Angriffen erfolgreich Zugangsdaten erlangen.

Betrugsversuch mit einem USB-Stick

Der aktuelle Sicherheitsvorfall mit einem USB-Stick gestattet einen Blick darauf zu werfen, wie Unternehmen zu leichtsinnigen Opfern werden könnten. Eine der ältesten Formen des modernen Social Engineerings ist der "Abwurf des mit Malware beladenen USB-Sticks auf dem Firmen-Parkplatz". In diesem Monat haben Sicherheitsforscher von Trustwave die Welt auf einen versuchten Betrugsversuch mit einem USB-Stick an einem ihrer Klienten aufmerksam gemacht, welcher nicht genannt werden möchte. Das gefährliche Speichermedium wird auch als BadUSB-Gerät bezeichnet. Der Begriff tauchte in Deutschland erstmals 2014 auf, als ein Forscherteam um Karsten Nohl auf der damaligen Black Hat einen manipulierten USB-Stick vorstellten und die Gefahren aufzeigten, die davon ausgehen.

Beim aktuellen Beispiel ist der Ablauf recht simpel: Der Kunde erhielt per Post eine BestBuy-Geschenkkarte, einen Brief mit BestBuy-Briefkopf, in dem er sich für sein Geschäft bedankte. Ebenfalls enthalten war ein USB-Stick, der wie der Brief angab, eine Liste der Gegenstände enthielt, für die die Geschenkkarte benutzt werden könne.

Business Continuity Management (BCM)

Zukunftsfähigkeit sichern: Ereignisse wie das Aufkommen des Corona-Virus beweisen, dass Krisen und ihre Folgen schwer vorhersehbar sind. Hier setzt Business Continuity Management (BCM) an. Ein BCM-System, das sicherstellt, dass die kritischsten Geschäftsprozesse auch im Notfall funktionieren, kann entscheiden, ob ein Unternehmen seine Marktposition nach der Ausnahmesituation halten kann. Um die gewünschte Wirkung von BCM als Auffangnetz zu erzielen, ist die konsequente Durchführung von Tests mit Analyse der Ergebnisse unabdingbar. Nur bei Umsetzung der nötigen Schritte und Verfahren ist eine stetige, risikofreie Nachbesserung der Notfallpläne möglich. Kommt es zum Ausfall, ist das nicht mehr leistbar. In Krisen wird die Wichtigkeit eines funktionierenden BCM besonders deutlich. Ob eine Organisation aber wirklich vorbereitet und handlungs-, funktions- sowie widerstandsfähig ist, lässt sich ausschließlich durch konsequentes Testen überprüfen. Geschieht das nicht, besteht für Unternehmen eine wesentlich höhere Gefahr, bei einem Ausfall keine geeigneten Mittel und Methoden vorhalten zu können, die Aktionsfähigkeit zu verlieren.

Gründliches Cybersicherheitsaudit durchführen

Eine der üblichen Fallen, in die Unternehmen tappen, ist die Annahme, dass Cybersicherheitslösungen über Standard-Risikobewertungen gepflegt und gemanagt werden. Eine gefährliche Annahme, denn die rasche technologische Entwicklung und der Einsatz dieser Technologien in der Wirtschaft hat den Bereich einer allgemeinen Risikobewertung längst überschritten. Hier beschäftigen wir uns mit einigen Schritten, die nötig sind, um eine eingehende, weitreichende Sicherheitsrisikobewertung zu erstellen, die für genau Ihr Unternehmen gilt.

Was ist ein Selbstaudit und warum ist es notwendig? Eine Cybersicherheitsbewertung spielt eine entscheidende Rolle, beim Wie und Warum man bestimmte Technologien in einem Unternehmen einsetzt. Anhand eines Assessments lassen sich Ziele und Parameter festlegen, die Ihnen die Möglichkeit geben.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmet sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 (07.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr) behandelt das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2 (21.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
führt in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3 (04.11.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
klärt auf über "Pentesting".

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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