Ohne Identität kein Zero Trust

Bedrohungslage und Business-Dynamik in Einklang bringen

Mit den richtigen Akzenten zentrale Risiken entschärfen und gleichzeitig Kosten sparen



Von Jochen Rummel, Regional Director DACH bei Illusive

Fokus auf Prävention oder Detektion? Segmentierung oder lieber SOC? Und was ist mit der Response und den Notfallplänen? Bei der Aufteilung natürlich begrenzter Sicherheits- und Resilienz-Budgets neigen manche Unternehmen dazu, einzelne große Bereiche vorzuziehen und andere herabzustufen. Das wird der Bedrohungslage und der eigenen Business-Dynamik selten gerecht. Häufig ist es sinnvoller, in allen Bereichen zumindest einen Grundstock aufzubauen und dann mit geschickter Priorisierung Akzente zu setzen.

Sicherheitsmanagement ist ein schwieriges, vielschichtiges Gebiet geworden. Kaum ein Entscheidungsträger in einer modernen Organisation kann noch alle Fachgebiete überblicken, in denen er sich für eine fundierte Strategieauswahl eigentlich auskennen müsste: IT, OT, (I)Iot, Cloud, Social Media und so weiter. Das macht Budget-Diskussionen in Sachen Security zunehmend zu einer heiklen und langwierigen Angelegenheit.

Der Weg des geringsten Widerstands

Als Ergebnis stoßen vor allem Auditoren zuweilen auf Situationen, die auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar sind. Dazu ein Beispiel aus der Praxis. Ein renommierter Mittelständler des produzierenden Gewerbes in der ländlichen Region, leistet sich ein teures, aber nicht maßgeschneidertes Security Operations Center in der Cloud. Demgegenüber wird die Netzwerksegmentierung auf die lange Bank geschoben. Eine unlogisch anmutende Entscheidung, weil das Unternehmen kaum Angriffsflächen oder Anreize für gezielte Attacken bietet. Die fehlende Segmentierung aber, gepaart mit niedrigen Investitionen in Prävention, die überall verteilten Admin-Rechte und eine Reihe von Produktionsanlagen, die mit Windows-Steuerungen ausgerüstet sind, machen das Unternehmen zum leichten Opfer für die viel wahrscheinlicheren Ransomware-Attacken.

Im Zuge eines Audits wird die kuriose Aufstellung hinterfragt – und es stellt sich heraus: Weil das CISO-Team schon seit Jahren kaum eine Maßnahme von der Geschäftsleitung in vertretbarer Zeit genehmigt bekommt, hat es im Zuge der Verlagerung von Servern in die Cloud einfach ein vermeintlich günstiges Zusatzangebot des Providers mitgebucht. Das war durchsetzbar. Die viel zu großzügig verteilten Admin-Rechte wiederum blieben unangetastet.

Vielleicht ein Extrembeispiel – aber der Wunsch, Finanzierungsdiskussionen rund um Cybersecurity und Datenschutz zu vereinfachen, führt nicht selten zu einer einseitigen Konzentration auf einen der drei Security-Grundpfeiler "Prävention", "Detektion" und "Response" und noch häufiger dazu, eine der drei Komponenten aus Kostengründen zumindest auf die lange Bank zu schieben. Häufig ist dies das Thema SOC. Genauso gut können aber auch Maßnahmen im Bereich Identitätsmanagement oder die erwähnte Segmentierung die Verlierer sein. Mal sind es die Investitionskosten, die entsprechende Entscheidungen provozieren, mal der Mangel an Fachkräften, die die Maßnahmen umsetzen könnten.

Sparen ohne Radikalverzicht

Die Vorstellung, auf diese Weise Kosten zu sparen und Komplexität zu reduzieren, muss aber nicht zwangsläufig richtig sein. Änderungen der Bedrohungslage können es jederzeit nötig machen, den Fokus zu überdenken. Genauso häufig ändert sich die Risikoexposition, weil sich ein Unternehmen neue Betätigungsfelder erschließt oder ein Business-Zweig neuen Bedingungen unterliegt. Etwa, wenn bisher "dumme" und nicht vernetzte Produkte plötzlich doch intelligente Komponenten bekommen und sogar ferngewartet werden müssen. Dann einen bisher komplett ausgesparten Security-Bereich neben den Change-Prozessen zeitgleich aus dem Boden zu stampfen, wird meist besonders teuer – nicht zuletzt, weil man Werkzeuge und Dienstleister vorher ja unter anderen Prämissen gewählt hat.

Es gibt vor allem für Unternehmen mit begrenztem Budget und Ressourcen eine alternative Herangehensweise, die zuweilen unbeachtet bleibt, weil ihr entlastendes Moment auf den ersten Blick weniger deutlich ins Auge fällt als bei der Ausklammerung ganzer Bereiche.

Der Ansatz besteht darin,

>> in allen drei Arbeitsfeldern Prävention, Detektion und Response Grundkapazitäten zu schaffen und Basis-Maßnahmen durchzuführen,

>> die Einzelmaßnahmen in allen Sektoren risikogerecht zu priorisieren,

>> dazu eine Angriffsflächen- und Risiko-Analyse vorzuschalten,

>> im kostenträchtigen Detektionsbereich auf kreative Ansätze setzen, die beispielsweise gezielt reale Identitätsrisiken erkennen, kontrollierbar machen und beseitigen

>> die Security-Teams von unnötiger Informationsflut zu entlasten

Die aufgelisteten Ansätze umfassen analytische und operative Komponenten, die sich gegenseitig ergänzen und dazu beitragen, in den einzelnen Sektoren Maßnahmen zielgerecht zu priorisieren.

Bei den präventiven Maßnahmen lässt sich durch einfache und wenig ressourcenfordernde Hygiene häufig ein größerer Effekt erzielen, als Security-Teams annehmen. Das Entfernen nicht mehr genutzter Konten, ein kritischer Blick auf vorhandene Rechte-Ansammlungen und eine Überprüfung von Identitätsrisiken können Angreifern ihr Tun deutlich erschweren. Es kann sinnvoll sein, sowohl für Risiko-Assessments als auch für Maßnahmen-Prüfungen der beschriebenen Art externe Kräfte hinzuzuziehen, da der Prophet im eigenen Lande bekanntlich selten viel gilt.

Ohne Identität kein Zero Trust

Im Kern geht es bei Zero Trust um die Authentifizierung und Autorisierung von Zugriffsrichtlinien, die nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe konzipiert sind, für den geringstmöglichen Zeitraum und für die geringstmögliche Zahl von Assets. Schließlich braucht ein Angreifer in der Regel nur ein paar Minuten um mithilfe eines privilegierten Kontos das gesamte Verzeichnis zu übernehmen. Privileged Access Management (PAM), Active Directory (AD) und Single Sign-On (SSO)-Lösungen liegen dabei seit jeher in der Verantwortung der IT-Abteilung. Und die hat naturgemäß einen anderen Blickwinkel als ihn Sicherheitsexperten haben. Die IT will sicherstellen, dass alles so schnell geht wie möglich von statten geht, versucht also Reibungsverluste zu vermeiden.

Wenn es allerdings bei AD und PAM lediglich darum geht, Dinge möglichst schnell abzuwickeln, tritt Sicherheit in den Hintergrund. Nur ist Identität längst zu wichtig geworden, um diese Risiken quasi in der Luft hängen zu lassen. Den meisten Firmen fehlt allerdings ein einheitlicher Überblick über das interne Identitätsrisiko. Trotz unzähliger Identitäts-Tools, die on-premises, in SaaS/IaaS- und DevOps-Umgebungen eingesetzt werden, gestaltet es sich schwierig, ein vollständiges Bild des eigenen Identitätsrisikos zu bekommen und zu erkennen, wie Angreifer sich im Netzwerk bewegen. Und dabei machen sie sich beispielsweise auf Workstations und Servern gespeicherte Passwörter, ungenutzte Remote-Desktop-Verbindungen, nicht berechtigte lokale Administrator- und Domain-Konten mit erhöhten Berechtigungen zunutze.

Identitäten im Zentrum

Gerade im Detektionsbereich gibt es Einsparungs- und Vereinfachungspotenzial, wenn man sich auf die Risiken konzentriert, die mit allen Arten von Identitäten in einem Unternehmen verbunden sind. Zwar hat man inzwischen erkannt, dass Identitäten der Einfallsvektor Nummer 1 sind und würde sie vielerorts gern intensiver überwachen – allein, das stellt viele Firmen vor nicht ganz geringe Herausforderungen. Was bislang kaum passiert, ist etwa, Identitätsdaten zu sammeln, zu analysieren und zu entschärfen, die über Speicher, Dateien und Konfigurationen verstreut sind und von Angreifern konsequent ausgenutzt werden.

Dazu kommt, dass alle bisherigen Angebote wie IGA- und AD-Auditing oder Pen-Testing-Tools, aber auch Privileged Access Management-Lösungen Lücken aufweisen. Sei es die mangelnde "Bottom-up"-Transparenz (hinsichtlich von Anmeldeinformationen, die überall auf Endpunkten und Servern verteilt sind), oder die zu fast 100 Prozent fehlende Möglichkeit, solche Identitätsrisiken automatisch zu beseitigen.

In Zukunft wird es darauf ankommen, diese Transparenz, aber auch die Analyse des Vorgefundenen zu automatisieren, um verwertbare Einblicke in Identitätsrisiken und Richtlinienverstöße über alle Unternehmensidentitäten hinweg zu bekommen sowie die anfälligen Identitäten zu bereinigen. Dadurch lassen sich anschließend die mit Identitäten verbundenen Risiken besser kontrollieren und beseitigen. Lässt sich dieser Bereich automatisieren, spart man damit gerade im kostenträchtigen Detektionsbereich zusätzlich Ressourcen. (Illusive: ra)

eingetragen: 16.12.21
Newsletterlauf: 23.02.22

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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