IAM eine der grundlegenden Sicherheitsmaßnahme


Verhindern von Datenschutzverletzungen beginnt bei den Grundlagen
Authentifizierung stellt sicher, dass die Person, die sich an einem System anmeldet, auch tatsächlich die Person ist, die sie vorgibt zu sein



Von Martin Grauel, One Identity

Wenn man die Analogie zum Fußball bemühen will, dann hat der Erfolg einer IT-Sicherheitsabteilung maßgeblich mit einer guten Verteidigung zu tun. Es kommt darauf an, dass die Abwehr geschlossen steht und der Gegner am besten gar nicht erst zum Schuss oder auch nur in eine dafür geeignete Position gelangt. Die beste Voraussetzung für einen Sieg. Ein Bild, dass sich durchaus auf den Datenschutz und das Zusammenwirken unterschiedlicher Sicherheitsebenen übertragen lässt. Im Idealfall hält ein mehrschichtiger Sicherheitsansatz Cyberkriminelle davon ab "ein Tor zu machen" sprich in ein Netzwerk vorzudringen, an Unternehmensdaten zu gelangen, diese zu entwenden und zu missbrauchen.

Die Zahl der Datenschutzvorfälle ist im zurückliegenden Jahr weiter gestiegen. Identity und Access Management ist in diesem Kontext eine der grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen. IAM sorgt dafür, dass Benutzer auf notwendige Ressourcen zugreifen können, dabei aber einem vorgeschriebenen Prozess folgen. Eine effektive und vorausschauende Methode gegen Datenschutzverletzungen. Auf das Wesentliche heruntergebrochen ist eine Datenschutzverletzung nichts anderes, als dass zugriffsbeschränkte Daten in die falschen Hände gelangt sind.

Ein Tatbestand, auf den die meisten Unternehmen erst aufmerksam werden, wenn es zu spät ist. Um bei unserer Analogie zu bleiben: wie für ein erfolgreiches Fußballteam so sind auch für die IT-Sicherheitsabteilung die Grundlagen entscheidend. Beim Thema Datenschutz kann einiges schief gehen und es mangelt bekanntlich nicht an Herausforderungen.

Wenn Identity und Access Management zum Einsatz kommt, sollte man sich an die grundlegenden drei A"s erinnern: Authentifizierung, Autorisierung und (Privileged) Access.

Authentifizierung
Authentifizierung stellt sicher, dass die Person, die sich an einem System anmeldet, auch tatsächlich die Person ist, die sie vorgibt zu sein. Der einfachste Weg über den ein Angreifer auf die IT-Systeme einer Firma zugreifen kann ist es, sich legitime Anmeldeinformationen zu beschaffen. Wie etwa die Passwörter unverdächtiger Nutzer. Phishing, Social Engineering oder simpler Diebstahl sind gängige Methoden. Das Netzwerk kann nicht erkennen, dass es sich um die falsche Person handelt und wird dem Angreifer ermöglichen, auf alle Ressourcen zuzugreifen, auf die auch der betreffende Nutzer Zugriff hat. Verschiedene IAM-Verfahren und Technologien helfen dabei, das Authentifizierungsproblem in den Griff zu bekommen.

Eine effektive Passwortstrategie ist der Schlüssel für einen wirksamen Authentifizierungsprozess. Dazu gehören der häufige Wechsel von Passwörtern, eine strikte Passwort-Policy und Prozesse, die es dem Anwender so einfach wie möglich machen, sich "richtig" zu verhalten. Allein dieses Vorgehen schließt etliche der Lücken, die bei Datenschutzverletzungen so häufig erfolgreich ausgenutzt werden. Das grundsätzliche Problem mit Passwörtern ist allerdings, dass Mitarbeiter meistens so viele davon haben, dass sie schwer zu merken sind. Single-Sign-on-Technologien bieten für dieses Problem eine Lösung an. SSO bedeutet, dass ein Benutzer nach einer einmaligen Authentifizierung auf alle Rechner und Dienste, für die er berechtigt (autorisiert) ist, zugreifen kann, ohne sich jedes Mal neu anmelden zu müssen.

Mittlerweile existieren zudem Tools zur Passwortverwaltung bei denen der Benutzer über ein Self-Service-Portal seine Passwörter verwalten, zurücksetzen und neu vergeben kann. Gleichzeitig sorgen diese Tools dafür, dass das ausgewählte Passwort den strikten Vorgaben genügt. Viele Unternehmen setzen darüber hinaus auf eine Multifaktor-Authentifizierung, bei der eine zweite Sicherheitsebene dazu kommt, die eine zusätzliche Form der Authentifizierung erforderlich macht. Das kann beispielsweise ein Token sein. Multifaktor-Authentifizierung ist so etwas wie die Abwehrreihe beim Fußball. Sie verhindert, dass ein gegnerischer Spieler es über das Mittelfeld hinaus schafft.

Autorisierung
Wenn Benutzer authentifiziert werden, besteht der nächste Schritt darin, zu kontrollieren wozu der Anwender im Netzwerk berechtigt ist und wozu nicht. Eine korrekte Autorisierung ist der Schlüssel, um Datenschutzverletzungen zu verhindern. Effektive IAM-Lösungen sorgen dafür, dass Benutzer nur auf die Daten zugreifen dürfen, die sie tatsächlich benötigen. Und diese Lösungen verhindern, dass ein Nutzer einen zu weitreichenden Zugriff auf vertrauliche Daten hat, den er nicht haben sollte. Es gilt allerdings die Balance zu wahren zwischen einer schnellstmöglichen Bereitstellung der Zugriffe und den Datenschutzprioritäten. Vermutlich ist eine effektive Deprovisionierung sogar noch wichtiger, um veraltete Zugriffsberechtigungen zu entfernen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Angestellten und Dienstleistern, die nicht mehr für das betreffende Unternehmen tätig sind, sollte man die vergebenen Zugriffsberechtigungen sofort entziehen. Ansonsten besteht das Risiko, dass Angreifer verwaiste Konten und die damit verbundenen Zugriffsberechtigungen missbrauchen. Ohne ein effektives Identitätsmanagement kann ein Unternehmen nicht sicher sein, wer auf welche Systeme zugreifen kann und ob vielleicht ein Angreifer entsprechende Konten nutzt, um an vertrauliche Daten zu gelangen.

(Privileged) Access
Privilegierte Konten, und dazu zählen Systemkonten mit sehr hohen Berechtigungen, sind für einen Angreifer so etwas wie der Ballon d"Or der FIFA. Gelingt es einem Angreifer Zugriff auf solche Konten zu erlangen, hat er damit meistens einen nahezu unbegrenzten Zugriff auf die Systeme eines Unternehmens. Wenn die "Offensive" Zugriff auf solche Konten hat, ist es für die IT-Sicherheit kaum mehr möglich den Angriff zu stoppen. Dabei handelt es sich in jedem Fall um solche, die großen Schaden anrichten können. Hinsichtlich der betroffenen Daten und hinsichtlich der Reputation eines Unternehmens.

Ein effektives Privileged Access Management muss deshalb im Rahmen des vorbeugenden Datenschutzes höchste Priorität haben. IT-Abteilungen sollten Technologien wie Passwort Vaulting und Session Recording in Betracht ziehen. Sie ordnen privilegierten Konten eine individuelle Verantwortlichkeit (Rechenschaftspflicht) zu. Dadurch lassen sich die Aktivitäten dieser Nutzer nachvollziehen und überwachen. Ein Nutzer kann somit nichts Unerlaubtes tun, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Man kann noch einen Schritt weitergehen. Mithilfe biometrischer Verhaltensanalyse lässt sich verifizieren, dass wirklich die berechtigte Person/der berechtigte Nutzer auf das System zugreift und nicht ein Angreifer, der die Zugangsdaten gestohlen hat.

Wenn alle Spieler einer Mannschaft am gleichen Strang ziehen, wenn jeder Spieler seine Position ausfüllt, wenn das Team die Taktik geschlossen umsetzt und es gelingt, die gegnerische Offensive zu dominieren, dann lässt sich auch das gesamte Spiel gewinnen. Datenschutzverletzungen zu verhindern ist zwar kein Spiel, aber das Konzept einer geschlossenen Mannschaftsleistung im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel lässt sich auf den Erfolg auf der Führungsebene übertragen. Es bedarf eines umfassenden Ansatzes und der Umsetzung von IAM-Konzepten wie starker Authentifizierung, granularer Autorisierung und einem leistungsfähigen Privileged Access Management, um Cyberkriminelle in ihre Schranken zu verweisen.
(One Identity: ra)

eingetragen: 05.04.19
Newsletterlauf: 02.05.19

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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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