Identität von Hackern


Aktuelle BKA-Studie: Das sind die Täter im Bereich Cyberkriminalität
So etwas wie eine "Hackerpersönlichkeit" zu beschreiben, ist nicht ganz trivial

Von David Lin, Varonis

(23.02.16) - Bereits seit drei Jahren veröffentlicht das BKA Untersuchungen zum Thema "Hacktivismus" an denen auch das Bundesamt für Verfassungsschutz, das Verteidigungsministerium und das "Nationale Cyber-Abwehrzentrum" (NCAZ) beteiligt sind. Im Mittelpunkt der Studie/n sollte nicht nur der Missbrauch von Daten selbst stehen sondern der Schutz von Menschen vor dem Missbrauch ihrer Daten. Trotzdem, so die damalige Aussage, handele es sich nicht um Kavaliersdelikte.

Täter im Bereich Cybercrime
Mit der Auswertung der Studienergebnisse kündigte das BKA bereits an, sich einzelne Bereiche und Phänomene in separaten Untersuchungen genauer ansehen zu wollen. Eine dieser Studien liegt jetzt unter dem Titel "Täter im Bereich Cybercrime Eine Literaturanalyse" vor. Sie gliedert sich in zwei Teile. Der erste betrachtet Phänomenologie und Tätertypologie, während der zweite Teil kriminologische Erklärungen gibt und Handlungsmöglichkeiten aufzeigt. In ihrem Bericht werten die Autoren die deutsch- und englischsprachige Literatur ab dem Jahr 2000 im Hinblick auf täterspezifische Erkenntnisse im engeren Sinne aus. Dass es sich bei diesem Bereich um ein junges Forschungsgebiet handelt merkt man nicht zuletzt daran, wie sehr sich einzelne Begriffe gewandelt haben, nicht zuletzt der Begriff "Hacker" selbst.

Für die umfangreichen Recherchen wurde deshalb zunächst eine Liste der relevanten Suchbegriffe erstellt: Im Detail waren dies Begriffe wie "Cybercrime" / "Cyberkriminalität" + "Täter", "Cyber" + "Täter", "Internet" + "Täter", "Internetkriminalität", "Computerkriminalität", "Computer" + "Täter", "IuK" + "Täter", "Tätertypologie", "Hack" + "Täter", "Hacker", "Hacktivist", "Täterprofil" und "Tätertyp". Parallel dazu nach den englischsprachigen Pendants gesucht, wobei "Täter" übersetzt wurde als "offender", "perpetrator" und "criminal". Darüber hinaus wurde nach feststehenden Begriffen wie "cracker", "white hat", "black hat" oder "grey hat" gesucht.

Dabei hatten die Autoren durchaus mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Unter anderem mit den kaum vergleichbaren Erhebungsmethoden und den fehlenden Standards.

Tätertypologie und Motive
Der Bericht widmet sich ausführlich den unterschiedlichen Tätertypologien und Aktionsfeldern. In ihren Erhebungen berücksichtigen die Autoren Kriterien wie

>> Begriffsdefinitionen für Hacker
>> Alter, Geschlecht
>> den familiären und sozio-ökonomischen Hintergrund
>> Bildung, Beschäftigung und Einkommen
>> soziale Kontakte, Zusammenarbeit und Kommunikation
>> aber auch verschiedene weitere Persönlichkeitsmerkmale.

So etwas wie eine "Hackerpersönlichkeit" zu beschreiben, ist also nicht ganz trivial. Dazu kommt die Frage, ob sich eine Hackerpersönlichkeit tatsächlich vom Rest der Bevölkerung unterscheiden lässt. Spätestens beim Thema "Insider" wird offensichtlich, dass manche Beschreibungen hier an ihre Grenzen stoßen. Bereits eine frühe Studie (1998) von Jordan und Taylor macht beispielsweise die Motivation von Hackern zu einem der Dreh- und Angelpunkte ihrer Bewertungen. Wie in der BKA-Studie referiert erklären die beiden Wissenschaftler die kollektive Identität von Hackern anhand verschiedener Faktoren wie

>> Technologie
>> Geheimhaltung
>> Anonymität
>> Personalfluktuation
>> Männliche Dominanz
>> Motivation

Andere Studien kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: Hacker lassen sich nur schwer von "Normalbürgern" unterscheiden. Außer dadurch, dass sie sich regelmäßig in die Computer anderer Leute hacken...

Welche Motive aber spielen eine Rolle, wenn jemand zum Hacker wird? Es ist nicht weiter überraschend, dass es eine ganze Reihe unterschiedlicher Motive gibt, die entweder einzeln oder als Motivbündel den Hacker antreiben. Schadensabsicht und Rache, wirtschaftliche und monetäre Interessen, alle Spielarten politisch motivierter Gründe, aber auch Macht, Kontrolle, Status, Zugehörigkeit, "Thrill" und schlicht Neugier kombiniert mit einem gewissen Spaßfaktor spielen eine Rolle, um nur einige der Motive zu nennen.

Dazu kommen die unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten einzelner Hacker oder von Hackergruppierungen im Hinblick auf die jeweiligen Angriffsziele. Bei Innentätern sind das die bestehende oder ehemalige Arbeitsumgebung, bei Berufskriminellen Ziele, die Produkte und Dienstleistungen mit vielen Identitäts- und/oder Finanzdetails liefern, aber auch, wie primär in der privaten Wirtschaft, Wettbewerber oder Kunden. Gestohlene Anmeldedaten, gerne mit erweiterten Rechten und Befugnissen wie Administratorenkonten sie haben, sind dabei nicht ganz unwichtig. Aus der Kategorisierung der Hacker nach bestimmten Typologien beziehungsweise der Bedrohungsquelle mit den unterschiedlichen Zielen (Regierungen, Privatwirtschaft, Bürger) erstellten die Autoren eine "Bedrohungsmatrix Hacktivismus" (auf Seite 49 der BKA-Studie). Informationsdiebstahl, Veröffentlichung und Verkauf sensibler Daten sowie die Manipulation von Daten spielen eine zentrale Rolle.

Der Innentäter Insider die neue Malware?
In zahlreichen Studien repräsentieren die Innentäter das größte Risiko, selbst wenn es sich dabei um eine Kategorie von Tätern zumindest handelte, über die am wenigsten publiziert wurde.

Manch einer bezeichnet diese Täterkategorie gar als die teuerste, sowohl hinsichtlich der Wirkung als auch hinsichtlich der Kosten.

Der auch von uns schon häufiger herangezogene Data Breach Investigation Report von Verizon aus dem Jahr 2015 wird auch vom BKA zugrunde gelegt: "Nach dem Data Breach Investigations Report 2015 von Verizon steht der "Missbrauch durch Insider" für fast 21 Prozent der 2014 registrierten Sicherheitsvorfälle (Verizon, 2015). In 55 Prozent der Fälle von Insidermissbrauch handelte es sich um Privilegienmissbrauch, d. h. interne Akteure missbrauchen den Zugang, der ihnen anvertraut wurde, um sensible Daten unrechtmäßig zu erlangen oder weiterzugeben. Am häufigsten betroffen waren auch hier die öffentliche Verwaltung, der Gesundheits- und Finanzsektor. Motive sind dabei in 40 Prozent der Fälle finanzieller Art bzw. betreffen sonstige Annehmlichkeiten oder Vorteile (ebd.)."

Die Kill Chain durchbrechen
Viele der massiven Datenschutzverletzungen insbesondere des zurückliegenden Jahres weisen strukturelle Ähnlichkeiten auf. Sie beginnen beispielsweise bei jemandem, der bereits ein Insider ist, so wie Edward Snowden. In anderen Fällen ist es den Angreifern gelungen, sich in den Besitz der Login-Daten eines Mitarbeiters zu bringen. Unabhängig davon ob Mitarbeiter oder ehemaliger Angestellter, externer Dienstleister oder Hacker, was alle Insider-Bedrohungen gemeinsam haben ist, dass sie schwer zu entdecken und noch schwerer zu verhindern sind.

Sieht man sich die Anatomie einer Datenschutzverletzung an, stellt man fest, dass die User Behavior Analysis (kurz UBA) tiefere Einblicke in wichtige Bereiche gibt. Und zwar genau die Bereiche, die von den üblichen Sicherheits-Tools nicht unbedingt erfasst werden (können).

Dazu gehören:

>> das eigentliche Benutzerverhalten
>> Dateiaktivitäten/bestimmte Muster, die in Zusammenhang mit Daten auftreten
>> damit verbundene, potenzielle Sicherheitsrisiken
>> soziale Verbindungen

Hat man die Möglichkeit neben den Zugriffsaktivitäten auch die zugehörigen Metadaten zu erheben, sie zusätzlich zu analysieren und zu klassifizieren sowie diese Informationen mit einer Analyse des Nutzerverhaltens zu kombinieren, ergibt sich ein weit kompletteres und vor allem aktuelles Bild. Anomalien beim Zugriffsverhalten oder verdächtige Aktivitäten sind frühzeitig zu erkennen und damit potenzielle Datenschutzverstöße, Leaks und Insider-Aktivitäten im Anfangsstadium.

Und noch ein mal der Sony-Hack
Beim spektakulären Sony-Hack haben Angreifer es geschafft die komplette Kill Chain unbehelligt zu durchlaufen. Sie wurden nicht aufgehalten, ja nicht ein Mal bemerkt. Hätte eine Analyse des Benutzerverhaltens helfen können und wenn ja, wie?

Sehr kleinteilig und detailliert gesetzte Regeln sind ein probates Mittel, um alle möglichen Formen unerwünschter und/oder gefährlicher Aktivitäten aufzudecken. Mit Hilfe solcher Regeln identifiziert man bestimmte anormale Verhaltensweisen, die wiederum mit verschiedenen Arten potenzieller Datenschutzverletzungen assoziiert sind.

Man kann durchaus davon ausgehen, dass bei einem detaillierten Set auch bei Sony an irgendeiner Stelle innerhalb der "Kill Chain" eine der Regeln angesprochen und eine entsprechende Benachrichtigung ausgelöst hätte. Sei es eine Zugriffsaktivität auf eine sensible Datei oder einen sensiblen Ordner, sei es ein abweichendes Benutzerverhalten oder eine andere Anomalie. Neben Insider-Aktivitäten hat die Analyse des Benutzerverhaltens aber noch weitere erwünschte Nebeneffekte. Sie hilft beispielsweise Malware und Ransomware wie Cryptolocker aufzudecken (und zu blockieren).

Fazit
Die Studie erläutert in ihrem zweiten Teil eine Reihe von Kriminalitätstheorien und versucht sie auf das recht junge Phänomen der Cyberkriminalität anzuwenden und Handlungsmöglichkeiten zu empfehlen. Eine komplexe Tätertypologie und ebenso komplexe Angriffsmodelle machen präventive Empfehlungen nicht einfacher. Dieser Teil der Studie fällt denn auch vergleichsweise schmal aus.

Inzwischen ist es tatsächlich nicht mehr die Frage ob, sondern wann "es" passiert. Umso wichtiger ist es, sein Augenmerk verstärkt darauf zu richten Cybercrime-Anzeichen frühzeitig zu erkennen. (Varonis: ra)

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Meldungen: Grundlagen

Verstärkter Angriff auf Backup-Infrastrukturen

Ransomware-Angriffe nutzen Schwachstellen aus, um in Unternehmen einzudringen. Sie verschlüsseln Business-Daten und versuchen damit hohe Lösegeldzahlungen zu erpressen. Eine besonders stark betroffene Branche ist das Gesundheitswesen. Hier verzeichnete man im Jahr 2021 einen erschreckenden Anstieg der Ransomware-Angriffe um 755 Prozent.

Wie "grün" ist Tape?

Die aktuellen Zeiten des Klimawandels verbunden mit zahlreichen Umweltproblemen stellen Unternehmen jeder Art vor die Herausforderung umweltfreundlicher zu werden. Altmodisch nannte man dies Umweltschutz, heute spricht man von "Nachhaltigkeit" oder "ESG", kurz für Environmental Social and Governance. Gemeint ist im Prinzip dasselbe. Auch die IT muss sich der Frage stellen, wie nachhaltig sie ist. Kann sie etwaige negative Einflüsse auf die Umwelt verringern? Ein Faktor, an dem der Einfluss der IT messbar gemacht werden kann, ist die seit Beginn der digitalen Revolution in den 1980er Jahren exponentiell steigende Datenmenge – und natürlich deren Speicherung. Um dies mit einer Zahl zu verdeutlichen, wir steuern derzeit auf eine globale Datenmenge von 175 Zettabyte im Jahr 2025 zu. Es ist schwer zu beschreiben, was 175 Zettabyte tatsächlich darstellen. Mathematisch ausgedrückt sind ein Zettabyte jedenfalls 1,000,000,000,000,000,000,000 (1021) Bytes.

Präventiver Schutz alleine reicht nicht

In Zeiten von Ransomware, Insider Threats und Advanced Persistant Threats sind viele Unternehmen in puncto Security in der Defensive. Neben der eigentlichen Abwehr geht es im Kern darum, lange IT-Ausfallzeiten und Datenverluste zu vermeiden. Backups bieten bei der Wiederherstellung weniger wichtiger Daten eine einfache und praktikable Lösung. Kritische Daten und Workloads benötigen allerdings eine ausgereiftere Wiederherstellungstechnologie.

Erpressung durch Ransomware-Kriminelle

Moderne Datensicherung, bestehend aus zuverlässigem Backup und fehlerfreier Wiederherstellung, ist für viele Unternehmen und Institutionen kein unbekanntes Thema. Ein Bereich, den man nicht sofort auf dem Radar hat, ist jedoch die Finanzdienstleistungsbranche (FSI). Gerade hier sind sehr sensible – und damit für Hacker attraktive – Daten unterwegs, die dringend gesichert werden müssen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und den möglichen Schaden gering zu halten.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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