Beschaffung von X.509-Zertifikaten


Sichere beschleunigte IT durch Automatisierung von Schlüsseln und Zertifikaten
Schlüssel und Zertifikate sind die Grundlage der Sicherung moderner SSL/TLS-basierter Datenkommunikationen



Von Carl Bourne, Global Solutions Architect bei Venafi

In diesem Beitrag wird untersucht, wie der Lebenszyklus verschlüsselter, kritischer Assets in den dynamischen und schnellen IT-Umgebungen reibungslos und zentral per Richtlinie geregelt werden kann. Anhand eines sogenannten "Cookbooks" wird über die Beschaffung von X.509-Zertifikaten ein anspruchsvoller Anwendungsfall besprochen, bei dem es um die Frage geht, wie sich Plattformen für Automatisierungsprozesse im Management von digitalen Zertifikaten und kryptographischen Schlüsseln mit dem Chef-DevOps-Framework integrieren lassen. Die in diesem Anwendungsfall behandelten Grundsätze lassen sich einfach in fast alle anderen DvOps-Frameworks implementieren.

Die Kontrolle der Nutzung von Schlüsseln und X.509-Zertifikaten in der dynamischen Welt der Rechner, Container und Micro Services von heute führt zu neuen Herausforderungen, die wiederum ein neues Konzept erfordern. In dieser neuen Welt, die Wert auf schnelle Lieferung von Daten legt, kann Sicherheit nicht einfach mithilfe traditioneller, langsamer IT-Richtlinien und -Prozesse durchgesetzt werden.

Die Bereitstellungsgeschwindigkeit von IT-Services hat sich dramatisch beschleunigt
Geschäftskunden und IT-Experten verlangen neue IT-Services und -Umgebungen, die bedarfs- und zeitgerecht erstellt werden. Sie fordern für "interne" IT-Dienste ähnliche Fähigkeiten und Geschwindigkeiten, wie Amazon AWS und ähnliche Dienste sie bieten. Das Analystenhaus Gartner prognostiziert, dass bis zum Jahr 2017 drei von vier Unternehmen zu einer bi-modalen IT-Struktur übergehen werden, das heißt zu einer IT mit zwei Geschwindigkeiten und unterschiedlichen qualitativen Anforderungen: eine, die vorhandene Apps unterstützt, bei denen Stabilität und Zuverlässigkeit gefordert ist, und eine andere, die schnelle IT für Innovationen und geschäftskritische Projekte liefert. Um diese Forderung zu ermöglichen, führen viele Unternehmen Prozesse und Instrumente ein, die kurzlebige virtuelle Maschinen, Container und Mikro-Services den traditionelleren, langlebigen Computer-Plattformen vorziehen.

Diese neuen Tools und Frameworks ermöglichen zwar mehr Geschwindigkeit und Skalierbarkeit, bieten aber keine zentralisierten Sicherheitsmechanismen. Daher wird bei der Sicherheit oft auf die herkömmliche langsame, manuelle und fehleranfällige Arbeitsweise zurückgegriffen. Schlimmer noch, Sicherheitsrichtlinien und -verfahren werden oft ignoriert, anstatt die Aufgabe einfach nur schnell zu erledigen.

Schlüssel und Zertifikate sind die Grundlage der Sicherung moderner SSL/TLS-basierter Datenkommunikationen
Dieses grundlegende System des Vertrauens, auf dem das Internet basiert, ist durch nichts zu ersetzen und wird es in nächster Zeit auch nicht sein - was bedeutet, dass viele Schlüssel und Zertifikate langfristig eingesetzt werden und ihre Zahl beständig steigen wird.

Schnellunterwegs mit Schlüsseln und Zertifikaten
Der Beschaffungsprozess korrekt ausgestellter Zertifikate fällt für DevOps oftmals in die Kategorie der "SlowOps veralteter IT und verringert die Geschwindigkeit ganz erheblich. DevOps-Teams arbeiten oft außerhalb der Sicherheitsgrenzen, Richtlinien und Grundsätze der Unternehmen. Diese Abschottung trägt dazu bei, dass die Teams Entwicklungen und neue Innovationen schneller fertig bekommen - und zwar in einer Geschwindigkeit, die mit dem Geschäftstempo Schritt hält. Dies bringt aber potentielle Sicherheitsrisiken und schlechte Praktiken in genau den Umgebungen mit sich, die von ihnen erstellt werden - alles zugunsten der Schnelligkeit.

Hier einige Beispiele dafür, was DevOps-Teams tun könnten, um die Zeit, die sie normalerweise für die Beschaffung von Zertifikaten für ihre Umgebungen benötigen, zu verkürzen.

Ein paar Beispiele für abgekürzte Verfahren sind:
>> Kein TLS/SSL nutzen
>> Eigene Zertifizierungsstellen errichten
>> Selbst-unterzeichnende Zertifikate erstellen
>> Nicht anerkannte Aussteller von Zertifikaten nutzen
>> Zertifikate mit schwachen Signatur-Algorithmen erstellen
>> Zertifikate mit langen Ablauffristen erstellen
>> Sicherheitsrichtlinien falsch interpretieren oder völlig ignorieren

Solche Plattformenkönnen dagegen so konfiguriert werden, dass sie ihre Workflows und Prozesse gezielt ganz oder teilweise über leicht anzuwendende REST APIs exponiert. Diese APIs können dann von fast allen DevOps direkt genutzt werden, mitsamt kontinuierlicher Integration/Lieferung, automatisiertem Aufbau/Bereitstellung und Container-Lösungen, wie "Chef", "Ansible", "Puppet", "SaltStack", "Hashicorp", "Docker", "Kubernetes" oder"UrbanCode", um nur einige zu nennen.

Fazit: Schnelle Sicherheit mit schneller IT
Solche Plattformen ermöglichen es Unternehmen, die Vorteile einer schnellen IT ohne Beeinträchtigung der Sicherheit zu nutzen. Mit der API können Security-Teams Richtlinien jetzt zentral definieren, und so dafür sorgen, dass DevOps den Sicherheitsrichtlinien und Best Practices ordnungsgemäß entsprechen. Sie machen esDevOps-Teams leicht, Sicherheit von Anfang an korrekt anzuwenden und zu integrieren.

Plattformen wie diese bietenDevOp-Teams folgende Vorteile:
>> Eindeutige Schlüssel und Zertifikate werden auf Verlangen innerhalb von Sekunden erzeugt
>> Für DevOps wird die gleiche Plattformverwendet wie für bereits vorhandene Sicherheitsteams und Systemadministratoren
>> Einheitliche Sicht auf die Sicherheitslage und Compliance bei Integration in Help Desk-Systeme und SIM/SIEM-Umgebungen
>> Automatisierte Problembehebung und Neuanmeldung bei geänderten Standards und Richtlinien
>> Automatische Warnmeldungen nach erkannten Anomalien innerhalb wie außerhalb einer Organisation
>> Praktisch grenzenlose Skalierbarkeit ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand
(Venafi: ra)

eingetragen: 29.04.16
Home & Newsletterlauf: 31.05.16


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Meldungen: Grundlagen

Verstärkter Angriff auf Backup-Infrastrukturen

Ransomware-Angriffe nutzen Schwachstellen aus, um in Unternehmen einzudringen. Sie verschlüsseln Business-Daten und versuchen damit hohe Lösegeldzahlungen zu erpressen. Eine besonders stark betroffene Branche ist das Gesundheitswesen. Hier verzeichnete man im Jahr 2021 einen erschreckenden Anstieg der Ransomware-Angriffe um 755 Prozent.

Wie "grün" ist Tape?

Die aktuellen Zeiten des Klimawandels verbunden mit zahlreichen Umweltproblemen stellen Unternehmen jeder Art vor die Herausforderung umweltfreundlicher zu werden. Altmodisch nannte man dies Umweltschutz, heute spricht man von "Nachhaltigkeit" oder "ESG", kurz für Environmental Social and Governance. Gemeint ist im Prinzip dasselbe. Auch die IT muss sich der Frage stellen, wie nachhaltig sie ist. Kann sie etwaige negative Einflüsse auf die Umwelt verringern? Ein Faktor, an dem der Einfluss der IT messbar gemacht werden kann, ist die seit Beginn der digitalen Revolution in den 1980er Jahren exponentiell steigende Datenmenge – und natürlich deren Speicherung. Um dies mit einer Zahl zu verdeutlichen, wir steuern derzeit auf eine globale Datenmenge von 175 Zettabyte im Jahr 2025 zu. Es ist schwer zu beschreiben, was 175 Zettabyte tatsächlich darstellen. Mathematisch ausgedrückt sind ein Zettabyte jedenfalls 1,000,000,000,000,000,000,000 (1021) Bytes.

Präventiver Schutz alleine reicht nicht

In Zeiten von Ransomware, Insider Threats und Advanced Persistant Threats sind viele Unternehmen in puncto Security in der Defensive. Neben der eigentlichen Abwehr geht es im Kern darum, lange IT-Ausfallzeiten und Datenverluste zu vermeiden. Backups bieten bei der Wiederherstellung weniger wichtiger Daten eine einfache und praktikable Lösung. Kritische Daten und Workloads benötigen allerdings eine ausgereiftere Wiederherstellungstechnologie.

Erpressung durch Ransomware-Kriminelle

Moderne Datensicherung, bestehend aus zuverlässigem Backup und fehlerfreier Wiederherstellung, ist für viele Unternehmen und Institutionen kein unbekanntes Thema. Ein Bereich, den man nicht sofort auf dem Radar hat, ist jedoch die Finanzdienstleistungsbranche (FSI). Gerade hier sind sehr sensible – und damit für Hacker attraktive – Daten unterwegs, die dringend gesichert werden müssen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und den möglichen Schaden gering zu halten.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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