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Viele Formular-basierte Angriffe nutzen Google

Webformular-Angriffe: Drei neue illegale Wege ins Konto

Wie Angriffe mit Webformularen funktionieren und wie sich Organisationen dagegen schützen



Von Dr. Klaus Gheri, General Manager Network Security bei Barracuda Networks

Wie oft am Tag geben Anwender irgendwo Daten oder Passwörter ein? Und wie oft machen sie das einfach aus Routine, um schnell weiterzukommen und ohne den Zweck zu hinterfragen? Genau diese Abstumpfung machen sich nun Cyberkriminelle zunutze mit sogenannten Formular-basierten Angriffen (Formular-based Attacks). Diese neue Art von Angriffen imitiert in der Regel bekannte Marken. Besonders häufig nutzt sie Webseiten mit Google Branding, um die Opfer zur Weitergabe von Anmeldeinformationen zu verleiten. In den ersten vier Monaten des Jahres 2020 gab es fast 100.000 solcher Angriffe, sie machten vier Prozent aller Spear-Phishing-Angriffe aus, wie Barracuda-Forscher festgestellt haben. Die Forscher gehen davon aus, dass diese Zahl weiter steigen wird, da Cyberkriminelle mit diesen Angriffen erfolgreich Zugangsdaten erlangen.

Formular-basierte Angriffe

Angriffe auf der Basis von Webformularen sind eine tückische Variante von Brand Impersonation Attacks, also Attacken, die Marken imitieren. Für diese Variante nutzen Betrüger Webseiten für Filesharing, Dateifreigaben oder andere Produktivitätssoftware wie docs.google.com oder sway.office.com, um die Opfer dazu zu bringen, ihre Zugangsdaten herauszugeben. Die vorausgehende Phishing-E-Mail enthält in der Regel einen Link zu einer dieser Websites. Da die Seiten grundsätzlich legitim sind, ist dieser hochspezialisierte Angriff schwer zu erkennen. Außerdem gibt es eine besonders trickreiche Variante, bei der der Zugang auf das Konto erschlichen wird, ganz ohne dass die Zugangsdaten gestohlen werden müssen.

Von allen Formular-basierten Angriffen, die Barracuda zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 30. April 2020 entdeckte, nutzten die Angreifer in 65 Prozent der Fälle Google-Websites für Dateifreigabe und -speicherung. Dazu gehören storage.googleapis.com (25 Prozent), docs.google.com (23 Prozent), storage.cloud.google.com (13 Prozent) und drive.google.com (4 Prozent).

Im Vergleich dazu waren die Marken von Microsoft bei 13 Prozent der Angriffe im Visier: So kam onedrive.live.com auf 6 Prozent, sway.office.com auf 4 Prozent und forms.office.com auf 3 Prozent. Zu den anderen Sites, die für Brand Impersonation Attacks verwendet wurden, gehören sendgrid.net (10 Prozent), mailchimp.com (4 Prozent) und formcrafts.com (2 Prozent). Andere Sites machten zusammen 6 Prozent der formularbasierten Angriffe aus.

Drei Wege über Formulare zum Konto

Cyberkriminelle nutzen Formular-basierte Angriffe für den Diebstahl von Anmeldeinformationen auf verschiedene Weise. Die drei häufigsten Taktiken sind diese:

1. Verwendung legitimer Websites als Vermittler

Bei dieser Taktik versuchen Cyberkriminelle, ihre E-Mails so aussehen zu lassen, als hätte eine File-Sharing-Site wie OneDrive sie automatisch generiert. So bringen sie ihr Opfer über eine legitime File-Sharing-Site auf eine Phishing-Site. Der Angreifer sendet also eine E-Mail mit einem Link. Dieser führt zu einer Datei, die auf einer Website wie zum Beispiel sway.office.com gespeichert ist. Die Datei wiederum enthält ein Bild mit einem Link zu einer Phishing-Website und diese fragt die Anmeldedaten ab.

2. Erstellen von Online-Formularen für Phishing

Bei diesem Ansatz erstellen Angreifer ein Webformular unter Verwendung legitimer Dienste wie forms.office.com. Die Formulare ähneln einer Anmeldeseite eines legitimen Dienstes. Den Link zu dem Formular fügen sie dann in Phishing-E-Mails ein, um Zugangsdaten zu sammeln.

Diese Angriffe unter Vorspiegelung einer falschen Identität sind schwer zu erkennen, da sie Links enthalten, die auf legitime Websites verweisen, welche tatsächlich häufig von Organisationen verwendet werden. Gleichzeitig ist Anwendern mit einem geschulten Blick für IT-Sicherheit klar, dass Dienste, die eine Kontoverifizierung oder Kennwortänderungen anfordern, solche Domänen normalerweise nicht verwenden.

3. Zugang zu Konten ohne Passwörter

Bei dieser besonders bösartigen Angriffsvariante verschaffen sich Hacker Zugang zu den Konten ihrer Opfer, ohne deren Zugangsdaten zu stehlen. Wie funktioniert das? Die ursprüngliche Phishing-E-Mail enthält einen Link zu einer Seite, die wie eine gewöhnliche Anmeldeseite aussieht. Sogar der Domain-Name im Browser-Fenster scheint mit dem übereinzustimmen, was der Benutzer zu sehen erwartet.

Der Link enthält jedoch eine Anfrage nach einem Zugriffstoken für eine Anwendung. Nach der Eingabe der Anmeldedaten zeigt das Endgerät dem Opfer eine Liste von App-Berechtigungen zur Annahme. Durch das Akzeptieren dieser Berechtigungen gibt das Opfer zwar keine Passwörter an Angreifer weiter, aber er gewährt der Anwendung des Angreifers ein Zugriffstoken, um mit den gleichen Anmeldedaten dauerhaft auf das Konto zuzugreifen. (Microsoft hat diese spezielle Anwendung mittlerweile deaktiviert, aber Barracuda sieht weiterhin Fälle, in denen Angreifer diese Taktik anwenden.)

Angriffe wie diese bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit lange Zeit unbemerkt. Schließlich gehen die Anwender davon aus, dass sie ihre Anmeldedaten auf einer völlig legitimen Website verwendet haben. Selbst eine Zwei-Faktor-Authentifizierung richtet in diesem Fall nichts aus, um Angreifer abzuwehren, da der Benutzer deren bösartige Anwendung für den Zugriff auf Konten zugelassen hat.

Wie sich Organisation schützen können

Unternehmen und Organisationen haben verschiedene Möglichkeiten, diese Art von Angriffen abzuwehren. Zentral sind die folgenden fünf Maßnahmen:

• API-basierte Verteidigung des Postfachs: Cyberkriminelle passen ständig ihre Taktik an, um E-Mail-Gateways und Spam-Filter zu umgehen. Daher benötigen Organisationen eine Lösung, die künstliche Intelligenz zur Erkennung und Blockierung von Angriffen wie Kontoübernahme und Domain-Imitation einsetzt. Anstatt sich ausschließlich auf die Suche nach bösartigen Links oder Anhängen zu verlassen, brauchen Organisationen Technologie, die Machine Learning nutzt, um normale Kommunikationsmuster zu erlernen. Dadurch kann die Lösung Anomalien erkennen, die auf einen Angriff hindeuten.

• Multi-Faktor-Authentifizierung: Die Multi-Faktor-Authentifizierung, auch MFA, Zwei-Faktor-Authentifizierung oder zweistufige Verifizierung genannt, bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene über Benutzername und Passwort hinaus. Gängige Varianten sind beispielsweise einen Authentifizierungscode, Fingerabdruck oder Netzhautscan.

• Schutz vor Kontoübernahme: Es gibt Technologien, die verdächtige Aktivitäten und potenzielle Anzeichen einer Kontoübernahme identifizieren, wie zum Beispiel Anmeldungen zu ungewöhnlichen Tageszeiten oder von ungewöhnlichen Standorten und mit untypischen IP-Adressen. Unternehmen sollten sich IPs ganz genau anschauen, die mehrere verdächtige Verhaltensweisen aufweisen, einschließlich fehlgeschlagener Anmeldeversuche und Zugriffe von verdächtigen Geräten.

• Überwachung von E-Mail-Konten auf böswillige Posteingangsregeln: Kriminelle nutzen diese Regeln häufig im Zuge einer Kontoübernahme. Kriminelle loggen sich in das Konto ein, erstellen Weiterleitungsregeln und verstecken oder löschen so alle E-Mails, die sie vom Konto aus versenden, um ihre Spuren zu verwischen.

• Erweiterte Sicherheitsschulung der Benutzer: Unternehmen sollten Benutzer im Rahmen von Sicherheitsschulungen über E-Mail-Angriffe auch zu der Möglichkeit Formular-basierter Angriffe aufklären. Hierzu zählt, wie Nutzer Angriffe erkennen, welchen Schaden sie anrichten können und wo und wie Mitarbeiter diese melden können. Empfehlenswert sind zudem Phishing-Simulationen, um Benutzer in der Erkennung von Cyberattacken zu schulen, die Wirksamkeit von Schulungen zu testen und die Resilienz der Organisation gegen Phishing einzuschätzen.

Letztlich geht es darum, erneut für einen sorgsamen Umgang mit Passworten und Berechtigungen zu werben und das Bewusstsein für die neue Masche der Cyberkriminellen zu schaffen: Auch legitim erscheinende Formulare können ein Angriff sein. (Barracuda Networks: ra)

eingetragen: 06.07.20
Newsletterlauf: 08.10.20

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Meldungen: Grundlagen

CASB-, ZTNA- und SWG-Technologien

Unternehmen sind überaus anpassungsfähig, wie sich in der Pandemiekrise gezeigt hat. Schnell wurden neue Workflows geschaffen, die den Geschäftsbetrieb vollständig digital aufrechterhalten. Die Zusammenarbeit erfolgt über Collaboration-Tools, die Bearbeitung von wichtigen Dokumenten über Cloudanwendungen und die persönliche Abstimmung in Einzelfällen über Messenger-Dienste auf privaten Mobilgeräten. Die Veränderungen in der digitalen Arbeitsumgebung machen es für Unternehmen jedoch schwierig, die Datensicherheit zu gewährleisten. Das Erfordernis, im Ernstfall auch standortunabhängig Geschäftsablaufe aufrecht erhalten zu können, bringt das traditionelle Modell der Speichenarchitektur, bei dem sich Anwendungen, Daten und Benutzer innerhalb des Unternehmensnetzwerks befinden, an seine Grenzen. Gefordert ist ein dynamischer Zugriff von überall auf On-Premises- und Cloud-Anwendungen sowie das Web. Dabei muss die Datensicherheit gewährleistet bleiben.

Cybersecurity-Profis gegen APT-Unternehmer

Die sich weiter professionalisierende Hacker-Industrie bietet nicht nur Malware und Tools zur Miete an. Kriminelle Experten stellen auch ihre Arbeitsleistung für Geld zur Verfügung. Deren Expertise für Advanced Persistent Threats (APTs) erfordert eine Abwehr auf Augenhöhe: Managed Detection and Response (MDR). In den letzten Jahren hat sich die Cyber-Kriminalität weiter organisiert und orientiert sich dabei verstärkt am Vorbild der Geschäftswelt. Fast ein Jahrzehnt lang bot zunächst Malware-as-a-Service den schnellen Einstieg in die Welt des Cybercrime und schon immer waren die verschiedensten Werkzeuge auf dem illegalen Markt: Remote Access Trojaner (RAT), Bot-Netze für den Spam-Versand oder sogar anspruchsvolle Ransomware-Angriffe. Derart ausgestattet können mittlerweile Täter mit geringer technischer Kompetenz selbst komplexe Malware bedienen. Die erzielten Einnahmen werden wie im normalen Wirtschaftsleben unter den verschiedenen Mitwirkenden geteilt: Dann erhält zum Beispiel der Hersteller 40 Prozent und der Rest geht an die Betreiber, welche die Attacke durchführen.

Zero Trust – aber nicht auf Kosten der Arbeitsatmosphäre

Im Bereich IT-Security sind die Lasten nicht zu Gunsten der Unternehmen verteilt: Während sie permanent über ihre gesamte IT-Landschaft hinweg sämtliche der Bedrohungslage angemessenen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen müssen, kann Angreifern eine kleine Schwachstelle ausreichen, um massiven Schaden anzurichten. Ungesicherte Endgeräte, Cloud- und IaaS-Anwendungen, schlecht gesicherte Netzwerke oder das Surfen im World Wide Web eröffnen Hackern zahlreiche Möglichkeiten, Unternehmen zu infiltrieren und Daten zu erbeuten. Da sich letztere gut zu Geld machen lassen, verfügen Cyberkriminelle über eine entsprechend große Motivation, ihre Angriffstechniken zu verfeinern und möglichst passend auf ihre Zielunternehmen zuzuschneiden. Potenzielle Schwachstellen an all diesen Fronten zu schließen und undurchdringlich zu halten, ist für Unternehmen ein herausforderndes Unterfangen.

Anwendungssicherheit und Softwareentwicklung

Sicherheits- und Entwicklungsteams richten sich nach unterschiedlichen und oft miteinander konkurrierenden Metriken. Das Spannungsfeld zwischen kürzeren Release-Zyklen und höheren Sicherheitsrisiken erschwert die Suche nach einer gemeinsamen Basis. Moderne Methoden bei der Anwendungsentwicklung, wie z. B. der Übergang zu Microservices-Architekturen und die Verwendung von Containern, hat die Kluft zwischen den traditionellen Anforderungen an die Anwendungssicherheit und der Realität der Anwendungsentwicklung weiter vergrößert. Unternehmen suchen verstärkt nach DevSecOps-Modellen, die darauf abzielen, mehr Verantwortung für Anwendungssicherheit in die Hände der Entwickler selbst zu legen (also "shift left" innerhalb des Software-Entwicklungsprozesses). Oft fehlt es diesen aber an einer entsprechenden Ausbildung. Laut einer von Forresterdurchgeführten Studie gilt das selbst für die USA. Keines der Top 40 College-Informatikprogramme enthält auch nur ein einziges Kursangebot zu den Themen "Sicheres Programmieren" (Secure Coding) oder "Sicherer Anwendungsentwurf" (Secure Design). Kurzfristig sind hier keine Änderungen zu erwarten, und Firmen kämpfen weiter mit Kompetenzlücken. Nicht unbedingt zufriedenstellend, wenn man bedenkt, dass die zusätzliche Last von Sicherheitsschulungen weitgehend auf den Schultern der jeweiligen Teams ruht.

Security-Risiko USB-Massenspeicher

USB-Massenspeicher bieten eine schnelle, einfache Möglichkeit, Daten zu transportieren und gemeinsam zu nutzen, wenn eine digitale Übertragung nicht möglich ist. Das hohe Risiko von Diebstahl und Verlust macht USB-Massenspeicher für die Unternehmenssicherheit jedoch zu einem Security-Alptraum. Die aktuell weitverbreitete Remote-Arbeit hat diese Probleme noch verschärft. Das Volumen der von Mitarbeitern auf USB-Massenspeicher heruntergeladenen Daten ist laut des DG Data Trends Reports seit Beginn der COVID-19-Krise um 123 Prozent gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass viele Mitarbeiter diese Geräte verwenden, um große Datenmengen mit nach Hause zu nehmen. Infolgedessen befinden sich Hunderte von Terabyte potenziell sensibler, unverschlüsselter Daten außerhalb des Sicherheitsbereichs von Unternehmen, was das Risiko eines Datenverlusts erheblich erhöht. Jedoch kann eine effektive Implementierung von USB-Kontrolle und -Verschlüsselung den Schutz vor den inhärenten Gefahren dieser Geräte erheblich verbessern.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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