27.10.14 - IT Security-Telegramm


Virenexperten haben eine neue Variante der Framework-POS-Malware entdeckt und analysiert
Große Security-Anbieter Tauschen Erkenntnisse und Ressourcen aus, um gemeinsam gegen eine Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppe vorzugehen



27.10.14 - Kreditkartendaten werden über DNS (Domain Name System)-Anfragen herausgeschleust
Über 1000 Unternehmen in den USA sollen bereits mit einem Schadprogramm infiziert sein, das Daten von Point of Sales (PoS)-Systemen ausliest. Allein bei der Einzelhandelskette The Home Depot wurden zwischen April und September 2014 so über die bargeldlosen Verkaufsstellen rund 56 Millionen Kreditkartendaten erbeutet. Die Experten der G Data SecurityLabs haben eine neue Variante der Framework-POS-Malware entdeckt und analysiert.

27.10.14 - Der Binder setzt Android-Geräte Daten- und Informationsdiebstahl aus
Check Point Software Technologies veröffentlichte neue Forschungsergebnisse mit dem Titel "Man in the Binder: He Who Controls the IPC, Controls the Droid". Die Studie zu Androids Betriebssystem-(OS)-Architektur zeigt die potentielle Erfassung von Daten und Informationen auf, die durch den Binder, den Message-Passing-Mechanismus auf Android-Geräten, in der Inter-Process Communication (IPC) gespeichert und kommuniziert werden.

27.10.14 - Sicherheitslücke in Linux- und Apple Mac-Systemen: Shellshock und Mayhem sind ein brandgefährliches Duo
Die amerikanische Regierung warnte jüngst vor einer neuen Sicherheitslücke in Linux- und Apple Mac-Systemen. Der sogenannte Bash Bug gilt als ernstzunehmende Bedrohung, die sogar Heartbleed in den Schatten stellen würde. Mittels der als "Shellshock" bezeichneten Schwachstelle können Internetkriminelle Rechner und Webserver mit Schadsoftware infizieren und Daten stehlen. Clevere Angreifer haben das Potenzial der Sicherheitslücke schnell erkannt. Noch cleverere Angreifer gehen schon einen Schritt weiter: Sie nutzen Mayhem, ein auf Shellshock basierendes Botnet.

27.10.14 - "Operation SMN" Symantec und weiteren Security-Firmen gelingt Schlag gegen Hidden Lynx-Malware
In einer koordinierten Operation gelang Symantec zusammen mit weiteren Sicherheitsunternehmen ein Schlag gegen Backdoor.Hikit und andere Malware-Tools, die von einer professionellen und gut ausgestatteten Gruppe von Angreifern in China namens Hidden Lynx verwendet wurden. Diese "Operation SMN" ist die erste branchenübergreifende Zusammenarbeit, bei der große Security-Anbieter Erkenntnisse und Ressourcen austauschen, um gemeinsam gegen eine Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppe vorzugehen. Erreicht wird durch diese Operation ein noch wirksamerer Schutz gegen Hikit sowie gegen weitere, damit zusammenhängende Teile von Malware.

27.10.14 - Der Verlust eines Geschäftstelefons kann für Unternehmen besonders schwerwiegende Konsequenzen haben
Viele Nutzer von Mobiltelefonen schützen ihre Geräte sehr viel besser vor unbefugten Zugriffen als noch vor zwei Jahren. Knapp drei Viertel der Handynutzer (72 Prozent) verwenden Sicherheitsmechanismen wie Passwort-, Muster- oder Codeabfragen nach kurzen Nutzungspausen. 2012 hatte erst jeder Dritte (33 Prozent) eine solche zusätzliche Abfrage aktiviert. Das ergab eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Bitkom. "Handynutzer unter 30 Jahren verhalten sich besonders sicherheitsbewusst", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Vier von fünf Nutzern (80 Prozent) dieser Altersgruppe verwenden kurze Sicherheitsabfragen, um die Tastensperre aufzuheben.

27.10.14 - Mit 40 Gbps Durchsatz: "Barracuda NG Firewall 6.0" bietet fortschrittliche Malware-Erkennung sowie komfortableren und sicheren Zugriff über mobile Endgeräte
Barracuda Networks bietet mit der Version 6.0 der "Barracuda NG Firewall Advanced Threat Detection" (ATD) an. Eine weitere Neuheit ist die verbesserte Einbindung mobiler Endgeräte, die sicher auf Unternehmensapplikationen zugreifen können. Das neue, noch leistungsfähigere Modell F1000 verdoppelt die Durchsatzrate des bisher leistungsstärksten Modells der Reihe und unterstützt damit den Einsatz im Datencenter-Bereich.

27.10.14 - Verschlüsselung von Cloud- und NAS-Daten, AES-NI-Hardware-Unterstützung
Ab sofort steht Version 8 des komplett in Deutschland entwickelten Verschlüsselungsprogramms "ArchiCrypt Live" zur Verfügung. In der neuen Version hat die Sicherheits-Spezialistin Software-Entwicklung Remus - ArchiCrypt einen besonderen Wert auf die Punkte Komfort, Geschwindigkeit und Sicherheit gelegt. Zu den Neuerungen gehört deshalb eine Überarbeitung der Bedienerführung, die Verschlüsselung von Cloud- und NAS-Daten, AES-NI-Hardware-Unterstützung, eine Unterstützung von Festplatten, die größer als 2 Terabyte sind und vieles mehr.

27.10.14 - Trend Micro präsentiert "Complete User Protection": Einfache, umfassende Sicherheit über alle Endpunkte hinweg mit Cloud-basierter, hybrider oder lokaler Implementierung
Viele Unternehmen zieht es zunehmend in die Cloud, doch gleichzeitig möchten sie keine Einbußen in Bezug auf Sicherheit oder Leistung in Kauf nehmen. Um diesen wachsenden Forderungen nach erhöhtem Schutz vor zielgerichteten Angriffen und Flexibilität bei der Implementierung, Verwaltung und Preisgestaltung gerecht zu werden, hat Trend Micro ihr neues Lösungspaket "Complete User Protection" entwickelt. Die Lösung schützt PCs sowie mobile Endpunkte und umfasst dabei E-Mail-, Collaboration- und Web-Sicherheit. Dies ermöglicht Anwendern eine integrierte Sicht auf Bedrohungen und verbessert die Effizienz von Gegenmaßnahmen. "Complete User Protection" kann sowohl in der Cloud als auch in hybriden oder lokalen Umgebungen implementiert werden und ist daher bestens geeignet für große und mittlere Unternehmen, die zum Cloud Computing übergehen wollen.


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Meldungen vom Vortag

24.10.14 - Norman lädt IT-Systemhäuser zu Channel Days ein

24.10.14 - Studie: Viele Unternehmen erfüllen Anforderungen an Datensicherheit und Governance nicht und haben Probleme mit komplexen Integrationen

24.10.14 - Authentifizierung: Sticky Password und EyeLock verbinden Passwort-Management und Iris-Erkennung

24.10.14 - "Oracle Mobile": Verbesserte Integration zwischen Application Framework und Security Suite für mehr Sicherheit

24.10.14 - Neue "WatchGuard Firebox M440" setzt auf passgenaue Security-Policies für jedes Netzwerksegment

24.10.14 - Ganzheitliche Lösung: Berechtigungsmanagement sorgt für mehr Datensicherheit in SAP-Systemen

24.10.14 - Mehr Sicherheit und Datenschutz für PCs, Mac-, Android- und nun auch iOS-Geräte

24.10.14 - "Blindspotter" identifiziert und beseitigt Bedrohungen in Echtzeit

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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