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5G macht sich unsichtbar

5G stellt viele Herausforderungen an die IT-Sicherheit – aber nur wenige an Hacker

neue Anforderungen für die IT-Sicherheit, da der neue Funkstandard eine Überwachung potentieller Hackeraktivitäten noch schwieriger macht



Die 5G-Technologie bringt immense Verbesserungen für die vernetzte Gesellschaft mit sich. Damit einher gehen jedoch auch neue Anforderungen für die IT-Sicherheit, da der neue Funkstandard eine Überwachung potentieller Hackeraktivitäten noch schwieriger macht. Dan Schiappa, Executive Vice President und Chief Product Officer bei Sophos kommentiert Gefahren und Möglichkeiten zum Schutz.

Schon heute sehen wir den Anfang der 5G-Implementierung, hauptsächlich noch in Headsets und Laptops. In Kürze, mit dem Boom an 5G-fähigen IoT-Geräten, wird die Technologie bei beinahe allen Arbeitsplätzen omnipräsent sein. Ob Mitarbeiter in den Büros oder im heimischen Arbeitszimmer sitzen – 5G-Frequenzen werden in eine Vielzahl an Geräten eingebunden sein, vom Computer über den Drucker bis zum Süßigkeitenautomat im Pausenraum. Nun, da immer mehr Menschen remote arbeiten und Organisationen sich damit auch mit den IoT-Geräten der Mitarbeiter zu Hause auseinandersetzen müssen, ist es für Unternehmen noch wichtiger geworden, ihre Daten überall und unabhängig von eigenen Netzwerken zu schützen.

5G wird also neue Sicherheitsherausforderungen für Unternehmen schaffen – und neue Möglichkeiten für Cyberkriminelle. Welche Bedrohungen sehen wir bereits auf uns zukommen, und welche erwarten wir mit der Ausbreitung von 5G-Technologien? Und wie können wir uns bereits heute schützen?

Der Mangel an Sichtbarkeit, der bereits bei 3G und 4G bestand, wird bei 5G ein noch größeres Problem darstellen. Aufgrund der rasanten Geschwindigkeit der neuen Funktechnologie und ihres Potenzials, exponentiell mehr Daten zu bewegen, sowie der Konnektivität, die das gängige Breitband übertrifft, wird die nicht vorhandene Sichtbarkeit ein entscheidendes Thema in Sachen Sicherheit darstellen.

Was wir im besten Fall in einer 5G-Umgebung sehen werden, ist, ob ein Gerät 5G-Frequenzen nutzt. Aber es gibt keine Klarheit darüber, was über die Frequenzen übermittelt wird, so dass es eine echte Herausforderung ist, verdächtige Aktivitäten zu erkennen. Wir können 5G-Aktivitäten zwar entdecken, zum Beispiel mit einem Spektrometer, aber wir werden nicht in der Lage sein, gute versus schadhafte Aktivitäten auszumachen, da wir schlichtweg nicht sehen können, was in den Kommunikationsweg eingebettet ist.

Nicht verwaltete Geräte als hohes Risiko

Besonders hoch ist das Sicherheitsrisiko bei nicht verwalteten Geräten. Cyberkriminelle könnten hier in der Lage sein, unentdeckt Daten zu exfiltrieren. Doch auch bei verwalteten Geräten bestehen Herausforderungen. So bleiben Angreifer während der Attacke zwar nicht mehr gänzlich inkognito, doch sie können immer noch den 5G-Backchannel nutzen, um Daten herauszufiltern. Davon unabhängig bleibt es nahezu unmöglich, alle Risiken richtig einzuschätzen, wenn kein Einblick darüber möglich ist, was in der eigenen Umgebung passiert. Darum ist die Sichtbarkeit bei 5G solch ein Problem.

Um diese Gefahrenquelle zu minimieren, könnten Organisationen die verbindliche Einbindung von IoT-Geräten an das Unternehmens-WiFi beschließen, damit zumindest etwas Einblick in den Datenverkehr entsteht und so möglicherweise verdächtige Kommunikation entdeckt werden kann. Wenn verwaltete Geräte mit einem Agent ausgestattet sind, ist zumindest erkennbar, dass seitens eines nicht verwalteten Geräts via 5G kommuniziert wird. Man kann allerdings nicht entschlüsseln, was das Gerät genau sagt, und das macht es sehr schwierig, Attacken zeitnah zu orten.

Vorteile von 5G bedeuten leider leichtes Spiel für Hacker

5G-Technologie übertrifft seine Vorgänger mit höherer Geschwindigkeit, größerer Bandbreite und geringerer Latenz, was wahrscheinlich dazu führen wird, dass es wesentlich flächendeckender verbreitet sein wird als 4G es je war. Diese allgegenwärtige Verfügbarkeit – und seine Effektivität – liefert Cyberkriminellen große Möglichkeiten. Ein Hacker kann sich zum Beispiel unsichtbar Zugang zum Kopierer verschaffen, in dem eine 5G-Frequenz eingebunden ist, und damit Zugang zu sämtlichen sensiblen Informationen auf dem Gerät erhalten. Mithilfe von 5G können Angreifer sehr schnell alle Daten abschöpfen – und zwar ohne in der betroffenen Organisation für Alarm zu sorgen. Die Technologie erfordert von Cyberkriminellen dabei keinerlei neue Fähigkeiten, sie können einfach ihre bewährten Angriffsmethoden auf das Netzwerk nutzen.

Wie kann man sich gegen 5G Angriffe schützen?

Unternehmen sollten nun nicht versuchen Geräte mit 5G unbedingt zu vermeiden, weil sie ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen. Stattdessen sollten sie sich ins Bewusstsein rufen, dass sich in ihren Unternehmensinfrastrukturen in Zukunft zahlreiche 5G-Geräte befinden werden und bereits jetzt notwendige Vorsichtsmaßnahmen umsetzen:

5G kann eine Hintertür ins Unternehmensnetzwerk darstellen. Deshalb sollten sich Unternehmen über Netzwerk-Trennungen und deren Verwaltung Gedanken machen. Für die IT-Sicherheitsabteilung bedeutet das: Sie sollten alles einsehen können, es darf keine "schwarzen Löcher" und damit potenzielle Überraschungen geben.

Der Fokus sollte auf den nicht verwalteten Geräten in der Unternehmensumgebung liegen. Sie lassen sich via Netzwerkscans oder über ein spezielles EDR-Produkt (Endpoint Detection and Response) erkennen. Das Unternehmen sollte sich zudem eine Strategie überlegen, wie man diese Geräte sicherer machen kann.

Nach wie vor gilt: Unternehmen sollten bewährte Verschlüsselungs- und Zugangs-Kontrollen benutzen, die ein solides Level an Sicherheit für die Daten und den Zugang zu diesen liefern. Da im Arbeitsalltag kontinuierlich neue Infrastrukturen und Dienste implementiert werden, sollten IT-Abteilungen die oben genannten Risiken auf dem Schirm haben. Letztendlich wird die Ankunft von 5G die Notwendigkeit verstärken, jede einzelne Ebene der Unternehmensumgebung zu schützen. Je früher Organisationen damit anfangen, desto besser. (Sophos: ra)

eingetragen: 02.07.20
Newsletterlauf: 18.09.20

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Meldungen: Hintergrund

Vereinheitlichung des Datenschutzes

18 Datenschutzbehörden für ein Land: Die Kontrolle des Datenschutzes in der Wirtschaft übernehmen in Deutschland die Länder. Hinzu kommt eine Bundesbehörde. IT-Sicherheitsexpertin Patrycja Tulinska sieht das kritisch: "Gleiche Sachverhalte unterliegen dadurch unterschiedlicher Bewertung." Die Geschäftsführerin der PSW Group Consulting wünscht sich einen ernsthaften Diskurs und eine andere Lösung: "Eine Möglichkeit wäre, eine einheitliche Regelung auf Bundesebene zu schaffen. Alternativ könnten Datenschutzverfahren aber auch gleich auf EU-Ebene ausgelagert werden, denn immerhin sollte die EU-Datenschutzgrundverordnung Europas Datenschutz vereinheitlichen." So ganz geglückt ist gerade letzteres aber nicht: Es gibt 27 EU-Mitgliedsstaaten und 69 Öffnungsklauseln in der EU-Datenschutz-Grundverordnung, die ein Nationalstaat individuell ausfüllen kann. Hierzulande regelt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) auf Bundesebene den Datenschutz – sowohl für die Bundesbehörden als auch für den privaten Bereich einschließlich privatwirtschaftlicher Unternehmen, Vereine und Institutionen.

Amateure haben die Szene übernommen

Nach Angaben der Sicherheitsspezialisten von Radware haben Razzien, Verhaftungen und die Beschlagnahmung von Servern keine nennenswerten Auswirkungen auf das Wachstum illegaler Booter- und Stresser-Dienste. Solche Dienste, auch als DDoS-as-a-Service bezeichnet, werden von vielen Hackern angeboten, die auf diese Weise ihre bestehenden Botnets vermarkten, wenn sie diese nicht gerade selbst für eine Attacke einsetzen. Sie agieren wie ganz normale Unternehmen nach marktwirtschaftlichen Kriterien. Die Services werden statt wie früher im Darknet und auf sozialen Medien heute vor allem auf gängigen Internet-Suchmaschinen umfangreich beworben, und ein starker Wettbewerb sorgt für immer niedrigere Preise und senkt so die Eintrittsschwelle für Amateur-Hacker.

Spekulationen um Exit-Scam

Empire Market, einer der größten Marktplätze im Darknet, ist seit dem 21. August 2020 offline. Dies berichtet Digital Shadows. Laut Digital Shadows wird angenommen, dass es sich um einen Exit-Scam handelt und die Betreiber der Seite mit dem Geld der kriminellen Kundschaft verschwunden sind. Digital Shadows berichtet weiter:

"Empire Market zählte bislang zu den umsatzstärksten Umschlagsplätzen im Darknet. Nach der Zerschlagung der illegalen Marktplätze Alpha Bay und Hansa durch Behörden, entwickelte sich Empire für Hunderttausende von Cyberkriminellen zu einem der wichtigsten Handelsplattformen von illegaler Ware im englischsprachigen Raum. Neben Drogen wurde mit gefälschten Dokumenten wie Pässen und Führerscheine sowie Malware gehandelt.

IT-Security nach der Coronakrise

Viele Unternehmen waren gezwungen, ihre IT-Sicherheit seit Beginn der Pandemie an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Für die meisten Unternehmen in Deutschland war und ist dies immer noch eine große Herausforderung, da ihre Belegschaft oft zum ersten Mal aus der Ferne arbeitet. Der deutschsprachige Markt war beim Thema Homeoffice im internationalen Vergleich schon immer konservativ und hinkt nun etwas hinterher, weil man zu lange an alten Konzepten mit Anwesenheit im Büro und Arbeitszeiterfassung festhielt. Die Verantwortlichen für IT-Sicherheit müssen nun mit neuen I auf die aktuelle Krise und die Zeit danach reagieren. Doch wie können derzeitige Ansätze angepasst werden, um die neue Welle von Risiken zu mindern, die der Lockdown und das Arbeiten aus dem Homeoffice mit sich gebracht hat? Oder werden komplett neue Konzepte benötigt?

In Zukunft mehr Botnet-Angriffe

20 Jahre ist es her, dass der Computervirus "ILOVEYOU" um die Welt ging, und vor drei Jahren machte die Ransomware "WannaCry" weltweit zahlreichen Unternehmen zu schaffen. Zu den prominentesten Opfern gehörten 2017 FedEx und die Deutsche Bahn. Martin Hron, Senior Security Researcher bei Avast, wirft in dem folgenden Statement einen Blick zurück auf 20 Jahre Computerviren und beschreibt, mit welchen Angriffen wir zukünftig rechnen müssen: "Im Jahr 2000, als der ILOVEYOU-Virus sein Unwesen trieb, war die Kapazität der betroffenen Netzwerke nichts im Vergleich zu heute. Die E-Mail war damals das einzige digitale Kommunikationstool, welches Unternehmen zur Verfügung stand, weswegen der damalige Virus schnell die gesamte Kommunikation lahmlegte. Der "Love-Letter"-Virus richtete damals einen Schaden von 15 Milliarden Euro an und war der erste Schädling, der das Prinzip des Social Engineering umsetzte.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmet sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 (07.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr) behandelt das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2 (21.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
führt in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3 (04.11.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
klärt auf über "Pentesting".

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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