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Anstieg bei mehrstufiger Ransomware

Neuer Cybereason Honeypot: Mehrstufige Ransomware-Angriffe sollten Anbieter kritischer Infrastrukturen in Alarmbereitschaft versetzen

Angesichts der Ergebnisse ihrer Untersuchung kommt das Cybereason-Team zu dem Schluss, dass mehrstufige Ransomware-Angriffe auf Anbieter kritischer Infrastrukturen gefährlicher werden und zunehmend häufiger vorkommen



Von Dagmar Schulz

Anfang dieses Jahres hat Cybereason einen neuen Honeypot eingerichtet, um Taktiken, Techniken und Verfahren zu analysieren, die staatlich geförderte Hacker-Gruppierungen und Cyberkriminelle gegen Anbieter kritischer Infrastrukturen einsetzen. Der aktuelle Honeypot folgt auf einen früher eingerichteten aus dem Jahr 2018, der die gleiche Branche untersuchte. Der Honeypot wurde so aufgebaut, dass er vorgeblich wie ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen mit Niederlassungen in Nordamerika und Europa wirkte.

Im Rahmen der aktuellen Untersuchung hat das Cybereason-Team mehrere Angreifer identifiziert, die Ransomware-Attacken ausgeführt und Daten gestohlen sowie Benutzer-/Anmeldeinformationen abgegriffen haben. Die Angreifer sind dabei in den typischen lateralen Bewegungen ins Netzwerk des vermeintlichen Opfers vorgedrungen, um so viele Endpunkte wie möglich zu infizieren. Dazu gehörten auch kritische Systeme wie die Domain-Controller, bei denen eine Infiltration einen Zeitraum von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden umfassen kann.

Zwar wurden die Ransomware-Funktionen bereits zu Beginn des Hacker-Angriffs bereitgestellt, aber nicht sofort genutzt. Die Schadsoftware war so konzipiert, dass sie erst dann an sämtlichen, kompromittierten Endpunkten scharf geschaltet wurde, nachdem die Vorstufen des Angriffs abgeschlossen waren. Dieses Vorgehen gewährleistet maximalen Schaden beim Opfer.

Dieses operative Angriffsmuster versucht, so viele Systeme wie möglich zu treffen. Dieses Vorgehen stellt für die betroffenen Unternehmen ein wesentlich höheres Risiko dar als Ransomware-Angriffe, die sich auf einzelne Rechner auswirken. Nämlich auf die Computer, die als erste angegriffen werden. Dieses operative Muster hat aber auch Vorteile: über eine schnelle Erkennung und Vorfallsreaktion ist es möglich, einen solchen Angriff in seinem Frühstadium zu identifizieren und wirksam darauf zu reagieren, bevor die Ransomware die Umgebung beeinträchtigt.

Angesichts der Ergebnisse der Untersuchung kommt das Cybereason-Team zu dem Schluss, dass mehrstufige Ransomware-Angriffe auf Anbieter kritischer Infrastrukturen gefährlicher werden und zunehmend häufiger vorkommen.

Hintergrund

Wir leben in einer Welt voller Unsicherheiten. Hacker haben in dieser Welt gegenüber den meisten Unternehmen, die versuchen, ihre Computernetzwerke zu schützen, einen nicht unerheblichen Vorteil. Nirgendwo ist das so offensichtlich wie bei den Anbietern von kritischen Infrastrukturen. Sie sind inzwischen einer ständigen Flut von Cyberangriffen ausgesetzt, meistenteils durch hoch motivierte und finanziell gut ausgestattete Gruppen von Cyberkriminellen und staatlich geförderte Akteure.

Nach der Definition des Department of Homeland Security umfassen kritische Infrastrukturen "das riesige Netz von Autobahnen, Verbindungsbrücken und -tunneln, Eisenbahnen, Versorgungseinrichtungen und Gebäude, die zur Aufrechterhaltung der Normalität des täglichen Lebens notwendig sind. Verkehr, Handel, sauberes Wasser und Elektrizität hängen ausnahmslos von diesen lebenswichtigen Systemen ab."

Zu den schlagzeilenträchtigsten und kontroversen Angriffen auf kritische Infrastrukturen in den letzten Jahren zählen die Attacke auf das Kontrollsystem eines Staudammes in New York und die Abschaltung des ukrainischen Stromnetzes. In jüngerer Zeit haben jedoch quasi chirurgisch angelegte Ransomware-Angriffe gegen Unternehmen im Versorgungs- und Energiesektor dramatisch zugenommen. Erst jüngst ist Portugals größter Energieversorger EDP einem Ransomware-Angriff zum Opfer gefallen, bei dem die Angreifer drohten, 11 Terabyte an sensiblen Unternehmensdaten offenzulegen. Die dagegenstehende Lösegeldforderung: 11 Millionen Dollar. Ebenfalls in diesem Jahr stoppte die israelische Regierung einen groß angelegten Cyberangriff auf die Wasserversorgungssysteme. Laut Medienberichten soll der Iran hinter der Aktion stehen. Auf diese Liste gehört auch die mexikanische Ölgesellschaft Pemex, die laut Reuters mit Bedrohungen zu kämpfen hatte, die sich gegen die Kunden des Unternehmens richteten.

Bereits im Rahmen einer früheren Honeypot-Analyse und des ebenfalls ICS-basierten Honeypots 2018 beobachtete das Team von Cybereason auch eine Reihe von Ransomware-Angriffen. Sie zeichneten sich durch die typische Dateiverschlüsselung aus, und in einigen Fällen war die Schadsoftware in der Lage, sich selbst weiter zu verbreiten, indem sie bekannte Schwachstellen des Betriebssystems ausnutzte, um Dateien verschlüsseln zu können.

Beim Vergleich des Honeypot 2018 mit neueren Beobachtungen am Honeypot 2020 wurde ersichtlich, dass bei verschiedenen Ransomware-Angriffen die typische Dateiverschlüsselung um Hacking-Operationen erweitert wurde. Man kann davon ausgehen, dass dies ein Versuch ist, die Auswirkungen des Angriffs auszuweiten, die Ransomware-Kosten in die Höhe zu treiben und die Neigung des Opfers, das Lösegeld tatsächlich zu zahlen, zu erhöhen.

Fazit

Der Vergleich zwischen den Ergebnissen von 2018 und 2020 zeigt deutliche Veränderungen. Immer häufiger gehen Hacker inzwischen zu mehrstufigen Ransomware-Angriffen über. Für die Anbieter kritischer Infrastrukturen sollte das ein deutlicher Anlass zur Sorge sein.

Einer der Trends, den das Cybereason-Team gerade für den ICS-Bereich belegen kann: Es gibt 2020 weniger neue Ransomware-Stämme; demgegenüber erzielen die existierenden aber deutlich höhere Gewinne. Hacker haben dahingehend ihre Strategie geändert. Sie gehen jetzt wesentlich gezielter vor als noch vor wenigen Jahren, und sie wollen von jedem Opfer so viel wie möglich abkassieren. Cybereason rechnet in absehbarer Zeit mit einem Anstieg bei mehrstufiger Ransomware, die in Hacking-Operationen eingebettet ist.

Ein anderer Erfolgsfaktor dieser Angriffe ist die Destabilisierung des Unternehmens und der Verfügbarkeit. Wegen der potenziell enormen und unmittelbaren Auswirkungen auf das Gemeinwesen, können Hacker die Lösegeldforderungen in die Höhe treiben. Gleichzeitig steigt die Neigung solchen Forderungen nachzukommen, insbesondere, wenn es Versicherungsgesellschaften sind, die dafür aufkommen. Ein zweischneidiges Schwert, denn je häufiger Angriffe dieser Art es in die Schlagzeilen schaffen, desto eher werden Unternehmen geneigt sein, für eine entsprechende Versicherungsdeckung zu zahlen. Das wiederum wird die Zahl der Angriffe erneut in die Höhe treiben. Vermutlich solange, bis die Kosten für die Versicherungsprämien mit denen vergleichbar sind, die ein Unternehmen aufwenden müsste, um den Schaden zu beseitigen. (Cybereason: ra)

eingetragen: 24.06.20
Newsletterlauf: 04.09.20

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Meldungen: Hintergrund

Vereinheitlichung des Datenschutzes

18 Datenschutzbehörden für ein Land: Die Kontrolle des Datenschutzes in der Wirtschaft übernehmen in Deutschland die Länder. Hinzu kommt eine Bundesbehörde. IT-Sicherheitsexpertin Patrycja Tulinska sieht das kritisch: "Gleiche Sachverhalte unterliegen dadurch unterschiedlicher Bewertung." Die Geschäftsführerin der PSW Group Consulting wünscht sich einen ernsthaften Diskurs und eine andere Lösung: "Eine Möglichkeit wäre, eine einheitliche Regelung auf Bundesebene zu schaffen. Alternativ könnten Datenschutzverfahren aber auch gleich auf EU-Ebene ausgelagert werden, denn immerhin sollte die EU-Datenschutzgrundverordnung Europas Datenschutz vereinheitlichen." So ganz geglückt ist gerade letzteres aber nicht: Es gibt 27 EU-Mitgliedsstaaten und 69 Öffnungsklauseln in der EU-Datenschutz-Grundverordnung, die ein Nationalstaat individuell ausfüllen kann. Hierzulande regelt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) auf Bundesebene den Datenschutz – sowohl für die Bundesbehörden als auch für den privaten Bereich einschließlich privatwirtschaftlicher Unternehmen, Vereine und Institutionen.

Amateure haben die Szene übernommen

Nach Angaben der Sicherheitsspezialisten von Radware haben Razzien, Verhaftungen und die Beschlagnahmung von Servern keine nennenswerten Auswirkungen auf das Wachstum illegaler Booter- und Stresser-Dienste. Solche Dienste, auch als DDoS-as-a-Service bezeichnet, werden von vielen Hackern angeboten, die auf diese Weise ihre bestehenden Botnets vermarkten, wenn sie diese nicht gerade selbst für eine Attacke einsetzen. Sie agieren wie ganz normale Unternehmen nach marktwirtschaftlichen Kriterien. Die Services werden statt wie früher im Darknet und auf sozialen Medien heute vor allem auf gängigen Internet-Suchmaschinen umfangreich beworben, und ein starker Wettbewerb sorgt für immer niedrigere Preise und senkt so die Eintrittsschwelle für Amateur-Hacker.

Spekulationen um Exit-Scam

Empire Market, einer der größten Marktplätze im Darknet, ist seit dem 21. August 2020 offline. Dies berichtet Digital Shadows. Laut Digital Shadows wird angenommen, dass es sich um einen Exit-Scam handelt und die Betreiber der Seite mit dem Geld der kriminellen Kundschaft verschwunden sind. Digital Shadows berichtet weiter:

"Empire Market zählte bislang zu den umsatzstärksten Umschlagsplätzen im Darknet. Nach der Zerschlagung der illegalen Marktplätze Alpha Bay und Hansa durch Behörden, entwickelte sich Empire für Hunderttausende von Cyberkriminellen zu einem der wichtigsten Handelsplattformen von illegaler Ware im englischsprachigen Raum. Neben Drogen wurde mit gefälschten Dokumenten wie Pässen und Führerscheine sowie Malware gehandelt.

IT-Security nach der Coronakrise

Viele Unternehmen waren gezwungen, ihre IT-Sicherheit seit Beginn der Pandemie an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Für die meisten Unternehmen in Deutschland war und ist dies immer noch eine große Herausforderung, da ihre Belegschaft oft zum ersten Mal aus der Ferne arbeitet. Der deutschsprachige Markt war beim Thema Homeoffice im internationalen Vergleich schon immer konservativ und hinkt nun etwas hinterher, weil man zu lange an alten Konzepten mit Anwesenheit im Büro und Arbeitszeiterfassung festhielt. Die Verantwortlichen für IT-Sicherheit müssen nun mit neuen I auf die aktuelle Krise und die Zeit danach reagieren. Doch wie können derzeitige Ansätze angepasst werden, um die neue Welle von Risiken zu mindern, die der Lockdown und das Arbeiten aus dem Homeoffice mit sich gebracht hat? Oder werden komplett neue Konzepte benötigt?

In Zukunft mehr Botnet-Angriffe

20 Jahre ist es her, dass der Computervirus "ILOVEYOU" um die Welt ging, und vor drei Jahren machte die Ransomware "WannaCry" weltweit zahlreichen Unternehmen zu schaffen. Zu den prominentesten Opfern gehörten 2017 FedEx und die Deutsche Bahn. Martin Hron, Senior Security Researcher bei Avast, wirft in dem folgenden Statement einen Blick zurück auf 20 Jahre Computerviren und beschreibt, mit welchen Angriffen wir zukünftig rechnen müssen: "Im Jahr 2000, als der ILOVEYOU-Virus sein Unwesen trieb, war die Kapazität der betroffenen Netzwerke nichts im Vergleich zu heute. Die E-Mail war damals das einzige digitale Kommunikationstool, welches Unternehmen zur Verfügung stand, weswegen der damalige Virus schnell die gesamte Kommunikation lahmlegte. Der "Love-Letter"-Virus richtete damals einen Schaden von 15 Milliarden Euro an und war der erste Schädling, der das Prinzip des Social Engineering umsetzte.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmet sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 (07.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr) behandelt das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2 (21.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
führt in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3 (04.11.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
klärt auf über "Pentesting".

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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