IT-Security-Trends für 2016


Compliance-Checklisten bringen keine IT-Sicherheit
IT-Sicherheit und Geschäftsanforderungen in Einklang bringen

(23.02.16) - IT-Sicherheitslösungen müssen verstärkt die Aktivitäten der Nutzer im Blick haben, dürfen aber gleichzeitig die Geschäftsaktivitäten von Unternehmen nicht beeinträchtigen. Dies sind zwei wesentliche Trends im Bereich IT-Security, die nach Einschätzung von Balabit, einem führenden Anbieter von Technologien für "Contextual Security Intelligence", das Jahr 2016 prägen werden. Das Jahr 2016 bringt keine revolutionären Änderungen auf dem Gebiet der IT-Sicherheit. Vielmehr rücken Faktoren in den Vordergrund, die auf den ersten Blick weniger bedeutsam erscheinen, aber dennoch eine wichtige Rolle spielen. Balabit hat vier dieser Neuerungen im Detail betrachtet.

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1. Die richtige Balance zwischen IT-Sicherheit und geschäftlicher Flexibilität
Wie viel IT-Sicherheit ist notwendig, und in welchem Maße darf sie die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens und die Benutzerfreundlichkeit von IT-Anwendungen und -Systemen einschränken? Diese Frage wird 2016 zu kontroversen Diskussionen zwischen IT-Sicherheitsfachleuten sowie Business-Verantwortlichen und Usern führen. Wichtig ist dabei ein Punkt: Das grundlegende Ziel eines Unternehmens ist der wirtschaftliche Erfolg. Um ihn sicherzustellen, müssen in begrenztem Maße Risiken in Kauf genommen werden, auch in Bezug auf die IT-Sicherheit. Erforderlich sind deshalb flexible IT-Security-Lösungen, die sich schnell an neue Geschäftsanforderungen anpassen lassen.

2. Compliance-Checklisten bringen keine IT-Sicherheit
Checklisten, mit denen sich Compliance-Risiken identifizieren lassen, geben Sicherheit und sind durchaus hilfreich. Aber Compliance lässt sich nicht mit IT-Sicherheit gleichsetzen. Vielmehr ist sie ein Baustein von vielen, aus denen eine umfassende IT-Security-Strategie besteht. Wichtiger als Checklisten ist eine Analyse der tatsächlich bestehenden, aktuellen Risiken, mit denen ein Unternehmen konfrontiert ist.

3. Ein höherer Automatisierungsgrad für eine optimale Effizienz und Nachhaltigkeit
Eine hohe Effizienz ist ein "Muss" für die IT-Sicherheitsfachleute. Ein Grund ist, dass in vielen Unternehmen die IT-Umgebungen immer größer und komplexer werden und die Zahl der User zunimmt. Das IT-Budget und vor allem die Zahl der Security-Fachleute steigen jedoch meist nicht im selben Maß. Einen Ausweg bietet die Automatisierung von Aufgaben im Bereich IT-Sicherheit. Zu diesen Aufgaben zählt die Analyse von vorhandenen Daten und das Management von Sicherheitsregelwerken ("Policies").

4. Die Fokussierung auf das Verhalten von Nutzern, nicht von IT-Systemen
Ebenfalls mit dem "Faktor Mensch" hat ein weiterer Trend zu tun: die Ausrichtung von IT-Sicherheitsstrategie und entsprechender Maßnahmen auf die Analyse der Aktionen von Usern (User Behavior Analytics). Das bedeutet eine Abkehr vom bisherigen Ansatz, der das Monitoring von IT-Systemen in den Mittelpunkt stellte. Ein Grund dafür ist, dass die Zahl der Nutzer der IT-Ressourcen in Unternehmen stark zunimmt. Nicht die Aktionen eigener Mitarbeiter müssen erfasst werden, sondern auch die von Partnern, Dienstleistern und Service Providern. Zudem häufen sich zielgerichtete Angriffe von Cyber-Kriminellen auf einzelne Mitarbeiter, die sich auf diesem Weg Zugang zu verwertbaren Informationen verschaffen wollen. Daher gilt es künftig, verstärkt die "digitale Identität" von Mitarbeitern zu schützen. Zudem ist es erforderlich, potenziell gefährliche Aktivitäten von Usern zu identifizieren und zu unterbinden. (Balabit IT Security: ra)

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Meldungen: Hintergrund

Durchschnittlich knapp eine halbe Million Euro Lösegeld

Vielleicht haben Sie kürzlich von einer der wenigen Ransomware-Attacken mit gutem Ausgang gehört? So bekommt die Universität Maastricht das Lösegeld zurück, das sie bei einem Ransomware-Angriff 2019 gezahlt hatte. Und weil das inzwischen beschlagnahmte Konto der Kriminellen mit Kryptowährung befüllt war, erhält die Universität nun auch Bitcoins – die mittlerweile ein Vielfaches von damals wert sind.

Hacker schlagen schneller zu

Manch einer mag aufgeatmet haben, als er die Zahl gelesen hat: Elf Tage bis zur Entdeckung eines Cyberangriffs – ist das nicht schnell? Das zeigt doch, dass Unternehmen ihre Detection & Response erheblich verbessert haben und die modernen Security-Maßnahmen greifen. Schön wäre es ja, doch leider ist das ein Trugschluss. Denn dass Cyberkriminelle heute viel früher auffliegen als noch vor ein paar Jahren, bedeutet schlichtweg: Sie haben ihr Geschäftsmodell geändert.

Diebstahl von Kryptowährungen im Aufwind

Es handelt sich um eine weitverbreitete Annahme, dass Kryptowährungen durch geringere staatliche und organisatorische Aufsicht und Kontrolle mehr Anonymität bieten. Zusammen mit ihrer freien Übertragbarkeit macht sie das zunehmend populär. Aufgrund dieser Merkmale erfreuen sich Kryptowährungen auch unter Cyberkriminellen großer Beliebtheit.

Fehlende Zuständigkeit im Bereich IT-Sicherheit bei KRITIS

Anlässlich einer brisanten Diskussionsrunde zum Thema Kritische Infrastrukturen (KRITIS) kamen Anfang Mai 2022 Dr. Reinhard Brandl, Mitglied des deutschen Bundestages und digitalpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, Dr. Jörg Ochs, IT-Leiter der Stadtwerke München, Cyberrisk-Berater Martin Braun sowie Ralph Kreter, Area VP Central and Eastern Europe beim Technologieanbieter Deep Instinct, in München zusammen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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