Verschiedene Wege der Erpressung


Unternehmen sind lukrative Ziele für Ransomware-Angriffe, da die Bereitschaft und auch die Möglichkeit zur Zahlung größerer Lösegeldsummen höher ist als bei Privatanwendern
Der Verlust geschäftskritischer Daten durch Verschlüsselung kann schwerwiegende Folgen für die Businessaktivitäten haben



Die Bedrohung durch Ransomware wächst. Während im vergangenen Jahr überwiegend privat genutzte Windows- und Android-Systeme betroffen waren, sind Anfang 2016 erste Varianten für Linux und Apple aufgetaucht. Zunehmend geraten auch Unternehmen ins Visier. Eine aktuelle Untersuchung von Bitdefender hat ergeben, dass im vergangenen Jahr über 13 Millionen Anwender in den USA Opfer von Erpressersoftware wurden. Jeder zweite ließ sich auf die Lösegeldforderung tatsächlich ein, weitere 40 Prozent zogen ernsthaft in Betracht, zu bezahlen. Die Rettung arbeitsbezogener Dokumente spielte dabei für lediglich 18 Prozent der Befragten die wichtigste Rolle. Allerdings wird diese Gewichtung aus Sicht von Unternehmen eine andere sein, vor allem wenn es um die Verschlüsselung geschäftskritischer Daten geht.

Unternehmen sind lukrative Ziele für Ransomware-Angriffe, da die Bereitschaft und auch die Möglichkeit zur Zahlung größerer Lösegeldsummen höher ist als bei Privatanwendern. Der Verlust geschäftskritischer Daten durch Verschlüsselung kann schwerwiegende Folgen für die Businessaktivitäten haben. Falls ein Unternehmen keine regelmäßigen Daten-Backups durchführt, hat es im Ernstfall keine andere Wahl als auf die Forderungen der Erpresser einzugehen.

Dabei muss eine Erpressung nicht ausschließlich mit Verschlüsselung in Verbindung stehen. Cyberkriminelle können durch gezielte, schnelle Angriffe Daten und sensible Geschäftsinformationen stehlen und den Opfern androhen, diese im Internet zu veröffentlichen, falls sie nicht auf die Forderungen eingingen. Diese so genannten Extortionware-Attacken werden 2016 deutlich zunehmen. In erster Linie werden wohl kleine und mittelständische Unternehmen betroffen sein, da sie tendenziell über weniger ausgefeilte Sicherheitsmechanismen verfügen als Großunternehmen.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen
Nach einer Studie von 451 Research planen 44 Prozent der mittleren und großen Unternehmen, ihre Ausgaben für IT-Security in diesem Jahr zu erhöhen. Sie sollten dabei auch in Schutzmaßnahmen vor Ransomware und Extortionware investieren. Im ersten Schritt sind die wichtigsten Datenbestände zu identifizieren. Zwar wird ein hundertprozentiger Schutz nie möglich sein, aber die Hürden für Angreifer können und sollten mit allen technischen Mitteln so hoch wie möglich gesetzt werden. Gleichzeitig ist ein solider Notfallplan aufzustellen, der genau festlegt, welche Schritte im Falle eines Datendiebstahls oder -verlusts einzuleiten sind. Auch die Einrichtung einer gespiegelten oder Offline-betriebenen Backup-Lösung ist zu empfehlen, da die Daten bei einer Ransomware-Attacke höchstwahrscheinlich unwiederbringlich verloren sind vor allem, wenn die Lösegeldzahlung verweigert wird.

Im Rahmen des Sicherheitskonzepts ist es auch wichtig, unternehmensweite Authentifizierungs-, Autorisierungs- und Accounting-Richtlinien zu definieren. Diese erhöhen nicht nur den Schutz gegen unberechtigten Zugriff, sondern können im Ernstfall zur Aufklärung eines Angriffs beitragen. Denn nach einem Sicherheitsvorfall ist die erste Priorität, den Angriffspunkt zu finden und die Lücke sofort zu schließen.

Nicht zuletzt müssen die Mitarbeiter als Sicherheitssensoren stärker in den Fokus rücken, da immer noch ein Großteil der Schadsoftware als E-Mail-Anhang eingeschleust wird. Die Belegschaft muss sensibilisiert werden, jede Spam-Mail, die es bis in den E-Mail-Posteingang geschafft hat, an die IT-Abteilung weiterzuleiten. Im Sommer 2015 hat das Sicherheitsunternehmen Bitdefender binnen weniger Tage über 15.000 mit einer Android-Ransomware verseuchte E-Mails bei seinen Nutzern identifiziert, die alle von einem einzigen Server kamen. So wird die Bedrohung durch Ransomware weiter zunehmen, mit noch nicht abschätzbaren finanziellen Folgen für die Betroffenen. Denn für die immer professioneller agierenden kriminellen Anbieter von Malware-as-a-Service ist es ein lukratives Geschäft. (Bitdefender: ra)

eingetragen: 20.04.16
Home & Newsletterlauf: 11.05.16


Bitdefender: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.



Meldungen: Hintergrund

Drei Gründe, warum eine Neuauflage des OZG dringend nötig ist

Das Team der Zscaler ThreatLabz-Experten hat aufbauend auf seinen Beobachtungen aus der globalen Security Cloud aufgestellt, was hinsichtlich der Cyberkriminalität für 2023 zu erwarten ist. Die Erkenntnisse aus der Analyse von 300 Billionen täglicher Transaktionen der" Zscaler Zero Trust Exchange"-Plattform und Erfahrungswerte in Malware-Reverse-Engineering, Verhaltensanalysen und Data Science wurden dazu herangezogen.

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) hält Behörden auf Trab

Bis Dezember 2022 hatten Bund, Länder und Kommunen Zeit, ihre Verwaltungsleistungen im Sinne des Onlinezugangsgesetzes, kurz OZG, zu digitalisieren. Ziel war und ist eine digitale Administration, die mit zeitgemäßen Lösungen dem Bedarf der Bürgerinnen und Bürgern entspricht, Behörden entlastet und wertvolle Kapazitäten bei den Sachbearbeitenden in den Behörden freisetzt. Geplant war, insgesamt 575 Verwaltungsleistungen zu digitalisieren. Ein ehrgeiziges und, wie sich herausgestellt hat, sehr sportliches Ziel. Das zeichnete sich bereits Mitte letzten Jahres ab, als sich Bund und Länder einigten, statt 575 nur noch 35 sogenannte "Booster"-Leistungen bis Jahresende mit Priorität umzusetzen.

Vorzeichen der Cybersicherheit 2023

Cyberkriminelle kennen keinen Stillstand. Sie verbessern ständig ihre Methoden und intensivieren ihre Attacken auf sich bietende Angriffsflächen. 2023 wird Unternehmen deshalb erneut vor die Aufgabe stellen, ihre IT-Abwehr weiter zu optimieren. Dies hat auch maßgeblichen Einfluss auf die IT-Teams selbst sowie auf die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning

Die Sicherheitsbranche ist ein Sektor, der zunehmend auf smarte Technologien setzt, sensible Daten verarbeitet und wie kein anderer von geopolitischen Fragen und deren Auswirkungen betroffen ist. Vor diesem Hintergrund sieht Axis Communications, Technologieführer im Bereich Netzwerk-Video, sechs große Trends, die die Branche im neuen Jahr maßgeblich beschäftigen werden. Philippe Kubbinga, Regional Director Middle Europe bei Axis Communications, hat die Trends analysiert.

Cybersecurity-Rückblick auf 2022

Das Jahr 2022 war für die Cybersecurity-Branche ein schwieriges Jahr: Zunehmende Spannungen in Osteuropa und im Nahen Osten, ein ständiger Strom kritischer Schwachstellen und Daten-Leaks, die das Innenleben organisierter cyberkrimineller Ransomware-Banden enthüllen. Das Security Analytics and Research Team von Logpoint verfügt über eine Wissensdatenbank zu Cyber-Bedrohungen und die Mitarbeitenden nutzen dieses Fachwissen, um Unternehmen auf der ganzen Welt zu informieren und zu schützen.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.