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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Die fünf Cyber-Security-Trends 2020

Machine Learning wird bereits seit einiger Zeit erfolgreich für mehr Cyber-Sicherheit eingesetzt

Die Einführung von Cyber-Security-Siegeln für Produkte und Dienstleistungen im Kontext von 5G liegt nahe



Im Cyber-Security-Jahr 2019 standen die Zunahme von politisch motivierten Cyber-Threats, aber auch Angriffe auf Smart-Home-Geräte oder das einjährige Bestehen der DSGVO im Fokus. Welche Trends setzen sich im kommenden Jahr fort? Welche neuen Entwicklungen werden erwartet? Stefan Wehrhahn von der IT-Security-Anbieterin BullGuard beleuchtet fünf Trends für das Jahr 2020:

1. 5G und Cyber-Sicherheit

5G wird die umfassendste Kommunikationsrevolution sein, die wir je erlebt haben. Sie soll nicht nur das mobile Internet schneller machen, sondern auch neue Services für Unternehmen und Endverbraucher ermöglichen. So ist 5G zum Beispiel eine wichtige Basis für das vernetzte autonome Fahren. Doch wie werden die 5G-Netzrevolution und die damit verbundenen Geräte und Anwendungen gesichert? Schließlich sind – ähnlich wie im Internet of Things – so viele unterschiedliche Marktteilnehmer involviert, dass niemand die endgültige Verantwortung für Cyber-Sicherheit im Bereich 5G trägt.

Für diese Aufgabe könnten in erster Linie die Service Provider in Frage kommen, die das Netzwerk bereitstellen. Sie werden vermutlich von staatlichen und industriellen Sicherheitsbehörden unterstützt werden. Auch die Einführung von Cyber-Security-Siegeln für Produkte und Dienstleistungen im Kontext von 5G liegt nahe. Parallel dazu ist eine breitere Einführung von Machine Learning oder künstlicher Intelligenz – insbesondere bei den Netzwerkanbietern – denkbar, um für mehr Automatisierung beim Schutz der 5G-Infrastruktur zu sorgen.

2. Zunehmender Einsatz von Machine Learning in Cyber-Security

Machine Learning wird bereits seit einiger Zeit erfolgreich für mehr Cyber-Sicherheit eingesetzt. Sie hilft bei der automatisierten Erkennung von Bedrohungen und bietet so zusätzliche Sicherheit vor Zero-Day-Angriffen. Diese Technologien klassifizieren Daten basierend auf vorgegebenen Parametern, Ähnlichkeiten und Anomalien. Sie lernen aus früheren Entscheidungen und wenden diese Erkenntnisse auf unbekannte Daten an, zum Beispiel bei der Identifizierung und Blockierung von Zero-Day-Bedrohungen.

Im Jahr 2020 wird Machine Learning aufgrund dieser Vorteile verstärkt eingesetzt, insbesondere bei Unternehmen. Hier sind die Bedrohungen vielfältig, die Prozesse komplex und Ressourcen knapp. Automatisierte Lösungen bieten ein höheres Maß an Sicherheit und unterstützen dabei, die unwichtigen von den wichtigen Vorfällen zu unterscheiden. Die zunehmende Anwendung von Machine Learning in Unternehmen wird jedoch leicht gebremst werden von einem Mangel an Cyber-Security-Experten, die mit dieser Technologie umgehen können.

3. Bekämpfung von Identitätsdiebstahl

Der Identitätsdiebstahl wird auch im Jahr 2020 ein wichtiges Thema sein: Social Media Accounts, Internet-Suchen, Einkaufspräferenzen, E-Mails und mehr werden zu großen Datensätzen für das Data Mining zusammengestellt. Haben Angreifer erst Zugang zu einem Netzwerk, fällt ihnen der Diebstahl solcher gebündelten Datensätze besonders leicht.

In den nächsten Monaten wird verstärkt daran geforscht, wie die Überprüfung der digitalen Identität verbessert und ID-Betrug reduziert werden kann. Im Fokus stehen dabei die DNA-basierte ID-Verifizierung, die mehrschichtige ID-Dokumentenprüfung oder biometrische Kontrollen. Banken und die Glücksspielindustrie sind erste Anwender, die Betrug eindämmen und die gesetzlichen Bestimmungen einhalten wollen.

4. Mehr Schutz für Nutzerdaten

Die Umsätze und Marktkapitalisierung der heutigen Technologieriesen werden durch den Handel mit Nutzerdaten angeheizt. Gleichzeitig sind Hacks, bei denen Millionen von Kundendaten gestohlen werden, beinahe alltäglich geworden. Gesetze wie die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sind zumindest ein Versuch, das Kräftegleichgewicht zwischen Anbieter und Nutzer wiederherzustellen.

Wir werden im Jahr 2020 sehen, wie Datenschutz von einer reaktiven Haltung in eine proaktive Handlung übergeht. Antriebsfeder sind dabei nicht nur die Gesetzgebung, sondern letztlich die Frustration und die Wut der Verbraucher über die Nutzung, den nachlässigen Umgang oder den Verlust ihrer Daten. Die Erkenntnis wächst, dass die Macht von datengetriebenen Konzernen in großem Maß davon abhängt, wie bereitwillig sie Informationen von sich zur Verfügung stellen.

5. Leichte Beute: Cyber-Angriffe auf kleine Unternehmen erleben Aufschwung

Nahezu jeder zweite Cyberangriff trifft bereits heute ein kleines Unternehmen, so der aktuelle Verizon 2019 Data Breach Investigations Report. Sie haben im Vergleich mit großen Konzernen deutlich weniger Zeit, Budget oder technisches Know-how zur Verfügung, um sich vor Cyber-Angriffen zu schützen. Diese Situation wird von Hackern ausgenutzt werden und zu einer steigenden Zahl von Übergriffen auf kleine Unternehmen führen.

Das Hauptrisiko für KMU wird weiterhin Ransomware sein. Die zunehmende Komplexität und die sinkenden Kosten von "Ransomware-as-a-Service" werden es Hackern ermöglichen, Angriffe ungestraft durchzuführen. Gleichzeitig wird Ransomware individueller: Lösegelder werden auf Branche, Größe oder Zahlungsfähigkeit des Ziel-Unternehmens angepasst.

Auch der Zugang zu Unternehmensnetzwerken und vertraulichen Informationen bleibt weiterhin lukrativ. Hacker verschaffen sich Zugang zu Bankdaten, Gehaltsabrechnungen oder Kundendaten. Einmal im Besitz dieser Informationen, sind der Kreativität der Hacker keine Grenzen gesetzt: Erpressung oder Phishing-Betrug sind mögliche Verwendungsformen. Manche nutzen die gewonnen Daten auch, um sich Zugriff auf weitere Netzwerke wie von Kunden oder Lieferanten zu verschaffen.

Während große Firmen in Security Intelligence, Incident Response oder Predictive Analytics investieren, fehlen in kleineren Unternehmen oft die Ressourcen oder die Expertise für Cyber-Security. Hacker haben sie daher als leichte Beute identifiziert. Aus Sorge vor Reputationsschäden und Wachstumseinschnitten werden sie aber das Thema Cyber-Sicherheit weit oben auf die Agenda für das Jahr 2020 setzen – unterstützt von externer Hilfe oder weitestgehend automatisierten Security-Lösungen. (BullGuard: ra)

eingetragen: 31.01.20
Newsletterlauf: 24.03.20

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Meldungen: Hintergrund

Das IT-Sicherheitskennzeichen ist kein Prüfsiegel

Ist mein Router wirklich sicher? Wie verhält es sich mit meinem E-Mail-Dienst? Viele Hersteller und Anbieter von IoT-Produkten geben vollmundige Versprechungen über die Sicherheit ihrer Dienste oder Produkte. Doch was dahintersteckt, können Verbraucherinnen und Verbraucher nicht immer nachvollziehen.

Offene hybride Kriegsführung

Die EMEA-Region meldete über 1,8 Millionen Angriffe im ersten Halbjahr 2022, ein Anstieg von neun Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021, so der neueste Netscout Threat Intelligence Report. Während Russland und die Ukraine die DDoS-Hauptangriffsziele waren, gab es in mehreren Ländern der Region ungewöhnliche Angriffsspitzen, die auf die Auswirkungen des Krieges zurückzuführen sind.

Benutzer ohne Schulung oft wehrlos gegen Angriffe

Im Jahr 2021 ist laut dem "Cyber Attack 2021 Mid Year Report" die Zahl der Ransomware-Angriffe um satte 93 Prozent gestiegen. Eine weltweit durchgeführte Umfrage aus dem Jahr 2022 ergab, dass bereits rund 46 Prozent der in Deutschland befragten Unternehmen mindestens einmal Opfer einer Cyber-Attacke geworden waren.

Umgang mit hochsensiblen Gesundheitsdaten

Gesundheits- und Mental-Health-Apps erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit. Während die einen mit Trainingseinheiten von Yoga, Pilates, Krafttraining bis hin zum Laufen zum allgemeinen Wohlbefinden und Fitness beitragen wollen, widmen sich Mental-Health-Apps der psychischen Gesundheit mit Ratschlägen zu einem gesunden Leben.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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