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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Wissen, das geschützt werden muss


Einbruch muss nicht Diebstahl heißen: Datensicherheit selbst im Fall eines Sicherheitsverstoßes
Trotz des alarmierenden Anstiegs der Cyber-Angriffe in den letzten Jahren ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass ein Sicherheitsverstoß nicht automatisch zu Datenverlust führt



Von Christoph M. Kumpa, Director DACH & EE bei Digital Guardian

Mit der wachsenden Zahl immer ausgefeilterer Cyberattacken stellt sich nicht mehr die Frage, ob, sondern eher wann ein Unternehmen Opfer eines Angriffs wird. Viele Organisationen konzentrieren ihre Sicherheitsbemühungen immer noch auf Techniken zur Absicherung von Perimetern und investieren große Summen in den Versuch, Angreifer von ihren Netzwerken, Servern und Anwendungen fernzuhalten. Doch sollte der Sicherheitsfokus heutzutage auch auf den sensiblen Unternehmensdaten liegen und nicht nur auf den immer anfälligeren Schutzmauern, die sie umgeben denn auf lukrative Daten haben es Angreifer zumeist abgesehen. Deshalb verlagern immer mehr Unternehmen ihre Security-Strategie hin zu einer optimierten Identifizierung, Kontrolle und Absicherung ihrer sensiblen Datenbestände.

Im Folgenden vier grundlegende Schritte für einen datenzentrierten Sicherheitsansatz:

1. Schritt: Wissen, was geschützt werden muss
Für Unternehmen, die eine datenzentrierte Sicherheitsstrategie verfolgen möchten, ist der beste Ausgangspunkt eine umfassende Datentaxonomie. Schließlich ist es unmöglich, wirksame Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, wenn man nicht weiß, was es zu schützen gilt. Die Klassifizierung und Strukturierung der eigenen Daten hilft Unternehmen, den vollen Umfang ihrer Sicherheitsanforderungen zu verstehen.

2. Schritt: Wissen, wo sich die sensibelsten Daten befinden
Sobald die Datentaxonomie fertiggestellt ist, müssen die Daten entsprechend ihrer Sensibilität und ihrem Speicherort eingestuft werden. Dies kann nach Belieben der Organisation erfolgen, aber die gebräuchlichsten Kategorien sind Öffentlich, Privat, Eingeschränkt und Vertraulich. Die auf diese Weise durchgeführte Datenabstufung hilft Unternehmen dabei, festzustellen, wo ihr Sicherheitsfokus liegen sollte sowie zu entscheiden, welche Art von Sicherheitsvorkehrungen für jede Stufe getroffen werden müssen.

Wie viele Daten in jeder Kategorie vorhanden sind, wird in der Regel stark von der Branche beeinflusst, in der das Unternehmen tätig ist. Beispielsweise speichern Finanzinstitute und Regierungsorganisationen meist mehr vertraulichere Informationen als andere Sektoren. Ebenso arbeiten Händler, die Kreditkartenzahlungen akzeptieren, mit einer Vielzahl vertraulicher Kundeninformationen, die einen strengen Schutz erfordern.

3. Schritt: Kontrolle, wer Zugriff auf sensible Daten hat
Sobald die Daten entsprechend klassifiziert und eingestuft sind, besteht der nächste Schritt darin, den Zugriff auf diejenigen Nutzer zu beschränken, die ihn tatsächlich benötigen. In diesem Stadium ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass nicht alle Datenschutzverletzungen bösartig sind. Viele sind das Ergebnis unbeabsichtigter Nachlässigkeit von Mitarbeitern wie verlorene Memory-Sticks oder Laptops. Die Einführung einer Zugangskontrolle für sensible oder vertrauliche Daten macht es nicht nur böswilligen Insidern und externen Angreifern deutlich schwieriger, Daten zu stehlen, sondern ist auch eine der schnellsten Möglichkeiten, unbeabsichtigte Sicherheitsverstöße zu verhindern. Schließlich können Mitarbeiter nichts verlieren, was sie gar nicht haben.

Dieser Ansatz gewährleistet auch die Sicherheit der Daten, unabhängig davon, ob sie sich im Ruhezustand, in Übertragung oder in Bearbeitung befinden. In Kombination mit Sicherheits-Best-Practices wie Data-Awareness-Schulungen kann dieser Ansatz weitaus mehr Sicherheit bieten, als sich allein auf Firewalls und Antivirensoftware zu verlassen.

4. Einsatz datenzentrierter Technologien zur weiteren Stärkung der Sicherheit
Als weitere Sicherheitsschicht gibt es zahlreiche datenzentrische Sicherheitstechnologien, die speziell für den Schutz sensibler Daten entwickelt wurden. Data Loss Prevention (DLP), Cloud Access Controls, Verschlüsselungs- und Datentransparenzstrategien können ein erfolgreiches Programm ergänzen und bieten noch robusteren Schutz in der heutigen anspruchsvollen Online-Umgebung.

Trotz des alarmierenden Anstiegs der Cyber-Angriffe in den letzten Jahren ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass ein Sicherheitsverstoß nicht automatisch zu Datenverlust führt. Die Wahl eines datenzentrierten Ansatzes, anstatt ausschließlicher Verteidigung des Perimeters, kann im Falle eines Verstoßes Datenlecks verhindern. Ein grundlegender datenzentrierter Schutz muss nicht kompliziert sein. Wenn man sich nur die Zeit nimmt, um zu ermitteln, welche sensiblen Daten im Unternehmen existieren, wo sie sich befinden und wer Zugang zu ihnen haben sollte, kann dies die Verteidigung der Unternehmen erheblich stärken. (Digital Guardian: ra)

eingetragen: 11.07.19
Newsletterlauf: 13.08.19

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Meldungen: Hintergrund

Das IT-Sicherheitskennzeichen ist kein Prüfsiegel

Ist mein Router wirklich sicher? Wie verhält es sich mit meinem E-Mail-Dienst? Viele Hersteller und Anbieter von IoT-Produkten geben vollmundige Versprechungen über die Sicherheit ihrer Dienste oder Produkte. Doch was dahintersteckt, können Verbraucherinnen und Verbraucher nicht immer nachvollziehen.

Offene hybride Kriegsführung

Die EMEA-Region meldete über 1,8 Millionen Angriffe im ersten Halbjahr 2022, ein Anstieg von neun Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021, so der neueste Netscout Threat Intelligence Report. Während Russland und die Ukraine die DDoS-Hauptangriffsziele waren, gab es in mehreren Ländern der Region ungewöhnliche Angriffsspitzen, die auf die Auswirkungen des Krieges zurückzuführen sind.

Benutzer ohne Schulung oft wehrlos gegen Angriffe

Im Jahr 2021 ist laut dem "Cyber Attack 2021 Mid Year Report" die Zahl der Ransomware-Angriffe um satte 93 Prozent gestiegen. Eine weltweit durchgeführte Umfrage aus dem Jahr 2022 ergab, dass bereits rund 46 Prozent der in Deutschland befragten Unternehmen mindestens einmal Opfer einer Cyber-Attacke geworden waren.

Umgang mit hochsensiblen Gesundheitsdaten

Gesundheits- und Mental-Health-Apps erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit. Während die einen mit Trainingseinheiten von Yoga, Pilates, Krafttraining bis hin zum Laufen zum allgemeinen Wohlbefinden und Fitness beitragen wollen, widmen sich Mental-Health-Apps der psychischen Gesundheit mit Ratschlägen zu einem gesunden Leben.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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