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Rechenzentren: Totgesagte leben länger


Trends 2020: APIs können Geschäftsmodelle transformieren und Umsätze steigern aber Cyberkriminelle wissen das natürlich auch
Die Umsetzung der digitalen Transformation wird dabei KI-gestützt sein, da diese bei Anwendungsplattformen, Telemetrie, Datenanalyse und ML-Technologien weitere Kapazitäten freisetzt



Von Chris Dercks, Regional Vice President DACH bei F5 Networks

Multi-Cloud-Apps, DevOps und erneut zahlreiche neue Angriffsmethoden standen im Jahr 2019 im Fokus. Sicher gibt es auch im kommenden Jahr zahlreiche Überraschungen. Doch auf welche absehbaren Trends können sich Unternehmen schon jetzt vorbereiten? 2020 werden immer mehr Unternehmen entscheiden müssen, mit welchen Anwendungen sie sich am Markt behaupten und den Wettbewerb um Kunden gewinnen wollen. Eine neue Generation an Apps treibt die Skalierung und Erweiterung digitaler Geschäftsmodelle voran. Eine besondere Rolle spielen dabei Cloud-basierte Infrastrukturen und die Automatisierung in der Softwareentwicklung.

Die Umsetzung der digitalen Transformation wird dabei KI-gestützt sein, da diese bei Anwendungsplattformen, Telemetrie, Datenanalyse und ML-Technologien weitere Kapazitäten freisetzt. Verteilte Anwendungsdienste verbessern die Leistung, Sicherheit, Prozesse und Anpassungsfähigkeit von Apps ohne großen Entwicklungsaufwand.

"Anwendungskapital" immer wichtiger
Anwendungen sind heute das zentrale Instrument, um Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und zu vertreiben. Trotzdem wissen die meisten Unternehmen nur ungefähr, wie viele Apps sie besitzen, wo sich diese befinden und ob sie Bedrohungen ausgesetzt sind. Für ein effektives Management dieses "Anwendungskapitals" benötigen sie eine Gesamtstrategie, die Richtlinien und die Gewährleistung der Compliance beinhaltet.

Dafür müssen sie auch wissen, wie Anwendungen entwickelt, erworben, bereitgestellt, verwaltet, gesichert und wieder außer Betrieb genommen werden. Auf übergeordneter Ebene sind dabei sechs Maßnahmen umzusetzen: App-Inventar erstellen, Cyberrisiken beurteilen, Anwendungskategorien definieren, benötigte Anwendungsdienste festlegen, Bereitstellungsparameter definieren sowie Rollen und Verantwortlichkeiten klären.

DevOps-Kultur nötig
In diesem Jahr standen die technischen Details und Tools von DevOps im Mittelpunkt. 2020 geht es vor allem darum, diese richtig einzusetzen und damit die Produktivität zu erhöhen. Die Entwicklung einer DevOps-Kultur ist dabei unverzichtbar. Denn schon alleine die Struktur der Teams hat großen Einfluss auf die Automatisierung der DevOps-Pipeline. Entsprechend entstehen stärker auf Kollaboration ausgerichtete Teamstrukturen, die sich an Key Metrics orientieren. So kann sich NetOps auf die schnellere und häufigere Bereitstellung von Anwendungen konzentrieren.

DevOps hat bei Integrationstypen, Tools und Skillsets gegenüber NetOps zehn Jahre Vorsprung. Doch kollaborative Teams können den Status quo aufbrechen, indem sie die Standardisierung unterschiedlicher Tools für die Software-Bereitstellung wie Jenkins oder GitHub vorantreiben. Denn DevOps darf nicht damit enden. So müssen Bereitstellungsfunktionen ebenso wie eine komplexe Pipeline von Geräten und Anwendungsdiensten automatisiert werden. Und das geht nur mit einer effektiven Neuausrichtung der Technologiekultur.

Rechenzentren: Totgesagte leben länger!
Trotz diverser Unkenrufe führte die Cloud nicht zum Ende der Rechenzentren und wird es auch künftig nicht. Im Gegenteil: Anfang 2019 sagten die Marktforscher von IDC bei der IGEL Disrupt Conference, dass mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen Cloud-Workloads wieder in unternehmenseigene Rechenzentren überführen wollen aufgrund von Sicherheit, Transparenz und Performance.

Zudem erhoffen sich die Unternehmen eine bessere Verfügbarkeit von Multi-Cloud-Tools sowie die Unterstützung von Anwendungsarchitekturen, die auf flexiblen Technologien wie Containern basieren. Das Rechenzentrum ist also nicht tot. Es entwickelt sich nur weiter.

Herausforderungen beim App-Schutz steigen
Den Unternehmen wird zunehmend klar, dass es beim Schutz von Apps nicht nur um Code geht, sondern auch um Architektur, Konfigurationen, Vernetzungen und Anwender. Eine aktuelle Studie von F5 Labs zeigt, dass allgemeine Best Practices oder Checklisten wenig hilfreich sind. Stattdessen sollten maßgeschneiderte Sicherheitsvorkehrungen auf die tatsächlichen Bedrohungen abgestimmt werden. Der erste Schritt jedes effektiven Risikomanagements ist dabei die fortlaufende Erfassung des eigenen Inventars.

Wie schon bisher werden ursprünglich gefährliche Technologien schrittweise in Geschäftsmodelle integriert. Zum Beispiel hat sich Cloud Computing von einer hochriskanten Innovation zu einer soliden Basis moderner Infrastrukturen entwickelt. Die mit der Cloud verbundenen Gefahren wurden eliminiert oder in Form von Service Level Agreements und Audits in vertragsrechtliche Risiken umgewandelt.

APIs ebnen den Weg zum Erfolg
APIs (Application Programming Interfaces) können Geschäftsmodelle transformieren und Umsätze steigern aber Cyberkriminelle wissen das natürlich auch. Deshalb müssen sich Unternehmen mehr denn je um APIs kümmern und insbesondere die Zugriffe absichern. Häufig verschaffen sich Angreifer über zu weit gefasste API-Berechtigungen Einblick in die gesamte Anwendungsinfrastruktur. API-Aufrufe sind außerdem anfällig für übliche Angriffsmethoden wie Injection, Credential Brute Force, Parameter-Manipulation und Session Snooping.

Ein weiteres Problem ist Transparenz. API-Sicherheit kann direkt in einer Anwendung oder noch besser mit API Gateways implementiert werden. Diese schützen Programmierschnittstellen mit Funktionen wie Durchsatzbegrenzung zur Verhinderung von Denial-of-Service-Attacken und Autorisierung. Letztere beschränkt den Zugang zu APIs auf bestimmte Clients, die üblicherweise durch Tokens oder API Keys identifiziert werden. Zudem können API Gateways die nutzbaren HTTP-Methoden einschränken und Angriffsversuche sichtbar machen.

Diese Trends sind nur die Spitze eines immer größer werdenden Eisbergs. Jeder Neujahrsvorsatz sollte die Verpflichtung enthalten, effektive Konzepte für Entwicklung, Bereitstellung, Nutzung und Verwaltung des Anwendungsportfolios zu erarbeiten. Der beste Weg, um dies zu erreichen und Transparenz vom Code bis zum Kunden zu schaffen, besteht im Einsatz konsistenter Multi-Cloud-Anwendungsdienste. Also: Auf ein sicheres, innovatives und erfolgreiches Jahr 2020.
(F5 Networks: ra)




eingetragen: 15.12.19
Newsletterlauf: 15.01.20

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Meldungen: Hintergrund

Vereinheitlichung des Datenschutzes

18 Datenschutzbehörden für ein Land: Die Kontrolle des Datenschutzes in der Wirtschaft übernehmen in Deutschland die Länder. Hinzu kommt eine Bundesbehörde. IT-Sicherheitsexpertin Patrycja Tulinska sieht das kritisch: "Gleiche Sachverhalte unterliegen dadurch unterschiedlicher Bewertung." Die Geschäftsführerin der PSW Group Consulting wünscht sich einen ernsthaften Diskurs und eine andere Lösung: "Eine Möglichkeit wäre, eine einheitliche Regelung auf Bundesebene zu schaffen. Alternativ könnten Datenschutzverfahren aber auch gleich auf EU-Ebene ausgelagert werden, denn immerhin sollte die EU-Datenschutzgrundverordnung Europas Datenschutz vereinheitlichen." So ganz geglückt ist gerade letzteres aber nicht: Es gibt 27 EU-Mitgliedsstaaten und 69 Öffnungsklauseln in der EU-Datenschutz-Grundverordnung, die ein Nationalstaat individuell ausfüllen kann. Hierzulande regelt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) auf Bundesebene den Datenschutz – sowohl für die Bundesbehörden als auch für den privaten Bereich einschließlich privatwirtschaftlicher Unternehmen, Vereine und Institutionen.

Amateure haben die Szene übernommen

Nach Angaben der Sicherheitsspezialisten von Radware haben Razzien, Verhaftungen und die Beschlagnahmung von Servern keine nennenswerten Auswirkungen auf das Wachstum illegaler Booter- und Stresser-Dienste. Solche Dienste, auch als DDoS-as-a-Service bezeichnet, werden von vielen Hackern angeboten, die auf diese Weise ihre bestehenden Botnets vermarkten, wenn sie diese nicht gerade selbst für eine Attacke einsetzen. Sie agieren wie ganz normale Unternehmen nach marktwirtschaftlichen Kriterien. Die Services werden statt wie früher im Darknet und auf sozialen Medien heute vor allem auf gängigen Internet-Suchmaschinen umfangreich beworben, und ein starker Wettbewerb sorgt für immer niedrigere Preise und senkt so die Eintrittsschwelle für Amateur-Hacker.

Spekulationen um Exit-Scam

Empire Market, einer der größten Marktplätze im Darknet, ist seit dem 21. August 2020 offline. Dies berichtet Digital Shadows. Laut Digital Shadows wird angenommen, dass es sich um einen Exit-Scam handelt und die Betreiber der Seite mit dem Geld der kriminellen Kundschaft verschwunden sind. Digital Shadows berichtet weiter:

"Empire Market zählte bislang zu den umsatzstärksten Umschlagsplätzen im Darknet. Nach der Zerschlagung der illegalen Marktplätze Alpha Bay und Hansa durch Behörden, entwickelte sich Empire für Hunderttausende von Cyberkriminellen zu einem der wichtigsten Handelsplattformen von illegaler Ware im englischsprachigen Raum. Neben Drogen wurde mit gefälschten Dokumenten wie Pässen und Führerscheine sowie Malware gehandelt.

IT-Security nach der Coronakrise

Viele Unternehmen waren gezwungen, ihre IT-Sicherheit seit Beginn der Pandemie an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Für die meisten Unternehmen in Deutschland war und ist dies immer noch eine große Herausforderung, da ihre Belegschaft oft zum ersten Mal aus der Ferne arbeitet. Der deutschsprachige Markt war beim Thema Homeoffice im internationalen Vergleich schon immer konservativ und hinkt nun etwas hinterher, weil man zu lange an alten Konzepten mit Anwesenheit im Büro und Arbeitszeiterfassung festhielt. Die Verantwortlichen für IT-Sicherheit müssen nun mit neuen I auf die aktuelle Krise und die Zeit danach reagieren. Doch wie können derzeitige Ansätze angepasst werden, um die neue Welle von Risiken zu mindern, die der Lockdown und das Arbeiten aus dem Homeoffice mit sich gebracht hat? Oder werden komplett neue Konzepte benötigt?

In Zukunft mehr Botnet-Angriffe

20 Jahre ist es her, dass der Computervirus "ILOVEYOU" um die Welt ging, und vor drei Jahren machte die Ransomware "WannaCry" weltweit zahlreichen Unternehmen zu schaffen. Zu den prominentesten Opfern gehörten 2017 FedEx und die Deutsche Bahn. Martin Hron, Senior Security Researcher bei Avast, wirft in dem folgenden Statement einen Blick zurück auf 20 Jahre Computerviren und beschreibt, mit welchen Angriffen wir zukünftig rechnen müssen: "Im Jahr 2000, als der ILOVEYOU-Virus sein Unwesen trieb, war die Kapazität der betroffenen Netzwerke nichts im Vergleich zu heute. Die E-Mail war damals das einzige digitale Kommunikationstool, welches Unternehmen zur Verfügung stand, weswegen der damalige Virus schnell die gesamte Kommunikation lahmlegte. Der "Love-Letter"-Virus richtete damals einen Schaden von 15 Milliarden Euro an und war der erste Schädling, der das Prinzip des Social Engineering umsetzte.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmet sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 (07.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr) behandelt das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2 (21.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
führt in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3 (04.11.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
klärt auf über "Pentesting".

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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