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Cyberangriff auf wichtige Pfeiler der Gesellschaft


Industrieunternehmen wenden sich verstärkt KI-basierten Lösungen zur Analyse von Cybersicherheitsdaten
Mit zunehmender Nutzung von 5G nehmen aber auch die potenziellen Sicherheitsbedrohungen durch diese Geräte zu. 2020 wird sich die Gefahrenlage zuspitzen



Autor: Forescout

Am Ende jedes Jahres setzen wir bei Forescout uns zusammen und erörtern, welche Trends sich unserer Meinung nach in den nächsten zwölf Monaten beschleunigen und welche neu entstehen werden. Als wir dieses Jahr mehr als 50 Prognosen auf letztendlich sechs eingrenzten, fiel uns einmal mehr auf, wie schnell sich der Cybersicherheitssektor doch verändert. Die Bedrohungen und Angreifer werden immer raffinierter und richten weiter verheerende Schäden in Unternehmen aller Größen und Branchen an, und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie strategischer denn je vorgehen müssen, wenn sie ihren Sicherheitsstatus verbessern wollen. Es bedeutet auch, dass sie sich mit vielversprechenden neuen Technologien auseinandersetzen müssen einige davon erwähnen wir im Folgenden , noch bevor diese sich allgemein etabliert haben. Dies umfasst sowohl die Einführung neuer Technologien als auch den Schutz neuer Geräte. Und schließlich bedeutet es, einige der Auswirkungen zu bedenken, die ein Cyberangriff auf wichtige Pfeiler unserer Gesellschaft haben könnte.

Wir können zwar nicht alles aufzählen, was unserer Ansicht nach im Jahr 2020 passieren wird, haben aber für die folgende Liste einige Punkte ausgewählt, die wir für besonders relevant halten.

KI in der Industrie - Industrieunternehmen wenden sich verstärkt KI-basierten Lösungen zur Analyse von Cybersicherheitsdaten zu. Dies ist Teil einer allgemeineren Entwicklung: Unternehmen setzen zunehmend auf Automatisierung, da Personalmangel, Kosten und die Sicherheitsanforderungen sie zwingen, nach Tools Ausschau zu halten, die Aufgaben effizient und effektiv übernehmen können. KI- und ML-Tools werden Daten das neue Erdöl der Cybersicherheit nutzen, um manuelle Analysen zu erweitern oder zu ersetzen.

Gerade Industrieunternehmen suchen jedoch nach Wegen, um Geräte für kritische Infrastrukturen besser zu schützen. Wie anfällig diese sind, hat die wachsende Zahl und Schwere von Angriffen auf Energieversorger und Produktionsanlagen in den letzten Jahren immer deutlicher gemacht. Die CISOs wünschen sich dringend Tools, die ihnen bei der Lösung dieses Problems helfen können. Und die KI hat das Potenzial, ungewöhnliche Aktivitäten aufzuzeigen, die auf einen Angriff hinweisen könnten, und Sensordaten zu analysieren, um effektiver auf Sicherheitsbedrohungen und sogar auf Anforderungen der vorausschauenden Instandhaltung zu reagieren. Beides ist wichtig, da ein Ausfall kritischer Infrastrukturen katastrophale Folgen haben kann. Zwar ist die künstliche Intelligenz kein Wundermittel; sie erfordert umfassendes Fachwissen und befindet sich in vieler Hinsicht noch in den Frühstadien ihrer technischen Entwicklung. Dennoch wird die Nachfrage nach KI in 2020 und darüber hinaus weiter steigen.

5G - Der Markt für 5G-Infrastrukturtechnologien wird voraussichtlich auf 4,2 Mrd. US-Dollar anwachsen, und zwei Drittel der Unternehmen planen, nächstes Jahr 5G einzusetzen, konstatiert Gartner. Mit 5G-Technologien können Unternehmen bestehende Netzwerke durch solche mit geringerer Latenz und höherer Bandbreite ersetzen. Dadurch können sie mehr Arten von Geräten vernetzen und neue technische Möglichkeiten in Bereichen wie KI, Edge Computing und Automatisierung nutzen. Dies eröffnet Unternehmen eine bedeutende Chance, ihre Technologieaufstellung zu verbessern.

Mit zunehmender Nutzung von 5G nehmen aber auch die potenziellen Sicherheitsbedrohungen durch diese Geräte zu. 2020 wird sich die Gefahrenlage zuspitzen. Geräte dieser Art erreichen dann eine kritische Masse, die die Unternehmen zwingen wird, das Risikoparadigma für vernetzte Geräte neu zu bewerten, da sich immer mehr 5G-Geräte direkt mit Mobilfunknetzen verbinden und dabei traditionelle Cybersicherheitstechnologien umgehen. Es lässt sich nicht abschätzen, ob es im Jahr 2020 bereits zu einem Angriff oder einer Sicherheitspanne bei dieser neuartigen Technologie kommen wird. So oder so müssen sich die Unternehmen jedoch überlegen, ob sie ihre Sicherheitsstrategien entsprechend anpassen oder aber hinnehmen wollen, dass ein wachsender Teil ihrer Geräte nicht angemessen geschützt ist.

Disruptionware Im Jahr 2020 wird zunehmend Disruptionware auf vernetzte Systeme und unautorisierte Geräte in der Gebäudeautomation und auf andere OT-Systeme angesetzt werden. Diese Angriffe können Ransomware, Malware zum Löschen von Festplatten und ähnlich zerstörerischen Code umfassen. Forescout hat bei seinen Untersuchungen im Jahr 2019 festgestellt, dass Disruptionware generell im Aufwind ist, insbesondere aber in Branchen wie der verarbeitenden Industrie, die stark von OT-Technologie abhängig sind. Solche Angriffe haben für Unternehmen enorme Konsequenzen. Ein Hersteller, der Opfer der Malware LockerGaga wurde, schätzt seine Kosten durch den Angriff auf über 40 Mio. Dollar nach einer Ausfallzeit von einer Woche.

Für 2020 erwarten wir zahlreiche weitere Angriffe dieser Art. Zudem glauben wir, dass sich mindestens ein schwerer Angriff auf ein großes Energie- oder Produktionsunternehmen ereignen wird, der dessen Betrieb gravierend stört. Die CISOs werden diesen Vorfall als Weckruf verstehen, die IT/OT-Konvergenz ihrer eigenen Unternehmen zu überdenken und Technologien wie Netzwerksegmentierung ins Auge zu fassen, mit denen sich solche Systeme schützen lassen. Zugleich wird der Vorfall die Regulierungsbehörden auf Bundes- und bundesstaatlicher Ebene alarmieren, die in der Folge stärkeren Regulierungsdruck auf den Energie- und Gesundheitssektor ausüben werden.

Veränderte Rolle des CISOs Bisher war der Trend zur IT-OT-Konvergenz weitgehend eine technische Angelegenheit. Die Netzwerke für IT und OT überschneiden sich zunehmend. Laut SANS haben 2019 bereits 84 Prozent der Unternehmen eine IT-OT-Konvergenzstrategie auf den Weg gebracht oder in Planung.

Diese technische Entwicklung wird sich 2020 zu einem kulturellen Trend ausweiten. Wenn CISOs zunehmend die Verantwortung für den Schutz von OT-Netzwerken übernehmen, der zuvor in der Regie der Teams lag, die diese Netzwerke betreiben, dann werden immer mehr sich dafür entscheiden, die IT- und OT-Sicherheitsteams zu einer einheitlichen Organisation zusammenzuführen. Die Vereinigung dieser Teams erfordert nicht nur einen kulturellen Wandel, sondern auch neue Kompetenzen und Schulungen für IT-, OT- und hybride IT-OT-Teams. Auch bedarf es einer Roadmap für eine engere Zusammenarbeit zwischen IT und OT.

Manche CISOs werden vielleicht sogar beschließen, die Sicherheitsteams mit dem Netzwerk- oder anderen Teams im Unternehmen zusammenzuschließen, um noch mehr Effizienz zu erzielen. Einige wenige Unternehmen haben damit bereits begonnen, ausgehend von der Vorstellung, dass die Sicherheit dadurch unternehmensweit besser integriert wird.

Gesundheitswesen - Bis Ende 2020 wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach bei einer Gesundheitseinrichtung eine gravierende Datenschutzpanne ereignen, bei der ein nicht gepatchtes Windows-7-Endgerät als Einfallstor dient. Microsoft wird Anfang 2020 das Ende von Windows 7 einläuten und für dieses Betriebssystem keinen Support mehr leisten.

Zu einer solchen Panne wird es kommen, obwohl viele Krankenhäuser auch Veränderungen bei der Beschaffung medizinischer IoT-Geräte einleiten werden. Die Sicherheit wird zwar nicht immer Vorrang vor anderen Faktoren wie Kosten oder Gerätetyp haben, aber im Kauf- und Beschaffungsprozess doch zunehmend eine Rolle spielen. Und das ist auch wichtig: Schließlich wird die Zahl der IoT-Geräte im Gesundheitswesen voraussichtlich um das Zwei- bis Dreifache steigen, sowohl in der IT als auch in der OT. Ein Angriff auf ein Gerät mit Windows 7 wird diese Entwicklung weiter vorantreiben. Auch werden Projekte üblicher und mit mehr Geld ausgestattet werden, die zur Absicherung von Geräten dienen, die nicht aktualisiert oder aus Kostengründen nicht ersetzt werden können. Insgesamt werden die Gesundheitseinrichtungen 2020 in beiden Fällen das Reifegradmodell für die Cybersicherheit weiterentwickeln. Die Gesundheitsversorger, die diese Entwicklung umgehen insbesondere kleine und mittlere Einrichtungen werden weiterhin mit verheerenden Cyberbedrohungen rechnen müssen.

Umstieg auf die Cloud verursacht neue Sicherheitsprobleme Die Finanzdienstleister beschleunigen im Rahmen ihrer digitalen Transformationsstrategien die Einführung von Cloud-Technologien. Der Umstieg vom Rechenzentrum in die Cloud kann jedoch auch zu wachsenden Cybersicherheitsproblemen führen. Dabei spielen etwa Fehlkonfigurationen eine Rolle, durch die kritische Daten offengelegt werden. Das ist besonders deshalb besorgniserregend, weil immer mehr Finanzdienstleistungsunternehmen immer mehr kritische Geschäftsanwendungen in die Cloud umziehen.

Wir erwarten, dass diese Beschleunigung der Cloud-Migration im Jahr 2020 zu einer massiven Datenpanne führen wird. Angesichts der Datenmengen, die die Finanzdienstleister speichern, und der gestiegenen Bereitschaft, kritische Daten in die Cloud zu verlegen, könnte der Vorfall große Ausmaße erreichen. (Forescout: ra)

eingetragen: 19.12.19
Newsletterlauf: 27.02.20

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Meldungen: Hintergrund

Vereinheitlichung des Datenschutzes

18 Datenschutzbehörden für ein Land: Die Kontrolle des Datenschutzes in der Wirtschaft übernehmen in Deutschland die Länder. Hinzu kommt eine Bundesbehörde. IT-Sicherheitsexpertin Patrycja Tulinska sieht das kritisch: "Gleiche Sachverhalte unterliegen dadurch unterschiedlicher Bewertung." Die Geschäftsführerin der PSW Group Consulting wünscht sich einen ernsthaften Diskurs und eine andere Lösung: "Eine Möglichkeit wäre, eine einheitliche Regelung auf Bundesebene zu schaffen. Alternativ könnten Datenschutzverfahren aber auch gleich auf EU-Ebene ausgelagert werden, denn immerhin sollte die EU-Datenschutzgrundverordnung Europas Datenschutz vereinheitlichen." So ganz geglückt ist gerade letzteres aber nicht: Es gibt 27 EU-Mitgliedsstaaten und 69 Öffnungsklauseln in der EU-Datenschutz-Grundverordnung, die ein Nationalstaat individuell ausfüllen kann. Hierzulande regelt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) auf Bundesebene den Datenschutz – sowohl für die Bundesbehörden als auch für den privaten Bereich einschließlich privatwirtschaftlicher Unternehmen, Vereine und Institutionen.

Amateure haben die Szene übernommen

Nach Angaben der Sicherheitsspezialisten von Radware haben Razzien, Verhaftungen und die Beschlagnahmung von Servern keine nennenswerten Auswirkungen auf das Wachstum illegaler Booter- und Stresser-Dienste. Solche Dienste, auch als DDoS-as-a-Service bezeichnet, werden von vielen Hackern angeboten, die auf diese Weise ihre bestehenden Botnets vermarkten, wenn sie diese nicht gerade selbst für eine Attacke einsetzen. Sie agieren wie ganz normale Unternehmen nach marktwirtschaftlichen Kriterien. Die Services werden statt wie früher im Darknet und auf sozialen Medien heute vor allem auf gängigen Internet-Suchmaschinen umfangreich beworben, und ein starker Wettbewerb sorgt für immer niedrigere Preise und senkt so die Eintrittsschwelle für Amateur-Hacker.

Spekulationen um Exit-Scam

Empire Market, einer der größten Marktplätze im Darknet, ist seit dem 21. August 2020 offline. Dies berichtet Digital Shadows. Laut Digital Shadows wird angenommen, dass es sich um einen Exit-Scam handelt und die Betreiber der Seite mit dem Geld der kriminellen Kundschaft verschwunden sind. Digital Shadows berichtet weiter:

"Empire Market zählte bislang zu den umsatzstärksten Umschlagsplätzen im Darknet. Nach der Zerschlagung der illegalen Marktplätze Alpha Bay und Hansa durch Behörden, entwickelte sich Empire für Hunderttausende von Cyberkriminellen zu einem der wichtigsten Handelsplattformen von illegaler Ware im englischsprachigen Raum. Neben Drogen wurde mit gefälschten Dokumenten wie Pässen und Führerscheine sowie Malware gehandelt.

IT-Security nach der Coronakrise

Viele Unternehmen waren gezwungen, ihre IT-Sicherheit seit Beginn der Pandemie an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Für die meisten Unternehmen in Deutschland war und ist dies immer noch eine große Herausforderung, da ihre Belegschaft oft zum ersten Mal aus der Ferne arbeitet. Der deutschsprachige Markt war beim Thema Homeoffice im internationalen Vergleich schon immer konservativ und hinkt nun etwas hinterher, weil man zu lange an alten Konzepten mit Anwesenheit im Büro und Arbeitszeiterfassung festhielt. Die Verantwortlichen für IT-Sicherheit müssen nun mit neuen I auf die aktuelle Krise und die Zeit danach reagieren. Doch wie können derzeitige Ansätze angepasst werden, um die neue Welle von Risiken zu mindern, die der Lockdown und das Arbeiten aus dem Homeoffice mit sich gebracht hat? Oder werden komplett neue Konzepte benötigt?

In Zukunft mehr Botnet-Angriffe

20 Jahre ist es her, dass der Computervirus "ILOVEYOU" um die Welt ging, und vor drei Jahren machte die Ransomware "WannaCry" weltweit zahlreichen Unternehmen zu schaffen. Zu den prominentesten Opfern gehörten 2017 FedEx und die Deutsche Bahn. Martin Hron, Senior Security Researcher bei Avast, wirft in dem folgenden Statement einen Blick zurück auf 20 Jahre Computerviren und beschreibt, mit welchen Angriffen wir zukünftig rechnen müssen: "Im Jahr 2000, als der ILOVEYOU-Virus sein Unwesen trieb, war die Kapazität der betroffenen Netzwerke nichts im Vergleich zu heute. Die E-Mail war damals das einzige digitale Kommunikationstool, welches Unternehmen zur Verfügung stand, weswegen der damalige Virus schnell die gesamte Kommunikation lahmlegte. Der "Love-Letter"-Virus richtete damals einen Schaden von 15 Milliarden Euro an und war der erste Schädling, der das Prinzip des Social Engineering umsetzte.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmet sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 (07.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr) behandelt das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2 (21.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
führt in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3 (04.11.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
klärt auf über "Pentesting".

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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