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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Fünf Prognosen zur Cybersicherheit für 2022

Joseph Carson: "Wir stehen am Rande eines Cyberkriegs"

Die globale Stabilität ist seit einigen Jahren bedroht: Die Zunahme von Cyberangriffen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft bedeuten, dass das Gleichgewicht der Kräfte zu kippen beginnt



Von Joseph Carson, Chief Security Scientist & Advisory CISO bei ThycoticCentrify

Die letzten anderthalb Jahre waren für viele Unternehmen weltweit eine Zeit der massiven digitalen Transformation. Um die Produktivität der Mitarbeiter beim mobilen Arbeiten aufrechtzuerhalten, musste manchmal auch eine Entscheidung zwischen Produktivität und Sicherheitsrisiken gefällt werden. Die meisten Mitarbeiter haben sich mittlerweile an ihr Homeoffice gewöhnt und genießen die Möglichkeit, private und berufliche Aufgaben besser in Einklang zu bringen. Dieser Zustand hat viele Unternehmen dazu veranlasst, den Wechsel zu einer permanenten hybriden Arbeitsumgebung in Betracht zu ziehen, was gleichzeitig eine erhebliche Veränderung der Sicherheitsbedrohungen zur Folge hat.

Ransomware ist zu einer der größten Bedrohungen geworden, da Cyberkriminelle nach lukrativeren Wegen suchen, um Profit zu machen. Die Cyberkriminellen werden immer raffinierter, während die Lösegeldforderungen in die Höhe schnellen. In der Untersuchung 2021 State of Ransomware Survey and Report von ThycoticCentrify gaben 64 Prozent der Befragten an, dass sie in den letzten zwölf Monaten Opfer eines Ransomware-Angriffs waren. Noch beunruhigender ist, dass 83 Prozent der Betroffenen sich gezwungen sahen, das Lösegeld zu zahlen, um ihre Daten wiederherstellen zu lassen.

Meine Vorhersagen für 2022

1. Wir stehen am Rande eines Cyberkriegs

Ich glaube, wir stehen am Rande eines umfassenden Cyberkriegs, da die Regierungen beschlossen haben, nicht länger zuzusehen, wie ihre Bürger und Unternehmen Opfer von Cyberangriffen werden. Das bedeutet, dass sie zurückschlagen werden, was zu einem regelrechten Cyberkrieg führen könnte. Dessen Auswirkungen könnten außer Kontrolle geraten, wenn sich verschiedene Hackergruppen zusammentun und gemeinsam agieren. Als Ergebnis wäre 2022 ein Cyberabkommen denkbar, das Cyberkriminelle dazu zwingt, in weniger sichere Häfen auszuweichen, und gleichzeitig Länder dazu bringt, sich im Kampf gegen Cyberkriminalität zusammenzuschließen. Die globale Stabilität ist seit einigen Jahren bedroht. Die Zunahme von Cyberangriffen und die Auswirkungen von Cyberangriffen auf die Gesellschaft bedeuten, dass das Gleichgewicht der Kräfte zu kippen beginnt.

2. Identität ist der neue Perimeter, Zugang ist die neue Sicherheit

Der Paradigmenwechsel hin zur Telearbeit hat sich beschleunigt und traditionelle Grenzen existieren nicht mehr. Die Unternehmen tun sich jedoch schwer, diese neuen Grenzen zu definieren. Faktoren wie Cloud Computing, Home-Office-Netzwerke, Endgeräte, mobile Anwendungen und ältere Systeme vor Ort haben die Problematik weiter verkompliziert. Einige Unternehmen haben versucht, mehrere Edge-Perimeter-Punkte durchzusetzen, was jedoch schwierig zu verwalten und zu sichern ist.

Wir müssen all diese Berührungspunkte mit dem Unternehmen betrachten und den verbindenden oder gemeinsamen Faktor bestimmen. Für die meisten Unternehmen ist dies die Identität, eines der Artefakte, die sie noch kontrollieren können. Das bedeutet, dass der Zugriff zur neuen Sicherheitskontrolle für die Unternehmensgrenzen geworden ist. Im Jahr 2022 werden Unternehmen die Kontrolle wiedererlangen, indem sie der Access Security höchste Priorität einräumen. Privileged Access ist zum digitalen Lügendetektortest geworden, mit dem die Authentizität von Identitäten überprüft wird, bevor der Zugriff auf Ressourcen freigegeben wird.

3. Hacking wird zum Mainstream-Sport

Seit Jahren sind Gamer und Streamer ein wachsender Trend in den sozialen Medien, da das Publikum ihre geheimen Techniken erfahren möchte, durch die sie den nächsten Level erreichen. Die Popularität hält an, da die Top-Gamer Millionen an Provisionen und Sponsorengeldern kassieren. Das Hacken folgt nun demselben Weg, indem die weltbesten Hacker ihre Hacking-Fähigkeiten online streamen und neue Techniken und Methoden zeigen, wie man die Sicherheit umgeht, den ersten Fuß in die Tür setzt und dann die Privilegien erhöht. Hacking-Gamification-Plattformen sind ebenfalls auf dem Vormarsch, da Hacking-Teams um den L33T-Status konkurrieren, um an der Spitze der Rangliste zu stehen. Dieser neue Trend wird sich 2022 fortsetzen und wir werden erleben, dass Hacking zu einem E-Sport wird, bei dem die Zuschauer dafür bezahlen, dass sie den Hackern beim Hacken zusehen.

4. Zero Trust wird zur Grundvoraussetzung

Zero Trust zählt seit einigen Jahren zu den Prioritäten in der Cybersicherheit. Es wird zu einem immer wichtigeren Rahmenwerk, um nicht nur die bekannten Sicherheitsrisiken der Vergangenheit, sondern auch die Sicherheitsrisiken der Zukunft zu reduzieren. Wenn Unternehmen sich damit beschäftigen, was Zero Trust wirklich ist, wird deutlich, dass es sich nicht um eine einzelne Lösung handelt, die man erwirbt oder installiert, oder um eine Aufgabe, die man irgendwann als abgeschlossen betrachtet. Zero Trust ist eine Reise und eine Einstellung dazu, wie man Unternehmen auf sichere Weise betreiben kann. Man wird nicht Zero Trust, man praktiziert eine Zero Trust-Mentalität.

Unternehmen suchen nach Wegen, um die Risiken von Cyberangriffen zu verringern. Sie akzeptieren, dass Sicherheit ein lebendiges System innerhalb des Unternehmens werden muss, anstatt des alten, statischen Ansatzes. Im Jahr 2022 kann Zero Trust Unternehmen dabei helfen, eine Ausgangsbasis für Sicherheitskontrollen festzulegen, die wiederholt werden müssen und Cyberkriminelle dazu zwingen, mehr Risiken einzugehen. Das führt dazu, dass Cyberkriminelle früher auffallen und die Verteidiger die Chance erhalten, Angreifer rechtzeitig zu entdecken und katastrophale Cyberangriffe zu verhindern.

5. Kryptowährungen sollten reguliert werden

Kryptowährungen haben einen schlechten Ruf. Bitcoins & Co. sind bei Hackern sehr beliebt, um bei ihren Erpressungsangriffen das Lösegeld damit bezahlen zu lassen. Dennoch werden sich Kryptowährungen aus meiner Sicht durchsetzen und die Finanzindustrie weiterhin stören. Doch sie müssen sich weiterentwickeln, um eine stabile Methode für Transaktionen zu werden und die Akzeptanz zu beschleunigen.

Einige Länder haben den Standpunkt eingenommen, dass der Energieverbrauch negative Auswirkungen hat, und stehen daher vor der Entscheidung, das Mining von Kryptowährungen entweder zu verbieten oder zu regulieren. In der Zwischenzeit haben mehrere Länder Kryptowährungen als eine Möglichkeit gesehen, ihre Wirtschaft zu differenzieren, um in der Technologiebranche wettbewerbsfähiger zu werden und Investitionen anzulocken. Im Jahr 2022 werden sich mehr Länder mit der Frage beschäftigen, wie sie Kryptowährungen einführen und gleichzeitig für mehr Stabilität sorgen können. Eine stärkere Regulierung ist nur eine Frage der Zeit. Die Stabilisierung wird zwar die Akzeptanz von Kryptowährungen beschleunigen, aber die große Frage, wie deren Wert bestimmt wird, bleibt.

Zum Autor:

Joseph Carson, Chief Security Scientist & Advisory CISO bei ThycoticCentrify, verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Cybersecurity-Industrie und ist vor allem auf die Bereiche Endgeräte-, Netzwerk- und Anwendungssicherheit, Zugriffskontrolle sowie privilegiertes Account-Management spezialisiert. Als Ethical Hacker, Certified Information Systems Security Professional (CISSP) und aktives Mitglied der Cyber Security Community ist Joe gern gesehener Speaker auf Konferenzen weltweit und Berater für Behörden und Unternehmen.

(ThycoticCentrify: ra)

eingetragen: 08.12.21
Newsletterlauf: 08.02.22

ThycoticCentrify: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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