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Cybersicherheit: Prognosen für 2019


PKI wird zum de facto Standard für IoT-Authentifizierung und -Identität
Unter Führung der EU werden Länder auf der ganzen Welt zunehmend Gesetze verabschieden, die hoch sichere Signaturen für digitale Verträge und Transaktionen erfordern




Von Amy Krigman, GlobalSign

Kaum zu glauben, aber (auch) 2018 ist wieder wie im Flug vergangen. Das Jahr war geprägt von Sicherheitslücken und Datenschutzverletzungen. Betroffen nicht zuletzt die einflussreichsten Sozialen Medien der Welt. Die Mutter aller sozialen Medien, Facebook, hatte in dieser Hinsicht ein ziemlich desaströses Jahr.

Ende September gab das Unternehmen bekannt, dass bis zu 50 Millionen Benutzer von einer schwerwiegenden Sicherheitslücke betroffen waren. Das setzte, nach der wirklicherstaunlichen Enthüllung vom März dem Ganzen die Krone auf. Wir erinnern uns. Das Politikberatungsunternehmen Cambridge Analytica hatte sensible Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Erlaubnis und Wissen gesammelt.

Als Folge dessen brach der Aktienkurs von Facebook dramatisch ein, und CEO Mark Zuckerberg selbst verlor fast 11 Milliarden Dollar. Im April musste er vor einem Kongressausschussaussagen. Ist Zuckerberg also wirklich gerüstet für 2019? Es sieht nun so aus, als würde das Unternehmenden Kauf einer großen Cybersecurity-Firma erwägen, um Sicherheitslücken in Zukunft zu vermeiden.

Dann war da noch das Google+. Das Netzwerk teilte jüngst mit, dass private Daten einer halben Million Nutzer offengelegt worden seien. Die Sicherheitslücke war schließlich das endgültige Todesurteil für das soziale Netzwerk.

Natürlich beschränkten sich Sicherheitslücken 2018 nicht auf Social Media-Magnaten. Handels- und Restaurantketten waren ebenfalls betroffen. Und natürlich gab es eine Reihe von Sicherheitslücken bei medizinischen Daten und solche, die sich gegen Behörden richteten.

Wenn Unternehmen mehr und bessere Vorkehrungen treffen, wird 2019 in Sachen Cybersicherheit vielleicht ein besseres Jahr. Die Sicherheitsexperten von GlobalSign haben wieder einmal in ihre sprichwörtlichen Kristallkugeln geschaut. Dies sind einige ihrer Prognosen für 2019.

Lila Kee, General Manager und Chief Product Officer
Deutlich mehr digitale Signaturen
Die Einführung digitaler Signaturen wird zunehmen. Das gesetzliche eIDAS-Regelwerk fungiert dabei als Goldstandard für elektronische Signaturen und digitale Identitäten. Unternehmen und Behörden werden ihre Arbeitsabläufe rasch digitalisieren und solide rechtliche Grundlagen für digitale Signaturen schaffen. Und damit den Weg endgültig für papierlose Workflows frei machen.

LancenLaChance, Vice President Geschäftsbereich IoT
Verifizieren von Identitäten bei Bitcoin unabdingbar. PKI wird zum de facto IoT-Standard.
Bitcoin hat seine dominierende Rolle bei den Kryptowährungen zurück. Damit wird es unabdingbar, Identitäten zuverlässig zu verifizieren. Nicht zuletzt, weil die Layer-2-Lösung, das Lightning-Netzwerk, von etablierten Zahlungsdienstleistern schnell akzeptiert worden ist.

Indes wird PKI zum de facto Standard für IoT-Authentifizierung und -Identität. Frühe IoT-Projekte gewinnen an Popularität und Akzeptanz, insbesondere was Anwendungen für die Industrie, die Energiewirtschaft, die Medizin und die Telekommunikation anbelangt. Blockchain ist nicht mehr wegzudenken, und es geht dabei um weit mehr als nur um Kryptowährungen. Wie bei allen neuen Technologien geht es darum, konkrete Anwendungsmöglichkeiten zu finden und besagte Technologienfür die Massenvermarktung kompatibel zu machen. Unternehmen werden im nächsten Jahr in Forschung und Entwicklung investieren, um Wege zu finden, diese Technologie für andere Zwecke, wie etwa Smart Contracts und Authentifizierung, einzusetzen.

Arvid Vermote, Chief Information Security Officer
Die Welt wird der EU bei ihren Schritten zur Bekämpfung von Online-Betrug folgen
Unter Führung der EU werden Länder auf der ganzen Welt zunehmend Gesetze verabschieden, die hoch sichere Signaturen für digitale Verträge und Transaktionen erfordern. Mit dem Ziel, Online-Betrug und -Kriminalität durch die Gewährleistung von Identität und Integrität zu bekämpfen.

Die Notwendigkeit von sicheren Identitäten bei Blockchain wird zunehmend relevanter, und verschiedene Interessengruppen werden Vorschläge zur Lösung des steigenden Bedarfs an Identitäten unterbreiten. Zur Lösung des Problems wird die PKI-Technologie verwendet werden, denn sie verknüpft Identitäten mit Blockchain-Adressen.

Co-sourced SOC: Immer mehr Unternehmen werden auf ein co-sourced Security Operations Center-Modell umstellen. Dabei beschäftigt sich ein externer Experte mit der erweiterten Analyse von sicherheitsrelevanten Vorkommnissen, während man sich intern um das eigentliche Sichten und Bearbeiten derselben kümmert.

Mehr und mehr IoT-Geräte und -Technologien erreichen die Märkte für Endverbraucher und Unternehmen. Wir werden also auch deutlich mehr Datenschutzverletzungen aufgrund von Sicherheitslücken bei diesen Geräten erwarten können. Als Folge davon wird sich der Fokus verlagern, und die Schwierigkeiten beim Schützen von IoT-Geräten / Netzwerken werden stärker in den Vordergrund treten.

John Murray, Vice President Sales West
E-Mail bleibt weiterhin ein leichtes Ziel für Phisher
Über E-Mail kommunizieren wir mit Diensten, die wir tagtäglich nutzen und denen wir vertrauen. Diese Mails lassen sich täuschend echt imitieren oder kopieren, und selbst erfahrene Nutzer sind dagegen nicht gefeit. 2019 werden "sociallyengineered" Mails und zielgerichtete Phishing-E-Mails der nächsten Generation weiter zunehmen. Sie suggerieren erfolgreich, von vertrauenswürdigen Absendern zu stammen. Das wiederum führt zu Beeinträchtigungen der Produktivität und zufinanziellen Verlusten.

Nisarg Desai, Direktor Produktmanagement, IoT-Lösungen
IAAS-Anbieter werden Best Practices für Sicherheit vorantreiben
Anbieter von Infrastruktur-as-a-Service (IaaS) wie Google, Microsoft (Azure) und Amazon Cloud werden 2019 Best Practices für Sicherheit für das IoT vorantreiben. Dieses Jahr fehlten Standards und Vorschriften noch weitgehend, und das wird sich vermutlich auch nächstes Jahr noch nicht ändern. Aber IAAS-Anbieter werden ähnlich vorgehen wie Google Best Practices im Bereich SSL vorangetrieben hat. Letztendlich werden diese Sicherheitspraktiken zu De-facto-Regeln werden. Angesichts der Fortschritte bei Verwaltungsplattformen und den Fähigkeiten von IoT-Geräten sollte das für niemanden überraschen.

Und es ist eine Entwicklung, die sich insgesamt positiv auf das Sicherheitsbewusstsein von Unternehmen und damit auf Cybersicherheit im Allgemeinen auswirkt.

Richard Hancock, Manager für Datenschutz und Privatsphäre der GMO Group - West
Die Auswirkungen der DSGVO über 2018 hinaus
2018 war das Jahr, auf das wir alle gewartet haben.
Sechs Jahre lang hat die Datenschutzwelt mit Spannung auf die nächste Generation von Vorschriften gewartet, die bestehende DS-Gesetze auf ein völlig neues Niveau gehoben haben.

Vermarkter waren darauf nicht ganz so erpicht. Seit Inkrafttreten der DSGVO am 25. Mai 2018 sind einige interessante Dinge passiert. Allen voran hat die ICANN den Kopf in den Sand gesteckt, und erst ein deutsches Gericht lieferte uns Orientierungshilfe und einen Präzedenzfall zur Datenminimierung (Hinweis: Wenn man sie nicht braucht, sollte man sie nicht erheben). Wir werden also 2019 zweifellos einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der Unternehmen erleben, die sich konkret mit der DSGVO auseinandersetzen. Bereits jetzt, im November 2018, deuten Untersuchungen darauf hin, dass weit weniger als 50 Prozent der Geschäftswelt vollständig konform sind.

Die britische Datenschutzbehörde (Information Commissioner s Office (ICO)) erörterte die Straffung des Antrags- und Akkreditierungsprozesses für verbindliche interne Datenschutzvorschriften (Binding Corporate Rules (BCR)), die hoffentlich nächstes Jahr umgesetzt wird. Ich habe mit vielen Unternehmen gesprochen, die sich um eine Rechtsgrundlage bemühen, um ihre Daten auf globaler Ebene zu verarbeiten. Aber Standardvertragsklauseln und BCRs sind für sie einfach zu schwierig. Datenschutzbeauftragte (DSB) und Leiter von Rechtsabteilungen (Chief Legal Officers (CLO)) würden deshalb ein wenig Unterstützung seitens der Aufsichtsbehörde durchaus begrüßen.

Bei den anstehenden Änderungen der Regelungen zum Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation (PECR) zur engeren Angleichung an die DSGVO werden Vermarkterinteressante Strategien entfalten, und die politischen Klimaveränderungen zum Ende des ersten Quartals, werden die Datenverarbeitung enorm beeinflussen.

2019 wird auch das Präzedenzfallgesetz erwähnenswert sein. Momentan richten sich alle Augen auf die Vorlieben von Google und Facebook. Aber in den folgenden 12 Monaten werden, wie ich hoffe, einige momentan noch uneindeutige Bereiche klarer werden. Man hofft, dass bis Ende des Jahres die meisten Interpretationen und Vermutungen, die ich derzeit im Gespräch mit führenden Datenschützern erlebe allmählich klaren und prägnanten Aktionsplänen Platz machen. 2019 sollte es keine Daten in Klartext geben.

Zum Schutz von Datenbanken, Dateien und E-Mails ist die Verschlüsselungstechnologie leicht zugänglich.

Wenn diese kombiniert mit Lösungen zur Schlüsselverwaltung und IAM eingesetzt wird, ist das eine sehr effektive Form der Abwehr und für einen verifizierten Zugang zu Ihren sensiblen Datenbeständen.

Ein weiterer großer Bereich für Änderungen in 2019 sind die vertraglichen Beziehungen zwischen vertrauenden Parteien.

Nach Artikel 28 und 30 der Verordnung unterliegt die Haftung für Datenverlust sowohl dem Verantwortlichem als auch dem Auftragsverarbeiter. Ich sehe bereits jetzt Vertragsklauseln, die deutlich sorgfältiger ausgearbeitet wurden und die diese zusätzlichen Pflichten, Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten in Bezug auf Informationssicherheit und Daten-Governance enthalten.

Jose Sue Smith, Senior Sales Engineer
Papierloses Arbeiten wird die Einführung digitaler Signaturen beschleunigen

Um die Digitalisierung zu erleichtern, ist papierloses Arbeiten ein Muss. Damit beschleunigt sich 2019 die Einführung digitaler Signaturen mit den entsprechenden Standards, die ihnen die nötige Vertrauenswürdigkeit gewähren. Das ist mit hohen Kosten verbunden. Die Branche wird also versuchen Wege zu finden, das Sicherheitsniveau aufrechtzuerhalten und die für Prozesse und Hardware erforderlichen Ressourcen zu reduzieren. Cloud-Lösungen werden folglich weiterhin florieren.

Dawn Illing, EMEA, Regional Product Manager
Die wachsende Zahl neuer Nutzer von Mobilbanking wird für Kriminelle ein neues Hauptziel sein - auch wenn die Angriffe der Infrastruktur und nicht unbedingt den Kunden selbst gelten

Geschwindigkeit und Wettbewerb bedeuten radikalen Wandel für traditionelle Banking-Modelle. 2018 dominierte Digital Banking. Open Banking breitete sich aus und traditionelle Bankingmodelle werden seltener. Handys fungieren zunehmend auch als Brieftaschen. 2019 werden Cyberangriffe zunehmen - eine wachsende Zahl neuer" Mobilbanking-Nutzer wird für Kriminelle ein Hauptziel sein - auch wenn sich die Angriffe gegen die Infrastruktur und nicht unbedingt gegen die Kunden direkt richten.

Konnektivität ist nun zwingend erforderlich. Das wiederum bedeutet, dass unterschiedliche Branchen das 2019 schnell erkennen und sich anpassen müssen, um eine sichere Methode zur Verifizierung digitaler Identitäten bereitzustellen. Wir sollten bedenken, dass, wenn in einem wettbewerbsintensiven Markt ein Dienst versagt, die Folgen immens sind. Insbesondere für den Ruf eines Unternehmens und einer Marke.

2017 bis 2018 war eIDAS (Electronic Identification, Authentication und Trust Services) im Finanzsektor noch kein weithin bekannter Begriff. Das wird sich ab 2019 ändern. Denn Finanzinstitute sind daran gebunden die erforderlichen rechtlichen Verpflichtungen einzuhalten. Und sie müssen gewährleisten, dass sie mit Sicherheit wissen, wer ihre Kunden sind. Das gilt auch für den Versicherungssektor, da die Regelungen für grenzüberschreitende Dienste und Zahlungen in anderen EU-Staaten im kommenden Jahr in Kraft treten und die Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden oberste Priorität hat. Infolgedessen werden sich die Sicherheitsausgaben 2019 um geschätzte 10 Prozent erhöhen, was sowohl auf die DSGVO als auch auf die Anforderungen an die Datensicherheit und die Anwendungssicherheit sowie das Identity Access Management zurückzuführen ist.
(GlobalSign: ra)

eingetragen: 25.11.18
Newsletterlauf: 17.12.18

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Meldungen: Hintergrund

Bessere Sicherheitskontrolle bei Software von Drittanbietern

Die meisten zukunftsorientierten Unternehmen haben agile Methoden eingeführt, um Software schneller und zuverlässiger zu entwickeln, zu testen und zu veröffentlichen. Auch wenn laut dem Hype Cycle for Agile and DevOps, 2020 vom Analystenhaus Gartner, DevSecOps in der Anfangsphase allgemein akzeptiert sind, kommt es immer wieder zu Differenzen zwischen Entwicklungs- und Sicherheitsteams. Sicherheitsvorgaben werden als unnötig übertrieben bzw. als Ursache für Verzögerungen bei der Anwendungsentwicklung und -bereitstellung angesehen. Für CISOs ist es daher oft schwer, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der Anwendungen so entwickelt werden können, dass sie sicher sind. Manchmal haben Entwickler auch schlichtweg nicht die Zeit, die Tools, die Fähigkeiten oder die Motivation, um einwandfrei sicheren Code zu schreiben. Bug-Bounty-Programme machen die finanzielle Auswirkung von Sicherheitsmängeln innerhalb eines Prozesses faktenbasiert sichtbar. Auf diese Weise können Entwicklungsteams und Dienstleister für die Erstellung oder Lieferung unsicherer Produkte zur Rechenschaft gezogen werden. Inhärente Sicherheitslücken können auf diese Weise geschlossen und eine kontinuierliche Verbesserung gefördert werden. Im Gegensatz zu konventionellen Methoden der Sicherheitsüberprüfung, wie Audits oder Pentests, ist über die Bug-Bounty-Plattform eine Interaktion mit den Sicherheitsforschern möglich. Dadurch entsteht ein fortwährender Transfer von Wissen und Kompetenzen zwischen ethischen Hackern und Entwicklern, der nicht nur zu besseren Cybersecurity Skills auf Kundenseite, sondern auch zu einem höheren Sicherheitsbewusstsein im Team führt. So können Sicherheitsteams mit immer neuen Ransomware-Angriffsmethoden besser Schritt halten.

Neue Herausforderungen für IT-Teams

Im Zuge der digitalen Transformation verändert sich die Arbeitswelt – und die Auswirkungen sind auch für die IT-Abteilung spürbar. Remote Work, Cloud Computing und persönliche, nicht-verwaltete Mobilgeräte bringen zahlreiche neue Risikofaktoren mit sich, die agile, wirkungsvolle Security-Maßnahmen erfordern. Dies verändert auch die Arbeitsweise von IT-Fachkräften. Die Auswirkungen der digitalen Transformation machen sind in der Geschäftswelt auf zahlreichen Ebenen bemerkbar. Typische Unternehmensprozesse lassen sich auch virtuell fortführen. Eine Produktpräsentation beispielsweise kann live gestreamt werden, die Besprechung mit der Abteilung kann als Online-Meeting stattfinden und die Zusammenarbeit kann zeit- und ortsunabhängig über geteilte Dateispeicherorte und per E-Mail, Teamchat oder Telefonat erfolgen. Die Digitalisierung eröffnet Unternehmen Möglichkeiten, Arbeitsabläufe grundlegend neu zu bewerten und nach anderen Aspekten zu gestalten. So können sie neue Arbeitsmodelle, die den Präferenzen der Mitarbeiter besser entsprechen, entwickeln und einführen. Im Zuge dessen befinden sich Mitarbeiter nicht mehr ständig am Unternehmensstandort, sondern wollen auf die Möglichkeit zurückgreifen können, von zuhause aus oder wo auch immer es ihnen beliebt, ihrer Arbeit nachgehen zu können. Derzeit sieht es danach aus, dass Unternehmen in naher Zukunft verstärkt auf hybride Arbeitsmodelle setzen werden: Der Präsenzbetrieb wird fortgeführt, mit parallelem Homeoffice zu abgesprochenen Zeiträumen oder dauerhaft für einen Teil der Belegschaft. Um auf einfache Weise Flexibilität und nahtlose Arbeitsabläufe für die heterogene Nutzerschaft zu gewährleisten, kommen auf IT-Seite verstärkt Cloud Technologien, SaaS-Anwendungen und mobile Endgeräte zum Einsatz.

Gesundheitsbranche: Mehr Gewicht für Cybersicherheit

Leere Tanksäulen, verriegelte Supermarkttüren und der erste digitale Katastrophenfall in Deutschland – Menschen weltweit haben die Folgen der jüngsten Cyberattacken gegen kritische Infrastrukturen (KRITIS) am eigenen Leib gespürt: Erst Colonial Pipeline, dann JBS, COOP und zuletzt der Landkreis Anhalt-Bitterfeld. In allen Beispielen wurde ein Teil der Grundversorgung für die Einwohner ausgehebelt. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist weiterhin nahezu handlungsunfähig und konnte unter anderem keine Sozialhilfen mehr auszahlen. Der Hackerangriff schädigt die Bürger im Landkreis direkt. Ebenfalls schwerwiegend sind Cyberattacken, bei denen Krankenhäuser erfolgreich gehackt werden. Auch hier wird die Liste der Angriffe immer länger: Ein besonders drastischer Fall ereignete sich im September 2020 im Uniklinikum Düsseldorf, als Cyberkriminelle die IT-Systeme korrumpierten und lahmlegten. Die Folge war, dass eine Patientin nicht rechtzeitig versorgt werden konnte und starb. Laut Check Point Research wurden Krankenhäuser in Deutschland seit November 2020 besonders stark ins Visier genommen, Cyberattacken gegen sie nahmen um 220 Prozent zu. Im Vergleich dazu stieg die Zahl aller anderen Wirtschaftssektoren zusammen um 22 Prozent. Im Durchschnitt erlebt die Gesundheitsbranche 187 Millionen Angriffe pro Monat weltweit, was in etwa 498 Attacken im Monat pro Organisation entspricht.

Entscheidungen über Security-Maßnahmen

Erhebungen über Bedrohungstrends gehören für Security-Anbieter zu den beliebtesten Vehikeln in der Kundenkommunikation. Tatsächlich liefern sie interessante Erkenntnisse – aber als Entscheidungsgrundlage für konkrete Sicherheitsstrategien taugen sie nur, wenn ein permanenter Abgleich mit der realen Situation der jeweiligen Unternehmen erfolgt. Dazu benötigt man Erhebungen, deren Hinweise auch fürs Management nachvollziehbar sind. Besonders wertvoll ist dies für den Mittelstand mit seinen Budget-Restriktionen und seinem hohen sektorspezifischen Spezialisierungsgrad. Entscheidungen über Security-Maßnahmen fallen vielen Unternehmen extrem schwer. Das Problem liegt in der Komplexität der Materie, was nicht nur Geschäftsführer und Vorstände überfordert, weil diese oft kaum Fachkenntnisse im Bereich Cybersecurity haben. Selbst gestandene CISOs und Security-Admins bringen die aktuellen Anforderungen nicht selten an den Rand ihrer Fähigkeiten: Neben die klassische IT treten je nach Unternehmensumgebung Anwendungen in der Cloud, IIoT, OT, soziale Netzwerke, mobile Geräte und weitere Spezialgebiete, deren Risiken und Bedrohungslandschaften nur Spezialisten für die entsprechenden Umgebungen bewerten können.

Ergebnisse des ersten Bug-Bounty-Programms mit Hackerone

Das britische Verteidigungsministerium (Ministry of Defence, MoD) hat den Abschluss seines ersten Bug-Bounty-Wettbewerbs bekannt gegeben, der zusammen mit Hackerone durchgeführt wurde. Bei dem Programm handelte es sich um einen 30-tägigen, von Hackern durchgeführten Sicherheitstest, der darauf abzielte, Schwachstellen aufzudecken, bevor sie von Gegnern ausgenutzt werden können. Aufgrund der Ergebnisse der sogenannten Integrated Review der britischen Regierung, hat diese sich zu "einer stärkeren Position in Sachen Sicherheit und Widerstandsfähigkeit" sowie "einem Fokus auf Offenheit als Quelle des Wohlstands" bekannt. Das nun durchgeführte Programm des MoD ist Teil einer organisationsweiten Verpflichtung, eine Kultur der Transparenz und Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit zu etablieren, um Cyber-Bedrohungen zu bekämpfen und die nationale Sicherheit Großbritanniens zu verbessern. "Das Verteidigungsministerium hat sich zu einer Strategie des ‚Secure by Design‘ entschlossen, bei der Transparenz eine wesentliche Rolle spielt, um Verbesserungsmöglichkeiten im Entwicklungsprozess zu identifizieren", kommentiert Christine Maxwell, Chief Information Security Officer (CISO) im britischen Verteidigungsministerium. "Es ist für uns wichtig, die Möglichkeiten unserer digitalen und Cyber-Entwicklung zu erweitern, um Mitarbeiter mit speziellen Fähigkeiten, Energie und Leistungsbereitschaft zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit der Community ethischer Hacker ermöglicht es uns, unseren Stab von technischen Experten zu vergrößern und unsere Ressourcen aus verschiedenerlei Richtungen zu schützen und zu verteidigen. Zu verstehen, wo wir Schwächen haben, und mit der großen Ethical-Hacking-Community zusammenzuarbeiten, um diese Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben, ist ein wesentlicher Schritt zur Verringerung von Cyberrisiken und zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit."

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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