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IAM und der Kampf um die Klicks


Welche Vorteile IAM-Lösungen für Geschäftsprozesse und Marketing-Initiativen haben
Meistens ist die Registrierungspflicht der Grund, warum ein Einkauf oder eine Bestellung abgebrochen werden

Von Petteri Ihalainen

(02.07.15) - Wenn Sie mit jemandem aus der Marketingabteilung über Identity & Access Management (IAM) sprechen, passieren üblicherweise zwei Dinge: Die Blicke wandern ziemlich schnell ins Leere und dann beginnt das typische Wischen auf dem iPhone. Spätestens ab diesem Zeitpunkt haben Sie das allgemeine Interesse verloren. IAM ist nun mal ein Technologiebegriff. Und vor allem: er sagt zunächst eher wenig über sinkende Exit Rates oder verbesserte Konversionsraten aus. Trotzdem macht es Sinn sich den Zusammenhang zwischen Marketing und IAM etwas genauer anzusehen.

Eine gute und durchdacht integrierte IAM-Lösung hilft Marketingabteilungen nämlich bei unterschiedlichen Web-basierten Initiativen. Als IAM-Profi sollte man CMOs allerdings die Vorteile plausibel machen, wenn man Gehör finden will.

Deshalb haben wir hier einige Fakten zusammengestellt, welche Vorteile IAM-Lösungen für Geschäftsprozesse und Marketing-Initiativen haben.

Abbruchraten senken
Wenn es Ihnen gelungen ist, einen Website-Besucher tief ins Innere einer Seite zu ziehen, haben Sie das Problem Bounce-Rate bereits überwunden. Exit Rates informieren Sie darüber, wie viele Besucher eine bestimmte Webseite wieder verlassen haben. Müssen Sie aus irgendeinem Grund die Identität des Nutzers erfassen, ist er gezwungen aktiv zu werden. Ist eine Aktion dann aber zu kompliziert oder zu langwierig, sind Besucher schnell weg von einer Seite. Commerce-Websites haben eine immens hohe Abbruchrate von zirka 70 Prozent beim Einkaufswagen.

Meistens ist die Registrierungspflicht der Grund, warum ein Einkauf oder eine Bestellung abgebrochen werden. Eine E-Commerce-Website verlangt oft zwingend, dass der potenzielle Kunde komplexe Formulare ausfüllen und ein Konto für die Website erstellen muss. Das kennen wir selbst zu Genüge. Einige Sites machen es in punkto Registrierung zwar besser als andere. Aber die Registrierung ist immer noch genau der Punkt, an dem die Mehrzahl der Kunden den Einkauf abbricht.

Der erste Schritt, um die Abbruchrate zu senken: Machen Sie die Registrierung für den Endbenutzer so einfach wie möglich. Soziale Identitäten wie Facebook, Google oder LinkedIn bieten eine Ein-Klick-Methode an, um die Benutzeridentität zu erfassen. Soziale Identitäten liefern Namen und E-Mail-Adresse des Benutzers. Eine in Online-Dienste integrierte IAM-Lösung kann diese Identitäten bereitstellen, was eine einfache Methode ist, Besucher zu erfassen. Wenn der Benutzer dann noch zwischen verschiedenen Seiten oder Geschäftsfeldern ein und desselben Anbieters wechselt, erlaubt die IAM-Lösung eine durchgängige Authentifizierung. Das heißt über die IAM-Lösung werden ursprünglich bereitgestellte Authentifizierungsinformationen beibehalten. Der Nutzer muss das Logo der entsprechenden sozialen Identität nicht noch ein Mal anklicken.

Soziale Identitäten eignen sich deshalb gut, um eine Benutzeridentität zu erfassen. Sie sind aber schlicht zu suspekt, um auf ihrer Grundlage echte Transaktionen durchzuführen. Bis zu 11 Prozent aller Facebook-Identitäten sind gefälscht. Für die eigentliche Transaktion braucht man also noch eine andere Methode. Wenigstens müssen Sie die Nutzer darum bitten, Ihre Kreditkartendetails einzugeben.

Wiederkehrende Besucher
Einigen Shopping Sites ist es gelungen, dem Besucher das Einkaufen so einfach wie möglich zu machen. Amazon ist dafür das Paradebeispiel. Leider ist das 1-Klick-Verfahren für Online-Shopping in einigen Marktbereichen durch ein Patent abgedeckt. Eine IAM-Lösung trägt auf ganz ähnliche Weise dazu bei, den Bestellvorgang für einen wiederkehrenden Besucher der Website oder den Nutzer eines bestimmten Dienstes zu erleichtern. Und das natürlich ohne das obige Patent zu verletzen. Angenommen der Nutzer durchläuft beim ersten Besuch einer Website den Registrierungsprozess mittels Facebook-Identität oder anderer sozialer Medien. Wenn er dann noch einige Daten im Registrierungsformular ausfüllt und vielleicht sogar ein Passwort für das Benutzerkonto erstellt kann die IAM-Lösung diese beiden Identitäten erfassen. Natürlich nur, wenn der Nutzer zustimmt.

Wiederkehrende Besucher können sich dann über Single Sign-On (SSO) beim entsprechenden Online-Service anmelden, da die meisten von uns ständig bei Facebook, Google oder LinkedIn angemeldet sind. Ein Nutzer muss also nicht die ID (E-Mail) oder das Passwort verwenden, dass er bei seinem ersten Besuch erstellt hat. Das übernimmt die IAM-Lösung über eine Technologie, die sich benutzergesteuerte Federation nennt und bei der zwei Identitäten miteinander verbunden sind. In diesem Fall die soziale Identität und das Konto, das der Benutzer erstellt hat. Diese Methode erleichtert es dem Benutzer auf einen Online-Dienst direkt zuzugreifen. Sie hat aber auch für den Webseiten-Betreiber Vorteile: Eingesetzte Business-Intelligence- oder Tracking-Lösungen erhalten die Informationen aus den Kontodaten und nicht die Daten der sozialen Identität. Das reduziert die Anzahl der benötigten Klicks, um einen wiederkehrenden Besucher zu erfassen.

Zurücksetzen von Passwörtern
Wenn ein Kunde Helpdesk anrufen muss, um das Passwort zurückzusetzen, schnellen die Betriebskosten geradezu in die Höhe. Was jeder Betreiber einer Website wissen sollte, wessen er sich aber oftmals nicht bewusst ist: Auch dieser Vorgang lässt sich vereinfachen.

IAM-Lösungen sollten dazu definitiv eine Passwort-Reset-Funktion über Self-Service integrieren. Das ist eine einfache Funktion, die Ihren Kunden das Leben erleichtert und Ihnen als Anbieter eine Menge Geld erspart. Weniger Klicks beim Zurücksetzen von Passwörtern wirken sich positiv auf die Benutzerfreundlichkeit aus.

Wenn man bestimmte Online-Dienste eher selten benutzt, vergisst man leicht die bei der Registrierung verwendeten Passwörter. Beim Zurücksetzen des Passwortes wird meistens ein Reset-Link verwendet, der an die registrierte E-Mail-Adresse gesendet wird. So weit, so gut. Nach einem Klick auf diesen Link werden wir auf die Seite "Neues Passwort erstellen" des betreffenden Online-Dienstes geführt und erstellen ein neues Passwort. Nach dem Betätigen der Schaltfläche "Senden", werden wir auf die Login-Seite geleitet Moment mal... - ich habe doch gerade das neue Passwort gesendet. Warum muss ich mich jetzt erneut einloggen? Wenn Sie eine IAM-Lösung verwenden, kann diese eine neue authentifizierte Sitzung für den Benutzer erstellen, nachdem das neue Kennwort erstellt wurde. Der Kunde wird direkt als authentifizierter Benutzer an den Online-Dienst weitergeleitet und muss sich nicht erneut einloggen. Ein weiteres Plus bei der Benutzerfreundlichkeit.

Fazit
Bei IAM geht es um mehr als nur die Benutzer zu authentifizieren. Setzt man eine IAM-Lösung sachgerecht ein, macht sie eine Website beziehungsweise einen Online-Dienst benutzerfreundlicher, reduziert Kosten, liefert Business-Intelligence-Daten, erleichtert das Marketing und verbessert Konversionsraten. (GMO GlobalSign: ra)

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Meldungen: Hintergrund

Credential-Stuffing mit Drittanbieter-Zugriff

CybelAngel, ein weltweit agierendes Sicherheitsunternehmen, hat eine umfassende Studie veröffentlicht, die zeigt, wie Cyberkriminelle Betrug, Ransomware-Angriffe und andere Attacken im Gesundheitswesen planen, indem sie gestohlene Anmeldeinformationen, durchgesickerte Datenbankdateien und andere Materialien aus spezialisierten Quellen im Cybercrime-Untergrund beschaffen. In ihrem neuen Report "Gesundheitsdaten im Darkweb" beschreiben die CybelAngel-Analysten, wie die anhaltende Belastung der Krankenhäuser durch die COVID-19-Pandemie in Verbindung mit den mangelhaften Abwehrmaßnahmen den Kriminellen ausreichend Möglichkeiten und Ressourcen bietet, um lukrative Angriffe durchzuführen.

Schnell wachsende Berufsgruppe unter Cyberkriminellen

Home-Office in der Corona-Pandemie und neuer Malware-Technologien haben 2020 zu einem sprunghaften Anstieg beim Handel mit kompromittierten bzw. gehackten Fernzugriffen (Remote Access) geführt. Angebote rund um RDP-, VPN- und Citrix-Gateways haben einen neuen Höchststand erreicht und werden zu hohen Preisen auf Foren und Plattformen im Darknet verkauft. Wie ein aktueller Report von Digital Shadows zeigt, steigt damit insbesondere die Gruppe der "Initial Access Brokers" in der Hierarchie des cyberkriminellen Ökosystems weiter auf.

Computer waren gegen die Bedrohung nicht gefeit

Die Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies hatten bereits im vergangenen Jahr davor gewarnt, dass staatliche Hacker einen Weg fanden, die Telegram-Accounts von iranischen Dissidenten zu infiltrieren und zu überwachen. Neue Ergebnisse zeigen nun, dass das Ausmaß der Spionage noch größer ist, als bisher vermutet. Seit 2014 wurden nicht nur Telegram-Accounts über Phishing-Links und Falschmeldungen ausgetrickst und ausgehorcht, sondern die gleichen Hacker-Gruppen haben weitere Wege gefunden, um ihren Opfern nachzuspionieren. Diese großangelegte und langlebige Spionage-Operation trägt den Codenamen ‚Domestic Kitten‘ und hat laut bisherigen Erkenntnissen über 1200 Personen in 7 verschiedenen Länder attackiert – über 600 Geräte wurden erfolgreich mit der mobilen Malware infiziert, welche die Sicherheitsexperten ‚FurBall‘ getauft haben.

Security und DevOps gehen jetzt Hand in Hand

In Zeiten der COVID-19-Pandemie entsteht für viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter im Home Office haben, eine neue Herausforderung: Sie müssen DevOps mit IT-Sicherheit verbinden, um ihren Workflow sicherzustellen. Die Vorteile von DevOps, die ständige Auslieferung von Verbesserungen sowie die damit einhergehenden Automatisierungs-Tools werden für DevSecOps genutzt, um Software und Abläufe zu standardisieren. Dadurch können Unternehmen Observability sicherstellen. DevSecOps hat somit viele agile Prozesse von DevOps übernommen. Es gibt aber auch einige wichtige Unterschiede im Entwicklungszyklus.

Schrems II: Das Dilemma der KMU

Der Datenschutz stellt Unternehmen weiterhin vor große Herausforderungen: Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshof in Sachen Schrems II wächst der Druck auf kleine und mittlere Unternehmen, ihre Prozesse und Abläufe neu evaluieren und den Regularien der EU-DSGVO anzupassen. Die EU-DSGVO gibt vor, dass der Transfer personenbezogener Daten an einen Staat außerhalb der EU/EWR unter anderem nur erlaubt ist, wenn die Zielländer oder -organisationen einen gleichwertigen Datenschutz zur Europäischen Datenschutzgrundverordnung (EU DSGVO) garantieren. Diese Anforderung erfüllen beispielsweise die Vereinigten Staaten von Amerika nicht, weswegen der EU Privacy Shield vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in der Klage Schrems II gekippt wurde. Laut vieler Experten war dies bereits abzusehen, seit das Abkommen eingeführt wurde. Die Nachlässigkeit der Politik stellt jetzt besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor große Schwierigkeiten: Es gilt, die eigenen Prozesse und die dabei genutzte Soft- und Hardware (beispielsweise Rechenzentren) schleunigst anzupassen.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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