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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Innovation für Ermittlungen im Darknet

Ein Jahr Dark Web Monitor: Cybercrime-Spezialisten unterstützen die Entwicklung einer Suchmaschine zum Aufspüren von Tätern im Darknet

Erste Ermittlungsverfahren eingeleitet - Bayerns Justizminister Eisenreich: "Das Tool hat sich schon jetzt als wertvoll erwiesen"



Kinderpornografie, Waffen, Drogen: Kriminelle verlagern ihre Geschäfte mit verbotenen Waren zunehmend ins Darknet. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich: "Kriminelle agieren länderübergreifend und missbrauchen die neuen digitalen Möglichkeiten. Für eine effektive Strafverfolgung sind daher internationale Kooperationen und technische Innovationen notwendig. Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Deshalb unterstützen bayerische Spezialstaatsanwälte niederländische Spitzenforscher bei der Entwicklung des Dark Web Monitor. Der Dark Web Monitor ist ein Art Suchmaschine für das Darknet. Die Kooperation ist auch das Ergebnis der engen Zusammenarbeit der bayerischen Spezialstaatsanwälte mit Staatsanwaltschaften anderer Länder, Eurojust und Europol. Mit der innovativen Technologie gehen wir neue Wege, um mehr Licht ins Darknet zu bringen und Täter aufzuspüren. Ich sehe in dem neuen Tool gerade zur Aufklärung schwerer Straftaten große Chancen. Der Dark Web Monitor ist ein Baustein im Kampf gegen Cybercrime."

Am 27. Juli 2020 wurde der Kooperationsvertrag mit TNO unterzeichnet. Seitdem konnte der Dark Web Monitor auch bereits erfolgreich in Ermittlungsverfahren eingesetzt werden. Der Minister: "Das Tool hat sich schon jetzt als sehr wertvoll erwiesen. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) hat zudem in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Verbesserungen angeregt, die unmittelbar von den Entwicklern umgesetzt wurden." Dadurch konnte der Dark Web Monitor noch besser an die Bedürfnisse der Ermittler angepasst werden.

Die Zwischenbilanz:

Der Dark Web Monitor konnte bisher mehr als eine Million Darknet-Domains ermitteln – oft eine entscheidende Spur für künftige Ermittlungen in Fällen von Kinderpornografie, illegalem Drogen- und Waffenhandel.

Bereits jetzt konnten aufgrund von Erkenntnissen aus dem Dark Web Monitor Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, u.a. wegen Kinderpornografie oder aber wegen des Angebots gefälschter Impfzertifikate.

Mit dem Dark Web Monitor lassen sich zudem Zusammenhänge zwischen verschiedenen kriminellen Angeboten im Darknet und deren Entwicklung im Zeitverlauf aufzeigen. Damit gewinnen die Ermittler wichtige Erkenntnisse über die Szene und ihre aktuelle Entwicklung.

Eisenreich: "Eine digital vernetzte Welt bietet große Chancen, ist aber auch verwundbar: Cyberkriminelle missbrauchen die neuen Möglichkeiten, um Straftaten zu begehen. Der Freistaat geht deshalb entschlossen gegen Cybercrime vor. Mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) ist die bayerische Justiz gut aufgestellt – 18 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, vier IT-Spezialistinnen und Spezialisten bilden eine der größten und erfahrensten Spezialstaatsanwaltschaften Deutschlands. Mit der innovativen Technologie Dark Web Monitor gehen wir nun technisch neue Wege, um mehr Licht ins Darknet zu bringen und Täter aufzuspüren."

Die Arbeit der ZCB ist sehr erfolgreich: Zwischen 2015 und 2019 hat sich die Zahl der Fälle bei der ZCB von etwa 500 auf mehr als 14.000 Fälle pro Jahr erhöht. Bekannte Beispiele sind Strukturverfahren wie der Fall des Darknet-Boards ‚The Giftbox Exchange‘ oder das geschlossene Board ‚Elysium‘, das zunächst ebenfalls Gegenstand von ZCB-Ermittlungen war.

Die bayerische Justiz hat darüber hinaus ihre schlagkräftigen Ermittlungsstrukturen weiter verstärkt und bei der ZCB im vergangenen Jahr das "Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch von Kindern im Internet – kurz ZKI" gegründet. Bei jeder der 22 Staatsanwaltschaften im Freistaat gibt es zudem einen Ansprechpartner für Internetkriminalität, der die Ermittlungen vor Ort gemeinsam mit weiteren Spezialstaatsanwälten koordiniert. Dieser kann besonders komplexe und technisch schwierige Fälle an die ZCB und das ZKI weiterleiten.

Hintergrund:

Über verschlüsselte Netzwerke wie dem Tor-Netzwerk können Cyberkriminelle anonym Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen betreiben (sog. underground economy). Kinderpornografie, Falschgeld, Drogen, Waffen, Hacking-Werkzeuge oder gestohlene Kreditkarten – das kriminelle Angebot ist dabei vielfältig. Täter gehen im Darknet immer professioneller vor.

Bayern begrüßt daher das auch auf seine Initiative hin kürzlich vom Bundestag beschlossene Gesetz über die Strafbarkeit des Betreibens krimineller Handelsplattformen im Internet. Das Betreiben von Foren für den Handel etwa mit Waffen, falschen (Impf-)Pässen oder Drogen kann künftig konsequenter bestraft werden.

Die von TNO entwickelte Software Dark Web Monitor (DWM) ist ein Open Source Intelligence-Verzeichnis (d.h. die verzeichneten Informationen stammen aus frei zugänglichen Quellen), das kriminelle Aktivitäten im Darknet erfasst, kategorisiert und Zusammenhänge herstellt. Die Technologie erleichtert die Recherchen im Darknet durch innovative Web-Crawling-Technologien und ermöglicht es Ermittlern so, zielgerichteter einzelne illegale Angebote, aber auch spezifische Phänomenbereiche in den Blick zu nehmen

(Bayerisches Staatsministerium der Justiz: ra)

eingetragen: 07.09.21
Newsletterlauf: 29.10.21

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

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Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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