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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Malware wird zunehmend maßgefertigt

Mehr als Remote Work: Was Sicherheitsverantwortliche 2021 erwartet

Die Cloud wird nicht nur immer stärker von Unternehmen, sondern vermehrt auch von Cyberkriminellen genutzt



2020 war nicht nur aus IT-Security-Sicht ein turbulentes Jahr. Auch im nächsten Jahr werden die Sicherheitsverantwortlichen damit beschäftigt sein, die Remote-Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern. Während sich die meisten Homeoffice-Nutzer über eine Stunde mehr Schlaf freuen, da ihr Arbeitsweg wegfällt, bereiten gesicherte Geräte in unsicheren Heimnetzwerken den Security-Teams nach wie vor schlaflose Nächte – von den ungemanagten Privatgeräten ganz zu schweigen. Für Michael Scheffler, Country Manager DACH des Datensicherheits-Spezialisten Varonis Systems, wird die sichere Umsetzung des "New Normal" jedoch nicht die einzige Herausforderung für sie sein:

Malware: Nicht mehr von der Stange

Netwalker hat das Ransomware-as-a-Service-Modell 2020 auf eine neue Ebene gebracht und sicherlich wird dieses Geschäftsmodell auch im neuen Jahr weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichwohl erwarten wir im nächsten Jahr mit maßgefertigten Exploits eine erneute Weiterentwicklung auf dem Malware-as-a-Service-Markt. Die Sicherheitsforscher des Varonis Incident Response-Teams konnten bereits maßgeschneiderte Malware im Einsatz gegen Unternehmen identifizieren – mit einer Variante, die offenbar erst einen Tag vor dem Angriff speziell für den "Kunden" zusammengestellt wurde. Im Grunde läuft dies so ab wie beim klassischen Herrenausstatter: Wie bei einem Vollmaßanzug werden dabei sämtliche Kundenwünsche berücksichtigt und kleine Änderungen vorgenommen, um den Auftraggeber zufriedenzustellen. Allerdings mit verheerenden Auswirkungen für die betroffenen Unternehmen. Aufgrund der enormen "Erfolgsaussichten" erwarten wir 2021 verstärkt auf diesem Modell basierende Angriffe.

Wettrüsten in Sachen künstliche Intelligenz

KI ist längst kein Hype-Thema mehr, sondern bildet zunehmend die Basis fortschrittlicher Sicherheitslösungen. Aber auch Cyberkriminelle setzen immer häufiger auf künstliche Intelligenz, um Angriffe zu automatisieren und Reaktionen auf die Schutzmechanismen zu orchestrieren, auf die sie bei ihren Opfern stoßen. Dieses Wettrüsten zwischen offensiver und defensiver KI ist schon seit einiger Zeit zu beobachten und wird sich 2021 weiter verschärfen.

Dunkle Wolken

Die Cloud wird nicht nur immer stärker von Unternehmen, sondern vermehrt auch von Cyberkriminellen genutzt. Sicherheitsverantwortliche müssen sich diesen neuen Angriffsvektoren und den damit verbundenen Herausforderungen stellen und sofort aktiv werden. Es ist an der Zeit, sich von isolierten Ansätzen zu verabschieden, die Zusammenarbeit zwischen Sicherheits- und Compliance-Teams auszubauen und die Daten in den Mittelpunkt der Sicherheitsstrategie zu stellen. Nur wenn sie in der Lage sind, den Datenzugriff zu kontrollieren, genau zu erkennen, wer wann auf welche Daten zugreift, sind sie in der Lage, diese wirkungsvoll und nachhaltig zu schützen, ganz unabhängig davon, auf welchem Weg die Angreifer ihr Ziel – die wertvollen Unternehmensdaten – erreichen wollen.

Immer mehr Einfallstore

Und diese Wege werden zahlreicher. Neben der Cloud und den "klassischen" Angriffsvektoren wie Phishing-Mails, bösartigen Websites und Apps oder der Ausnutzung von Schwachstellen, nutzen Angreifer immer häufiger und immer gezielter auch IoT-Geräte, um in Unternehmensnetzwerke zu gelangen. Mit dem zunehmenden 5G-Netzausbau vergrößert sich die Angriffsfläche ebenfalls enorm. Aber auch, wenn es sich hier um neue Ansätze und Technologien handelt, sind die Ziele der Angreifer doch die nach wie vor gleichen: Cyberkriminelle haben es in aller Regel auf Daten abgesehen. Insofern gilt auch hier: Die Daten müssen geschützt werden, zumal der Perimeter immer mehr verschwindet und die Kontrolle der Endpunkte und Netzwerkzugangspunkte schon allein aufgrund der schieren Menge immer schwieriger bis unmöglich wird. Insofern macht es Sinn, sich an das kleine Security-Einmaleins zu erinnern und "alten" Themen wie Passwortsicherheit und die Kontrolle der Zugriffsrechte (wieder) in den Blick zu nehmen. (Varonis Systems: ra)

(Kaspersky Lab: ra)

eingetragen: 29.12.20
Newsletterlauf: 25.02.21

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Meldungen: Hintergrund

Das IT-Sicherheitskennzeichen ist kein Prüfsiegel

Ist mein Router wirklich sicher? Wie verhält es sich mit meinem E-Mail-Dienst? Viele Hersteller und Anbieter von IoT-Produkten geben vollmundige Versprechungen über die Sicherheit ihrer Dienste oder Produkte. Doch was dahintersteckt, können Verbraucherinnen und Verbraucher nicht immer nachvollziehen.

Offene hybride Kriegsführung

Die EMEA-Region meldete über 1,8 Millionen Angriffe im ersten Halbjahr 2022, ein Anstieg von neun Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021, so der neueste Netscout Threat Intelligence Report. Während Russland und die Ukraine die DDoS-Hauptangriffsziele waren, gab es in mehreren Ländern der Region ungewöhnliche Angriffsspitzen, die auf die Auswirkungen des Krieges zurückzuführen sind.

Benutzer ohne Schulung oft wehrlos gegen Angriffe

Im Jahr 2021 ist laut dem "Cyber Attack 2021 Mid Year Report" die Zahl der Ransomware-Angriffe um satte 93 Prozent gestiegen. Eine weltweit durchgeführte Umfrage aus dem Jahr 2022 ergab, dass bereits rund 46 Prozent der in Deutschland befragten Unternehmen mindestens einmal Opfer einer Cyber-Attacke geworden waren.

Umgang mit hochsensiblen Gesundheitsdaten

Gesundheits- und Mental-Health-Apps erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit. Während die einen mit Trainingseinheiten von Yoga, Pilates, Krafttraining bis hin zum Laufen zum allgemeinen Wohlbefinden und Fitness beitragen wollen, widmen sich Mental-Health-Apps der psychischen Gesundheit mit Ratschlägen zu einem gesunden Leben.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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