Red Hat prognostiziert die Container-Trends 2022

Edge Computing, Machine Learning und Sicherheit spielen eine große Rolle im kommenden Jahr

Orchestrierungs-Tools wie Kubernetes gewinnen 2022 noch mehr an Bedeutung



Markus Eisele, Developer Adoption Program Lead EMEA bei Red Hat

Markus Eisele, Developer Adoption Program Lead EMEA bei Red Hat

Eine gute Produktivität ist oft das Resultat einer Container-Initiative, Bild: Red Hat

Die Container-Technologie ist schon lange im Mainstream angekommen. Trotzdem gibt es noch immer viel Neues zu entdecken und Altes zu verbessern. Markus Eisele, Developer Adoption Program Lead EMEA bei Red Hat, sieht fünf Container-Trends für das kommende Jahr.

Wie wichtig Container sind, unterstreicht eine kürzlich veröffentlichte Analyse von Red Hat: Für 91 Prozent der Teilnehmer, die direkt an der Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen beteiligt sind, hat die containerbasierte Entwicklung eine hohe oder sehr hohe Priorität.

Fünf Trends, die Nutzer der Container-Technologie im kommenden Jahr im Auge behalten sollten:

1. Edge Computing

Immer mehr Unternehmen setzen auf dezentrale Systeme, die am Rand des Netzwerks Daten verarbeiten. Für das sogenannte Edge Computing ist ein weitgreifender Standard zur Auslieferung von Anwendungen unumgänglich. Container sind durch ihre Eigenschaft, Anwendungen isoliert und unabhängig vom Zielsystem nutzbar zu machen, in diesem Zusammenhang Gold wert.

Aber Container allein lösen am Edge nicht alle Herausforderungen. Vor allem das Management solch stark verteilter und hochkomplexer Lösungen muss gewährleistet sein. Orchestrierungs-Tools wie Kubernetes gewinnen daher im kommenden Jahr noch mehr an Bedeutung.

2. AI/ML

Auch am Edge werden zwei der wichtigsten Themen aus diesem Jahr, Artificial Intelligence (AI) und Machine Learning (ML), im kommenden Jahr ebenfalls wieder wichtig. Da sie zunehmend in Kombination mit Containern auf dem Radar von Unternehmen auftauchen, wird die Herausforderung Nummer eins im Jahr 2022 sein, einen kohärenten Werkzeugkasten zu erstellen, der sowohl die Bedürfnisse von Analytikern als auch Software-Entwicklern berücksichtigt.

Trainierte AI/ML-Modelle, die in Software-Lösungen zum Einsatz kommen, folgen zudem anderen Entwicklungszyklen als klassische Anwendungen. Trotzdem benötigen sie die vollständige Unterstützung der zugrundeliegenden Container und Entwicklungsplattformen. Diese zwei Welten in einem Prozess und über die Grenzen von verschiedenen Clouds zusammenzuführen, wird für viele Unternehmen eine der größten Herausforderungen im kommenden Jahr.

3. Entwicklerproduktivität

Wer an Produktivität denkt, für den spielt natürlich die von AI und ML getriebene Automatisierung eine wichtige Rolle. Leider geht das nicht immer ganz einfach von der Hand, dabei könnte die Nutzung von Containern so einfach sein: Immerhin stellen sie im Grunde nichts anderes als voneinander abgeschirmte Ablaufumgebungen dar. Was sich aber zunächst simpel anhört und durchaus einen leichten Einstieg erlaubt, wird in der Praxis deutlich komplexer. Entwickler müssen die Sicherheit der Ablaufumgebung im Blick behalten, die Inhalte sowie die Verteilung und Orchestrierung der Container bestimmen und auch an die einfache Integration von containerisierten Anwendungen denken. Gerade die Entwicklung von verteilten Systemen hat in den vergangenen Jahren sehr viel an Komplexität gewonnen. Für Neueinsteiger ist es daher nicht so einfach, innerhalb kürzester Zeit produktiv zu sein. Erst mit den richtigen Tools können Entwickler direkt und zuverlässig durchstarten.

Plug-ins für Entwicklungsumgebungen bieten aber nur eine Grundlage, für tatsächliche Produktivität ist mehr erforderlich: Auch die Verfügbarkeit von Bibliotheken zur Fehlersuche und für das Monitoring und deren tiefe Integration in die Container-Ablaufumgebung sind nötig. Dem werden bisher nur ganzheitliche Ansätze wie etwa Red Hat OpenShift mit der Entwickler-Console und das Quarkus-Framework in Kombination mit OpenShift Streams for Apache Kafka gerecht. Ziel wird es 2022 sein, die verlorene Produktivität durch Industriestandards wieder in den Vordergrund zu bringen.

4. Stateful Workloads und Storage-Lösungen

Eine gute Produktivität ist oft das Resultat einer Container-Initiative. Für viele Unternehmen ist jedoch eine Modernisierung der IT mit Containern und deren Orchestrierung kompliziert und aufwendig. Dabei bedeutet eine Modernisierung via Container-Plattform nicht automatisch einen Zwang zum Wechsel auf statuslose, Microservices-basierte Architekturen. Auch statusbehaftete Workloads betreiben Unternehmen mehr und mehr auf Container-Plattformen: Ein Trend, der sich auch im kommenden Jahr weiter durchsetzen wird. Besonders wichtig ist in diesem Szenario die nahtlose Bereitstellung und Überwachung der zugehörigen Storage-Partitionen und deren Verbindung mit den bereits verfügbaren Storage-Lösungen oder aber mit flexiblen, Cloud-basierten Services.

5. Sicherheit

Mit Modernisierungen, dem Einsatz von Containern am Edge und der Verbreitung in der gesamten Unternehmens-IT nimmt das Potenzial für Bedrohungen exponentiell zu, denn lange betrachtete die IT-Branche die Container-Sicherheit nur implizit. Die zunehmende Containerisierung und Verfügbarkeit der Technologie aus unterschiedlichsten Quellen bringen das Thema aber immer mehr in den Vordergrund. Je weiter Unternehmen in den Betrieb von Containern und deren Verwaltung vordringen – und je mehr Anwendungen auf diesen Systemen laufen – desto mehr wird eine ganzheitliche Betrachtung des Themas Sicherheit relevant.

Auch dieses Thema erstreckt sich über alle architektonischen Ebenen und benötigt geeignete Unterstützung durch die jeweiligen Spezialisten: angefangen bei statischer Codeanalyse, über die Untersuchung vorhandener Container bis zum Patchen und Zero-Trust-Ansätzen über Systemgrenzen hinweg. Was bisher vielfach nur punktuell von einzelnen Anbietern gelöst wird, integriert sich zunehmend in Entwicklungsplattformen und bringt den Unternehmen die Sicherheit zurück, die für den Schutz wertvoller Daten notwendig ist.

Die Container-Technologie wird, wie diese Trends zeigen, auch 2022 weiterhin eine sehr gewichtige Rolle spielen. Die größten Entwicklungen wird es im Bereich Edge Computing und Machine Learning geben, aber auch der immer bedeutendere Sicherheitsaspekt wird interessante Innovationen hervorbringen. (Red Hat: ra)

eingetragen: 18.01.22
Newsletterlauf: 09.03.22

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Meldungen: Unternehmen

Extended-Detection & Response

Sophos gibt die Übernahme von SOC.OS bekannt, einem Innovator in Sachen Cloud-basierter Lösungen zur Automatisierung von Sicherheitswarnungen und -triage. Die Lösung konsolidiert und priorisiert große Mengen an Sicherheitswarnungen von verschiedenen Produkten und Plattformen im gesamten Bestand eines Unternehmens, sodass Sicherheitsteams die dringendsten Fälle schnell verstehen und darauf reagieren können. SOC.OS wurde 2020 gegründet und ist ein Spin-out von BAE Systems Digital Intelligence. Das Unternehmen befindet sich in Privatbesitz und hat seinen Sitz in Milton Keynes, Großbritannien.

Fusion mit Terranova Security

HelpSystems gibt die Übernahme von Terranova Security bekannt, Anbieterin von Phishing-Simulationen und Sicherheits-Schulungen. Die Plattform und die Inhalte von Terranova sind in mehr als 40 Sprachen verfügbar und nutzen Gamification-Techniken, um Motivation und Lernerfolg zu steigern. Mit diesem Konzept können alle Unternehmen die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter zur Prävention von Cyberangriffen optimieren und die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Phishing-Angriffs minimieren. Terranova erweitert das Security-Angebot von HelpSystems um ein bewährtes Schulungsprogramm für Sicherheitsfragen, welches die E-Mail-Sicherheitslösungen von Clearswift, Agari und PhishLabs unterstützt.

Managed Detection and Response

HelpSystems gab die Unterzeichnung einer Fusionsvereinbarung zur Übernahme von Alert Logic bekannt, einem Unternehmen für Managed Detection and Response (MDR) Services. Alert Logic arbeitet als nahtlose Erweiterung von Sicherheitsteams und ergänzt die vorhandenen Cybersecurity-Ressourcen und -Technologien zum Schutz von On-Premise-, Cloud-, SaaS- und Hybrid-Infrastrukturen. Die MDR-Lösung des Unternehmens zielt darauf ab, den starken Druck zu mindern, dem sich Unternehmen aufgrund der Zunahme von Cyberangriffen und des spürbaren Mangels an qualifizierten Fachkräften für deren Prävention und Behebung ausgesetzt sehen. Alert Logic wird ein Eckpfeiler des umfassenden Cybersecurity-Portfolios von HelpSystems werden.

Frauen in der Cybersicherheit

Der Bedarf an mehr und umfassenderer Cybersicherheit wächst stetig, der Sektor boomt. Was ihm nach wie vor fehlt ist hinreichende Geschlechterdiversität. Viele sind sich nicht ausreichend bewusst, wie groß die Bandbreite an Möglichkeiten innerhalb der Branche eigentlich ist. Möglicherweise einer der Faktoren, der Frauen davon abhält, Cybersicherheit bei der Jobauswahl in Betracht zu ziehen. Der Bereich wirkt ausschließlich hoch technisch und wenig geeignet Frauen das geeignete Umfeld zu bieten, um sich entfalten zu können.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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