So sieht die IT-Security von morgen aus

Die hybriden Arbeitsmodelle lassen in der IT-Sicherheit keinen Stein mehr auf dem anderen

Unternehmen müssen sie grundlegend transformieren



Das hybride Arbeiten stellt IT-Sicherheitsteams vor große Herausforderungen. Sie müssen nicht nur zusätzlich zur klassischen Büroarbeit die mobilen Mitarbeiter und Homeoffices absichern. Sie müssen dabei auch auf die besonderen Bedingungen der Telearbeit reagieren: Zuhause, im Cafe oder im Hotel nutzen die Mitarbeiter häufig neben der offiziellen Unternehmens-IT ihre privaten Endgeräte, Accounts und Cloud-Plattformen.

Mit klassischen Ansätzen können Unternehmen die modernen hybriden Arbeitsumgebungen nicht ausreichend schützen. Sie benötigen ganz neue Sicherheitsarchitekturen. Die IT-Security steht deshalb vor einer grundlegenden Transformation. Forcepoint erläutert, wie die kommende IT-Sicherheit aussieht:

>> Konsolidiert. Die meisten Unternehmen haben heute einen regelrechten Wildwuchs an Sicherheitslösungen von den unterschiedlichsten Herstellern im Einsatz, die sie separat verwalten müssen. In hybriden Arbeitsumgebungen funktioniert das nicht länger. Unternehmen werden darum auf All-in-One-Pakete setzen, die alle erforderlichen Technologien für sichere Zugriffe auf geschäftliche Informationen im Web, in der Cloud und in privaten Anwendungen integrieren. Dazu zählen etwa Secure Web Gateway (SWG), Cloud Access Security Broker (CASB) und Zero Trust Network Access (ZTNA). Die Integration dieser Technologien erlaubt es Unternehmen, sie alle über ein einziges Richtlinien-Set in einer zentralen Konsole zu managen.

>> Cloud-basiert. Beim Zugriff auf Cloud-Anwendungen von außerhalb des Firmennetzwerks erzwingen die herkömmlichen Architekturen einen Umweg des Datenflusses über das zentrale Rechenzentrum, um die dortigen Sicherheitsvorkehrungen zu durchlaufen. Schwache Performance, hohe Latenzen und damit einhergehende Verbindungsabbrüche sind die Folge. Deshalb werden Unternehmen All-in-One-Sicherheitsplattformen aus der Cloud nutzen. Sie bringen den IT-Security-Stack direkt dorthin, wo sich die Anwendungen und Daten befinden.

>> Datenzentriert. Mit hybriden Arbeitsmodellen steigt das Risiko für ungewollte Datenschutzverletzungen durch die Mitarbeiter. Das liegt zum einen am Einsatz ihrer privaten Geräte, Accounts und Clouds; zum anderen kann durch die Vermischung von Arbeits- und Privatleben in manchen Situationen auch die nötige Sorgfalt fehlen. Das macht Data Loss Prevention (DLP) zu einer Schlüsseltechnologie moderner IT-Sicherheit. DLP kann schützenswerte Informationen identifizieren und Mitarbeiter etwa mit Pop-ups darauf aufmerksam machen, wenn sie im Begriff sind, gegen hinterlegte Sicherheitsrichtlinien zu verstoßen.

>> Zero-Trust-orientiert. Hybride Belegschaften sind noch stärker der Gefahr durch Malware ausgesetzt als dies bislang bereits der Fall war. Deshalb werden Unternehmen zunehmend auf Zero-Trust-Technologien setzen. Diese Lösungen gehen davon aus, dass grundsätzlich alle Inhalte aus dem Internet Schadsoftware enthalten. Remote Browser Isolation (RBI) beispielsweise schickt deshalb bei Webseitenaufrufen keinen HTML-Code an die Mitarbeiter, sondern erzeugt ein Abbild der Inhalte und streamt sie auf ihre Browser. Content Disarm and Reconstruction (CDR) dekonstruiert bei Downloads die Files, entfernt alle bösartigen Inhalte, und setzt die Dateien von Grund auf neu zusammen.

"Die hybride Arbeitswelt ist gekommen, um zu bleiben. Unternehmen müssen darauf reagieren und die Transformation ihrer IT-Sicherheit einleiten", erklärt Frank Limberger, Data Security Specialist bei Forcepoint. "Der wichtigste Schritt ist die Auswahl eines IT-Security-Partners, der ihnen eine komplette Sicherheitsplattform aus der Cloud bieten kann. Dann haben sie die Möglichkeit, ihren Wildwuchs peu à peu abzulösen und durch integrierte Komponenten zu ersetzen."

"Sie sollten aber darauf achten, dass dieser Partner sein komplettes Portfolio auch On-Premises bereitstellt", empfiehlt Limberger. "Die wenigsten Unternehmen werden ihre komplette IT-Security innerhalb weniger Monate in die Cloud verlagern können und wollen. Stehen ihnen integrierte hybride Sicherheitsarchitekturen zur Verfügung, können sie schon in der Überganszeit ihre IT-Sicherheit konsolidieren und alle Komponenten mit einer einzigen zentralen Managementkonsole steuern." (Forcepoint: ra)

eingetragen: 29.04.22
Newsletterlauf: 15.06.22

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Meldungen: Unternehmen

Erstellen eigener YARA-Regeln sehr zeitaufwändig

Das SophosAI-Team für künstliche Intelligenz hat ein auf maschinellem Lernen basierendes Tool entwickelt, das YARA-Regeln zur Erkennung bestimmter Arten von Bedrohungen generiert. Das von VirusTotal verwaltete, plattformübergreifende Klassifizierungs-Tool ist eines der wichtigsten Tools für Forscherinnen und Forscher zum Aufspüren und Klassifizieren von Malware.

Ziel: Menschliche Ebene der Cybersicherheit

KnowBe4, Anbieterin einer Plattform für die Schulung des Sicherheitsbewusstseins und simuliertes Phishing, gibt die Gründung von KnowBe4 Ventures bekannt, dem Venture-Zweig des Unternehmens, der sich auf die menschliche Ebene der Cybersicherheit konzentriert.

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Ivanti, Anbieterin der Automatisierungsplattform "Ivanti Neurons", die IT-Ressourcen von der Cloud bis zum Edge entdeckt, verwaltet, sichert und wartet, hat die Ergebnisse der von Forrester Consulting durchgeführten "Total Economic Impact" (TEI)-Studie veröffentlicht.

Mehr Sichtbarkeit im europäischen Markt erhalten

Nie war die digitale Unabhängigkeit wichtiger als in Zeiten von wachsenden (und raffinierten) Ransomware- und Hackerangriffen von überall auf der Welt. Mal abgesehen vom Schutz durch IT-Sicherheitslösungen selbst, ist es für Unternehmen zudem wichtig sich an die national sowie europäisch geltenden Regularien und Richtlinien zu halten – gerade im Bezug IT-Sicherheit. Nur so kann ein länderübergreifender IT-Sicherheitsstandard gewährleistet werden.

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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

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DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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