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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Threat Hunting spielt eine große Rolle

Technologie-Trends 2020: Neue Technologien erfordern ein "Internet for the Future"

Cybersecurity: Zero Trust und Threat Hunting



Der Fachkräftemangel verschärft sich weiter, "intent-based"-Netzwerke verbreiten sich, ein neues Internet am Horizont: Mit dem Ende der "Zehnerjahre" stehen spannende Entwicklungen in der IT an. Was war das für ein Jahrzehnt: Der weltweite Siegeszug der Smartphones und ihrer Ökosysteme, KI, Clouds und soziale Medien waren die entscheidenden Technologien der vergangenen zehn Jahre. Weiterhin gilt: Was nun kommt, lässt sich nur schwer vorhersagen. Doch Cisco hat bereits einige absehbare Trends identifiziert. Viele Prognosen aus dem vergangenen Jahr werden relevant bleiben, darunter die zunehmende mobile Konnektivität, KI/ML und Multi-Domain-Architekturen. Aber was ist neu im Jahr 2020?

Das Internet der Zukunft

Die technologischen Innovationen schreiten immer schneller voran. Bis 2023 werden 49 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Im Laufe des kommenden Jahrzehnts entstehen digitale Angebote mit Hilfe von fortschrittlichen Technologien – wie virtuelle und erweiterte Realität, 16K-Streaming, KI, 5G, 10G, Quantencomputer, adaptive und prädiktive Cybersicherheit, autonome Fahrzeuge oder intelligentes IoT. Hinzu kommen völlig neuartige Anwendungen und Technologien.

Die dadurch steigende Komplexität wird aktuelle Internet-Infrastrukturen überfordern. Daher müssen IT-Unternehmen die Infrastruktur des Internets überdenken und neu erfinden. Sie muss schneller, skalierbarer und kostengünstiger werden sowie einfacher und sicherer zu verwalten sein. So hat Cisco vor kurzem seinen Plan zum Aufbau des Internets für das nächste Jahrzehnt der digitalen Innovationen vorgestellt. Die Technologiestrategie "Internet der Zukunft" basiert auf Entwicklungsinvestitionen in Chips, Optiken und Software, um die künftigen Anforderungen zu erfüllen.

Loyalität zu Apps statt Marken

Die wichtigsten Interaktionspunkte von Kunden und Unternehmen sind heute Apps oder Websites. Laut dem aktuellen App Attention Index der Cisco-Tochter AppDynamics hat sich die Verwendung digitaler Dienste zu einem unbewussten Verhalten entwickelt – einer Art "digitalen Reflex". Während sich bislang Verbraucher bewusst entschieden haben, einen digitalen Dienst für eine Aufgabe oder Tätigkeit einzusetzen, ist dies heute für die Mehrheit (71 Prozent) der Befragten ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Demnach wenden sich die Nutzer schnell von Marken ab, deren Apps kein gutes Erlebnis bieten.

Im Falle von Performance-Problemen wechseln sie zum Wettbewerb (49 Prozent) oder warnen andere aktiv vor der Dienstleistung oder Marke (63 Prozent), ohne dem Unternehmen eine Chance für Verbesserungen zu geben. Daher müssen Anbieter im Jahr 2020 und darüber hinaus auf die fehlende Toleranz der Verbraucher achten, wenn es um ein einfaches, schnelles und überzeugendes digitales Erlebnis geht. So ist es extrem wichtig, Performance-Daten von Apps in Echtzeit zu analysieren, um Engpässe zu erkennen und sofort zu beheben.

Cybersecurity: Zero Trust und Threat Hunting

Cyberkriminalität verursacht heute global den dreifachen wirtschaftlichen Schaden wie Naturkatastrophen. Entsprechend steigen die Anforderungen an die Sicherheit – rein reaktives Management reicht nicht mehr aus. Unternehmen müssen mit dem Konzept "Zero Trust" den Bedrohungen voraus sein. Das ursprüngliche Modell von Forrester basiert auf dem Prinzip, dass Unternehmen nichts und niemandem innerhalb oder außerhalb ihres Netzwerks vertrauen. Der Zugriff wird nur autorisierten Nutzern, Geräten und Workloads gewährt. Dieser Ansatz wird in den nächsten Jahren allgegenwärtig.

Zusätzlich spielt Threat Hunting bei der IT-Sicherheit eine immer größere Rolle. Während herkömmliche Lösungen nur auf erkannte Bedrohungen reagieren, analysiert Threat Hunting auch das Unbekannte. Dadurch lassen sich neuartige Schadprogramme und Schwachstellen entdecken. Die regelmäßige Suche nach Gefahren führt zu einer Reduzierung der Anzahl potenzieller Angriffsvektoren. Mehr dazu gibt es im E-Book "Hunting for Hidden Threats" von Cisco Talos.

Intent-based Networking

Netzwerke waren für Unternehmen noch nie so wichtig wie heute. Sie verbinden nicht nur Geräte und Standorte, sondern sichern auch Daten, tragen kritische Infrastrukturen, unterstützen Teams und die App-Entwicklung. In den vergangenen Jahren drehte sich die Diskussion um die Rolle von Software Defined Networks (SDN). Doch diese bilden nur einen Übergang hin zu echten Intent-based Networking (IBN)-Systemen. Diese nutzen KI und Machine Learning, um Aktionen vorherzusehen, Anomalien automatisch zu erkennen und zu beheben sowie Sicherheitsbedrohungen zu blockieren. Dabei entwickeln sich die Netzwerke durch selbstständiges Lernen permanent weiter.

Die Akzeptanz von SDN ist bereits hoch. Von den über 2.000 IT-Führungskräften und Netzwerkstrategen, die im Rahmen der Studie Cisco Global Networking Trends befragt wurden, nutzen 41 Prozent SDN in mindestens einer ihrer Netzwerkdomänen. Doch nur 4 Prozent glauben, dass ihre Netzwerke heute wirklich Intent-based sind. IBN wird aber in naher Zukunft eine große Rolle spielen. 78 Prozent sagen, dass sich ihre Netzwerke innerhalb von zwei Jahren in Richtung Service-Orientierung und IBN entwickeln. 35 Prozent erwarten sogar, dass dies bis dahin abgeschlossen ist.

Fachkräftemangel

Die größte Herausforderung für IT-Führungskräfte bleibt es auch 2020, geeignete Fachleute zu finden und ans Unternehmen zu binden. Laut einer Cisco-Umfrage haben 93 Prozent der Unternehmen einen so starken Fachkräftemangel, dass dadurch die digitale Transformation gebremst wird. Allerdings werden es künftig andere Fachkräfte sein, die am stärksten gesucht sind. Dazu gehören Experten in den Wachstumsbereichen Data Science und KI. Da diese jedoch kaum verfügbar sind, müssen Unternehmen mit Hilfe von Automatisierung und KI manuelle Prozesse weitgehend eliminieren. Nur so können sie dem nicht mehr zu lösenden Fachkräftemangel begegnen.

Zudem muss sich die IT vom "Auftragnehmer" zum strategischen Geschäftspartner entwickeln. Daher sind die Rollen der IT-Mitarbeiter von der Geräte-Konfiguration auf die Lösung von Geschäftsproblemen mit Hilfe von Technologie umzustellen. In der Praxis bevorzugen Unternehmen mit erfolgreicher Transformation dabei die Weiterbildung von IT-Experten in Business-Bereichen gegenüber Neueinstellungen oder Outsourcing. Denn so bewahren sie die Kultur und Werte ihrer Organisation. (Cisco Systems: ra)

eingetragen: 02.02.20
Newsletterlauf: 02.04.20

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Meldungen: Hintergrund

Das IT-Sicherheitskennzeichen ist kein Prüfsiegel

Ist mein Router wirklich sicher? Wie verhält es sich mit meinem E-Mail-Dienst? Viele Hersteller und Anbieter von IoT-Produkten geben vollmundige Versprechungen über die Sicherheit ihrer Dienste oder Produkte. Doch was dahintersteckt, können Verbraucherinnen und Verbraucher nicht immer nachvollziehen.

Offene hybride Kriegsführung

Die EMEA-Region meldete über 1,8 Millionen Angriffe im ersten Halbjahr 2022, ein Anstieg von neun Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021, so der neueste Netscout Threat Intelligence Report. Während Russland und die Ukraine die DDoS-Hauptangriffsziele waren, gab es in mehreren Ländern der Region ungewöhnliche Angriffsspitzen, die auf die Auswirkungen des Krieges zurückzuführen sind.

Benutzer ohne Schulung oft wehrlos gegen Angriffe

Im Jahr 2021 ist laut dem "Cyber Attack 2021 Mid Year Report" die Zahl der Ransomware-Angriffe um satte 93 Prozent gestiegen. Eine weltweit durchgeführte Umfrage aus dem Jahr 2022 ergab, dass bereits rund 46 Prozent der in Deutschland befragten Unternehmen mindestens einmal Opfer einer Cyber-Attacke geworden waren.

Umgang mit hochsensiblen Gesundheitsdaten

Gesundheits- und Mental-Health-Apps erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit. Während die einen mit Trainingseinheiten von Yoga, Pilates, Krafttraining bis hin zum Laufen zum allgemeinen Wohlbefinden und Fitness beitragen wollen, widmen sich Mental-Health-Apps der psychischen Gesundheit mit Ratschlägen zu einem gesunden Leben.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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