Der deutsche Cyber-Untergrund


Untersuchung zu wichtigsten Foren und Marktplätzen, den Verbindungen zum russischen Cyber-Untergrund sowie den lokalen Nischenprodukten
Eine klar gegliederte Struktur hat der deutsche Cyber-Untergrund nicht

(20.01.16) - Auch wenn Cyberkriminalität keine Grenzen kennt, gibt es im digitalen Untergrund durchaus länderspezifische Eigenheiten. Einer der Märkte, die in diesem Zusammenhang bislang wenig beachtet wurde, ist Deutschland. Forschungen Trend Micros zeigen nun, dass der deutschsprachige cyberkriminelle Untergrund ein kleines, aber doch ausreichend reifes Ökosystem ist, das den "Grundbedarf" der lokalen Cyberkriminellen bedient. Auch wenn er zahlenmäßig weit hinter anderen zurückfällt, ist er doch der wohl am weitesten entwickelte in der EU. In ihrer Untersuchung konzentrierten sich die Bedrohungsforscher von Trend Micro auf drei zentrale Gebiete: auf die wichtigen Foren und Marktplätze, auf die Verbindungen zum russischen Cyber-Untergrund, dem weltweit wichtigsten, und auf die ausschließlich hier verfügbaren Angebote. Dazu zählen Nischenprodukte wie der "Packstation-Service" oder Telefondienste sowie lokal erstellte "Crimeware".

Ob Aktivitäten zum deutschen Untergrund gehören oder eher weiter reichen, lässt sich nicht immer bestimmen. Einfacher ist es, die Anzahl der in deutschen Untergrundforen registrierten Nutzer zu ermitteln: Sie ist auch wenn es nur wenige Foren und Marktplätze gibt mit nahezu 70.000 relativ hoch. Die Zahlen wurden in dieser Untersuchung nicht nur über die Sprache der Teilnehmer bestimmt, sondern auch über den geographischen Standort der "Kunden".

Die Marktstruktur
Trend Micros Sicherheitsforscher fanden zehn große Foren und mindestens zwei Marktplätze, die auf Crimeware (für Internetkriminalität genutzte Schadsoftware wie beispielsweise Spyware, Bot-Netze und Trojaner) und illegale Waren wie Drogen oder Fälschungen spezialisiert sind. Foren dienen hierbei zum Informationsaustausch und Kennenlernen, während Marktplätze ausschließlich als Handelsorte für Kreditkarten, gehackte Konten, Fälschungen und dergleichen fungieren.

Den fünf wichtigsten Foren ist gemein, dass sie allesamt nicht in Deutschland gehostet werden und die Domains bei ausländischen Registraren angemeldet sind. Zwei von ihnen "back2hack.cc" und "secunet.cc" geben sich sogar als Sicherheitsforen aus, obwohl sie eine "gute Auswahl" an cyberkriminellem Bedarf anbieten: Nutzer können hier Remote-Access-Trojaner, Password-Stealer oder gehackte Konten beispielsweise von "Zalando" kaufen. Anders als die beiden genannten versucht "Crimenetwork.biz" erst gar nicht, seine Aktivitäten durch einen irreführenden Namen zu verschleiern. Es ist mit 60.000 registrierten Nutzern das größte deutsche Untergrundforum, das täglich mehrere Tausend Besuche zählt. Es ist streng hierarchisch gegliedert, die Hierarchie zeigt sich durch verschiedene Ebenen, vom einfachen Mitglied bis zum Treuhänder und Verkäufer. Diesem Forum sind einige Marktplätze wie "chemical-love.cc" angeschlossen, in denen Drogen verkauft werden.

Eine klar gegliederte Struktur hat der deutsche Cyber-Untergrund nicht. Es gibt Foren, die über "The Onion Router" (TOR) erreichbar sind dabei handelt es sich nicht um separate Websites, sondern um Spiegel-Server (.onion-Mirrors), die Anonymität gewährleisten sollen. Hier besteht ein Unterschied zum russischen Untergrund, der diese Art der Zugangsstaffelung nicht anbietet, auch nutzen die bekanntesten russischen Untergrundforen das "Deep Web" nicht. Dieser Unterschied könnte an der strengeren Überwachung der Einhaltung der Gesetze in Deutschland liegen.

Die Angebote
Während das Angebot in globalen Märkten weitaus größer ist, kommen bei angepassten Waren kleinere Communities wie jene in Deutschland ins Spiel. Das Angebot umfasst nicht so sehr Crimeware hier ist der russische Markt stärker , sondern beispielsweise gefälschte Ausweise, gestohlene Kreditkarten, gehackte Konten oder Bulletproof-Hosting-Dienste.

Bulletproof Hosts bilden die Grundlage für jede cyberkriminelle Operation, sie dienen der Lagerung von Malware-Komponenten oder Exploit-Kits, fungieren als Kommandozentren für Botnetze oder als Hosts für Phishing-, Porno- oder Betrugs-Sites. Bulletproof-Hosting-Service-Provider im deutschen Untergrund kompromittieren meist entweder dedizierte Server und vermieten diese an Dritte, die darauf bösartige Inhalte lagern, oder missbrauchen Cloud-Hosting-Services wie "Amazon Web Services", um dort Command-and-Control-Server zu hosten oder gestohlene Daten abzulegen, ohne dass die Besitzer davon etwas mitbekommen. Weil es aufgrund der strengen Gesetze hierzulande schwierig ist, eine Hosting-Umgebung aufzubauen, wird keines der deutschen Untergrundforen in einem EU-Land gehostet. Auch sind die Domänennamen nicht in Deutschland oder der EU registriert, sondern nutzen meist Endungen wie ".cc". Die meisten Forenmitglieder nutzen russische oder ukrainische Bulletproof-Hosting-Service-Provider wie "2x4.ru", "hosting.ua", "in numhost.ru", "anders.ru" und "bulletproof-web.ru".

Einen relativ hohen Anteil am deutschen Untergrundmarkt haben die Produktion und der Verkauf von gefälschten Ausweisdokumenten wie Reisepässen oder Führerscheinen. Die "Kunden" dieser Angebote benötigen gefälschte Identitäten in der Regel, um sich zu registrieren, ihr Alter zu fälschen oder neue "digitale Identitäten" zu erstellen. Üblich ist auch der Wiederverkauf gescannter Ausweiskopien. Sie werden dazu genutzt, um Bankkonten zu eröffnen oder um zusätzliche Informationen für Social-Engineering-Betrügereien zu bekommen. Der hohe Bedarf lässt sich an der Anzahl der Websites ablesen, die dafür Werbung machen.

Die Alleinstellungsmerkmale: Nischenprodukte
Angesichts der Konkurrenz vor allem durch englisch- und russischsprachige Communities mussten sich deutschsprachige Cyberkriminelle erst eine Nische suchen, die sie in den an lokale Bedürfnisse angepassten Inhalten fanden. Um gestohlene Kreditkarten und Online-Konten zu Geld zu machen, verlassen sich die meisten Untergrundmärkte auf (wissentlich oder unwissentlich agierende) "Dropper".

Anders die Akteure im deutschen Untergrund: Sie haben eine Ablagemöglichkeit für sich entdeckt, die den "Packstation-Service" der Deutschen Post missbraucht. Packstationen erlauben einen bequemen Güteraustausch und Zahlungsverkehr, die "gehackten" Versionen sind entweder an eine Mobilnummer und Mailadresse gebunden oder können mit einer beliebigen Mobilnummer genutzt werden. Die Verkäufer legen ihre Waren in den öffentlich zugänglichen Metallkästen ab, die Käufer erhalten eine SMS mit ihrer pTAN und können dann, zusammen mit ihrer Zugriffskarte, das Päckchen abholen. Die Adressen der Nutzer können nicht nachverfolgt werden, auch wenn sie den Service mit einer physischen Adresse und einer Mobilnummer anfordern, denn die sind einfach zu fälschen. Genutzt werden diese Services sowohl, um bei rechtmäßigen Online-Händlern Waren zu bestellen, ohne sie zu bezahlen, als auch für den Versand von Drogen oder ähnlichem.

Einer der Orte, an denen gestohlene Packstationskonten aber auch beispielsweise Kreditkarten- und Kontozugangsdaten für Einzelhandel und Online-Banking zu finden sind, ist der Untergrundmarktplatz "german-plaza.cc". Dabei handelt es sich um einen seit 2015 aktiven Untergrundmarktplatz, der die Struktur eines Online-Shops hat. Der Druck, reibungslose und schnelle Verkaufstransaktionen gewährleisten zu müssen, hat zur Eröffnung solcher Marktplätze geführt. Im deutschen Untergrund gibt es einige solcher Marktplätze für Güter wie Drogen und Kreditkarten, der einzige, in dem derzeit Handel statt ndet, ist jedoch "german-plaza.cc".

Service-Wüste Deutschland? Nicht im Untergrund!
Gehackte Online-Bankkonten gibt es für mindestens 10 Euro, abhängig vom Kontostand und der Menge der dazu gehörigen Informationen. Ein von den Bedrohungsforschern gefundenes Konto beispielsweise kostete 2.750 Euro der Preis erklärt sich aus dem hohen Kontostand (7.500 8.000 Euro) sowie den umfangreichen Details, die von Telefon-PIN bis zu persönlichen Informationen über den Besitzer reichen. Gerade letztere sind wichtig: Wenn große Geldsummen von einem Konto zum anderen bewegt werden und die darüber benachrichtigten Banken beim vermeintlichen Kontoinhaber anrufen, muss er solche Informationen parat haben.

Eine Besonderheit im deutschen Untergrundmarkt sind Telefon-Dienstleistungen, bei denen deutsche Muttersprachler solche Verifizierungsanrufe durch die Bank entgegennehmen. Sie sind teilweise im Preis der angebotenen Konten enthalten. Es ist aber auch möglich, diese Dienstleister für andere Zwecke zu nutzen und Anrufe durch sie durchführen zu lassen. Sie geben sich dann Stichwort "Social Engineering" beispielsweise als Bank-Mitarbeiter aus, die am Telefon nach weiteren Details fragen, um so bereits gestohlene Informationen anzureichern.

Qualität "Made in Germany"
Das Qualitätssiegel Qualität "Made in Germany" gibt es offenbar auch im cyberkriminellen Untergrund: Einige deutsche Cyberkriminelle entwickeln Webanwendungen gegen Bezahlung, wobei besonders ein Entwickler von vielen Nutzern für sein Können gelobt wird; er hatte ein funktionsfähiges Phishing-Skript mit Anti-Blacklisting-Funktionalität erstellt.

Daneben gibt es mit "Sphinx", "Cube6" und "Triple CCC" drei Schädlinge, die zuerst im deutschen Untergrund angeboten wurden, nun aber auch in russischen Foren zu finden sind. Letzterer beispielsweise umfasst eine Malware- und eine C&C-Komponente: Der für 25 Bitcoins im deutschen Untergrund erhältliche Schädling in ziert Rechner, wenn beispielsweise ein in einer Mail eingebetteter Link angeklickt wird, kann Passwörter aus einer Vielzahl von Software-Anwendungen, Browsern, Messengern und File-Transfer-Protocol-Servern stehlen, daneben auch Microsoft-Windows-Lizenzschlüssel.

Die Überschneidungen mit dem russischen Cyber-Untergrund
Neben Angeboten aus dem russischen Untergrund, für die in deutschen Foren geworben wird, fanden die Forscher auch viele Cyberkriminelle, die sowohl im deutschen als auch im russischen Untergrund aktiv sind: Sie verglichen einige Tausend Decknamen, die sie in deutschen Foren gefunden hatten, mit denen in russischen. Um die 300 Nutzer waren in beiden Communities aktiv: Das zeigt eine ziemlich rege Zusammenarbeit zwischen den beiden Untergrundmärkten eine natürliche Entwicklung, denn Cyberkriminalität kennt bekanntlich keine Grenzen. (Trend Micro: ra)

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Meldungen: Hintergrund

Cyberkriminelle Techniken & Taktiken in 2023

Die ICS-CERT-Experten von Kaspersky prognostizieren aufgrund einer vergrößerten Angriffsfläche durch die Digitalisierung Aktivitäten freiwilliger und cyberkrimineller Insider sowie mehr Ransomware-Angriffe auf kritische Infrastrukturen im kommenden Jahr. Weiter werden sich die technischen, wirtschaftlichen und geopolitischen Veränderungen, auch in Bezug auf die Qualität der Bedrohungserkennung auswirken und zu neuen potenziellen Schwachstellen führen.

Anstieg der Ransomware-Angriffe auf Daten-Backups

Ransomware-Angriffe werden nicht verschwinden und bleiben auch in 2023 eine große Bedrohung. Allerdings werden viele Angreifer einen einfacheren und weniger auffälligen Weg wählen, um an dieselben wichtigen Daten zu gelangen. Mehr Angriffe werden auf Backups abzielen, die weniger häufig überwacht werden, aber einen kontinuierlichen Zugriff auf Daten ermöglichen und die möglicherweise weniger sicher sind oder aus vergessenen älteren Dateien stammen.

RaaS-Erfolg ein Vorgeschmack auf CaaS-Weiterentwicklung

Fortinet hat Prognosen des FortiGuard Labs veröffentlicht. Die Global Threat-Intelligence- und Forschungsteams geben darin Prognosen für die Cyberbedrohungslandschaft in den nächsten zwölf Monaten und darüber hinaus ab. Klar ist: Angriffe durch Cybercrime-as-a-Service (CaaS) entwickeln sich immer schneller, sodass Menge, Bandbreite und Größenordnung der Cyberbedrohungen die Security-Teams 2023 und in den darauf folgenden Jahren in hohe Alarmbereitschaft versetzen werden. Dazu kommen neue Exploits auf bislang eher ungewöhnliche Ziele wie Edge-Geräte oder Online-Welten.

Mindestmaß an Cyberresilienz erreichen

Sicherheitsvorfälle, Datendiebstahl und Ransomware haben auch in 2022 wieder für Schlagzeilen gesorgt und zahlreiche Unternehmen wie beispielsweise Metro, Continental oder die Deutsche Presse-Agentur (dpa) betroffen. Keine Branche ist davor gefeit. Wie jedes neue Jahr bringt auch das Jahr 2023 sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die IT-Sicherheit mit sich. Illumio geht davon aus, dass die zwei folgenden Themen (neben anderen) eine wichtige Rolle spielen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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