Security Trends 2016: Mehr Angriffe


Neun Trends zu Cyber-Bedrohungen: Incident-Response-Strategie und Industrial Control System (ICS) Security so wichtig wie nie
Steigende Nachfrage nach Managed Security Services (MSS) und Cyber Threat Intelligence

(08.02.16) - Wie werden neue Technologien und die sich verschärfenden Cyber-Bedrohungen Wirtschaft und Öffentliche Hand 2016 beeinflussen? Welche Konsequenzen resultieren daraus für IT-Security-Entscheider? Damit haben sich Security Analysten und Consultants von TÜV Rheinland in Deutschland sowie in Großbritannien und den USA befasst. In neun Trends zeigen sie auf, wie sich die Cyber-Bedrohung in den nächsten zwölf Monaten ihrer Ansicht nach entwickelt und welche Handlungsempfehlungen daraus abzuleiten sind. "Das Wichtigste ist, mit solchen Angriffen zu rechnen und solide Security-Incident-Response-Prozesse zu etablieren, damit der Betrieb trotz eines Angriffs aufrechterhalten oder nach einer Attacke so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann", so Olaf Siemens, Executive Vice President ICT & Business Solutions bei TÜV Rheinland.

1. Cyber-Kriminalität wird einfacher und lukrativer.
Die "Industrialisierung" und Professionalisierung des Cyber Crime schreitet weiter voran. Toolkits und "Services" sind leichter zu beschaffen denn je. Alle Unternehmen sind potenziell als Ziel gefährdet, unabhängig von ihrer Größe.

2. Das Internet der Dinge eröffnet zusätzliche Angriffsmöglichkeiten.
In Bezug auf Schwachstellen erweist sich das Internet der Dinge als Fundgrube für Angreifer. Noch legen Hersteller bei der Entwicklung vernetzter Geräte mehr Wert auf Features statt auf Sicherheit. Security by Design muss zu einem integralen Faktor der Entwicklung werden, damit sich Innovationen beim zunehmend sicherheitsbewussten Anwender durchsetzen.

3. Die Cloud sorgt für neue Betriebsmodelle.
Die Migration in die Cloud geht weiter, es entstehen neue Betriebsmodelle, aber Unternehmen und Öffentliche Hand bleiben für die Absicherung ihrer Geschäfts- und Kundendaten weiterhin verantwortlich. Deshalb ist es wesentlich, robuste Incident-Response-Strukturen in die Cloud-Strategie zu integrieren.

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4. Informationssicherheit geht über klassische Compliance hinaus.
Das Verständnis von Informationssicherheit wandelt sich: Organisationen schärfen ihren Blick für ein Risikomanagement, das Werte, Risiken und Maßnahmen des Unternehmens im Fokus hat und über die reine Erfüllung regulatorischer Auflagen hinausgeht. Bei der Risikobewertung wird es zunehmend relevanter, wo erzeugte Daten gelagert und wie sie aggregiert werden. Elemente wie Risikomanagement, Business-Continuity-Management sowie Unternehmensarchitektur werden sich künftig noch stärker miteinander verzahnen.

5. Datenschutz und Datensicherheit bestimmen weiterhin die öffentliche Diskussion.
Die EU arbeitet verstärkt an der Reform ihrer Datenschutzgesetzgebung sowie am Schutz von Daten, die das Gebiet der EU verlassen. Deutschland wird seine regulatorischen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit für Betreiber Kritischer Infrastrukturen weiter konkretisieren. Diese Auflagen führen zu einem verstärkten Beratungsbedarf kleiner und mittelständischer Unternehmen in Bezug auf Strategie und Umsetzung in der Informationssicherheit.

6. Incident Response wird zum Daily Business.
Sicherheitsvorfälle sind nicht mehr die Ausnahme, sondern gehören zum Alltag. Das frühzeitige Aufspüren dieser Angriffe erfordert das Erfassen und die Analyse großer Datenmengen. Dafür ist der Einsatz von Experten und professionellen Tools erforderlich.

7. Organisationen setzen verstärkt auf Managed Security Services (MSS).
Die komplexe Bedrohungslage ist für die Mehrheit von IT-Security-Teams heute vielfach eine Herausforderung. Um Engpässe in punkto Personal und Technologie zu umgehen, wächst die Nachfrage nach Managed Security Services (MSS). Dies ermöglicht einen bedarfsorientierten Experten-Support für eine zeitnahe Problemlösung und den Einsatz innovativer Technologien.

8. Industrial Control System (ICS) Security gewinnt eine neue Relevanz.
Im Rahmen von Industrie 4.0 mit M2M-Kommunikation, wachsender Vernetzung und einer zunehmenden Aufweichung der Perimeter-Sicherheit müssen Unternehmen offene Angriffsvektoren schließen und verstehen lernen, wie Office-IT und vernetzte Produktions-IT bei der Abwehr von Angriffen zusammenarbeiten sollten.

9. Der Bedarf an externer Cyber Threat Intelligence (CTI) steigt.
Aufkommende methodische und technologische Trends im Bereich Cyber Crime so früh wie möglich zu identifizieren und auf ihre Kritikalität zu analysieren, kann Unternehmen helfen, die eigene Cyber-Security-Abwehr zu optimieren. Deshalb wächst die Nachfrage nach Spezialisten für Cyber Threat Intelligence (CTI). Diese verfügen über fundierte analytische Kenntnisse in den Bereichen Cyber-Crime, Cyber-Aktivismus und Cyber-Spionage.
(TÜV Rheinland: ra)

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Meldungen: Hintergrund

Cyberkriminelle Techniken & Taktiken in 2023

Die ICS-CERT-Experten von Kaspersky prognostizieren aufgrund einer vergrößerten Angriffsfläche durch die Digitalisierung Aktivitäten freiwilliger und cyberkrimineller Insider sowie mehr Ransomware-Angriffe auf kritische Infrastrukturen im kommenden Jahr. Weiter werden sich die technischen, wirtschaftlichen und geopolitischen Veränderungen, auch in Bezug auf die Qualität der Bedrohungserkennung auswirken und zu neuen potenziellen Schwachstellen führen.

Anstieg der Ransomware-Angriffe auf Daten-Backups

Ransomware-Angriffe werden nicht verschwinden und bleiben auch in 2023 eine große Bedrohung. Allerdings werden viele Angreifer einen einfacheren und weniger auffälligen Weg wählen, um an dieselben wichtigen Daten zu gelangen. Mehr Angriffe werden auf Backups abzielen, die weniger häufig überwacht werden, aber einen kontinuierlichen Zugriff auf Daten ermöglichen und die möglicherweise weniger sicher sind oder aus vergessenen älteren Dateien stammen.

RaaS-Erfolg ein Vorgeschmack auf CaaS-Weiterentwicklung

Fortinet hat Prognosen des FortiGuard Labs veröffentlicht. Die Global Threat-Intelligence- und Forschungsteams geben darin Prognosen für die Cyberbedrohungslandschaft in den nächsten zwölf Monaten und darüber hinaus ab. Klar ist: Angriffe durch Cybercrime-as-a-Service (CaaS) entwickeln sich immer schneller, sodass Menge, Bandbreite und Größenordnung der Cyberbedrohungen die Security-Teams 2023 und in den darauf folgenden Jahren in hohe Alarmbereitschaft versetzen werden. Dazu kommen neue Exploits auf bislang eher ungewöhnliche Ziele wie Edge-Geräte oder Online-Welten.

Mindestmaß an Cyberresilienz erreichen

Sicherheitsvorfälle, Datendiebstahl und Ransomware haben auch in 2022 wieder für Schlagzeilen gesorgt und zahlreiche Unternehmen wie beispielsweise Metro, Continental oder die Deutsche Presse-Agentur (dpa) betroffen. Keine Branche ist davor gefeit. Wie jedes neue Jahr bringt auch das Jahr 2023 sowohl Chancen als auch Herausforderungen für die IT-Sicherheit mit sich. Illumio geht davon aus, dass die zwei folgenden Themen (neben anderen) eine wichtige Rolle spielen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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