Anstieg von Datenschutzverletzungen


Prognosen: Cyberbedrohungen 2016 was wird auf uns zukommen?
Die Zahl der erfassten Datensicherheitsverletzungen wird drastisch steigen

(15.01.16) - Laut dem US-amerikanischen Identity Theft Resource Center (ITRC) wurden in den USA vom 1. Januar bis zum 3. November 2015 insgesamt 641 Datensicherheitsvorfälle erfasst. Die meisten Organisationen wissen jedoch, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Die Anzahl der gemeldeten Datensicherheitsvorfälle wird 2016 steigen nicht nur aufgrund verschärfter Datenschutzgesetze mit entsprechender Meldepflicht. Vielmehr können Sicherheitssysteme, die sich auf die Netzwerkgrenzen konzentrieren, die Sicherheit wertvoller, vertraulicher Daten nicht mehr gewährleisten. Auch die Tatsache, dass Mitarbeiter zunehmend mehr mobile Endgeräte einsetzen und Unternehmen IT-Workloads in die Cloud migrieren, wird zu einem drastischen Anstieg von Datenschutzverletzungen führen. Auf längere Sicht sollte das dazu beitragen, dass zunehmend in vorausschauende, datenzentrierte Schutzmaßnahmen investiert wird. Wahrscheinlich ist allerdings, dass sich die Lage erst verschlimmert, bevor sie sich verbessert.

Benutzer zu schulen, aber auch deren Aktivitäten zu überwachen wird zum Schwerpunkt bei Datensicherheitsmaßnahmen.
Insider sind die neue Malware. Manager und IT-Experten haben fast genauso viel Angst vor ihren eigenen Mitarbeitern wie vor Angreifern von außen. Mitarbeiter mit gefährlichen Zugriffsrechten auf sensible Daten können leicht zu unschuldigen und nichtsahnenden Werkzeugen für Hacker werden. 2016 werden Unternehmen zunehmend erkennen, dass sie trotz aller Investitionen in IT-Sicherheit weitere Verluste riskieren, wenn die betroffenen Nutzer die Spielregeln nicht einhalten.

Mitarbeiter müssen in die Sicherheitsprozesse einbezogen werden, die Klassifizierungs- und Einordnungsrichtlinien (die zunächst definiert werden müssen) befolgen und lernen, wie man nicht mehr auf Phishing-E-Mails hereinfällt. Ein Sicherheitsprozess steht und fällt mit den Mitarbeitern, die mehr Einfluss darauf haben, als ihnen vielleicht bewusst ist. Nutzer lassen sich nicht patchen, aber schulen. Die Benutzeraktivitäten überwachen und zu analysieren, wie Nutzer ihre Daten verwenden, trägt dazu bei Angriffe frühzeitig zu erkennen.

Mindestens fünf C-Level-Führungskräfte werden aufgrund von Sicherheitsvorfällen gefeuert.
In den vergangenen Jahren mussten schon mehrere Top-Manager nach Cyber-Angriffen einen Karriereknick in Kauf nehmen. Sie wurden entweder entlassen oder sahen sich zum Rücktritt gezwungen. Und zwar nachdem massive Datenlecks die betreffenden Unternehmen und Institutionen Geld, Kunden und Glaubwürdigkeit gekostet hatten. Diese Entwicklung wird sich 2016 verschärfen. Die Schuldigen bei Sicherheitsvorfällen werden nicht mehr in der IT-Abteilung, sondern im oberen Management gesucht. Daten haben Auswirkungen auf alle Bereiche eines Unternehmens. Es wird immer klarer, dass das Management das komplette Unternehmen und seine Stakeholder gefährdet, wenn es versäumt in die Sicherheit kritischer Daten zu investieren.

Immer mehr falsch-positive Ergebnisse verdeutlichen den Bedarf an eingegrenzten, präzisen Informationen.
Unternehmen und Institutionen werden sich sehr viel ernsthafter damit auseinandersetzen, wie viele Daten sie sammeln und welche davon gelöscht werden können. Beim großen Hacking-Angriff auf eine Handelskette Ende 2013 hatten die IT-Systeme bereits seit Wochen Alarm geschlagen. Dennoch hatte niemand etwas bemerkt. Dieses Problem tritt mittlerweile häufig auf. Warum? Die IT-Sicherheitsabteilung ist angesichts der Vielzahl von installierten Sicherheits-Tools in den meisten Unternehmen hoffnungslos überfordert. Die Teams arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze, und die überwältigende Menge an falschen positiven Ergebnissen, bei exponentiell wachsenden Datenmengen, führt dazu, dass kritische Sicherheitslücken schlicht und einfach übersehen werden. Clevere IT-Teams werden sich 2016 darauf konzentrieren, Analysen und Alarmierungen mit einer höheren Trefferquote und weniger falschen Alarmen einzusetzen.

Die US-Präsidentschaftswahl wird Ziel einer Cyber-Attacke.
Mit den Hacking-Versuchen auf Hillary Clintons privaten E-Mail-Server hat das Thema Cybersicherheit bereits den Weg in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf gefunden. 2016 wird ein gezielter Cyber-Angriff die Kampagne treffen und zu einer massiven Datenschutzverletzung führen, bei der Identitäten von Sponsoren, Kreditkartennummern und bisher private politische Präferenzen offengelegt werden. Stellen Sie sich einfach vor, Sie sind einer der Sponsoren, gehen aber davon aus, anonym zu bleiben. Oder ein Kandidat, dessen "Basisorganisation" Big Data-Analysen nutzt, um demografische Wählerdaten und andere Faktoren, die das Wahlergebnis beeinflussen, auszuwerten. Diese Daten sind für jedes Wahlkampf-Team äußerst nützlich. Sind diese Daten nicht ausreichend geschützt, werden sie schnell zu einer Belastung.

Ein solcher Sicherheitsvorfall wird jedoch nicht nur dem unglücklichen Kandidaten oder der betroffenen Partei einen Dämpfer verpassen. Er wird Cybersicherheit zu einem zentralen Wahlkampfthema machen, das eng mit geopolitischen Bedrohungen wie der Ausbreitung von Terrorismus verknüpft ist. Wahlkampfdaten wie Sponsorenlisten, Strategien, demografische Daten, Stimmungsindikatoren und Informationen über die gegnerische Partei sind eine Goldmine für Hacker. Ein derartiges Ereignis wird nicht nur die US-Regierung erneut daran erinnern, dass sie das Thema Cybersicherheit kontinuierlich im Auge behalten muss und es Investitionen auf höchster Ebene erfordert. Der Kandidat, der den Eindruck vermittelt, dass er sich mit der Sache auskennt und Cyber-Bedrohungen im Griff hat wird auch bei der Wahl gute Karten haben. (Varonis: ra)

Varonis Systems: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

Durchschnittlich knapp eine halbe Million Euro Lösegeld

Vielleicht haben Sie kürzlich von einer der wenigen Ransomware-Attacken mit gutem Ausgang gehört? So bekommt die Universität Maastricht das Lösegeld zurück, das sie bei einem Ransomware-Angriff 2019 gezahlt hatte. Und weil das inzwischen beschlagnahmte Konto der Kriminellen mit Kryptowährung befüllt war, erhält die Universität nun auch Bitcoins – die mittlerweile ein Vielfaches von damals wert sind.

Hacker schlagen schneller zu

Manch einer mag aufgeatmet haben, als er die Zahl gelesen hat: Elf Tage bis zur Entdeckung eines Cyberangriffs – ist das nicht schnell? Das zeigt doch, dass Unternehmen ihre Detection & Response erheblich verbessert haben und die modernen Security-Maßnahmen greifen. Schön wäre es ja, doch leider ist das ein Trugschluss. Denn dass Cyberkriminelle heute viel früher auffliegen als noch vor ein paar Jahren, bedeutet schlichtweg: Sie haben ihr Geschäftsmodell geändert.

Diebstahl von Kryptowährungen im Aufwind

Es handelt sich um eine weitverbreitete Annahme, dass Kryptowährungen durch geringere staatliche und organisatorische Aufsicht und Kontrolle mehr Anonymität bieten. Zusammen mit ihrer freien Übertragbarkeit macht sie das zunehmend populär. Aufgrund dieser Merkmale erfreuen sich Kryptowährungen auch unter Cyberkriminellen großer Beliebtheit.

Fehlende Zuständigkeit im Bereich IT-Sicherheit bei KRITIS

Anlässlich einer brisanten Diskussionsrunde zum Thema Kritische Infrastrukturen (KRITIS) kamen Anfang Mai 2022 Dr. Reinhard Brandl, Mitglied des deutschen Bundestages und digitalpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, Dr. Jörg Ochs, IT-Leiter der Stadtwerke München, Cyberrisk-Berater Martin Braun sowie Ralph Kreter, Area VP Central and Eastern Europe beim Technologieanbieter Deep Instinct, in München zusammen.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.