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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Verkauf von gefälschten Zertifikaten

Boom von gefälschten Impfstoff- und Testzertifikaten im Darknet und auf Telegram

Während das Vereinigte Königreich damit beginnt, die NHS-App zum Nachweis des Impfstatus zu nutzen, und die Europäische Union im Juli die Einführung von Covid-19-Pässen beschließt, warnt Check Point Research vor einer Verfünffachung der Zahl der Anbieter gefälschter Zertifikate



Check Point Software Technologies sieht die Pläne der Europäischen Union und Großbritanniens zu Impfpässen bedroht. Gefälschte Impf- und Testzertifikate gehen zunehmend im Darknet und über die bekannte Messaging-App Telegram herum. Das neue EU-Abkommen, welches am 7. Juni 2021 in Kraft tritt und am 1. Juli ein Projekt startet, ermöglicht die einheitliche Nachweisung des Impf-Status. Kostenlos kann ein Zertifikat in Form eines QR-Codes auf einem Smartphone oder als Papierdokument erworben werden, welches berichtet, ob eine Person entweder geimpft ist, eine gewisse Immunität gegen das Virus entwickelt hat oder ein kürzlich negatives PCR-Testergebnis erhielt. Reisende aus Großbritannien beispielsweise, die beide Impfdosen erhalten haben, können die NHS-App als Impfpass verwenden, jedoch wird das Vereinigte Königreich nach dem Brexit voraussichtlich als Drittstaat unter die EU-Regelung fallen.

Andere Länder der Union, wie die Tschechische Republik, Frankreich oder Deutschland, wollen dagegen ihre eigenen Corona-Pässe einführen. Das birgt Schwierigkeiten, denn ohne einen globalen, einheitlichen Ansatz zur Prüfung der Gültigkeit von Zertifikaten spielen die fragmentierten Regeln den Hackern und Betrügern in die Hände, so glaubt Check Point Research (CPR).

CPR entdeckte zudem einen fünfhundertprozentigen Anstieg von gefälschten Corona-Zertifikatsverkäufern zwischen März und Mai 2021, die angesichts der kommenden Urlaubs-Saison die hohe Nachfrage zur Umgehung von Kontrollen ausnutzen möchten. Bei den Kunden könnte es sich entweder um positiv getestete Personen handeln, oder um solche, die einen Test ablehnen, oder welche, die nicht geimpft werden möchten. Es könnte sich außerdem bei den Interessenten in den Telegram-Gruppen zum Teil um Menschen handeln, die lediglich auf der Suche nach Informationen und Ratschlägen sind und in gutem Glauben zu betrügerischen oder verdächtigen Angeboten gelockt werden – für das Darknet trifft dies natürlich nicht zu. Zu den Zertifikaten, die auf Telegram zum Verkauf stehen, gehören die USA, Großbritannien, Deutschland, Indien, Russland und das gelbe internationale Impfzertifikat. Im März 2021 wurden erst fünf Darknet-Anbieter gefunden, doch im Mai gab es mehr als 100 Kanäle auf Telegram, die den Verkauf von gefälschten Impfstoffen oder negativen Testzertifikaten anboten.

Um nicht das Opfer einer Cyber-Attacke zu werden, sollten Reisende sich vor Websites mit Schreibfehlern in Acht nehmen und nur verifizierte Apps aus offiziellen Quellen installieren. Sie sollten auch QR-Codes meiden, da diese als Einfallstor für Malware dienen können, die auf dem Gerät gespeicherte Informationen stehlen will. Hacker ersetzen nämlich legitime QR-Codes durch solche, die beim Scannen eine bösartige URL aufrufen oder einen Download angepasster Malware starten. Der bösartige Code kann dann die für andere Apps auf dem Telefon des Benutzers verwendeten Anmeldedaten stehlen, wie Banking- und Einzelhandelsanwendungen und sogar Zahlungen durchführen.

"Es sollte auch im Interesse unserer Regierung sein schnell zu handeln, um den zunehmenden Verkauf von gefälschten Zertifikaten auf Telegram und im Darknet zu bekämpfen. Der Einsatz eines zentralen Systems muss es Hackern und Betrügern erschweren durch die Maschen zu fallen", so Christine Schönig, Regional Director Security Engineering CER, Office of the CTO, bei Check Point: "Die Menschen müssen bedenken, dass ein QR-Code nichts weiter ist als ein schneller und bequemer Weg, um auf eine Web-Seite zuzugreifen; ein Link, den sie in vielen Fällen nicht einmal sehen. Dessen Legitimität kann daher unmöglich sichergestellt werden und daher auch Bestandteil eines Angriffs sein, der bereits begonnen hat. Die geplanten Impfpässe der EU sollen nach Aussagen von Vertretern der Union sicher sein, aber Hacker sind nicht untätig und werden versuchen neue Möglichkeiten zu finden, die geplante Sicherheit zu umgehen. Deshalb raten wir allen dringend zur Verwendung einer mobilen Sicherheitslösung, die ihre Geräte und Daten vor Phishing, bösartigen Apps und Malware schützt, falls sie doch mal das Opfer eines gefälschten QR-Codes werden." (Check Point Software Technologies: ra)

eingetragen: 02.06.21
Newsletterlauf: 20.08.21

Check Point Software Technologies: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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