Wie IT-Forensik die Demokratie schützt

Verfassungsschutz, Polizeibehörden und anderen Organe benötigen sie immer häufiger Lösungen für IT-Forensik

Forensik-Tools unterstützen sie bei der Prüfung von Beschwerden und der Sicherung von Beweisen für Verstöße gegen geltende gesetzliche Bestimmungen



Eine Demokratie bietet den Menschen, die in ihr leben, viele Rechte und Freiheiten. Diese zu garantieren und zu schützen, ist Aufgabe des Staates. Exterro erläutert, wie digitalforensische Untersuchungen von Datenträgern, IT-Systemen und Kommunikationsverbindungen dabei helfen.

Smartphones, Computer, Instant-Messenger und Online-Dienste haben die Arbeit von Verfassungsschutz, Polizeibehörden und anderen Organen des Bundes und der Länder stark verändert. Um die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu schützen und das friedliche Zusammenleben der Menschen zu sichern, benötigen sie immer häufiger Lösungen für IT-Forensik. Exterro, Anbieter von Legal-GRC-Software, die E-Discovery, digitale Forensik, Datenschutz und Cybersecurity-Compliance vereint, nennt die wichtigsten Einsatzbereiche von Forensik-Tools in diesem Bereich:

Abwehr von Feinden der Demokratie

Zu den Freiheiten, die Menschen in einer Demokratie genießen, zählen Meinungs-, Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit. Jeder hat zum Beispiel das Recht, auch die Demokratie selbst öffentlich zu kritisieren. Gegen Personen und Organisationen, die sich aktiv für ihre Abschaffung einsetzen, muss sich eine Demokratie jedoch wehren. Die forensische Untersuchung beschlagnahmter Datenträger sowie von Informationen aus der Cloud und aus Telekommunikationsnetzen hilft dabei ebenso wie die Überwachung der Kommunikation von Verdächtigen. Mit den gewonnenen Informationen können Behörden wie das Bundesamt für Verfassungsschutz die an demokratiefeindlichen Planungen und Aktionen beteiligten Personen identifizieren, ihre konkreten Absichten aufdecken und vollzogene Handlungen gerichtsfest nachweisen.

Schutz kritischer Infrastrukturen

Bestimmte Güter und Dienstleistungen wie Wasser, Strom, Lebensmittel und die Behandlung kranker Menschen sind unentbehrlich für das Funktionieren der Gesellschaft und damit für die Stabilität des Staates. Wegen dieser enormen Bedeutung stehen die kritischen Infrastrukturen, die die Versorgung mit diesen Gütern und Dienstleistungen sicherstellen, ganz besonders im Visier von Cyberkriminellen. Leider lässt sich nicht jeder Angriff abwehren. Daher sind die Infrastrukturbetreiber und Behörden wie das BSI (Bundesinstitut für Sicherheit in der Informationstechnik) auf Forensik-Tools angewiesen, um die Wege der Eindringlinge nachzuvollziehen und alle betroffenen Systeme und Daten zu ermitteln. Nur so können sie sämtliche Hinterlassenschaften der Angreifer beseitigen, Systeme und Daten wiederherstellen sowie Einfallstore für die Zukunft schließen.

Wahrung von Persönlichkeitsrechten

Die persönlichen Dinge und Angelegenheiten der Menschen werden in einer Demokratie durch Persönlichkeitsrechte geschützt. Sie sollen unter anderem verhindern, dass Dritte private Fotos und Videos ohne Erlaubnis veröffentlichen, Unternehmen die Daten von Kunden missbrauchen oder Kriminelle die Identitäten von Bürgern stehlen. Da die meisten derartigen Verletzungen von Persönlichkeitsrechten heute in der digitalen Welt stattfinden, benötigen Datenschutz- und Polizeibehörden moderne Werkzeuge für forensische Untersuchungen, um Datenlecks und Datenmissbrauch nachzuweisen. Die Lösungen helfen allerdings auch Unternehmen, Datenschutzverletzungen aufzudecken und innerhalb der vorgegebenen Fristen zu melden.

Schutz des Wirtschaftssystems

Eine stabile Demokratie braucht ein reibungslos und fair funktionierendes Wirtschafts- und Finanzsystem. Behörden wie BaFin, Kartellämter und Zoll haben deshalb die Aufgabe, beispielsweise Finanzbetrug, Korruption, Kartellabsprachen und Schwarzarbeit zu verhindern, die einem gleichberechtigten Wettbewerb entgegenstehen. Forensik-Tools unterstützen sie bei der Prüfung von Beschwerden und der Sicherung von Beweisen für Verstöße gegen geltende gesetzliche Bestimmungen. Damit stellen sie die Integrität des Wirtschafts- und Finanzsystems sicher, ohne die ein demokratischer Staat nicht funktionieren kann.

"Spielten digitale Daten früher nur bei einigen Delikten eine Rolle, sind sie heute ein zentraler Bestandteil von fast allen Ermittlungen und Verfahren. Um Angriffe auf den Staat aufzuklären und abzuwehren und die Gesellschaft sowie Wirtschaft zu schützen, benötigen Behörden deshalb leistungsstarke Tools für digitalforensische Untersuchungen", betont Jens Reumschüssel, Director of Sales DACH – Public Sector bei Exterro. "Solche Tools zeichnet nicht nur aus, dass sie mit verschlüsselten Daten zurechtkommen und Daten aus den unterschiedlichsten Systemen, Netzwerken und Online-Diensten sichern können. Sie müssen überdies in der Lage sein, riesige Datenmengen in kurzer Zeit zu analysieren und zu durchsuchen, da selbst bei einfachen Fällen mit wenigen Verdächtigen schnell mehrere Terabyte zusammenkommen. Diese Daten werden zudem nicht von Einzelpersonen, sondern Teams aus Forensikern verschiedener Dienststellen und Spezialisten für Terrorismus, Cybercrime oder Finanzkriminalität untersucht, weshalb die Tools eine kooperative Zusammenarbeit unterstützen müssen." (Exterro: ra)

eingetragen: 16.06.22
Newsletterlauf: 20.07.22

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Meldungen: Unternehmen

Erstellen eigener YARA-Regeln sehr zeitaufwändig

Das SophosAI-Team für künstliche Intelligenz hat ein auf maschinellem Lernen basierendes Tool entwickelt, das YARA-Regeln zur Erkennung bestimmter Arten von Bedrohungen generiert. Das von VirusTotal verwaltete, plattformübergreifende Klassifizierungs-Tool ist eines der wichtigsten Tools für Forscherinnen und Forscher zum Aufspüren und Klassifizieren von Malware.

Ziel: Menschliche Ebene der Cybersicherheit

KnowBe4, Anbieterin einer Plattform für die Schulung des Sicherheitsbewusstseins und simuliertes Phishing, gibt die Gründung von KnowBe4 Ventures bekannt, dem Venture-Zweig des Unternehmens, der sich auf die menschliche Ebene der Cybersicherheit konzentriert.

Abschaffung anderer Endpunkt-Verwaltungs-Tools

Ivanti, Anbieterin der Automatisierungsplattform "Ivanti Neurons", die IT-Ressourcen von der Cloud bis zum Edge entdeckt, verwaltet, sichert und wartet, hat die Ergebnisse der von Forrester Consulting durchgeführten "Total Economic Impact" (TEI)-Studie veröffentlicht.

Mehr Sichtbarkeit im europäischen Markt erhalten

Nie war die digitale Unabhängigkeit wichtiger als in Zeiten von wachsenden (und raffinierten) Ransomware- und Hackerangriffen von überall auf der Welt. Mal abgesehen vom Schutz durch IT-Sicherheitslösungen selbst, ist es für Unternehmen zudem wichtig sich an die national sowie europäisch geltenden Regularien und Richtlinien zu halten – gerade im Bezug IT-Sicherheit. Nur so kann ein länderübergreifender IT-Sicherheitsstandard gewährleistet werden.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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