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Bedrohungen auf Basis von EternalBlue


WannaCry 2.0: EternalBlue-basierte Ransomware wird zur Normalität
Ransomware ist im Grunde noch das freundlichste Szenario, da es für alle sehr sichtbar passiert



Von Statement von Catalin Cosoi, Chief Security Strategist Bitdefender

Am 15. Mai 2017 wurde eine neue Version der WannaCry Malware identifiziert. Die Hacker-Gruppe, die hinter dem Angriff steht, hat die ursprüngliche Malware gepatcht, indem sie wenige Bytes geänderte hat, um den "Kill Switch" der die Verbreitung der initialen Welle unterbunden hat, zu beseitigen. Die Empfehlung an Firmen und Privatpersonen ist nach wie vor die gleiche: Aktualisieren Sie Ihre Rechner so schnell es geht. Aber da nach wie vor eine steigende Zahl an Infektionen zu beobachten ist, ist es möglicherweise Zeit, das Böse bei den Wurzeln zu packen.

WannaCry 1.0 und 2.0 sind nur der Beginn von EternalBlue-basierten Bedrohungen. Wahrscheinlich wird es zunächst einmal schlechter, bevor es dann wieder besser wird. WannaCry wird uns als eine der ernsthaftesten Bedrohungen in den kommenden zwölf Monaten begleiten. Außer: Microsoft entscheidet sich, etwas dagegen zu tun wie zum Beispiel die Durchführung eines Updates zu erzwingen. Das wurde bereits in der Vergangenheit gemacht und die aktuelle Bedrohung würde es rechtfertigen, es wieder zu tun auf kontrollierte und koordinierte Art und Weise und mit Unterstützung von Behörden und der Security-Branche. Dies wäre rechtlich in einer Grauzone. Aber uns lehrt die Erfahrung, dass bei Cyberkriminalität die Gesetzgebung oftmals zu spät kommt. Daher ist es jetzt wichtiger als je zuvor, dass Strafverfolgungsbehörden und Security-Hersteller zusammenarbeiten.

Computer in öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern und anderen Betreuungseinrichtungen werden in der Regel selten aktualisiert. Wenn sie nicht schon jetzt von Ransomware betroffen sind, so sind sie doch so lange für staatlich unterstützte Angriffe offen, bis sie gepatcht werden. Ransomware ist im Grunde noch das freundlichste Szenario, da es für alle sehr sichtbar passiert. Aber man kann auch komplexe Bedrohungen auf Basis von EternalBlue aufbauen und so ausgestalten, dass sie auf Dauer unentdeckt bleiben und Organisationen über einen langen Zeitraum infiltrieren.

Im schlimmsten Fall nutzen staatliche Akteure die Schwachstelle dafür aus, um Hintertüren in den öffentlichen Einrichtungen anderer Regierungen zu installieren. Sie könnten sogar selbst Updates installieren, so dass niemand sonst die gleiche Schwachstelle ausnützen kann. Dies ist ein wahrscheinliches und plausibles Szenario. Aktuell lenkt Ransomware die Betroffenen ab. So können komplexere Bedrohungen entwickelt und ausgeführt werden, ohne dass dadurch die Alarmglocken angehen.

Der WannaCry Wurm war eine der Bedrohungen der letzten Jahre, die sich am schnellsten verbreitet hat. Er verursachte am Wochenende an zahllosen Orten IT-Ausfälle, infizierte Computer und Infrastrukturen weltweit und hinterließ auf infizierten Computern Ransomware. Der Wurm nutzt eine Windows-Schwachstelle aus, die angeblich die NSA verwendete und welche die Hacker-Gruppe Shadow Brokers online veröffentlichte hat.

Bekannt als EternalBlue, wurde die Windows-Sicherheitslücke von Microsoft in einem Patch geschlossen, den das Unternehmen am 14. März - als Teil des "Patch Tuesday" zur Verfügung stellte. Aber es scheint, dass nicht viele Organisationen diesen Patch tatsächlich in ihren Infrastrukturen implementiert haben. Infolgedessen war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Gruppe von Cyberkriminellen die bekannt gewordene Verwundbarkeit als Waffe nutzen würde, um ungepatchte Windows-Systeme anzugreifen.

WannaCry hat diese Anfälligkeit seit dem 12. Mai 2017 genutzt, um innerhalb weniger Stunden Hunderttausende von Computer weltweit zu infizieren und Ransomware zu platzieren. Die Malware springt von einem Computer zum anderen; sie benötigt keine Nutzerinteraktion, wie etwa den Klick auf infizierte Anhänge oder bösartigen URLs. Zwar hat ein Sicherheitsforscher es geschafft, die weitere Verbreitung vorübergehend zu stoppen und die Infektion weiterer Opfer zu verhindern indem er einen Domainnamen registriert hat. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis eine neuere Version auftauchen würde, das diesen vorübergehenden Rückschlag umgeht. (Bitdefender: ra)

eingetragen: 15.05.17

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Implementierung präventiver Schutzmaßnahmen

Viele Internetseiten rund um den Globus hatten im Juli 2021 mit Beeinträchtigungen ihrer Verfügbarkeit zu kämpfen, darunter die Online-Präsenzen namhafter Nachrichtenmagazine. Auch die Webseiten der Logistikunternehmen DHL, FedEx und UPS sowie die Portale von Banken und Fluglinien waren betroffen - horrende Ausfallkosten und Reputationsschäden sind die Folge. Als Ursache wurden technische Schwierigkeiten beim DNS-Service des Online-Dienstleisters Akamai identifiziert. Ausfälle in der IT-Infrastruktur sind für die betroffenen Unternehmen äußerst kostspielig und können schnell ein existenzbedrohendes Niveau erreichen. Die Allianz listet Cybervorfälle daher auch als das größte Geschäftsrisiko für den europäischen Wirtschaftsraum. Laut Global Data Protection Index 2020 von Dell Technologies belasten IT-Ausfälle (Downtime) Unternehmen im Durchschnitt mit Kosten von über 800.000 US-Dollar pro Jahr. Die Ausfallkosten umfassen nicht nur direkte Umsatzeinbußen. Die kompletten Kosten einer kritischen IT-Panne sind um ein Vielfaches höher. Zu den direkten Schäden kommen die entstandenen Aufwendungen für Werbung, SEO, SEA, Logistik und Personal. Massive Kosten entstehen zudem durch langfristige Imageschäden. Wer das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern einmal verloren hat, erhält keine zweite Chance.

Kein Entgegenkommen für Erpresser

Ransomware, also Schadsoftware, die zuweilen ganze Rechenzentren lahmlegt, um von der betroffenen Organisation Lösegeld zu erpressen, wird immer mehr zum Mittel der Wahl für Cyberkriminelle. Das Bundeskriminalamt hat Ransomware bereits in seinem Bundeslagebild Cybercrime 2020 als "die Bedrohung für öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen" ausgemacht, und in einem Gespräch mit dem Wall Street Journal vergleicht FBI-Direktor Christopher Wray Ransomware-Attacken mit den Anschlägen vom 11. September 2001. In einem aktuellen Artikel zum Thema berichtet Die Zeit, dass "mindestens 100 deutsche Ämter, Regierungsstellen, landeseigene Kliniken, Stadtverwaltungen und Gerichte […] in den vergangenen sechs Jahren von Ransomware-Banden attackiert worden" sind. Mit seinem Plädoyer für mehr staatliche Maßnahmen gegen Ransomware steht dieser Artikel nicht allein. Selbst jenseits des Atlantiks fordern Politiker staatliches Vorgehen gegen diese Form der Cyberkriminalität. So liegen in vier US-Bundesstaaten Gesetzesvorschläge vor, die Lösegeldzahlungen bei erfolgreichen Ransomware-Attacken verbieten sollen, um den Cyberkriminellen den Anreiz zu nehmen. Entsprechend wird diese Herangehensweise nach der Devise "Kein Entgegenkommen für Erpresser" in den USA bereits kontrovers diskutiert. Und auch bei uns wird dieses Thema sicher über kurz oder lang auf die Tagesordnung gelangen. Auch den "Law- & Order-Hardlinern" hierzulande wird dieses Vorgehen sicher nicht unsympathisch erscheinen.

Cyberagentur in der Gründungsphase

Im August 2020 gab das Bundesministerium des Innern den Startschuss für die Cyberagentur des Bundes als "wichtiger Schritt zu größerer Technologie-Souveränität". Der offizielle Titel der Cyberagentur lässt große Hoffnungen auf eine erhöhte digitale Souveränität in der Bundesrepublik zu: "Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH". Derzeit läuft die Gründungsphase der Cyberagentur, wobei die Geschäftsführung bereits bestellt und ein Interimsstandort in Halle, Sachsen-Anhalt, eingerichtet ist. Im Wesentlichen soll die Bundes-Cyberagentur zwei Aufgaben verfolgen: Die digitale Souveränität der Bundesrepublik soll gestärkt und innovative IT-Security-Technologien gefördert werden. Die Cyberagentur tritt für optimierte Cybersicherheit ein und möchte sich um die Belange von Wirtschaftsunternehmen, Verwaltungen und Behörden, aber auch von Bürgern kümmern. Dazu soll identifiziert werden, mit welchen neuen und innovativen Technologien diese Ziele erreicht werden können. Parallel zur Förderung derartiger Technologien soll die Cyberagentur auch in der Lage sein, eigene Aufträge für die Entwickelung neuer Sicherheitslösungen zu vergeben. Die neue Instanz soll darüber hinaus Anlaufstelle für diverse Bundesprogramme werden.

Die dominierende Ransomware-Gang

Sophos hat seit Bekanntwerden der neuesten Attacke mit der Ransomware REvil zahlreiche Untersuchungen vorgenommen und den Angriff in die Rubrik ‚Supply Chain Distribution‘ eingeordnet. Die Kriminellen nutzen Managed Service Provider (MSP) als ‚Vertriebsplattform‘, um so viele Unternehmen wie möglich zu treffen, unabhängig von Größe oder Branche. Wir sehen hier ein wiederkehrendes Muster, da Angreifer ihre Methoden ständig mit der Maxime anpassen, eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, sei es in finanzieller Hinsicht oder zum Stehlen von Anmeldedaten und anderen proprietären Informationen, die sie später nutzen könnten. Bei anderen groß angelegten Angriffen, die wir in der Vergangenheit gesehen haben, wie etwa WannaCry, war die Ransomware selbst der Verteiler. Im aktuellen Fall war kurz nach dem Angriff klar, dass ein Partner von REvil Ransomware-as-a-Service (RaaS) einen Zero-Day-Exploit nutzte, um die Ransomware über die Virtual Systems Administrator (VSA) Software von Kaseya zu verteilen. Normalerweise bietet diese Software einen äußerst vertrauenswürdigen Kommunikationskanal, der MSPs unbegrenzten privilegierten Zugriff ermöglicht, um vielen Unternehmen bei ihren IT-Umgebungen zu helfen. Genau diese Plattform wurde nun als Verteiler für die Ransomware umfunktioniert."

Update zu REvil Ransomware und Kaseya

Am späten Abend des 2. Juli 2021 wurde in den USA bekannt, dass die Hackergruppe REvil 200 Unternehmen in der MSP-Lieferkette über Kaseya VSA angegriffen hat – eine MSP-Plattform, die es Providern ermöglicht, Patch-Management und Client-Überwachung für ihre Kunden durchzuführen. Die ursprünglich geforderte Lösegeldsumme von 70 Millionen US-Dollar, die nun auf 50 Millionen US-Dollar gesenkt wurde, war unter allen bekannt gewordenen die bisher größte. Sie ereignet sich nur wenige Monate nach der letzten rekordverdächtigen Summe von 50 Millionen US-Dollar, zu deren Zahlung Acer aufgefordert wurde. Die wiederholten Angriffe sind ein Weckruf, die Sicherheit der Lieferkette zur obersten Priorität zu machen. MSPs sind wie in diesem Fall ein lukratives Ziel, da sie Zugriff auf die geschäftskritischen Daten mehrerer Kunden haben. Diese Daten dienen als Basis für eine enorm hohe Lösegeldforderung. Dieser Trend der immer weiter steigenden Ransomware-Inflation wird sich fortsetzen, ohne dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern. Wenn die Möglichkeit zur Lösegeldzahlung nicht mehr besteht, geht der Anreiz für Ransomware als kriminelles Unterfangen verloren. Ein Teil des Problems bei der Zunahme des Umfangs und der Auswirkungen von Angriffen ist, dass die Bedrohungsakteure das zunehmende Potenzial zur Monetarisierung ihrer Bemühungen erkennen. Nimmt man dies weg, ist die Aktivität nicht mehr rentabel.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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