Willkommen in der Ära der Hacker-Wirtschaft


Die Komplexität der Multi-Cloud erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen Anwendungen und Dienste von Drittanbietern nutzen, die Schwachstellen aufweisen können
Machine Learning kann eine Vielzahl von Lösungen bieten: Dazu gehört die Implementierung von Systemen zur Erkennung von Schwachstellen, Zero-Day-Exploits und anderen Bedrohungen




Von Ralf Sydekum, Technical Manager DACH bei F5 Networks

"Die Angriffsflächen erweitern sich exponentiell. Cyberkriminelle sind keine Hobby-Bastler mehr, sondern Vertreter einer neuen ,Hacker-Wirtschaft , welche die Innovationskraft von Unternehmen übertreffen kann." So lautet eines der Kernergebnisse des ersten "Future of Multi-Cloud (FOMC) Report" für die Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika). Die Studie wurde von F5 in Auftrag gegeben und von der Foresight Factory durchgeführt.

Unternehmen müssen sich dieser neuen Herausforderung für ihre Sicherheit stellen, ohne die Servicequalität zu beeinträchtigen. Die Einführung eines zuverlässigen, zukunftssicheren Gesamtsystems aus integrierten Sicherheits- und Cloud-Lösungen kann Entscheidern mehr Kontext, Kontrolle und Transparenz bieten. Es wird auch das notwendige Vertrauen schaffen, um Kosten und Komplexität zu reduzieren.

Doch der Einsatz von Multi-Cloud-Architekturen, die nicht ausreichend verwaltet werden, kann zu einer unkontrollierten Ausbreitung von Anwendungen und hoher Komplexität der entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen führen. Gleichzeitig werden sowohl die Methoden als auch die Tools von Cyberkriminellen immer raffinierter und zerstörerischer. Dies kann das Vertrauen von Unternehmen in ihre Widerstandsfähigkeit gegen einen Cyberangriff untergraben. So ist die Angst vor Angriffen ungebrochen.

Multi-Cloud und Machine Learning
Tatsächlich erhöht die Komplexität der Multi-Cloud die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen Anwendungen und Dienste von Drittanbietern nutzen, die Schwachstellen aufweisen können. Darüber hinaus ist es schwierig und zeitaufwändig, die Sicherheit plattformübergreifend zu standardisieren. Sicherheitslücken entstehen auch, wenn Unternehmen nicht in der Lage sind, strenge Richtlinien konsequent über alle Cloud-Services hinweg durchzusetzen.

Machine Learning kann dabei eine Vielzahl von Lösungen bieten. Dazu gehört etwa die Implementierung von Systemen zur Erkennung von Schwachstellen, Zero-Day-Exploits und anderen Bedrohungen. Maschinelles Lernen hilft auch Menschen bei der Beurteilung und schnellen Abwehr von Gefahren. Allerdings nutzen auch Angreifer diese Technologie, um Schwachstellen für Exploits zu erkennen und schnell auf Sicherheitsmaßnahmen zu reagieren.

Optimale Automatisierung
So ist die Bedrohungslandschaft durch volumetrische Angriffe, bösartige Bots und andere Tools, die auf Anwendungen und sensible Daten abzielen, komplexer denn je. Viele herkömmliche Sicherheitsprozesse sind nicht mehr wirksam, weil sie zu arbeits- und zeitintensiv werden. Eine Lösung dafür bietet Automatisierung, die IT-Prozesse rationalisiert und standardisiert sowie menschliche Fehler vermeidet. Sie hilft den IT-Mitarbeitern auch, sich auf andere Aufgaben wie Analysen und Problemlösungen zu konzentrieren und den Entscheidern bei der Ermittlung, wo die Prioritäten in der sich heute entwickelnden IT-Landschaft liegen.

Eine optimale Automatisierung des IT-Betriebs muss dabei die Konfiguration, Bereitstellung und Skalierung von Anwendungen und Servern umfassen. Mit fortschrittlichen Sicherheitslösungen können Unternehmen auch ihre Anwendungen ohne geographische oder infrastrukturelle Einschränkungen sicher auf jedes Cloud-Modell übertragen, das für ihre Strategie am besten geeignet ist. Die Vermeidung von Schatten-IT und die Vereinfachung von Komplexität sind jedoch entscheidend. So sollten die Anwendungs- und Sicherheitsfunktionen jedes Cloud-Anbieters sowie die immer wieder auftretenden Probleme im Zusammenhang mit mangelnder Transparenz und Kontrolle berücksichtigt werden.

Tipps für Unternehmen
Unternehmen benötigen Cloud-Expertise für den IT-Betrieb, da sich der technologische Fortschritt in EMEA beschleunigt. Mit einer Multi-Cloud-Strategie können Unternehmen Workloads verschiedenen Public Clouds zuweisen, die bestimmte Anforderungen wie Geschwindigkeit, Agilität und Sicherheit am besten erfüllen. Wenn sie intelligent und vorausschauend genutzt werden, erhöhen die weitreichenden Möglichkeiten der Multi-Cloud den Umsatz und das Vertrauen der Kunden durch exzellenten Service.

Durch die zunehmende Multi-Cloud-Nutzung benötigen Unternehmen eine zusätzliche Sicherheitsebene, die mehrere Cloud-Dienste sowie serverlose Anwendungen umfasst. Dies erfordert Schulungen und individuelle Lösungen.

On-Premise-Systeme sind nicht unbedingt sicherer als Public Clouds. Tatsächlich entscheidet der Kontext über das Sicherheitsniveau.

Vorschriften können die Wahlmöglichkeiten einschränken. Compliance- und IT-Teams sollten ständig zusammenarbeiten, um das Sicherheitssystem kontinuierlich weiterzuentwickeln und anzupassen.

Entwickler müssen sicherstellen, dass Protokolle und Prozesse über Clouds hinweg standardisiert und Lücken schnell geschlossen werden.

Der Schutz vor Bedrohungen kann in der Multi-Cloud schwieriger sein als bei nur einem genutzten Anbieter. So müssen Unternehmen lernen, ungewöhnliche Aktivitäten zu erkennen.

In den kommenden zehn Jahren wird sich Biometrie zum Standard-Sicherheitsprozess für alle Unternehmen entwickeln. Dies verringert die Unterschiede zwischen den verschiedenen Sicherheitssystemen.
(F5 Networks: ra)

eingetragen: 20.11.18
Newsletterlauf: 28.11.18

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Cyber-Security-Pflichten verbindlich umsetzen

Der Schutz kritischer Infrastruktur soll weiter verbessert werden, die Anforderungen an deren Betreiber steigen deutlich: Am Montag, 16. Januar, tritt die NIS2-Richtlinie der Europäischen Union in Kraft. Die EU reagiert damit auf die in geopolitischen Krisenzeiten stark zunehmenden Cyberangriffe, die gesellschaftlich besonders relevante Einrichtungen und Organisationen bedrohen. Eile ist geboten, die Bedrohungslage verändert sich laufend.

Governance und Risikomanagement überdenken

Sicherlich ist das Thema Datenschutz durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mehr als präsent – und doch gibt es Sicherheitsverstöße und Probleme im Umgang mit personenbezogenen Daten. Eine neue Richtlinie, die 2024 in Kraft tritt, wird den Druck auf Unternehmen weiter erhöhen, die Verantwortung für die Sicherung, Dokumentation und Wiederherstellung ihrer Daten zu übernehmen und eine umfassende Risikomanagement-Strategie zu erarbeiten.

Höheres Maß an Transparenz und Sicherheit

Die Vernetzung zuvor getrennter Systeme zum erweiterten Internet der Dinge (XIoT), das neben (I)IoT auch Betriebstechnik (OT) und medizinische Geräte (IoMT) umfasst, wird sich auch 2023 fortsetzen. Welche Auswirkungen dies auf den Markt und insbesondere auf die Cybersicherheit hat, erklärt Yaniv Vardi, CEO der Spezialisten für die Sicherheit von cyber-physischen Systemen (CPS) Claroty.

Kompromittierung durch fortgeschrittenes Phishing

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Zuge der Ermittlungen aufgrund eines verheerenden Cyberangriffs, der laut den Ermittlern mit Hilfe von Phishing-Techniken rund vier Millionen Euro von seinen Opfern erbeutet hat, drei Wohnungen durchsucht. Zwei Verdächtige wurden dabei festgenommen und angeklagt. Das Verfahren gegen die dritte Person hängt von den Ergebnissen der weiteren Ermittlungen ab. 

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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