Software Pegasus: Im Zentrum der Berichterstattung

NSO-Gruppe: Das Geschäftsmodell der Firma beinhaltet, Sicherheitslücken mit oder ohne Services, exklusiv oder auch nicht, an Staaten weiter zu verkaufen

Die Werkzeuge der NSO-Gruppe sind in der Cyber-Gemeinde als technisch ausgereift bekannt und erlauben unter anderem Smartphones zu übernehmen -- denn viele Funktionen können remote durch einen Auftraggeber ausgeführt werden



Im Zentrum einer weltweit koordinierten Berichterstattung stand im Juli 2021 die Software Pegasus, ein auf Schwachstellen im Code mobiler Betriebssysteme abzielendes Infiltrationswerkzeug, der israelischen NSO-Gruppe. Laut Aussage der Firma wurden mit ihrer Software Menschenleben gerettet, weil die potenziellen Täter rechtzeitig identifiziert werden konnten. Auf der anderen Seite steht der Vorwurf, dass damit aber genauso auch Menschenrechtsaktivisten überwacht werden. So wurde beispielsweise ein Zusammenhang zwischen der Software der NSO-Gruppe und dem 2018 in der Türkei ermordeten Journalisten Jamal Kashoggi hergestellt. Welche Verantwortung hat ein Hersteller für sein Produkt?

"Das Geschäftsmodell der Firma beinhaltet, Sicherheitslücken mit oder ohne Services, exklusiv oder auch nicht, an Staaten weiter zu verkaufen. Dies ist für alle Regierungen interessant, die es sich nicht leisten können, eigene Forscher oder Spezialisten für derartige Aufgaben zu finanzieren. Mit ungepatchten Sicherheitslücken zu handeln, stellt ein Geschäftsmodell dar, welches derzeit völlig unreguliert ist", sagt Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro.

Kommentar von Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro zur Pegasus-Software:

In einer weltweit koordinierten Berichterstattung deckten vor einigen Tagen verschiedene Medienhäuser eine Cybersecurity-Story zu mutmaßlich staatlich verwendeter Cyberspionage Software auf. Im Zentrum der Affäre steht die Software Pegasus, ein auf Schwachstellen im Code mobiler Betriebssysteme abzielendes Infiltrationswerkzeug, der israelischen NSO-Gruppe. Die Gruppe ist darauf spezialisiert, Hacking-Tools bzw. -Dienstleistungen an staatliche Interessenten zu verkaufen. Als Zweck wird die Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung angegeben. Laut Aussage der Firma wurden mit ihrer Software Menschenleben gerettet, weil die potenziellen Täter rechtzeitig identifiziert werden konnten. Auf der anderen Seite steht der Vorwurf, dass damit aber genauso auch Meschenrechtsaktivisten überwacht werden. So wurde beispielsweise ein Zusammenhang zwischen der Software der NSO Gruppe und dem 2018 in der Türkei ermordeten Journalisten Jamal Kashoggi hergestellt. Welche Verantwortung hat ein Hersteller für sein Produkt? Hintergründe und Debatten.

Moderne Überwachungsgeräte

Die Werkzeuge der NSO-Gruppe sind in der Cyber-Gemeinde als technisch ausgereift bekannt und erlauben unter anderem Smartphones zu übernehmen -- denn viele Funktionen können remote durch einen Auftraggeber ausgeführt werden. Das Besondere ist, dass kein Jailbreak oder Rooting nötig ist, um dieses Ziel zu erreichen. Für das Opfer ist ein Angriff deshalb nur sehr schwer als solcher zu identifizieren. Das Smartphone wird anschließend zur Überwachungseinheit… eine "moderne Wanze", wenn man so will. Durch beliebige Aktivierung von Mikrofon oder Kamera können beispielsweise auch vertrauliche Gespräche in den eigenen vier Wänden belauscht und Kontaktpersonen identifiziert werden. Dass ein solcher Missbrauch eines Smartphones möglich ist, verwundert dabei nicht. Unter dem Stichwort "Parental Control" oder auch "Mitarbeiterüberwachung" finden sich kommerzielle Werkzeuge, die man für wenige hundert Euro im Jahr als Service mieten kann, um tief in das Privatleben anderer einzugreifen. Im Gegensatz zum NSO-Tool setzen diese allerdings einen Jailbreak/Rooting voraus. Sie sollten also theoretisch im Besitz des Handys sein, um so etwas zu installieren… oder sie googeln um herauszufinden, wie es auch ohne geht. (Übrigens: die Trend Micro Mobile Security-Lösungen identifizieren solche Werkzeuge durchaus als bösartig. Das attestiert auch AV Test.)

Verbrechensbekämpfung mit Überwachungssoftware

Der Begriff "Verbrechensbekämpfung" ist politisch definiert. So zählen in der "westlichen" Welt Terroristen und Kriminelle zu dieser Gruppe der Verbrecher, während in Monarchien demokratisch gesinnte Personen und in totalitären Systemen auch Menschenrechtler damit gemeint sind. Aus Sicht des Softwareherstellers kann nur der Einsatzzweck definiert werden, und im Falle der aktuell debattierten Überwachungs-Tools besteht der Einsatzzweck darin, gegen den Willen einer Person auf digitalem Weg in deren Privatleben einzugreifen.

Ob nun der "Zweck die Mittel heiligt" oder besagte Person ein gerechtfertigtes Ziel ist, bleibt eine politische und juristische Frage. Für die technische Herstellung einer solchen Software spielt diese Überlegung keine Rolle. Sie wird entwickelt, um auf Systemen zu funktionieren, die von vielen Menschen genutzt werden, nicht nur von Kriminellen. Nur, wer den Einsatz dieser Werkzeuge und die zurück fließenden Daten koordiniert, entscheidet wer zum "Opfer" wird. Hierzu erklärt die NSO-Gruppe in einem Statement, dass sie selbst ihre Dienste nicht kontrolliere und insofern auch keine Daten von betroffenen Personen habe -- angesichts des Einsatzzwecks der Software eine absolut nachvollziehbare Aussage. Allerdings beinhaltet sie genauso, dass die moralische Entscheidung zum Einsatz damit dem Käufer obliegt.

Verkauf von Sicherheitslücken an Staaten

Die Diskussion zu Pegasus wärmt ein älteres Thema auf. Hersteller von Betriebssystemen oder Applikation tun in der Regel ihr Möglichstes, um ihre Produkte vor einem Missbrauch dieser Art zu schützen. Wie immer gibt es auch hier Ausnahmen, berichtet etwa die Süddeutsche Zeitung.

Eine wie auch immer geartete Lücke, die es erlaubt, von außen auf Daten oder Informationen zuzugreifen, wird natürlich auch von Cyberkriminellen missbraucht. Dies gilt es, mit allen Mitteln zu verhindern. Deshalb suchen Sicherheitsforscher aus aller Welt nach solchen Lücken. Mit Bug Bounty-Programmen werden die Forscher einerseits für ihre Funde belohnt, andererseits wird zusammen mit den betroffenen Herstellern an der Schließung dieser Lücken gearbeitet.

Solche Sicherheitslücken eröffnen Unternehmen wie der NSO-Gruppe erst ihre Nische. Denn auch sie suchen gezielt nach solchen Schwachstellen, die sie entweder selbst finden oder von Dritten zukaufen. Doch im Gegensatz zu Mitgliedern der Security-Gemeinde werden diese Lücken allerdings nicht geschlossen, sondern eben möglichst lange geheim gehalten: Denn das Geschäftsmodell der Firma beinhaltet, diese mit oder ohne Services, exklusiv oder auch nicht, an Staaten weiter zu verkaufen. Dies ist für alle Regierungen interessant, die es sich nicht leisten können, eigene Forscher oder Spezialisten für derartige Aufgaben zu finanzieren. Allerdings besteht ein gewisses "unternehmerisches Risiko", dass Sicherheitslücken von der IT-Security-Gemeinde frühzeitig gefunden und geschlossen und damit auch diese Angriffe aufgedeckt und international diskutiert werden. Wie dies im Fall von Pegasus auch schon 2016 passiert ist.

Fairerweise muss auch gesagt sein, dass die Gruppe nicht das einzige Unternehmen mit derartigen Angeboten ist. Mit ungepatchten Sicherheitslücken zu handeln, stellt ein Geschäftsmodell dar, welches derzeit völlig unreguliert ist. Die Absichten einer Institution, eine solche Lücke zu kaufen und sie anschließend nicht an den Hersteller weiterzugeben, sollten allemal in Frage gestellt werden.

Moral?

Jede Regierung und Regierungsbehörde, die bei einem solchen Unternehmen einkauft, muss sich der Tatsache bewusst sein, dass der Anbieter auch andere Staaten beliefert, zu denen auch solche gehören können, die aus westlich-demokratischer Sicht Unrechtshandlungen begehen.

Damit werden die eigenen Aktionen gleich welcher Art, zum politisch heiklem Thema. Schließlich wird eine Überwachung in der öffentlichen Diskussion häufig pauschal mit der Bespitzelung von ungerechtfertigt verfolgten Personen gleichgesetzt und damit die politische Integrität der jeweiligen Regierung in Frage gestellt. Dies erklärt sowohl die deutliche Verneinung in den Antworten vieler zur Zusammenarbeit mit der NSO-Gruppe befragter Staaten sowie die durchaus aggressive Argumentation in der diese vorgetragen werden. Unabhängig davon, ob eine Regierung wirklich Kunde eines solchen Unternehmens ist, eine irgendwie geartete Nähe zu ihm wird vehement abgestritten. Dabei wird unterschlagen, dass für die vielfach auch in EU Staaten geforderte digitale Verbrechensbekämpfung genau solche Werkzeuge benötigt werden.

Die Position der Cybersecurity Gemeinde

Aus unserer Sicht müssen Sicherheitslücken - sobald entdeckt - auch geschlossen werden. Trend Micro betreibt zu diesem Zweck das weltweit größte Bug Bounty Programm die Zero Day Initiative. Wir werden unterstützt durch andere Partner aus der Industrie und selbständige Sicherheitsforscher auf der ganzen Welt. Die durch dieses Programm erworbenen Lücken werden umgehend dem Hersteller der betroffenen Software gemeldet, so dass dieser in der Lage ist, die Lücken zu schließen. Der Fachbegriff hierfür: "Responsible Disclosure". Nur durch derartige Programme kann die Nutzung von Sicherheitslücken durch Cyberkriminelle wirksam bekämpft werden. Wir würden es sehr begrüßen, wenn Staaten mit ihren finanziellen Mitteln zur allgemeinen Sicherheitslage beitragen, indem sie ebenfalls solche Lücken schließen. Solange wir Cyber-Angriffswerkzeuge allerdings nach Motivation ihrer Nutzer bewerten, wird dies lediglich ein naiver Wunsch bleiben.

(Trend Micro: ra)

eingetragen: 09.09.21
Newsletterlauf: 05.11.21

Trend Micro: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Kommentare und Meinungen

Cyber-Security-Pflichten verbindlich umsetzen

Der Schutz kritischer Infrastruktur soll weiter verbessert werden, die Anforderungen an deren Betreiber steigen deutlich: Am Montag, 16. Januar, tritt die NIS2-Richtlinie der Europäischen Union in Kraft. Die EU reagiert damit auf die in geopolitischen Krisenzeiten stark zunehmenden Cyberangriffe, die gesellschaftlich besonders relevante Einrichtungen und Organisationen bedrohen. Eile ist geboten, die Bedrohungslage verändert sich laufend.

Governance und Risikomanagement überdenken

Sicherlich ist das Thema Datenschutz durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mehr als präsent – und doch gibt es Sicherheitsverstöße und Probleme im Umgang mit personenbezogenen Daten. Eine neue Richtlinie, die 2024 in Kraft tritt, wird den Druck auf Unternehmen weiter erhöhen, die Verantwortung für die Sicherung, Dokumentation und Wiederherstellung ihrer Daten zu übernehmen und eine umfassende Risikomanagement-Strategie zu erarbeiten.

Höheres Maß an Transparenz und Sicherheit

Die Vernetzung zuvor getrennter Systeme zum erweiterten Internet der Dinge (XIoT), das neben (I)IoT auch Betriebstechnik (OT) und medizinische Geräte (IoMT) umfasst, wird sich auch 2023 fortsetzen. Welche Auswirkungen dies auf den Markt und insbesondere auf die Cybersicherheit hat, erklärt Yaniv Vardi, CEO der Spezialisten für die Sicherheit von cyber-physischen Systemen (CPS) Claroty.

Kompromittierung durch fortgeschrittenes Phishing

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Zuge der Ermittlungen aufgrund eines verheerenden Cyberangriffs, der laut den Ermittlern mit Hilfe von Phishing-Techniken rund vier Millionen Euro von seinen Opfern erbeutet hat, drei Wohnungen durchsucht. Zwei Verdächtige wurden dabei festgenommen und angeklagt. Das Verfahren gegen die dritte Person hängt von den Ergebnissen der weiteren Ermittlungen ab. 

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.