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Verschwindet der Flash-Player tatsächlich von der Bühne?

Adieu, Adobe Flash Player: Lange hat man sich mit seinen Schwächen herumgeplagt, nun sind die letzten Tage gezählt

Für Adobes Technologie für interaktive Grafiken fällt nach einer dreijährigen Abschiedstournee am Ende des Jahres 2020 wohl tatsächlich der letzte Vorhang, zumindest auf der Windows-Bühne



Mit einigen Schwierigkeiten der Cybersecurity lernt man zu leben. IT-Sicherheitsunternehmen beschreiben seit Jahren immer wieder die Tücken und Kuriositäten der (zumeist) üblichen Verdächtigen. Mal mit Kopfschütteln, mal verärgert und mal mit etwas Fatalismus geht es dabei zum Beispiel um die Tatsache, dass Windows immer noch keine Dateierweiterungen standardmäßig anzeigt, dass IoT-Geräte mit elementaren Sicherheitsfehlern verbreitet werden oder dass Apple sich so lange hartnäckig weigert, Sicherheitskorrekturen zu melden, bis sie dann aufgedeckt werden. Und ein ganz spezieller Security-Patient war stets Flash. Bis jetzt.

Denn für Adobes Technologie für interaktive Grafiken fällt nach einer dreijährigen Abschiedstournee am Ende des Jahres 2020 wohl tatsächlich der letzte Vorhang, zumindest auf der Windows-Bühne.

Bereits 2010 verbannte Apple Flash aus seinem iOS Ökosystem: kein Zutritt für Flash und Applikationen damit. 2011 kündigte Adobe dann selbst an, dass es die Flash-Technologie für mobile Geräte aufgeben werde. Wahrscheinlich mehr aufgrund des Drucks von Anwendern als aufgrund eines brennenden Wunsches, Flash am Leben zu erhalten, stellte das Unternehmen jedoch noch einige Jahre lang Updates und Sicherheits-Patches für Desktop-Computer zur Verfügung. Im Juli 2017 gab man dann schließlich bekannt, Aktualisierung und Verbreitung des Flash Players Ende 2020 einstellen zu wollen. Entwicklern empfahl man, Flash-Content rechtzeitig auf andere Formate zu migrieren.

Cyberkriminelle lieben Flash

Einst war Flash ein beliebtes Werkzeug zum Schreiben von Online-Spielen und zur Veröffentlichung browserbasierter Software, die mehr wie eine native App funktionierte, als es mit den damaligen HTML-Funktionen möglich war.

Die Tatsache jedoch, dass Flash direkt im Browser ausgeführt wurde und ein komplexes, leistungsstarkes Plugin erforderlich war, um ausgefallene, proprietäre Browsererweiterungen zu implementieren, führte dazu, dass es regelmäßig sicherheitsrelevante Fehler im Gepäck hatte – zusätzlich zu allen in Browser oder Betriebssystem vorhandenen Bugs.

Cyberkriminelle konnten die unfreiwillig mitgelieferten "Optionen" für sich nutzen. Sie missbrauchten Flash-Sicherheitslücken nicht nur, um Nutzer mit gefälschten oder irreführenden Inhalten zu belästigen, sondern auch, um Browser-Beschränkungen zu umgehen, Einstellungen auszuspionieren, Dateien auf der Festplatte zu lesen oder schließlich Computer mit Malware zu infizieren. Schlimmer noch, Flash-Bugs schienen sehr häufig als Zero-Days aufzutauchen, also Sicherheitslücken, die von Angreifern angegriffen werden, bevor ein Patch verfügbar ist. Selbst die diszipliniertesten und schnellsten Systemadministratoren hatten hier kaum die Chance auf einen rettenden Vorsprung. Flash war und ist ein Liebling der Cyberkriminellen.

Ist das Ende nun wirklich nah?

Ist am 31. Dezember 2020 wirklich Schluss? Verschwindet der Flash-Player tatsächlich von der Bühne? Obwohl es bereits so viele Zugaben gab, wenn man bedenkt, dass Flash schon seit dem Erscheinen von HTML5 im Jahr 2014 in den Browsern redundant ist? Es sieht ganz so aus. Das Update KB4577586 mit dem Titel "Update zum Entfernen von Adobe Flash Player: 27. Oktober 2020" jedenfalls klingt ernst: "Entfernt Adobe Flash Player von Ihrem Windows-Gerät". Und: "Nachdem dieses Update angewendet wurde", heißt es im KB-Artikel weiter, "kann dieses Update nicht deinstalliert werden."

Die einzige Möglichkeit, Flash wiederherzustellen, besteht darin, auf einen früheren Wiederherstellungspunkt zurückzusetzen oder Windows von Grund auf neu zu installieren. Es scheint wirklich der letzte Vorhang zu sein für den Flash-Player. Zumindest unter Windows. (Sophos: ra)

eingetragen: 30.12.20
Newsletterlauf: 05.03.21

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Löschen von Schufa-Daten gar nicht so einfach

Während viele aktuell darauf pochen, die DSGVO abzuschwächen, zeigt das Beispiel Schufa deutlich, dass sie nicht weit genug greift. Aufgrund der bereits bestehenden Ausnahmen wird die DSGVO nämlich zum zahnlosen Tiger – zumindest, was die Transparenz der Schufa angeht. Die Schufa weist jeder Person einen Score zu, in den sehr viele Daten einfließen und der sich nach Ansicht der IT-Sicherheitsexperten der PSW Group Consulting nur bedingt als praxistauglich erweist.

Sicherheitslücken von KI in autonomen Fahrzeugen

Die häufigste Ursache von Verkehrsunfällen sind menschliche Fehler. Autonome Fahrzeuge sollen helfen, Verkehrsunfälle zu verhindern und die Zahl der Verkehrstoten zu senken. Diese Fahrzeuge bergen jedoch potenziell andere Risiken für Fahrer, Insassen und Fußgänger. Autonome Fahrzeuge verwenden Systeme mit künstlicher Intelligenz (KI), die Techniken des maschinellen Lernens (ML) einsetzen. Sie sammeln, analysieren und übertragen große Mengen von Daten. Diese bilden die Grundlage von Entscheidungen, die in konventionellen Fahrzeugen Menschen treffen. Solche Systeme sind wie alle anderen IT-Systeme anfällig für Angriffe, die das korrekte Funktionieren des Fahrzeugs beeinträchtigen können.

DDoS-Angriffe bedrohen Leistung und Verfügbarkeit

Während Deutschlands Online-Händler im Jahr 2020 einen Anstieg der Cyberangriffe um 177Prozent erdulden mussten, scheint der Trend sich heuer fortzuführen: Bereits im Januar zählte Netscout 1.500 Cyber-Attacken auf den E-Commerce Sektor. Die Distributed-Denial-of-Service (DDoS)-Angriffe treffen häufig schlecht geschützte Online-Shops, bedrohen aber auch die Leistung und Verfügbarkeit der erfahrenen Anbieter. Beim gesteigerten Anspruch von Online-Käufern heutzutage kann dies schnell zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führt.

Open Source Vulnerability-Website von Google

Google hat vor kurzem ihre neue Open Source Vulnerabilities (OSV)-Website vorgestellt, die auch eine Schwachstellendatenbank enthält. Ziel ist es, Fehler in Open-Source-Projekten durch Automatisierung zu beheben und Betreiber wie Nutzer von Open Source gleichermaßen zu unterstützen. Laut Google ist es für Benutzer von Open Source Software schwierig, einer Schwachstelle einen Common Vulnerabilities and Exposures (CVE)-Eintrag innerhalb der verwendeten Paketversion zuzuweisen. Das liegt daran, dass Versionsschemata in vorhandenen Schwachstellenstandards nur unzureichend mit den tatsächlichen Open-Source-Versionsschemata übereinstimmen, die normalerweise Versionen/Tags und festgeschriebene Hashes sind. Google warnt in diesem Zusammenhang davor, dass Schwachstellen übersehen werden könnten, was dann auch die Konsumenten beeinträchtigt.

Tiefgreifende Rückschlüsse auf Daten

Das Auslesen persönlicher Benutzerdaten durch digitale Fußabdrücke ist die neue Art der Betriebsspionage! Unternehmen, gerade in entwicklungsintensiven Branchen, betreiben enormen Aufwand, um Daten, Betriebsgeheimnisse und Know-how zu sichern. Auf der anderen Seite lassen sie von Mitarbeiter auf den Endgeräten gesammelten Daten in der Regel außer Acht. Ein Fehler mit fatalen Folgen, denn: Digitale Footprints werden nicht nur für kommerzielle Zwecke genutzt, sondern lassen tiefgreifende Rückschlüsse auf jene Daten zu, die Unternehmen schützen wollen.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmete sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 behandelte das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2
führte in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3
klärte auf über "Pentesting".

Hier erfahren Sie mehr

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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