CEO Fraud ist den meisten Usern unbekannt

Umfrage: Viele Mitarbeiter mit einem E-Mail-Account wissen nicht, dass der "Chef-Betrug" eine gängige Angriffstechnik ist

Betrug durch eine gefälschte E-Mail oder einem Telefonanruf, der vermeintlich vom CEO kommt



KnowBe4 veröffentlichte die Ergebnisse der CEO Fraud-Umfrage, an der 153 Verbraucher aus Deutschland teilgenommen haben. Unter den Befragten hatten die wenigsten bereits vorher von CEO Fraud gehört. Dieser Betrug ist auch unter "Business E-Mail Compromise" bekannt. Viele Mitarbeiter mit einem E-Mail-Account wissen nicht, dass CEO Fraud – also "Chef-Betrug" – eine gängige Angriffstechnik ist. Bei dieser Methode gibt ein Cyberkrimineller sich als Chef aus und meldet sich per E-Mail sowie in einigen Fällen auch mit verzerrter Stimme per Telefon und verlangt, dass schnellstmöglich bestimmte Aktionen vollzogen werden sollen. Der gängige Vorgang ist die Einleitung einer Transaktion auf ein bestimmtes, in der E-Mail angegebenes Konto im Ausland. Über weitere Konten in anderen Ländern wird das gestohlene Geld in empfindlicher Höhe weiter verbucht, bis es für das betroffene Unternehmen nicht mehr nachzuverfolgen ist.

Die Ergebnisse der Umfrage machen deutlich, dass die meisten Teilnehmer vor Beantwortung der Befragung nicht wussten, was CEO Fraud ist, 61 Prozent erfuhren davon durch die Umfrage, 34 Prozent haben bereits in den Medien darüber gelesen und 5 Prozent haben einen solchen Betrugsversuch selbst schon erlebt. Das Internet Crime Compliant Center des FBI hat eine weltweite Rankingliste veröffentlicht, darin findet man Deutschland auf Platz 8 der am meisten betroffenen Länder durch Cyberangriffe (Internet Crime Complaint Center Report , S.17).

Ebenfalls untersucht wurde, was die Menschen sich unter CEO Fraud vorstellen. Dabei gaben 71 Prozent die richtige Antwort an, nämlich Betrug durch eine gefälschte E-Mail oder einem Telefonanruf, der vermeintlich vom CEO kommt. 14 Prozent meinten, es sei ein eher unbekanntes EU-Projekt und sogar 12 Prozent der Befragten hielten CEO Fraud für einen neuen TikTok-Trend. Knapp 3 Prozent gaben an, CEO Fraud wäre ein beliebtes Videospiel.

Außerdem wurde abgefragt, wie CEO Fraud funktioniert. Bei dieser Frage konnten die Teilnehmer mehrere Antworten auswählen. 60 Prozent lagen mit der Annahme richtig, dass es sich um eine Phishing-E-Mail handelt, die vom E-Mail-Account des Chefs oder der Chefin zu kommen scheint. Ungefähr 41 Prozent hatten auch mit ihrer Antwort recht, dass es sich auch um einen fingierten Telefonanruf handelt, bei dem sich der vermeintliche Chef selbst meldet. 29 Prozent meinten zusätzlich, dass es sich um eine an den Chef gerichtete Spam-Nachricht handelt. Fast 10 Prozent glaubten, der Chef eines Unternehmens würde sich auf Kosten der Firma einen Ferrari leisten.

Darüber hinaus wurde abgefragt, durch welche Schutzmaßnahmen sich die Befragten absichern könnten und was im Notfall zu tun wäre. Auch hier konnten die Befragten mehrere Antworten angeben. Knapp 61 Prozent würden die E-Mail an die IT-Abteilung weiterleiten und nicht auf die Forderungen eingehen. Fast 16 Prozent würden den Anweisungen der gefälschten E-Mail Folge leisten, was fatale Folgen für das Unternehmen hätte. 31 Prozent meinten, sie würden sich vor ihrer Antwort mit einem Kollegen besprechen. Nur 51 Prozent gaben an, dass sie ihren Chef zurückrufen und ihn mit seiner E-Mail oder seinem Anruf konfrontieren würden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die wenigsten bisher bereits von CEO Fraud gehört haben und es immer noch zu wenig Verbraucher gibt, die wissen, wie man sich bei so einem Vorfall richtig verhält. Für Unternehmen ist es deshalb wichtig, die "Last Line of Defense", den Mitarbeiter, zu schulen und ihn für solche Angriffstechniken zu sensibilisieren, da auch E-Mail-Filter bei weitem nicht alle dieser E-Mails erkennen.

Die Angriffe werden zudem immer raffinierter, Arbeitnehmer – gerade auch im Home Office – sind folglich laufend komplexer werdenden Manipulationstechniken durch Social Engineering ausgesetzt und reagieren möglicherweise unvorsichtig auf E-Mails und Anrufe, die vom Chef zu kommen scheinen. Schulungen in diesem Bereich sind deshalb eine wichtige Maßnahme, um dieses Einfallstor zu schließen. (KnowBe4: ra)

eingetragen: 31.05.21
Newsletterlauf: 10.08.21

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Meldungen: Studien

Datenschutz-Budgets verdoppelt, KI wird zunehmend wichtig

Nur 43 Prozent der IT-Nutzer glauben, dass sie ihre persönlichen Daten schützen können – 57 Prozent sehen sich dazu nicht in der Lage. Im globalen Consumer Privacy Ranking hinkt Deutschland im weltweiten Vergleich hinterher. Das ergab der Cisco Consumer Privacy Survey 2022.

Phishing-Testbericht bestätigt Business E-Mail-Trend

KnowBe4 veröffentlichte die Ergebnisse der Phishing-Berichte für das gesamte Jahr 2022 und das Q4 2022. Sie umfassen die in Phishing-Tests am häufigsten angeklickten E-Mail-Betreffzeilen, die wichtigsten Angriffsvektor-Typen, die beliebtesten Feiertags-Phishing-E-Mail-Betreffzeilen und weitere aufschlussreiche Informationen.

Drei Viertel von Cyberkriminalität betroffen

Schadsoftware, Betrug beim Online-Shopping oder Beleidigungen in sozialen Netzwerken – drei von vier Internetnutzerinnen und Internetnutzern (75 Prozent) waren in 2022 von Cyberkriminalität betroffen. 22 Prozent geben an, keine solchen Erfahrungen gemacht zu haben, 3 Prozent wollten dazu keine Angaben machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.014 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, die das Internet nutzen. Im Vorjahr hatten 21 Prozent angegeben, nicht von Cyberkriminalität betroffen gewesen zu sein, 2020 waren es noch 34 Prozent, 2019 sogar 40 Prozent.

Schutz vor Cyberangriffen auf die Lieferkette

Die Hauptgründe für die Implementierung von Cyberschutzmaßnahmen in Unternehmen in Deutschland haben wenig damit zu tun, was IT-Entscheider im Falle eines Angriffs tatsächlich befürchten. Das geht aus einer aktuellen Kaspersky-Umfrage hervor. Während die meisten Entscheider Cybersicherheitsmaßnahmen wählen, um ihre Daten und Kunden zu schützen sowie die Geschäftskontinuität zu gewährleisten, vernachlässigen viele ihr Bauchgefühl, das sich vor allem um finanzielle Schäden, Reputationsverlust sowie den Verlust von Kundenvertrauen als mögliche Auswirkungen eines erfolgreichen Cyberangriffs sorgt.

Psychische Auswirkungen von Ransomware-Angriffen

Die Spezialistin für Informationssicherheit Northwave hat die psychischen Auswirkungen von Ransomware-Angriffen auf die Menschen untersucht, die an der Entschärfung der Attacken beteiligt sind. Die Ergebnisse zeigen, welch tiefe Spuren eine solche Krise bei allen Betroffenen hinterlässt. Das umfassende Whitepaper mit den Forschungsergebnissen und wichtigen Do's & Dont's ist jetzt verfügbar. "Die Untersuchung belegt, dass die psychischen Auswirkungen von Ransomware-Angriffen auf die Menschen in den betroffenen Unternehmen sehr lange anhalten können", so Eileen Walther, Country Manager Northwave Deutschland. "Wie die Ergebnisse zeigen, kann es sein, dass die Mitglieder der Krisenteams erst wesentlich später ernsthafte Symptome entwickeln. Die Unternehmensleitung und die Personalabteilung müssen dem entgegensteuern, und zwar schon zu Beginn der Krise. Schließlich tragen sie die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter."

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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