Compliance heißt nicht automatisch IT-Sicherheit


Studie: IT-Sicherheitsteams müssen das Management zielgerichteter informieren
Ein Drittel der CEOs wird nicht regelmäßig über Fragen der IT-Security und die damit zusammenhängenden Geschäftsrisiken informiert

(03.02.16) - Die Mehrheit der IT-Security-Verantwortlichen hält Kennzahlen zur Bedrohungserkennung für den idealen Weg, um dem Management die Effektivität von Sicherheitsprogrammen zu demonstrieren. Dennoch nutzt ein Großteil von ihnen dazu nur allgemeine Compliance-Reports. Die geschäftskritische Bedeutung von Cyber-Security können sie so nicht ausreichend vermitteln. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von CyberArk.

Für die Studie "The Gap Between Executive Awareness and Enterprise Security" befragte das Marktforschungsinstitut Dimensional Research im Auftrag des IT-Sicherheitsanbieters CyberArk weltweit 304 IT-Security-Verantwortliche zur Effektivität von Sicherheitsprogrammen, ihren Berichtsfrequenzen und weiteren Security-relevanten Aspekten wie Budgets und Know-how.

Die zentralen Ergebnisse: 60 Prozent der Befragten glauben, dass Cyber-Kriminelle in ihr Unternehmen eindringen könnten. Als Haupthindernis für eine damit einhergehende notwendige Erhöhung der IT-Sicherheit sehen 75 Prozent mangelnde Budgets. Befragt, welche Themen für sie im nächsten Jahr höchste Priorität haben, nannten die Studienteilnehmer den Schutz von Endgeräten und von privilegierten Benutzerkonten.

Angesichts der ständig steigenden Bedrohung durch die fortschreitende Professionalisierung von Cyber-Angriffen, die das gesamte Unternehmen
gefährden können, fällt das Thema IT-Sicherheit zunehmend in den Verantwortungsbereich von CEOs und Vorständen. Nach der Wahrnehmung der befragten IT-Security-Experten gibt es dabei aber noch einige Defizite:

61 Prozent von ihnen glauben, dass die CEOs nicht genügend über Cyber-Security wissen;

69 Prozent sagen, dass das Thema Cyber-Sicherheit für ihren CEO zu technisch ist;

53 Prozent sind der Meinung, dass ihre CEOs bei Geschäftsentscheidungen die IT-Sicherheit nicht berücksichtigen.

Die Studie zeigt aber auch, dass die Sicherheitsteams ihre CEOs nicht gründlich genug über die geschäftskritischen Aspekte der Cyber-Sicherheit unterrichten:

ein Drittel der CEOs wird nicht regelmäßig über Fragen der IT-Security und die damit zusammenhängenden Geschäftsrisiken informiert;

43 Prozent der Management-Teams erhalten keine regelmäßigen Berichte zum Sicherheitsstatus des Unternehmens;

59 Prozent der Befragten sehen in Kennzahlen zur Bedrohungserkennung den besten Weg, um dem Management die Wirksamkeit eines Sicherheitsprogramms zu verdeutlichen; dennoch nutzen 79 Prozent der Befragten dazu nur allgemeine Compliance-Reports und Audit-Ergebnisse.

"IT-Sicherheitsverantwortliche informieren ihr Management oft nicht sehr zielgerichtet. Compliance bedeutet nicht automatisch IT-Sicherheit", sagt Michael Kleist, Regional Director DACH bei CyberArk. "Um dem Management die geschäftskritische Bedeutung von Cyber-Sicherheit zu vermitteln, müssen sie ihm Kennzahlen zu Risiken und Bedrohungen zur Verfügung stellen. So können sie im Vorstand das Bewusstsein für Cyber-Security steigern und in der Folge auch mit Budgets für wichtige Projekte etwa zum Schutz von Endgeräten oder privilegierten Benutzerkonten rechnen." (CyberArk: ra)

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Meldungen: Studien

Taktik und Umfang von Ransomware-Angriffen

Zscaler veröffentlichte die Ergebnisse des jährlichen "ThreatLabz Ransomware Report", der einen 80-prozentigen Anstieg der Ransomware-Angriffe im Vergleich zum Vorjahr aufzeigt. Zu den häufigsten Ransomware-Trends im Jahr 2022 gehören die doppelte Erpressung", Angriffe über die Supply Chain, Ransomware-as-a-Service, Ransomware-Rebranding und geopolitisch motivierte Ransomware-Angriffe.

Größere Verluste in der Öl- und Gasindustrie

Eine neue Studie von Trend Micro, einem der weltweit führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen, ergibt, dass 90 Prozent der deutschen Unternehmen in den Bereichen Strom-, Öl- und Gasversorgung sowie Fertigung in den letzten zwölf Monaten von Cyberangriffen betroffen waren

Erhöhung der Sicherheitsbudgets

Vielen Unternehmen sind die betrieblichen Gefahren durch IT-Vorfälle bewusst. Sie planen Investitionen in Technik und Know-how und nähern sich auch neuen Sicherheitsansätzen wie Zero Trust. Was die technischen Entscheider aus Handel, Industrie oder Dienstleitung von Sicherheitslösungen erwarten, zeigt eine Umfrage von techconsult, bei der Sophos mitgewirkt hat.

Die "große Resignation” erreicht die Cybersecurity-Industrie

Deep Instinct hat die dritte Ausgabe ihres jährlichen "Voice of SecOps Report" veröffentlicht. Die Studie, an der 1.000 IT-Sicherheitsverantwortliche und Cybersicherheitsexperten teilgenommen haben, konzentriert sich auf das steigende und unhaltbare Stressniveau, dem sie zunehmend ausgesetzt sind.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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