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Cyberkriegsführung ernst nehmen

Deutsche Unternehmen als Kollateralschaden im Cyberwar?

Bitdefender-Studie: 62 Prozent der deutschen Firmen haben eine Strategie, die gegen Cyberkriegsführung schützen soll



Von Liviu Arsene, Global Cybersecurity Researcher bei Bitdefender

Ist Cyberwar eine Gefahr für deutsche Unternehmen? Offensichtlich ja, wie eine aktuelle Umfrage unter IT-Sicherheitsspezialisten belegt. Dass sich viele Unternehmen weltweit durch zunehmende Cyberkriegsführung (Cyberwarfare) bedroht fühlen, ist eines der zentralen Ergebnisse der weltweit durchgeführten Studie "10 in 10" von Bitdefender. Nach der Veröffentlichung der weltweiten Werte, hat Bitdefender auch einen genauen Blick auf die 513 deutschen Antworten geworfen. Hier die wichtigsten Resultate:

• Fast die Hälfte (48 Prozent) stimmt der Aussage zu "Die Fälle von Cyberwarfare werden in den nächsten zwölf Monaten zunehmen, und dies wird sich nachteilig auf die Wirtschaft auswirken." Ein Fünftel (20 Prozent) stimmen nicht zu.

• Fast zwei Drittel (63 Prozent) glauben, dass die Cyberkriegsführung zwischen Staaten eine Bedrohung für ihre Organisation darstellt. Ein Viertel (25 Prozent) stimmt nicht zu.

• 62 Prozent sagen, ihre Organisation habe eine spezifische Strategie, die sie gegen Cyberkriegsführung schützen soll. 27 Prozent verneinen dies.

• Die beste Möglichkeiten, um als Unternehmen Cyberkriegsführung zu bekämpfen, sind laut den Befragten

>> ein besseres Verständnis der Bedrohungslandschaft (41 Prozent)

>> zusätzliche Investitionen in den Schutz der Cybersicherheit sowohl seitens der Regierung als auch des privaten Sektors (37 Prozent)

>> mehr Zusammenarbeit zwischen Organisationen des öffentlichen und privaten Sektors in Bezug auf Cybersicherheit (28 Prozent)

• Was wäre die kritischste Konsequenz, wenn das eigene Unternehmen zur Zielscheibe von Cyberkriegsführung würde? Hier nennen die Befragten am häufigsten

>> Verlust von Kundeninformationen (39 Prozent)

>> Geschäftsunterbrechungen (33 Prozent)

>> Verlust von persönlichen Informationen der Mitarbeiter (31 Prozent)

>> Verlust von geistigem Eigentum (31 Prozent)

Was bedeuten diese Daten? Der Begriff Cyberwarfare wird gewöhnlich als "der Einsatz von Technologie zum Angriff auf eine Nation, der vergleichbaren Schaden wie tatsächliche Kriegsführung anrichtet" interpretiert (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Cyberwarfare). Ein Cyberangriff kann physische Folgen haben, wie zuerst Stuxnet aller Welt vor Augen führte – eine Malware, die das iranische Atomprogramm sabotierte. Auch in jüngerer Zeit gab es Vorfälle, bei denen Cyberkriegsführung als Erklärung für Angriffe auf Stromnetze in den USA, Russland und der Ukraine herangezogen wurde.

Drei Gründe für die Privatwirtschaft, Cyberkriegsführung ernst zu nehmen

In der Regel sind es also bislang Regierungen und Betreiber kritischer Infrastrukturen, die sich wegen Cyberwarfare Sorgen machen. Dass nun auch weite Teile der Privatwirtschaft in einem Land wie Deutschland Cyberkriegsführung als ein Problem ansieht, könnte drei Gründe haben.

Erstens, der Trend, dass Regierungen weniger zurückhaltend sind, Cyberangriffe auf öffentliche oder private Infrastrukturen bestimmten Ländern zuzuschreiben und diese öffentlich an den Pranger zu stellen. Die USA, Großbritannien, Australien und auch Deutschland haben mit dem Finger auf russische oder chinesische Hacker gezeigt, die sich in ihre Infrastrukturen eingemischt oder Cyber-Angriffe auf ihrem Territorium durchgeführt haben sollen.

Zweitens besteht eine indirekte Gefahr für deutsche Unternehmen auch, wenn die staatlich aufgebauten oder unterstützten APT-Hacker ihre Fähigkeiten und Kenntnisse für Industriespionage und -sabotage einsetzen. Diese Form des APT-Söldnertums begegnet uns immer häufiger und hinterlässt folgenschwere Schäden in Unternehmen, gerade in einem innovativen und exportorientierten Land wie Deutschland.

Drittens besteht ein großes Risiko darin, dass Unternehmen als Kollateralschaden von ausgeklügelter Malware enden, die zwar dazu gedacht war, eine kritische Infrastruktur zu kompromittieren, aber auch gegen andere Systeme eingesetzt werden kann. Das bekannteste Beispiel in diesem Zusammenhang ist die von der NSA entdeckte Schwachstelle EternalBlue. Dieses Wissen wurde von einer Hackergruppe gestohlen und dann dazu benutzt, Hunderttausende von Systemen auf der ganzen Welt mit Ransomware zu infizieren.

Im internationalen Vergleich sind wenige deutsche Unternehmen vorbereitet

Dies haben Sicherheitsexperten im Sinn, wenn sie sagen, dass die Zunahme der Cyberkriegsführung eine Bedrohung für ihre Organisation darstellt. Es geht nicht bei allen darum, dass sie einen direkten Angriff anderer Staaten auf sich fürchten. Sondern darum, dass Cyberwaffen militärischer Güte, Kollateralschäden verursachen oder gestohlen werden und gegen den privaten Sektor eingesetzt werden. Und es geht um das Risiko, das von cyberkriminellen Söldnern ausgeht, die auch für privatwirtschaftliche Zwecke mit militärischen Mitteln agieren.

Positiv ist zu werten, dass immerhin schon 62Prozent der deutschen Security-Spezialisten sagen, ihre Organisation habe heute bereits eine Strategie, die sie gegen diese Art von Schäden schützen soll - auch wenn in angelsächsischen Ländern, Spanien und Dänemark dieser Wert mit rund 70Prozent bereits deutlich höher liegt. In den nächsten zwei Jahren werden fast alle Unternehmen Cyberwarfare in ihre Bedrohungsmodelle aufgenommen haben, um sich zu wappnen.

Über die Studie "10 in 10"

Die Bitdefender-Studie "10 in 10" untersucht die Frage, welche zehn Faktoren den Erfolg der IT-Sicherheit in den nächsten zehn Jahren bestimmen werden. Insgesamt wurden dazu im Mai diesen Jahres 6.724 Cybersecurity- und IT-Mitarbeiter in Großbritannien, den USA, Australien, Neuseeland, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Dänemark und Schweden durch das Marktforschungsinstitut Sapio Research befragt. Der Bericht repräsentiert einen breiten Querschnitt von Organisationen und Branchen, von jungen KMU ab 100 Angestellten bis hin zu börsennotierten Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten in einer Vielzahl von Branchen, darunter Finanzen, Verwaltung und Energie. 23Prozent der Befragten gehören dem Topmanagement ("C-Level") an.

(Bitdefender: ra)

eingetragen: 27.12.20
Newsletterlauf: 05.02.21

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Meldungen: Studien

Abwehr von Ransomware

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage der Cybersecurity-Experten von Hornetsecurity unter mehr als 820 Unternehmen ergab, dass 21 Prozent der Befragten bereits Opfer eines Ransomware-Angriffs wurden. Ransomware ist eine der häufigsten und effektivsten Formen der Cyberkriminalität. Dabei verschlüsseln Angreifer die Daten eines Unternehmens und machen sie unbrauchbar, bis ein Lösegeld gezahlt wird. Von den 21 Prozent der Unternehmen, die von einem Ransomware-Angriff berichteten, konnten 9,2 Prozent die Daten durch Zahlung des geforderten Lösegelds wiederherstellen. Die übrigen Befragten stellten die verschlüsselten Dateien durch Backups wieder her, einige berichteten jedoch, dass dabei auch Daten verloren gingen. Den Ergebnissen zufolge meldeten Unternehmen mit 201 bis 500 Mitarbeitern die meisten Ransomware-Angriffe (25,3 Prozent), während Unternehmen mit 1 bis 50 Mitarbeitern die wenigsten (18,7 Prozent) verzeichneten. Geografisch gesehen berichteten 19,6 Prozent der nordamerikanischen Unternehmen über Attacken, während 21,2 Prozent der Unternehmen in Europa davon betroffen waren.

Angriffe gegen Industrieunternehmen

Angriffe gegen industrielle Infrastrukturen werden vielfältiger und nehmen zu, wie die aktuelle Kaspersky-Analyse von ICS-Bedrohungen im ersten Halbjahr 2021 zeigt. Demnach war weltweit jeder dritte Industriecomputer (33,8 Prozent) schädlichen Aktivitäten ausgesetzt, dies entspricht einem Anstieg von 0,4 Prozentpunkten gegenüber dem zweiten Halbjahr 2020; in der DACH-Region insgesamt ging die Anzahl der angegriffenen Computer leicht zurück (um 0,12 Prozentpunkte), in der Schweiz jedoch stieg die Anzahl um 2,1 Prozentpunkte. Cyberkriminelle nutzen bei ihren Attacken verschiedene Arten von Spyware und schädlichen Skripten. Die Kaspersky-Experten gehen davon aus, dass diese Bedrohungen im zweiten Halbjahr weiter zunehmen werden. Angriffe gegen Industrieunternehmen sind gefährlich, da Cyberkriminelle neben dem Diebstahl von Daten und Finanzmitteln auch die Produktionssysteme stören können. Im ersten Halbjahr 2021 blockierten Kaspersky-Lösungen weltweit über 20.000 Malware-Varianten. Dabei steigt der Anteil von Spyware und schädlichen Skripten, die bei Cyberangriffen gegen industrielle Systeme eingesetzt werden, seit dem Jahr 2020 kontinuierlich.

Auswirkung von Ransomware-Angriffen

Der Untersuchungsbericht The State of Ransomware in Manufacturing and Production 2021 von Sophos offenbart, dass mit nur 19 Prozent die Fertigungs- und Produktionsbetriebe am wenigsten geneigt sind, einer Ransomware-Lösegeldforderung nachzugeben, um ihre verschlüsselten Daten zu dechiffrieren. Zugleich sind diese Unternehmen mit 68 Prozent am ehesten in der Lage, ihre Daten aus Backups wiederherzustellen. Dennoch ist dieser Sektor mit am stärksten von erpresserischer Ransomware betroffen. Denn die Cyberkriminellen setzen als Druckmittel nicht nur die Verschlüsselung der Daten ein, sondern drohen auch mit der Veröffentlichung gestohlener Dateien im Internet, wenn das Opfer der Lösegeldforderung nicht nachkommt.

Der Untersuchungsbericht von Sophos befasst sich mit dem Ausmaß und der Auswirkung von Ransomware-Angriffen bei 5.400 Befragten in führenden IT-Positionen aus 30 Ländern (darunter 438 in Fertigung und Produktion). Weitere Studienergebnisse belegen: Aus globaler Sicht wurden 36 Prozent der untersuchten Fertigungs- und Produktionsunternehmen wurden im letzten Jahr von Ransomware-Attacken betroffen. Für die DACH-Region bestätigen dies sogar 50 Prozent der befragten Unternehmen.

Komplexität erschwert Sicherheit

Digitalisierung, Remote-Arbeit und zunehmende Cloud-Nutzung wirken sich auf die Sichtbarkeit von Cyberbedrohungen und die Reaktion auf Cybervorfälle aus. Dabei stellen der Datenschutz sowie eine zunehmend komplexe Infrastruktur für die Hälfte der europäischen Unternehmen eine Herausforderung dar. Diese Ergebnisse gehen aus dem aktuellen "IT Security Economics Report" von Kaspersky hervor. Im Jahr 2020 haben Lockdowns und die damit verbundene Fernarbeit den Einsatz digitaler Technologien in Unternehmen gefördert. Laut McKinsey & Company haben die Digitalisierung in Kunden- und Lieferketteninteraktionen sowie der Anteil digitaler oder digital gestützter Produkte zugenommen. Damit war auch die Einführung neuer IT-Dienste und Änderungen der IT-Infrastruktur verbunden. Dies hat dazu geführt, dass Datenschutz für mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen (55 Prozent) zu den größten Herausforderungen in Sachen IT-Sicherheit zählt – gefolgt von den Kosten für den Schutz komplexer Umgebungen (43 Prozent) sowie die Gewährleistung von Compliance (42 Prozent).

Mehr Akteure und Aktivitäten im Dark Web

Eine neue Studie von Bitglass zeigt, wie sich cyberkriminelles Verhalten und der Wert gestohlener Daten im Dark Web entwickelt haben. Bereits im Jahr 2015 führte Bitglass das weltweit erste Datentracking-Experiment durch, um besser zu verstehen, wie Daten im Dark Web eingesehen und abgerufen werden. Angesichts zunehmender Digitalisierung und einer wachsenden Zahl an Datenschutzverletzungen hat die Bitglass Threat Research Group dieses Experiment neu aufgelegt und mit den Ergebnissen von vor sechs Jahren verglichen. Dies lieferte folgende Erkenntnisse: Gestohlene Daten haben eine größere Reichweite und verbreiten sich rascher. Daten aus Sicherheitsverletzungen erhielten im Jahr 2021 über 13.200 Aufrufe gegenüber 1.100 Aufrufen im Jahr 2015 - ein Anstieg von 1.100 Prozent. Im Jahr 2015 dauerte es noch 12 Tage, um 1.100 Linkaufrufe zu erreichen - im Jahr 2021 dauerte es weniger als 24 Stunden, um diesen Meilenstein zu übertreffen. Daten aus Sicherheitsverletzungen wurden von Einrichtungen auf allen fünf Kontinenten heruntergeladen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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