Erhöhung der Sicherheitsbudgets

Unternehmen rüsten auf: 86 Prozent werden ihr IT-Sicherheitsbudget bis 2024 erhöhen

Viele Unternehmen setzen das Thema Sicherheitsbedrohungen auf Vorstandsebene an und haben eine abgestimmte Sicherheits- und Netzwerkstrategie



Vielen Unternehmen sind die betrieblichen Gefahren durch IT-Vorfälle bewusst. Sie planen Investitionen in Technik und Know-how und nähern sich auch neuen Sicherheitsansätzen wie Zero Trust. Was die technischen Entscheider aus Handel, Industrie oder Dienstleitung von Sicherheitslösungen erwarten, zeigt eine Umfrage von techconsult, bei der Sophos mitgewirkt hat.

Mehr als die Hälfte aller Befragten (52 Prozent) hatten in den letzten zwölf Monaten unter einem (26 Prozent) oder mehreren Sicherheitsangriffen auf ihr Unternehmen zu leiden. Phishing (42 Prozent) und Ransomware (36 Prozent) belegen dabei die ersten Plätze. Bronze (31 Prozent) erhält der Angriffstyp "Insider Bedrohung", Untertyp "fahrlässig" (es gibt auch "kriminell", aber dieser macht nur 15 Prozent aus). Darunter fallen salopp gesagt Schusseligkeit und Unwissen von Mitarbeitern, externen Dienstleistern, Partnerunternehmen oder Ex-Kolleginnen und -Kollegen.

Diese drei Probleme sehen die Befragten für die nächsten Jahre auch als Sicherheitsbedrohungen für ihre Branchen: Phishing (51 Prozent), fahrlässige Insider Bedrohung (34 Prozent) und Ransomware (28 Prozent).

Ein gutes Drittel (32 Prozent) beklagte Störungen und Ausfälle im Geschäftsablauf. 26 Prozent erlitten finanzielle Einbußen ebenso wie den Verlust sensibler Daten.

Immerhin setzen viele Unternehmen das Thema auf Vorstandsebene an (43 Prozent) und haben eine abgestimmte Sicherheits- und Netzwerkstrategie (42 Prozent). So verfügen 49 Prozent über Antiviren-Lösungen und Malware-Erkennung, 41 Prozent über eine Paketfilter-/Proxy-Firewall und 38 Prozent haben Datensicherungs-, Backup- und Wiederherstellungs-Lösungen in der Schublade.

Wie wollen sich die Unternehmen gegen zukünftige Gefahren wappnen?

48 Prozent setzen auf den Einsatz neuer Sicherheits-Technologien. Aktuell verfügen nur 16 Prozent über einen ZTNA (Zero Trust Network Access). Aber 61 Prozent planen die Einführung einer Zero Trust-Architektur, entweder innerhalb von zwölf Monaten (26 Prozent), 24 Monaten (20 Prozent) oder langfristig (15 Prozent). Für nur 6 Prozent ist dieser Sicherheitsansatz kein Thema.

Die Komplexität der Implementierung (36 Prozent), Know-how-Mangel im Unternehmen (33 Prozent), zu hohe Investitionskosten (26 Prozent), aber auch intransparente (jeweils 22 Prozent) und zu wenig erprobte Angebote der Anbieter stehen oder standen der Einführung von Zero Trust bisher jedoch entgegen.

87 Prozent wollen mehr ausgeben für technische Tools und Schulungen

Die sichere Anbindung und Vernetzung ihrer Filialen ist für 58 Prozent der Befragten eine Motivation, Zero Trust im Unternehmen stärker zu fördern. Auch mehr Datensicherheit und der Erhalt der Home-Office-Infrastruktur (beides 56 Prozent) würden Zero Trust ankurbeln. Schutz vor Insider-Bedrohungen (55 Prozent) könnte die zukünftigen Befürchtungen (siehe oben) abschwächen.

Zwei Drittel (60 Prozent) rechnen bei einer Zero-Trust-Architektur mit geringeren Sicherheitsvorfällen. Auch höhere Zugriffssicherheit auf Applikationen in der Cloud und verbesserte Netzwerksicherheit (beides 57 Prozent) versprechen sich die Unternehmen. Onboarding von Beschäftigten im Rahmen von New Work hat für mehr als jeden Zweiten einen sehr hohen Stellenwert (56 Prozent). Auch geringere Kosten und Komplexität sowie weniger Ausfallzeiten (beides 51 Prozent) sprechen für Zero Trust.

Angesichts dieses attestierten Nutzens planen Unternehmen konkrete technische Maßnahmen in den nächsten Jahren. Darunter fallen die Verschlüsselung von Daten und Transportwegen (34 Prozent), Nutzerprofile und entsprechende Richtlinien (33 Prozent), Data Loss Prevention (30 Prozent) oder auch VPN (23 Prozent).

Neben den technischen Lösungen beschäftigen sich die Unternehmen auch mit organisatorischen Maßnahmen innerhalb ihrer Zero Trust-Architektur. Dazu gehören Notfall- und Reaktionspläne (35 Prozent), Bedarfsanalysen und Zertifizierungen (je 32 Prozent). Netzwerk Segmentierung (mit 17 Prozent vorletzter Platz) sowie Etablierung einer Risikoanalyse mit -management (15 Prozent) wird offenbar nur wenig Bedeutung beigemessen.

Um das alles zu realisieren, planen 86 Prozent in den nächsten zwei Jahren eine Erhöhung ihres Sicherheitsbudgets. Die Mehrheit der Befragten (36 Prozent) peilt ein Plus von 11 bis 20 Prozent an.

Über die Umfrage

Im Rahmen eines Multi Client Projekts, an dem unter anderem Sophos beteiligt war, wurden im Dezember 2021 204 Unternehmen befragt, aus Handel, IT, Logistik, Dienstleitung und Industrie. Neben Vorständen gaben besonders CIO, CSO und IT-Informationssicherheitsbeauftragte Auskunft. (Sophos: ra)

eingetragen: 28.06.22
Newsletterlauf: 01.09.22

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Meldungen: Studien

Datenschutz-Budgets verdoppelt, KI wird zunehmend wichtig

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Drei Viertel von Cyberkriminalität betroffen

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Schutz vor Cyberangriffen auf die Lieferkette

Die Hauptgründe für die Implementierung von Cyberschutzmaßnahmen in Unternehmen in Deutschland haben wenig damit zu tun, was IT-Entscheider im Falle eines Angriffs tatsächlich befürchten. Das geht aus einer aktuellen Kaspersky-Umfrage hervor. Während die meisten Entscheider Cybersicherheitsmaßnahmen wählen, um ihre Daten und Kunden zu schützen sowie die Geschäftskontinuität zu gewährleisten, vernachlässigen viele ihr Bauchgefühl, das sich vor allem um finanzielle Schäden, Reputationsverlust sowie den Verlust von Kundenvertrauen als mögliche Auswirkungen eines erfolgreichen Cyberangriffs sorgt.

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DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

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