Kaum Verständnis für angegriffene Unternehmen


Studie: Cyberattacken haben negativen Einfluss auf Kundenbindung
Nach Diebstahl von Finanzinformationen meiden fast zwei Drittel der Verbraucher betroffene Unternehmen

(26.01.16) - Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Verbraucher weltweit kaufen nicht wieder bei Unternehmen ein, die Finanzdaten durch einen Hackerangriff verloren haben. Bei gestohlenen personenbezogenen Daten ist es sogar knapp die Hälfte (49 Prozent) der Befragten. Zu diesem Resultat kommt die internationale Studie "Broken Trust: Tis the Season to be Wary" von Gemalto. Im Rahmen der Umfrage wurden 5750 Endverbraucher in Australien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Japan, dem Vereinten Königreich und den USA befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse
Vor allem im Hinblick auf die Weihnachtszeit liefert die Studie interessante Ergebnisse: Sechs von zehn (59 Prozent) Befragten glauben, dass ihre persönlichen Informationen während der festlichen Jahreszeit einem größeren Risiko ausgesetzt sind. Zwei von zehn Verbrauchern (18 Prozent) halten es für wahrscheinlich, während der Weihnachtszeit Opfer eines Cyberhacks zu werden.

Geringes Vertrauen in Datensicherheit
Nur ein Viertel der Interviewten geht davon aus, dass Unternehmen den Schutz und die Sicherheit von kundenbezogenen Daten sehr ernst nehmen. Doppelt so viele Verbraucher (69 Prozent) betrachten Datenschutz- und -sicherheit als Unternehmensaufgabe. Von den angestellten Umfrageteilnehmern glauben nur etwa zwei Fünftel (38 Prozent), dass ihr Arbeitgeber die Themen Datenschutz und -sicherheit von Mitarbeiterdaten als sehr wichtig erachtet.

Verbraucher bereits zuvor von Cyberattacken betroffen
Die Studie zeigt, dass 31 Prozent der Befragten bereits zuvor von Datenhacks betroffen waren. Etwa vier von zehn Verbrauchern sehen die folgenden Gründe als Auslöser für Betrug im Internet: den Besuch einer betrügerischen Website (42 Prozent), Phishing-Attacken (40 Prozent) und falsche Weblinks (37 Prozent). Die emotionale Auswirkung von Cyberangriffen beeinflusst zudem, wie Kunden gegenüber Unternehmen eingestellt sind 19 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass sie in den nächsten 12 bis 36 Monaten einem solchen Angriff zum Opfer fallen.

90 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass es Apps und Websites gibt, die ein hohes Risiko für die Sicherheit und den Schutz ihrer persönlichen Daten darstellen. Die größte Bedrohung sehen 55 Prozent in Social-Media-Seiten, und etwa zwei von fünf in nicht jugendfreien Inhalten sowie Torrent-Apps und -Websites.

Verbraucher haben weniger Verständnis für angegriffene Unternehmen
Ungefähr ein Viertel (23 Prozent) der Befragten, die bereits von Online-Betrug betroffen waren, haben rechtliche Schritte gegen das angegriffene Unternehmen eingeleitet oder würden dies in Zukunft tun. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Teilnehmer würde rechtlich gegen diejenigen vorgehen, die in den Verlust ihrer Daten involviert sind.

Security: Ein zweischneidiges Schwert
Doch auch Verbraucher sind für die Sicherheit ihrer Daten verantwortlich. Trotz des hohen Risikos hat die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) das gleiche Passwort für alle oder einige Online-Konten. Von den Interviewten, die Social Media nutzen, verwendet nur ein Viertel Zwei-Faktor-Authentifizierung, um alle Konten zu sichern. Laut 58 Prozent der Online-Banking- oder Mobile-Banking-Nutzern nutzt ihre Bank die Zwei-Faktor-Authentifizierung für das Internet-Banking. Im Einzelhandel hingegen ist dies nicht so weit verbreitet: Nur einer von vier (25 Prozent) Nutzern von Online-Retail-Konten berichtet, dass alle Transaktionen der von ihm verwendeten Online-Retail-Apps und Websites mit Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt sind.

"Die Berichterstattung über massive Hackerattacken hat das Vertrauen der Verbraucher in den Datenschutz von Unternehmen zerstört", erklärt Jason Hart, Vice President and Chief Technology Officer for Data Protection bei Gemalto. "Alarmierend ist vor allem die Meinung von Arbeitnehmern, dass ihr Arbeitgeber den Schutz ihrer persönlichen Daten nicht ernst nimmt. Entweder müssen Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen erhöhen oder ihre Kunden darüber informieren, sofern das schon geschehen ist."

"Es werden vermehrt Kundendaten online gespeichert. Grund hierfür sind Unternehmen, die immer mehr dieser Daten sammeln sowie unsere diversen digitalen Interaktionen", führt Hart weiter aus. "Die Studie bestätigt, dass das traditionelle Verständnis von Datenschutz passé ist. Betroffen sind sowohl Unternehmen als auch Endkunden selbst. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist Pflicht. Findet keine entsprechende Sicherheitsvorkehrung statt, werden sich Verbraucher von den Firmen abwenden und zu anderen Unternehmen wechseln."

Über diese Umfrage
Gemalto gab bei dem unabhängigen Marktforschungsspezialisten Vanson Bourne die Umfrage in Auftrag, auf der dieser Report basiert. Hierzu wurden 5750 Endverbraucher im Zeitraum von Oktober bis November 2015 befragt. 1500 Interviews fanden in den USA statt, 500 in Brasilien und jeweils 750 in den folgenden Ländern: Vereintes Königreich, Australien, Japan, Frankreich und Deutschland. Um als Studienteilnehmer in Frage zu kommen, mussten Verbraucher aktiv Online/Mobile Banking, Social Media-Konten oder die Angebote von Online-Einzelhändlern nutzen.
(Gemalto: ra)

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Studie: Trends im Bereich PKI & IoT

Die Public-Key-Infrastruktur (PKI) ist nach wie vor der Eckpfeiler fast jeder IT-Sicherheitsumgebung. Doch auch wenn die Technologie immer ausgereifter wird, stellen neue Anwendungen und zunehmende Compliance-Richtlinien IT-Experten vor neue Herausforderungen. Dies ist ein zentrales Ergebnis der "2022 Global PKI and IoT Trends Study" des Ponemon Institute. Die Studie wurde im Auftrag von Entrust durchgeführt, einem weltweit führenden Anbieter von vertrauenswürdigen Zahlungen, Identitäten und digitalen Infrastrukturen. Die Studie ergab, dass die wichtigsten Anwendungsszenarien für PKI zwar immer noch klassischer Natur sind – wie TLS/SSL, Absicherung von VPN und privaten Netzwerken oder digitale Signaturen. Aber auch die regulatorische Landschaft und neue Anwendungen wie Cloud-basierte Dienste und IoT treiben die Einführung von PKI voran. So berichten IT-Sicherheitsexperten von einer steigenden Nachfrage nach PKI, die durch das regulatorische Umfeld (31 Prozent der Befragten, gegenüber 24 Prozent im Vorjahr) sowie durch BYOD und internes Gerätemanagement getrieben wird. Letzteres hat sich von 11 Prozent im Jahr 2021 auf 24 Prozent im Jahr 2022 mehr als verdoppelt.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

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Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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