Unterbrechung der Business Continuity


Die Mehrheit der Unternehmen testet ihre Disaster Recovery-Pläne nicht regelmäßig
Studie zeigt, dass viele IT-Verantwortliche dieses Thema stark vernachlässigen

(21.01.16) - Kroll Ontrack hat die Ergebnisse einer neuen Studie zu Disaster Recovery (DR) veröffentlicht. Demnach testen 62 Prozent aller befragten Unternehmen in Deutschland und Großbritannien ihre DR-Pläne seltener als einmal pro Jahr teilweise sogar überhaupt nicht. Eine von der IDC veröffentlichte Studie hat nachgewiesen, dass ein Fortune 1000-Unternehmen durchschnittlich 100.000 US-Dollar pro Stunde verliert, wenn es von Infrastrukturausfällen betroffen ist. Kritische Anwendungsausfälle ziehen noch einmal Kosten zwischen 500.000 Dollar und einer Million Dollar nach sich. Die Studie wurde unter 195 Systemadministratoren und Managern in Deutschland und Großbritannien durchgeführt.

Doch obwohl immer wieder entsprechende Szenarien zeigen, wie wichtig Disaster Recovery-Pläne für Unternehmen sind, hat die neue Studie von Kroll Ontrack gezeigt, dass nur 38 Prozent der befragten Firmen regelmäßig ihre Notfallmaßnahmen testet. Dabei prüfen nur neun Prozent ihre Pläne mindestens einmal alle fünf Monate, weitere 29 Prozent zumindest einmal im Jahr.

Katastrophen geschehen
Auch wenn die Hälfte der befragten Unternehmen in den vergangenen drei Jahren keinerlei Notfälle erlitt, musste doch immerhin mehr als ein Drittel auf die hinterlegten Disaster Recovery-Pläne zurückgreifen. Eine kleine Minderheit der Firmen traf es dabei besonders hart: Sie mussten innerhalb der letzten drei Jahre jeweils mehr als zehn Mal Disaster Recovery-Maßnahmen einleiten.

Die Studie von Kroll Ontrack hat noch weitere besorgniserregende Punkte aufgedeckt. So vernachlässigt ein Großteil der Disaster-Recovery-Pläne die Mobilgeräte der Angestellten, obwohl diese ein wichtiger Teil der IT-Infrastruktur sind. In 48 Prozent der Pläne kommen die Mobilgeräte der Angestellten jedoch überhaupt nicht vor.

Peter Böhret, Managing Director Kroll Ontrack GmbH, erklärt: "Diese Ergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen massive Risiken für ihre Daten in Kauf nehmen. Jeder Disaster Recovery-Plan, der nicht regelmäßig aktualisiert und getestet wird, ist für sich genommen bereits ein Risiko. Ohne effektive Notfallmaßnahmen müssen Unternehmen nicht nur mit einer Unterbrechung der Business Continuity rechnen, in vielen Fällen drohen auch finanzielle und Reputationsschäden. Daher ist es nicht nur wichtig, dass überhaupt Disaster Recovery-Pläne vorhanden sind, diese müssen auch regelmäßig getestet und aktualisiert werden."

Auch wenn die Kosten eines Ausfalls für kleine und mittelständische Unternehmen wohl nicht ganz so groß sind wie für Fortune 1000-Konzerne, können die Folgen dennoch existenzbedrohlich werden. Es lohnt sich also, seinen Disaster Recovery-Plan in regelmäßigen Abständen zu testen und dafür zu sorgen, dass er schnell und effizient umgesetzt werden kann.

Um Unternehmen dabei zu helfen, eigene Notfallmaßnahmen auf die Beine zu stellen, hat Kroll Ontrack eine kostenlose Vorlage zur Erstellung eines Disaster Recovery-Plans erstellt. Folgende Dinge sollten demnach enthalten sein:

>> IT-Services: Welche Geschäftsprozesse sind von welchem System abhängig? Welche Risiken gibt es?
>> Menschen: Wer ist von einem DR-Prozess betroffen sowohl auf Geschäfts- als auch IT-Seite?
>> Zulieferer: Welche externen Zulieferer müssten im Fall eines IT-Ausfalls kontaktiert werden?
>> Standorte: Wo kann gearbeitet werden, wenn reguläre Standorte nicht mehr zugänglich sind?
>> Tests: Wie wird der DR-Plan getestet und von wem?
>> Training: Welche Trainings und Dokumentationen müssen den Anwendern bereitgestellt werden?
(Kroll Ontrack: ra)

Kroll Ontrack: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Studien

Ransomware-Angriffe auf Kubernetes-Umgebungen

Unternehmen verspielen die Chancen, die sich durch eine gemeinsame Strategie für Implementierungen von Kubernetes ergeben. Das hat eine Studie von Veritas Technologies ergeben. Demnach lassen viele Firmen ihre DevOps- und Projektteams bei der Lösung von Datenschutzproblemen im Stich.

Open Source Software und Probleme in der Lieferkette

Synopsys hat eine neue Untersuchung veröffentlicht. Sie basiert auf einer kürzlich durchgeführten Umfrage von 350 Entscheidungsträgern aus den Bereichen Anwendungsentwicklung, Informationstechnologie und Cybersicherheit. Die Studie wurde von der Enterprise Strategy Group (ESG) durchgeführt und unter anderem von der Synopsys Software Integrity Group in Auftrag gegeben.

SOCs fehlen weiterhin Fachleute

SANS Institute veröffentlicht die Ergebnisse seiner Umfrage zu Trends in Cybersecurity Operation Centern (SOCs) 2022. Insgesamt nahmen 519 Informationssicherheits-Fachleute an der Umfrage teil. Ergebnisse zeigen, dass zwar die Gesamtanzahl der Cyberattacken und IT-Sicherheitsvorfälle im Vergleich zum Vorjahr geringer war, die Probleme beim Fachkräftemangel jedoch bleiben.

Angriffe auf den Finanzsektor sind stark gestiegen

Im Rahmen ihrer umfassenden Ransomware-Analyse für 2022 hat Sophos die neuesten Ergebnisse zum Finanzsektor veröffentlicht. The State of Ransomware in Financial Services 2022 zeigt einen signifikanten Anstieg von Ransomware-Attacken auf Finanzdienstleister.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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