Menschen als Schwachstelle

Neue Studie zeigt: drei Viertel aller Unternehmen waren 2020 von Phishing-Attacken betroffen

Die Ergebnisse in Bezug auf die Arbeitssituationen im Homeoffice lassen tief blicken



Proofpoint hat die Ergebnisse ihres siebten, jährlich erscheinenden "State of the Phish Report" veröffentlicht. Darin beleuchtet der Security-Spezialist die aktuelle Situation von Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, den USA, Australien und Japan in Sachen Phishing und wirft einen detaillierten Blick auf die Sensibilisierung der Nutzer für dieses Thema.

Mehr als 75 Prozent der befragten Sicherheitsexperten gaben im Rahmen der Untersuchung an, dass ihr Unternehmen im Jahr 2020 mit breit angelegten Phishing-Angriffen konfrontiert wurde. Ferner waren 66 Prozent der Befragten von Ransomware-Infektionen betroffen.

"Cyberkriminelle auf der ganzen Welt haben es weiterhin mit ausgeklügeltem und überzeugendem Social Engineering auf Menschen als Schwachstelle abgesehen. Sie setzen dabei vor allem auf E-Mail als Transportmedium für ihren Betrug. Damit bleibt die E-Mail der zentrale Bedrohungsvektor", sagt Michael Heuer, Vice President DACH bei Proofpoint. "Die Absicherung des E-Mail-Kanals ist heute ganz zweifellos ein geschäftskritischer Faktor. Dazu zählt auch sicherzustellen, dass die Benutzer wissen, wie sie Cyberangriffsversuche erkennen und melden können. Das war nie wichtiger als in der aktuellen Lage, da die Benutzer immer häufiger von außerhalb des Büros arbeiten – oft in einer weniger sicheren Umgebung. Viele Unternehmen geben zwar an, dass sie ihre Mitarbeiter in puncto Sicherheit schulen, aber unsere Daten zeigen, dass die meisten hier nicht ausreichend aktiv werden."

Der State of the Phish Report von Proofpoint unterstreicht die Notwendigkeit eines Personen-orientierten Ansatzes in den Bereichen Cybersecurity und Sicherheitsschulungen, der den sich verändernden Bedingungen stets Rechnung trägt – so wie es Unternehmen im Zuge der Pandemie erlebt haben. Die Umfrageergebnisse offenbaren einen Mangel an maßgeschneiderten Schulungen: So gaben beispielsweise 90 Prozent der befragten Security-Mitarbeiter in den USA an, dass die Belegschaft ihres Unternehmens im vergangenen Jahr zur Arbeit im Homeoffice übergegangen ist. Aber nur 29 Prozent haben dabei die Benutzer auch hinsichtlich eines sicheren Arbeitens von außerhalb des Büros geschult.

In Deutschland ist die Situation ähnlich. "Die Ergebnisse in Bezug auf die Arbeitssituationen im Homeoffice lassen tief blicken", so Heuer. "Mehr als zwei Drittel der von uns befragten IT-Sicherheitsexperten in Deutschland gaben an, dass sie im vergangenen Jahr für mindestens die Hälfte der Mitarbeiter ihres Unternehmens ein neues Modell zur Arbeit aus dem Homeoffice unterstützt haben. Und dennoch äußerten nur 14 Prozent, dass die Mitarbeiter auch zu entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit der Arbeit von zu Hause aus geschult wurden. Gleichzeitig sagten mehr als die Hälfte der Angestellten in Deutschland, dass sie ihren Freunden und Familienangehörigen den Zugriff auf ihre vom Arbeitgeber gestellten Geräte erlauben, um beispielsweise online einzukaufen oder um zu spielen. Dieses Verhalten stellt ein erhebliches Risiko dar und verdeutlicht den Bedarf an intensivierten Schulungen zum Sicherheitsbewusstsein, die auf Mitarbeiter zugeschnitten sind, die im Homeoffice arbeiten."

Proofpoints State of the Phish Report beinhaltet praktische Tipps sowie eine umfassende Analyse der Bedrohungslandschaft in Sachen Phishing, um die Risiken für Unternehmen zu reduzieren. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der weltweiten Studie zählen:

>> Unternehmen waren 2020 häufiger mit erfolgreichen Phishing-Angriffe konfrontiert, als das im Vorjahr der Fall war (57 Prozent vs. 55 Prozent). Darüber hinaus stellen Business-Email-Compromise-Angriffe (BEC) weiterhin ein ernstzunehmendes Problem dar.

>> Von den zwei Dritteln der Umfrageteilnehmer, die angaben, dass ihr Unternehmen im Jahr 2020 Opfer einer Ransomware-Attacke wurde, entschied sich mehr als die Hälfte für die Zahlung des Lösegelds, in der Hoffnung, schnell wieder Zugriff auf die Daten zu erhalten.

>> Von denjenigen, die das Lösegeld zahlten, erhielten 60 Prozent nach der ersten Zahlung wieder Zugriff auf Daten/Systeme. Allerdings sahen sich fast 40 Prozent nach der ersten Zahlung einer weiteren Lösegeldforderungen gegenüber – ein Anstieg von 320 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 32 Prozent gaben an, dass sie sich im Anschluss dazu entschlossen, auch die zusätzlichen Lösegeldforderungen zu bezahlen – ein Anstieg von 1.500 Prozent gegenüber 2019.

>> 80 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Schulungen zum Sicherheitsbewusstsein die Anfälligkeit für Phishing verringern konnten. Doch während 98 Prozent der Umfrageteilnehmer äußerten, dass ihre Organisation über ein Programm für Security Awareness Trainings verfügt, bieten nur 64 Prozent den Anwendern auch wirklich formale Schulungen als Teil von Cybersecurity-Trainings an.

>> Die durchschnittliche Fehlerquote der Proofpoint-Kunden bei Phishing-Simulationen lag insgesamt bei 11 Prozent, im Jahr 2019 waren es noch 12 Prozent.

>> Laut Proofpoint Threat Research waren Unternehmen aus der Fertigungsbranche 2020 mit dem höchsten durchschnittlichen Volumen an tatsächlichen Phishing-Angriffen konfrontiert. Organisationen in diesem Sektor gehörten außerdem zu den aktivsten, wenn es darum ging, die Reaktion ihrer Benutzer auf Phishing-Bedrohungen zu testen. Die durchschnittliche Fehlerquote von Unternehmen der Fertigungsbranche betrug 11 Prozent.

>> Auf die Abteilungsebene heruntergebrochen waren die Beschaffungsabteilungen mit einer durchschnittlichen Fehlerquote von nur 7 Prozent die Spitzenreiter. Demgegenüber schnitten die Wartungsabteilungen und die mit der Gebäudeverwaltung betrauten Teams laut den Untersuchungen mit einer durchschnittlichen Fehlerquote von 15 bzw. 17 Prozent am schlechtesten ab.

Weitere Ergebnisse aus Deutschland zeigen, wie sehr Praktiken und Verhaltensweisen im Bereich IT-Sicherheit je nach Region variieren können:

>> 68 Prozent der deutschen Organisationen haben 2020 von ihren Mitarbeitern verlangt bzw. sie dazu angehalten, dass sie ihrer Arbeit von zu Hause nachgehen. Jedoch haben nur 14 Prozent ihre Mitarbeiter auch zu Best Practices im Homeoffice geschult.

>> Ransomware: 14 Prozent der deutschen Organisationen weigerten sich, einer weiteren Lösegeldforderung nachzukommen, nachdem ihre erste Zahlung nicht zur Rückgabe ihrer Daten geführt hatte. In keinem der sechs anderen Länder verweigerten die Erpressungsopfer so häufig eine zweite Zahlung.

>> Auf die Frage, um was es sich bei Ransomware handelt, antworteten nur 26 Prozent der deutschen Arbeitnehmer richtig. Zum Vergleich: Weltweit lag der Durchschnitt bei 33 Prozent.

>> Bei der Frage nach der Definition von Vishing schnitten die deutschen Berufstätigen weltweit am schlechtesten ab: Nur 18 Prozent aller hierzulande Befragten beantworteten diese Frage richtig. Im Vergleich dazu war die Wahrscheinlichkeit, dass ihre französischen Kollegen die Frage korrekt beantworteten, mit 54 Prozent dreimal so hoch.

>> 28 Prozent der deutschen Unternehmen verlassen sich auf ein- oder zweimalige Schulungen pro Jahr, um das Nutzerverhalten zu verbessern.

>> 46 Prozent der deutschen Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen Mitarbeiter sanktioniert, die regelmäßig auf (simulierte oder echte) Phishing-Angriffe hereinfallen. Weltweit lag der Durchschnitt hier bei 55 Prozent.

>> Unter denjenigen, die ein solches Konsequenz-Modell anwenden, waren die am häufigsten genannten Folgen für "Wiederholungstäter" – also diejenigen, die wiederholt bei Angriffssimulationen falsch reagierten – ein Beratungsgespräch durch das Security-Team (57 Prozent), Auswirkungen auf die jährliche Leistungsbeurteilung (54 Prozent) und ein Gespräch mit dem Vorgesetzten (52 Prozent). Zudem sagten 72 Prozent, dass ein Konsequenz-Modell zu einer verbesserten Sensibilisierung der Mitarbeiter führte.

Organisationen sind gut damit beraten, proaktiv Personen-orientierte Cybersicherheitsstrategien zu entwickeln. In diese sollten nicht nur allgemeine Erkenntnisse zu regionalen und branchen- sowie abteilungsspezifischen Risiken mit einfließen, sie müssen auch individuelle Bedrohungen, hinsichtlich der eigenen Unternehmensstrategie, -ziele und Mitarbeiter berücksichtigen.

Der diesjährige "State of the Phish" Report analysiert Antworten von mehr als 600 IT-Sicherheitsexperten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, den USA, Australien und Japan. Zudem werden darin die Ergebnisse von Umfragen unter 3.500 berufstätigen Erwachsenen aus denselben sieben Ländern detailliert untersucht. Ferner flossen Daten von mehr als 60 Millionen simulierten Phishing-Attacken in den Bericht ein, die von Proofpoint-Kunden über einen Zeitraum von einem Jahr an ihre Mitarbeiter gesendet wurden, zusammen mit etwa 15 Millionen E-Mails, die über den von Nutzern verwendeten PhishAlarm-Button gemeldet wurden. (Proofpoint: ra)

eingetragen: 01.03.21
Newsletterlauf: 14.05.21

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Meldungen: Studien

Ransomware-Angriffe auf Kubernetes-Umgebungen

Unternehmen verspielen die Chancen, die sich durch eine gemeinsame Strategie für Implementierungen von Kubernetes ergeben. Das hat eine Studie von Veritas Technologies ergeben. Demnach lassen viele Firmen ihre DevOps- und Projektteams bei der Lösung von Datenschutzproblemen im Stich.

Open Source Software und Probleme in der Lieferkette

Synopsys hat eine neue Untersuchung veröffentlicht. Sie basiert auf einer kürzlich durchgeführten Umfrage von 350 Entscheidungsträgern aus den Bereichen Anwendungsentwicklung, Informationstechnologie und Cybersicherheit. Die Studie wurde von der Enterprise Strategy Group (ESG) durchgeführt und unter anderem von der Synopsys Software Integrity Group in Auftrag gegeben.

SOCs fehlen weiterhin Fachleute

SANS Institute veröffentlicht die Ergebnisse seiner Umfrage zu Trends in Cybersecurity Operation Centern (SOCs) 2022. Insgesamt nahmen 519 Informationssicherheits-Fachleute an der Umfrage teil. Ergebnisse zeigen, dass zwar die Gesamtanzahl der Cyberattacken und IT-Sicherheitsvorfälle im Vergleich zum Vorjahr geringer war, die Probleme beim Fachkräftemangel jedoch bleiben.

Angriffe auf den Finanzsektor sind stark gestiegen

Im Rahmen ihrer umfassenden Ransomware-Analyse für 2022 hat Sophos die neuesten Ergebnisse zum Finanzsektor veröffentlicht. The State of Ransomware in Financial Services 2022 zeigt einen signifikanten Anstieg von Ransomware-Attacken auf Finanzdienstleister.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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