Opfer von Ransomware

Ransomware-Attacken: Deutschland unter den Top 5 weltweit

Neue Studie zeigt, welche Länder und Branchen 2020 und 2021 am meisten mit Ransomware-Angriffen zu kämpfen hatten



Die neueste Studie von NordLocker hat ergeben, dass Deutschland in den Jahren 2020 und 2021 den fünften Platz der Länder belegt, die am meisten von Ransomware-Angriffen betroffen sind. Die Experten analysierten 1.200 Unternehmen, die von zehn bekannten Ransomware-Banden attackiert wurden. Ziel der Untersuchung war es, die am stärksten betroffenen Branchen und Länder zu ermitteln, in denen die meisten Angriffe stattfanden.

"Die neuesten Zahlen zeigen, dass im Jahr 2020 weltweit 37 Prozent der Unternehmen Opfer von Ransomware wurden", sagt Oliver Noble, Cybersicherheits-Experte bei NordLocker. "Betroffen waren unter anderem Netcom Kassel in der Telekommunikationsbranche und die Technische Universität Berlin im Bildungsbereich. Beide wurden im vergangenen Jahr Opfer von Ransomware. Kein Unternehmen und keine Institution können sich heute noch sicher fühlen. Unsere Analyse zeigt das Ausmaß der jüngsten Ransomware-Hacks und gibt Hinweise darauf, welche Branchen besonders vorsichtig sein müssen."

Die Top 10 der Länder mit den meisten Ransomware-Angriffen

Die Analyse hat ergeben, dass die fünf Länder, in denen Unternehmen am häufigsten angegriffen werden, die USA (732 Fälle), das Vereinigte Königreich (74), Kanada (62), Frankreich (58) und Deutschland (39) sind. Laut Oliver Noble wird die deutsche Wirtschaft von Industrieunternehmen dominiert, z. B. aus den Bereichen Produktion, Maschinenbau, Chemie und Automobil. Diese Branchen nehmen Cybersicherheit immer noch zu sehr auf die leichte Schulter und verfügen in der Regel über keinen robusten Schutz.

"In Deutschland operieren viele internationale Marken, wie etwa der Volkswagen-Konzern. Bei einem Ransomware-Angriff auf die US-Tochtergesellschaft von Volkswagen wurden in diesem Jahr die persönlichen Daten von 3,3 Millionen Verbrauchern kompromittiert. Die Big Player ziehen Cyberkriminelle an, da sie mit großen Mengen sensibler Kundendaten hantieren. Ein gefundenes Fressen also für die erpresserischen Hackerangriffe", sagt der Experte.

Branchen mit dem höchsten Risiko

Die Analyse von NordLocker zeigt, dass das Baugewerbe die am stärksten von Ransomware betroffene Branche ist (93 betroffene Unternehmen), gefolgt von der Produktionsindustrie (86). Das Finanzwesen (69 Ransomware-Fälle), das Gesundheitswesen (65), das Bildungswesen (63), Technologie und IT (62), Logistik und Transport (59), die Automobilindustrie (56), kommunale Dienstleistungen (52) und die Rechtsbranche (49) sind ebenfalls auf der Liste der zehn am häufigsten von Ransomware-Hackern betroffenen Branchen.

"Es ist erstaunlich, wie Unternehmen ihre Cybersicherheit immer noch auf die leichte Schulter nehmen und Hacker quasi dazu ‚einladen‘, das auch auszunutzen", sagt Oliver Noble. "Man muss sich vorstellen, bei einem erfolgreichen Angriff werden alle Mitarbeiterdaten, Kundendaten, Kundenverträge, Patente und andere sensible Geschäftsinformationen unzugänglich gemacht und drohen gestohlen, geleakt oder endgültig gelöscht zu werden. Um abzuwenden, dass der Ruf geschädigt wird oder Kunden verloren gehen, bleibt einigen Unternehmen keine andere Wahl, als das geforderte Lösegeld zu zahlen."

Allerdings können sich das nicht viele Unternehmen leisten. Schätzungen zufolge haben sich die durchschnittlichen Gesamtkosten für die Beseitigung von Ransomware mehr als verdoppelt, und zwar von rund 657 000 Euro im Jahr 2020 auf 1,6 Millionen Euro im Jahr 2021. Und die beunruhigendste Tatsache ist, dass die Zahlung eines Lösegelds keine Garantie dafür ist, dass die Opfer zurückbekommen, was ihnen weggenommen wurde. Es gibt auch keine Garantie dafür, dass das Unternehmen nicht erneut angegriffen wird.

Die aktivsten Ransomware-Betreiber

Die Studie von NordLocker hat zehn Ransomware-Webseiten analysiert. Die aktivste Ransomware-Bande ist Conti mit 450 Angriffen unter dessen Namen. REvil (210 Hacks), DopplePaymer (200) und PYSA (188) gehören ebenfalls zu den bekanntesten und aktivsten Cybercrime-Gruppen, die Unternehmen erpressen.

"International operierende Strafverfolgungsbehörden arbeiten hart daran, Ransomware-Banden auszuschalten", sagt Oliver Noble. "Erst vor zwei Wochen wurde berichtet, dass eine gemeinsame Operation die Server von REvil vom Netz genommen hat. Es wird jedoch erwartet, dass die russische Ransomware-Bande wieder auftauchen wird. Ransomware ist nicht länger nur etwas für erfahrene Hacker. Jeder zahlende Nutzer, mit oder ohne IT-Kenntnisse, kann per Abo einfach bereits entwickelte Tools für Ransomware-Angriffe gegen Unternehmen einsetzen." (NordVPN: ra)

eingetragen: 14.12.21
Newsletterlauf: 11.02.22

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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