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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Ransomware-Angriffe und Datenverluste

Studie: Bedrohungen durch Ransomware haben Unternehmen weiter fest im Griff

Im Schnitt brauchen Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten zwei Millionen Euro und 24 neue IT-Mitarbeiter, um Sicherheitslücken zu schließen und sich ausreichend vor Cyber-Attacken zu schützen



Die Risiken für Ransomware-Angriffe und Datenverlust sind durch die Pandemie-getriebene IT-Transformation explosionsartig gestiegen. In der Corona-Krise haben viele Unternehmen auf Homeoffice umgestellt. Die dafür neu implementierte IT-Infrastruktur zu schützen, hatte aber keine hohe Priorität. Die entstandenen Lücken und Schwachstellen wirken sich massiv auf die Zukunft aus: Laut einer aktuellen Studie von Veritas Technologies, dem weltweit führenden Anbieter von Datensicherheitslösungen, werden Unternehmen noch in den kommenden zwei Jahren mit einem höheren Risiko von Ransomware-Angriffen und Datenverlusten rechnen müssen. Im Rahmen des "Veritas Vulnerability Lag Report" wurden 2.050 IT-Führungskräfte aus insgesamt 19 Ländern befragt. Das Ergebnis: Ein Unternehmen in Deutschland müsste im Schnitt knapp zwei Millionen Euro zusätzlich ausgeben und 24 neue IT-Mitarbeiter einstellen, um die neuen Technologien, die sie seit der Pandemie eingeführt haben, sowie die neuen Schwachstellen abzudecken.

Eric Waltert, Regional VP DACH bei Veritas Technologies, erläutert: "Damit sich Unternehmen vor Bedrohungen wie Ransomware schützen können, müssen sie ihre IT-Infrastrukturen und deren Schutz parallel weiterentwickeln: Mit jeder neuen Lösung, die in einer Firma implementiert wird, muss sie die Sicherheit entsprechend erweitern und anpassen. In der Pandemie waren Firmen aber gezwungen, schnell und innovativ zu handeln, sodass dieses Gleichgewicht verloren ging und Systeme und Daten ungeschützt blieben und anfälliger für Angriffe wurden. Die COVID-19-Pandemie aus IT-Sicht zu bewältigen, ist eine große Aufgabe und für die meisten Firmen hatte die Umstellung auf Remote-Work Priorität. Jetzt müssen sie geeignete Maßnahmen ergreifen, um ihre Systeme und Daten vor Ransomware zu schützen."

Cloud-Umgebungen sind am anfälligsten für diese Schwachstellen: 64 Prozent der Studienteilnehmer in Deutschland haben in der Pandemie neue Cloud-Funktionen oder Elemente ihrer Cloud-Infrastruktur über ihre ursprünglichen Vorhaben hinaus implementiert. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, dass ihre Sicherheitsstrategie im Cloud-Bereich Lücken aufweist – das ist mehr als in jedem anderen Bereich. Zudem kämpfen 45 Prozent der deutschen Unternehmen mit der Einhaltung von Compliance-Vorschriften und anderen Regelungen und damit mehr als der weltweite Durchschnitt.

Darüber hinaus sind sich die IT-Experten oft nicht sicher, welche Cloud-Lösungen in ihrem Unternehmen bereits eingesetzt werden. Lediglich 66 Prozent der Befragten in Deutschland waren in der Lage, die Anzahl der derzeit genutzten Cloud-Dienste genau anzugeben. Auch in Bezug auf die in den Unternehmen angesammelten Datenmengen herrscht viel Unklarheit: Laut Umfrage handelt es sich im Schnitt bei mehr als 30 Prozent der in einem Unternehmen gespeicherten Daten um sogenannte "Dark Data". Das bedeutet, dass ihr Inhalt und ihr Wert unbekannt sind. Und 55 Prozent der gespeicherten Informationen sind sogenannte ROT-Daten, also redundant, veraltet oder trivial (Redundant, Obsolete, Trivial).

"Gute Datenschutzstrategien setzen voraus, dass der genaue Wert und der Speicherort der Daten bekannt sind. Um Cloud-Datensätze ordnungsgemäß vor Ransomware zu schützen, müssen die IT-Teams genau wissen, welche Daten in welcher Cloud liegen. Heutzutage können 34 Prozent der IT-Experten aber nicht einmal sagen, wie viele Cloud-Dienste ihr Unternehmen nutzt – geschweige denn, um welche es sich konkret handelt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die IT-Abteilungen mehr Zeit und Ressourcen brauchen, um sich einen Überblick zu verschaffen", so Waltert.

Die Studie zeigt außerdem, welche Auswirkungen eine Sicherheitslücke auf den Geschäftsbetrieb des Unternehmens haben kann. So gaben 82 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten unter Ausfällen zu leiden hatte. Im Durchschnitt fiel jedes Unternehmen knapp zwei Ransomware-Attacken zum Opfer, die zu Ausfallzeiten führten. Unternehmen, die eigenen Angaben zufolge alle Sicherheitslücken schließen konnten, waren weltweit dagegen fünfmal weniger von Ransomware-Angriffen und damit verbundenen Ausfällen betroffen.

Dazu erklärt Waltert: "Angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels ist es unwahrscheinlich, dass Unternehmen weltweit Dutzende zusätzlicher IT-Mitarbeiter einstellen können, um die Herausforderungen zu bewältigen. Daher müssen Firmen ihre Infrastrukturen geschickt gegen die ständige Bedrohung durch Ransomware sichern. Mit einer konsolidierten Datenschutzplattform, die für den gesamten Datenbestand - sowohl im Rechenzentrum als auch in der öffentlichen Cloud – zum Einsatz kommt, lässt sich der Verwaltungsaufwand für die Datensicherung erheblich reduzieren. Auch die Einführung von Datenschutz-Tools auf Basis von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) kann den Bedarf an zusätzlichen Mitarbeiter verringern. (Veritas Technologies: ra)

eingetragen: 27.10.21
Newsletterlauf: 20.01.22

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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