Remote-Arbeitsumgebungen & Cyber-Bedrohungen

Studie: Unternehmen müssen sich anpassen, um Telearbeit langfristig zu sichern

Herausforderungen beim Schutz und Pläne für die Absicherung von Remote-Arbeitsplätzen in Unternehmen



Fortinet hat den "Cybersecurity-Bericht 2020" für Telearbeiter veröffentlicht. Er untersucht die Herausforderungen im Bereich der Cyber-Sicherheit, mit denen Unternehmen infolge der Verlagerung zur Telearbeit Anfang dieses Jahres konfrontiert waren. Außerdem erfasst er die geplanten Investitionen zur Absicherung der Telearbeit über das Jahr 2020 hinaus. Der Studie liegt eine im Juni 2020 durchgeführte Umfrage zugrunde. Die Teilnehmer sind Arbeitnehmer in 17 verschiedenen Ländern, unter anderem Deutschland, aus fast allen Branchen und dem öffentlichen Sektor.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Mit der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie in der ersten Hälfte des Jahres 2020, mussten viele Unternehmen praktisch über Nacht auf Telearbeit umstellen. Arbeitnehmer rund um den Globus wurden angehalten, zu Hause zu bleiben. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen mussten über die Hälfte ihrer Belegschaft umgehend auf Telearbeit umstellen. Die meisten Befragten gaben an, dass der rasche Wandel eine Herausforderung für ihr Unternehmen darstellte, wobei 83 Prozent diese als mäßig, sehr oder extrem herausfordernd bezeichneten. Nur drei Prozent hatten keine Probleme damit.

Remote-Arbeitsumgebungen, die zunehmende Abhängigkeit von der Nutzung persönlicher Geräte sowie der allgemeine Zugriff von Mitarbeitern außerhalb des Unternehmensnetzwerks öffneten Tür und Tor für beispiellose Aktivitäten im Bereich der Cyber-Bedrohungen. Von opportunistischen Phishing-Angreifern bis hin zu durchtriebenen nationalstaatlich-gesteuerten Hackern fanden die Cyber-Gegner vielfältige Möglichkeiten, die globale Pandemie zu ihrem Vorteil zu nutzen, wie der kürzlich veröffentlichte FortiGuard Labs Global Threat Landscape Report zeigt.

Zu den Bedrohungen zählten Phishing- und Kompromittierungsattacken auf geschäftliche E-Mails, von Nationalstaaten unterstützte Kampagnen und Ransomware-Attacken. 60 Prozent der Unternehmen gaben an, dass während des Übergangs zur Remote-Arbeit vermehrt Versuche unternommen wurden, die Cyber-Sicherheit ihres Unternehmens zu überwinden. 34 Prozent berichteten über tatsächliche Einbrüche in ihre Netzwerke.

Die Zahl der Mitarbeiter, die sich per Fernzugriff mit dem Unternehmensnetzwerk verbinden, stieg an, digitale Einbruchsversuche und Cyber-Angriffe insgesamt nahmen zu. Angesichts dessen nannten die Unternehmen als größte Herausforderungen die Gewährleistung sicherer Verbindungen und des Zugangs zu geschäftskritischen Anwendungen sowie die Sicherung der Geschäftskontinuität.

Zum Zeitpunkt der Erhebung hatten die Unternehmen infolge der Pandemie bereits in Schlüsseltechnologien investiert. Fast die Hälfte der Unternehmen hat in VPN und Cloud-Sicherheit investiert, während fast 40 Prozent in qualifizierte IT-Fachkräfte oder Network Access Control (NAC) investiert haben.

Fast alle Unternehmen werden mehr in Absicherung der Telearbeit investieren

Eine große Anzahl versuchter Angriffe und Cyber-Bedrohungen richtet sich gegen Beschäftigte an entfernten Standorten. Angesichts dessen müssen Unternehmen sorgfältig abwägen, welche Technologien und Ansätze erforderlich sind, um die Telearbeit in Zukunft zu sichern. Die Verteidigungsstrategien sind so anzupassen, dass sie der Ausdehnung des Netzwerkperimeters bis in die Wohnräume der Mitarbeiter hinein vollständig Rechnung tragen.

Seit Juni dieses Jahres ist damit zu rechnen, dass langfristig auf Telearbeit umgestellt wird. Fast 30 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte ihrer Mitarbeiter nach der Pandemie weiterhin Vollzeit aus der Ferne arbeiten wird.

Fast alle Unternehmen gehen von höheren Ausgaben für die langfristige Sicherung der Telearbeit aus. Knapp 60 Prozent werden in den nächsten 24 Monaten mehr als 250.000 Dollar in sichere Fernarbeit investieren.

Für die Zukunft beabsichtigt die Mehrheit der befragten Unternehmen, ungeplante Upgrades ihrer bestehenden Systeme zur Sicherung der Telearbeit durchzuführen. Viele planen auch, neue Technologien zu ergänzen, die sie bisher noch nicht im Einsatz haben.

Nur 40 Prozent der Unternehmen verfügten vor der Pandemie über einen Business-Continuity-Plan. Infolge der Pandemie und der raschen Umstellung auf Telearbeit haben 32 Prozent jedoch weiter in diesen Bereich investiert.

Zwar haben Unternehmen seit Beginn der Pandemie die Absicherung ihrer Remote-Belegschaft verbessert, doch zeigen Umfragedaten mehrere Bereiche auf, die Potenzial zur Optimierung der sicheren Fernverbindung bieten. Zu diesen Bereichen gehören:

Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Die Umfrage hat ergeben, dass 65 Prozent der Unternehmen vor der Pandemie Virtual-Private-Network-Lösungen (VPN) eingerichtet hatten, aber nur 37 Prozent über eine MFA verfügten. Obwohl VPNs eine wichtige Rolle bei der Herstellung sicherer Verbindungen spielen, bilden sie lediglich einen Teil der Zugangssicherung ab. Wenn sie nicht bereits vorhanden ist, wird daher empfohlen, dass Unternehmen die Integration von MFA in ihre Pläne für die Remote-Sicherheit erwägen.

Endpunktsicherheit und Netzwerkzugangskontrolle (NAC): 76 Prozent beziehungsweise 72 Prozent der Unternehmen planen entweder ein Upgrade oder die Einführung von NAC- beziehungsweise EDR-Lösungen (Endpoint Detection and Response). Wenn Mitarbeiter aus der Ferne arbeiten, stehen Unternehmen vor der Herausforderung, den Zugriff nicht vertrauenswürdiger Geräte auf ihre Netzwerke zu regeln, um die Telearbeit zu ermöglichen. Dadurch entstehen plötzlich neue Sicherheitsprobleme. Durch den Einsatz von NAC-Lösungen erhalten IT-Teams mehr Transparenz und Kontrolle über die Nutzer und Geräte in ihrem Netzwerk. EDR-Lösungen bieten fortschrittlichen Echtzeit-Bedrohungsschutz für Endpunkte sowohl vor als auch nach einer Infektion.

Software-definiertes Wide-Area Networking (SD-WAN) für zu Hause: 64 Prozent der Unternehmen planen entweder ein Upgrade oder die Einführung von SD-WAN, jedoch speziell für den Heimarbeitsplatz. Der entscheidende Vorteil der Erweiterung der sicheren SD-WAN-Funktionalität auf einzelne Telearbeiter, insbesondere Superuser, besteht darin, dass diese unabhängig von der Verfügbarkeit ihres lokalen Netzwerks On-Demand-Fernzugriff sowie eine dynamisch skalierbare Leistung erhalten.

Secure Access Service Edge (SASE): 17 Prozent der Unternehmen haben vor der Pandemie in SASE investiert und 16 Prozent als Folge der Pandemie. Außerdem planen 58 Prozent auch in Zukunft in gewissem Umfang in SASE zu investieren. Obwohl es sich bei SASE um eine sich gerade erst entwickelnde Unternehmensstrategie handelt, wird es immer häufiger als eine Möglichkeit gesehen, Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen mit WAN-Fähigkeiten zu kombinieren, um die dynamischen, sicheren Zugangsanforderungen heutiger Organisationen zu unterstützen.

Qualifizierte Sicherheitsexperten: Zu Beginn der Pandemie verfügten nur 55 Prozent der Unternehmen über genügend qualifizierte IT-Fachkräfte, um den Wechsel zur Remote-Arbeit zu unterstützen. 73 Prozent bekundeten ihre Absicht, in den nächsten 24 Monaten weiter in qualifizierte IT-Fachkräfte zu investieren, jedoch könnte der historische Mangel an qualifizierten IT-Sicherheitsexperten eine Herausforderung darstellen.

"Die COVID-19-Pandemie wird nachhaltige Auswirkungen darauf haben, wie Unternehmen in die Cyber-Sicherheit investieren. So planen über 90 Prozent der Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren mehr in die Sicherung der Telearbeit zu investieren. Die digitale Angriffsfläche ist dramatisch erweitert, Wellen von Cyber-Bedrohungen zielen auf Remote-Mitarbeiter ab und der Fachkräftemangel im Cyber-Bereich hält an. Angesichts dessen müssen Unternehmen sorgfältig abwägen, welche Technologien und Ansätze erforderlich sind, um ihre Telearbeitsstrategien langfristig zu sichern. Sie sollten ihre Investitionen in Cybersecurity-Plattformen aufstocken, die so konzipiert sind, dass sie umfassende Sichtbarkeit und Schutz für die gesamte digitale Infrastruktur bieten. Dazu gehören Netzwerk-, Anwendungs-, Multi-Cloud- und mobile Umgebungen. Die anhaltende Verlagerung hin zur Telearbeit wird aber mehr als nur Technologie erfordern; Schulungen und Aufklärung im Bereich der Cyber-Sicherheit sollten ebenfalls höchste Priorität haben", sagt John Maddison, EVP of Products und CMO bei Fortinet. (Fortinet: ra)

eingetragen: 04.09.20
Newsletterlauf: 04.11.20

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Meldungen: Studien

Datenschutz-Budgets verdoppelt, KI wird zunehmend wichtig

Nur 43 Prozent der IT-Nutzer glauben, dass sie ihre persönlichen Daten schützen können – 57 Prozent sehen sich dazu nicht in der Lage. Im globalen Consumer Privacy Ranking hinkt Deutschland im weltweiten Vergleich hinterher. Das ergab der Cisco Consumer Privacy Survey 2022.

Phishing-Testbericht bestätigt Business E-Mail-Trend

KnowBe4 veröffentlichte die Ergebnisse der Phishing-Berichte für das gesamte Jahr 2022 und das Q4 2022. Sie umfassen die in Phishing-Tests am häufigsten angeklickten E-Mail-Betreffzeilen, die wichtigsten Angriffsvektor-Typen, die beliebtesten Feiertags-Phishing-E-Mail-Betreffzeilen und weitere aufschlussreiche Informationen.

Drei Viertel von Cyberkriminalität betroffen

Schadsoftware, Betrug beim Online-Shopping oder Beleidigungen in sozialen Netzwerken – drei von vier Internetnutzerinnen und Internetnutzern (75 Prozent) waren in 2022 von Cyberkriminalität betroffen. 22 Prozent geben an, keine solchen Erfahrungen gemacht zu haben, 3 Prozent wollten dazu keine Angaben machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.014 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, die das Internet nutzen. Im Vorjahr hatten 21 Prozent angegeben, nicht von Cyberkriminalität betroffen gewesen zu sein, 2020 waren es noch 34 Prozent, 2019 sogar 40 Prozent.

Schutz vor Cyberangriffen auf die Lieferkette

Die Hauptgründe für die Implementierung von Cyberschutzmaßnahmen in Unternehmen in Deutschland haben wenig damit zu tun, was IT-Entscheider im Falle eines Angriffs tatsächlich befürchten. Das geht aus einer aktuellen Kaspersky-Umfrage hervor. Während die meisten Entscheider Cybersicherheitsmaßnahmen wählen, um ihre Daten und Kunden zu schützen sowie die Geschäftskontinuität zu gewährleisten, vernachlässigen viele ihr Bauchgefühl, das sich vor allem um finanzielle Schäden, Reputationsverlust sowie den Verlust von Kundenvertrauen als mögliche Auswirkungen eines erfolgreichen Cyberangriffs sorgt.

Psychische Auswirkungen von Ransomware-Angriffen

Die Spezialistin für Informationssicherheit Northwave hat die psychischen Auswirkungen von Ransomware-Angriffen auf die Menschen untersucht, die an der Entschärfung der Attacken beteiligt sind. Die Ergebnisse zeigen, welch tiefe Spuren eine solche Krise bei allen Betroffenen hinterlässt. Das umfassende Whitepaper mit den Forschungsergebnissen und wichtigen Do's & Dont's ist jetzt verfügbar. "Die Untersuchung belegt, dass die psychischen Auswirkungen von Ransomware-Angriffen auf die Menschen in den betroffenen Unternehmen sehr lange anhalten können", so Eileen Walther, Country Manager Northwave Deutschland. "Wie die Ergebnisse zeigen, kann es sein, dass die Mitglieder der Krisenteams erst wesentlich später ernsthafte Symptome entwickeln. Die Unternehmensleitung und die Personalabteilung müssen dem entgegensteuern, und zwar schon zu Beginn der Krise. Schließlich tragen sie die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter."

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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