Security Report: Impfstoff-Lieferketten im Visier

Vier von fünf Deutschen kaufen nicht online bei Unternehmen, denen sie nicht vertrauen

45 Prozent der Verbraucher in Deutschland stellen die Nutzung von Produkten und Diensten eines Unternehmens nach einer Datenschutzverletzung dauerhaft ein



Unternehmen und Marken stehen vor der Herausforderung, Vertrauen in einer digitalen Welt aufzubauen und zu erhalten: 79 Prozent der Verbraucher in Deutschland würden keine Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder Produkte von einem Unternehmen kaufen, dem sie misstrauen. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) haben ernsthafte Vorbehalte, auf einer Website einzukaufen, von der sie zuvor noch nie gehört haben. Das ergab eine Studie von Okta, Anbieterin von Identity und Access Management aus der Cloud, und YouGov.

Der Okta Digital Trust Index für den 13.163 Büroangestellte, darunter 2.042 aus Deutschland, befragt wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass Vertrauen für Marken und Unternehmen in der digitalen Welt schwerer aufzubauen und gleichzeitig leichter zu verlieren ist. Schon kleine Fehler können der Reputation und dem Vertrauen schaden und Kunden davon abhalten, Dienstleistungen und Produkte eines Unternehmens in Anspruch zu nehmen.

29 Prozent der in Deutschland Befragten geben an, dass sie schon einmal das Vertrauen in ein Unternehmen aufgrund einer Datenschutzverletzung oder eines Datenmissbrauchs verloren haben.

Nach diesem Vorfall haben

>> 45 Prozent der Befragten die Nutzung der Dienste des Unternehmens dauerhaft eingestellt

>> 43 Prozent ihr Konto bei dem Unternehmen gelöscht

>> 39 Prozent ihre Benutzereinstellungen geändert

>> 33 Prozent die App von ihrem Gerät gelöscht

Weiterhin gab mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Befragten an, sich beim Surfen im Internet Sorgen um Datenschutzverletzungen zu machen; 30 Prozent äußerten Vorbehalte gegenüber Websites, die zu viele persönliche Informationen abfragen.

Vertrauen auf- und ausbauen

Drei von zehn Befragten in Deutschland (30 Prozent) gaben an, dass sie einer digitalen Marke am ehesten aufgrund der Zuverlässigkeit des Services vertrauen. Auch die Sicherheit ist für Kunden entscheidend: 22 Prozent gaben an, dass sichere Login-Optionen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ihr Vertrauen stärken. Dieses Sicherheitsbedürfnis ließ sich auch bei den Befragten in den Niederlanden (22 Prozent), den USA (23 Prozent), in Australien (24 Prozent) und im Vereinigten Königreich (25 Prozent) beobachten.

Der weltweit am häufigsten genannte Grund für den Vertrauensverlust gegenüber einer Marke, war neben Datenschutzverletzungen (14 Prozent) der vorsätzliche Missbrauch oder der Verkauf persönlicher Daten (38 Prozent), wobei die Befragten in Deutschland und dem Vereinigten Königreich im Ländervergleich mit 46 Prozent und 47 Prozent am kritischsten waren.

"Die Studie von Okta zeigt, dass Vertrauen für Unternehmen, die in der heutigen wettbewerbsintensiven, "digital-first” Landschaft mitspielen wollen, ein strategisches Muss ist", so Sven Kniest, Regional Vice President, Central and Eastern Europe bei Okta. "Unternehmen müssen die Anforderungen ihrer Kunden an Service-Zuverlässigkeit und Sicherheit erkennen und optimal bedienen. Ist das Vertrauen der Stakeholder gewonnen, gilt es für Unternehmen alles daran zu setzen, dieses zu pflegen und auszubauen. Effektive Cybersicherheit ist dabei ein entscheidender Faktor."

Die Websites von Regierungen wurden in allen Ländern von allen digitalen Kanälen als am vertrauenswürdigsten eingestuft – mit Ausnahme von Japan. In Deutschland gaben dies 22 Prozent der Befragten an, in Ländern wie dem Vereinigten Königreich (41 Prozent), den Niederlanden (39 Prozent) und Frankreich (34 Prozent) lag der Wert noch höher.

"Es ist erfreulich, dass das Vertrauen in Websites der Regierung und deren Umgang mit Daten größer ist als das in andere digitale Kanäle. Trotz anfänglicher Bedenken über den Umgang mit COVID-19 und persönlichen Daten der Bürger gab es bisher keine größeren Verstöße, und die kontinuierliche Überprüfung scheint zu verbesserten Standards der Datensicherheit zu führen. Das unterstreicht noch einmal, wie wichtig es ist, dass staatliche Organisationen Cybersicherheitsmaßnahmen priorisieren, um die Sicherheit der Daten von Bürgern zu gewährleisten und so Vertrauen aufzubauen", so Kniest.

Tun Unternehmen genug?

Im Zuge der gestiegenen Anzahl an Cyberattacken gegen Remote-Mitarbeitende, stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Teams zu schützen. Weltweit gaben 10 Prozent der Büroangestellten an, während der Pandemie Opfer einer Datenschutzverletzung oder eines Cyberangriffs geworden zu sein. Nach der größten Sicherheitsbedrohung im Homeoffice gefragt, gab knapp ein Viertel (23 Prozent) an, sich um Identitätsdiebstahl zu sorgen, gefolgt von Malware (17 Prozent) sowie Passwortdiebstahl (13 Prozent) und Phishing-Angriffen (13 Prozent).

Um dem pandemiebedingten Anstieg an Online-Bedrohungen zu begegnen, waren Sicherheitsanwendungen und -technologien wie Multi-Faktor-Authentifizierung (26 Prozent) in Deutschland die beliebteste Maßnahme, gefolgt von internen Schulungen für Angestellte (23 Prozent). 30 Prozent aller in Deutschland befragten Büroangestellten gaben an, ihr Unternehmen habe bisher keine weiteren Maßnahmen ergriffen und knapp ein Viertel (24 Prozent) erklärte, nicht zu wissen, ob ihr Arbeitgeber proaktive Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt habe.

"Ein möglicher Grund für das fehlende Bewusstsein für Security-Maßnahmen ist mangelnde Transparenz und Kommunikation zwischen Führungskräften, IT-Verantwortlichen und Mitarbeitenden. Auch die besten Cybersicherheitssysteme können nur dann einen positiven Effekt auf das Vertrauen der Teams haben, wenn diese über deren Einsatz informiert sind", so Sven Kniest.

Das Bewusstsein für Datenmissbrauch steigt

Die Studienergebnisse legen nahe, dass die Pandemie das Bewusstsein für die Bedeutung digitaler Daten geschärft hat: 31 Prozent der in Deutschland Befragten gaben an, vorsichtiger geworden zu sein, wenn es um die Übermittlung ihrer persönlichen Informationen gehe – ein Trend, der weltweit zu beobachten ist. Die Arbeit in den eigenen vier Wänden hat die Befragten Büroangestellten außerdem misstrauischer gegenüber Phishing-E-Mails (36 Prozent) und Datenschutzverletzungen (33 Prozent) gemacht.

Als Hauptgrund für ihre erhöhte Vorsicht im Internet während der Pandemie nannten die Befragten in Deutschland die Medienberichterstattung zu Online-Bedrohungen (34 Prozent), genau wie die Büroangestellten im Vereinigten Königreich (44 Prozent), Australien (46 Prozent) und in den USA (37 Prozent).

Methodik:

Die Umfrage wurde von Okta in Auftrag gegeben und von YouGov im Dezember 2020 über eine Online-Plattform durchgeführt. Die Umfrage war eine national repräsentative Stichprobe von Büroangestellten in Deutschland, den USA, Australien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Japan. Der Gesamtumfang der Stichprobe betrug 13.163, darunter 2.042 Befragte in Deutschland.

(Okta: ra)

eingetragen: 01.03.21
Newsletterlauf: 14.05.21

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Meldungen: Studien

Ransomware-Angriffe auf Kubernetes-Umgebungen

Unternehmen verspielen die Chancen, die sich durch eine gemeinsame Strategie für Implementierungen von Kubernetes ergeben. Das hat eine Studie von Veritas Technologies ergeben. Demnach lassen viele Firmen ihre DevOps- und Projektteams bei der Lösung von Datenschutzproblemen im Stich.

Open Source Software und Probleme in der Lieferkette

Synopsys hat eine neue Untersuchung veröffentlicht. Sie basiert auf einer kürzlich durchgeführten Umfrage von 350 Entscheidungsträgern aus den Bereichen Anwendungsentwicklung, Informationstechnologie und Cybersicherheit. Die Studie wurde von der Enterprise Strategy Group (ESG) durchgeführt und unter anderem von der Synopsys Software Integrity Group in Auftrag gegeben.

SOCs fehlen weiterhin Fachleute

SANS Institute veröffentlicht die Ergebnisse seiner Umfrage zu Trends in Cybersecurity Operation Centern (SOCs) 2022. Insgesamt nahmen 519 Informationssicherheits-Fachleute an der Umfrage teil. Ergebnisse zeigen, dass zwar die Gesamtanzahl der Cyberattacken und IT-Sicherheitsvorfälle im Vergleich zum Vorjahr geringer war, die Probleme beim Fachkräftemangel jedoch bleiben.

Angriffe auf den Finanzsektor sind stark gestiegen

Im Rahmen ihrer umfassenden Ransomware-Analyse für 2022 hat Sophos die neuesten Ergebnisse zum Finanzsektor veröffentlicht. The State of Ransomware in Financial Services 2022 zeigt einen signifikanten Anstieg von Ransomware-Attacken auf Finanzdienstleister.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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