Cyber-Attacken auf Unternehmen


25 Prozent der Unternehmen würden Lösegeld für ihre Daten bezahlen
Umfrage zeigt, dass Unternehmen trotz Cyber-Attacken mehr Vertrauen in Cloud-Anwendungen gewinnen

(09.02.16) - Viele Cyber-Attacken auf Unternehmen zielen nicht mehr darauf ab, bestimmte Informationen zu entwenden. Kriminelle wollen mit den gestohlenen Daten verstärkt Lösegeld erpressen - und viele Unternehmen würden darauf eingehen, offenbart eine aktuelle Studie, die die Cloud Security Alliance (CSA) gemeinsam mit Skyhigh Networks durchgeführt hat. Laut Umfrage fürchten Unternehmen nichts so sehr, wie den Verlust von Ansehen und Vertrauen. Indessen planen immer mehr Betriebe wichtige Anwendungen, wie CRM-, HR- oder Accounting-Systeme, in die Cloud zu verlagern. Mittlerweile denken viele Befragte, dass Cloud-Systeme mindestens genauso sicher sind wie ihre On-Premise-Pendants. Expliziten Schutz bieten Zugriffskontrollen, Verschlüsselungstechniken und Funktionalität für Data Loss Prevention (DLP).

Lesen Sie zum Thema "Cloud Computing" auch: SaaS-Magazin.de (www.saasmagazin.de)

Cyber-Attacken auf Unternehmen häufen sich. Traditionell wollen Kriminelle wertvolle Daten wie Kreditkartennummern stehlen, um sie weiterzuverkaufen. Aber immer häufiger werden mit den gestohlenen Daten Lösegelder erpresst. In der Umfrage "The Cloud Balancing Act for IT: Between Promise and Peril" - durchgeführt durch die CSA und Skyhigh Networks - würden 25 Prozent der Befragten in einer solchen Situation Lösegeld bezahlen und 14 Prozent wären sogar bereit, über eine Million US-Dollar zu entrichten.

Denn bei Cyber-Attacken fürchten Unternehmen mit Abstand nichts so sehr wie den Verlust von Ansehen und Vertrauen. Eine Veröffentlichung etwa von sensiblen Kundendaten wäre für sie der Super-GAU. Erst danach folgen die Angst vor finanziellen Schäden, etwa um die beschädigte IT-Infrastruktur zu erneuern, sowie die Sorge um Verlust oder Zerstörung von Daten.

Geringere Kosten locken immer mehr Unternehmen in die Cloud
Gleichzeitig ergibt die Umfrage, dass Unternehmen zunehmend bereit sind, geschäftskritische IT-Anwendungen mitsamt ihren Daten in die Cloud zu verlagern. So nutzen 36,3 Prozent der Unternehmen bereits heute ein Cloud-basiertes CRM-System und weitere 21,7 Prozent planen den Umstieg darauf. Bei Lösungen für das Human Resources Management sind 24,4 Prozent der Unternehmen schon in der Cloud und 30,1 Prozent wollen folgen. Selbst bei Buchhaltungs- und Finanzanwendungen nutzen aktuell 14,2 Prozent der Befragten Cloud-basierte Systeme und 28,4 Prozent haben vor, zu wechseln.

Zum Warum zeigt die Umfrage ein klares Bild: Als auschlaggebenden Vorteil von Cloud-basierten Systemen nennen 71,8 Prozent der Befragten geringere Investitions- und Betriebskosten. 69,2 Prozent freuen sich über die schnellere Implementierung der Anwendungen. Eine bessere Benutzbarkeit der Cloud-Systeme ist hingegen nur für knapp die Hälfte (49,4 Prozent) der Unternehmen ein wichtiger Grund.

Daten in der Cloud - aber sicher
Trotz der sich häufenden Cyber-Attacken und Datendiebstähle bei Cloud-Diensten ist mit rund 65 Prozent der Großteil der Befragten der Ansicht, dass Cloud-Systeme mindestens genauso sicher sind wie On-Premise-Anwendungen. Nur 35 Prozent glauben, dass die Cloud unsicherer ist als das eigene Unternehmensnetzwerk.

Was eine Cloud-Anwendung benötigt, um als sicher zu gelten - da sind sich die Befragten laut Umfrage einig. Das wichtigste Feature (87,3 Prozent) ist eine Kontrolle des Datenzugriffs. Dadurch lässt sich basierend etwa auf Benutzern, Geräten, Standorten und Betriebssystemen der Zugriff auf bestimmte Daten oder Cloud-Service-Funktionalität einschränken. Danach folgen mit 83,4 Prozent Verschlüsselungsmöglichkeiten. Dabei ist es Unternehmen besonders wichtig, die Kontrolle über den Schlüssel zu behalten. Auf diese Weise bleiben die Daten für alle anderen - einschließlich des Anbieters des Cloud-Dienstes - unleserlich. Knapp 74 Prozent der Verantwortlichen verlangen nach Möglichkeiten für Data Loss Prevention (DLP). Dadurch kann beispielsweise der Upload von sensiblen Informationen in die Cloud automatisch unterbunden werden.

"Es verschlägt einem die Sprache, dass Unternehmen tatsächlich bereit sind, Lösegelder in dieser Größenordnung zu zahlen. Zwar gibt es keine hundertprozentige Sicherheit, aber das Geld ist in Schutzmaßnahmen besser investiert", kommentiert Daniel Wolf, Regional Director DACH bei Skyhigh Networks, die Studienergebnisse. "Cloud Access Security Broker beispielsweise sichern den Unternehmenseinsatz von Cloud-Diensten rigoros ab. Durch Zugriffskontrollen, Verschlüsselung und DLP-Richtlinien helfen solche Lösungen dabei, die Gefahr von Datendiebstählen zu minimieren." (Skyhigh Networks: ra)

Skyhigh Networks: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Studien

Fehlende Sachwerte hinter Krypto-Währungen

Nutzer in Deutschland scheinen sich nicht vom weltweiten Boom der Krypto-Währungen mitreißen. Sie sind eher auf Sicherheit bedacht – sowohl hinsichtlich ihrer Daten als auch ihres Geldes: 14 Prozent der Befragten schrecken zurück, weil Krypto-Währungen nicht mit materiellen Werten verknüpft sind. Weiterhin befürchten 13 Prozent die unerlaubte Nutzung und Verbreitung ihrer persönlichen Daten im Falle eines Cyberangriffs.

Cyberbewusstsein in der Führungsetage? Fehlanzeige

Ivanti hat die Ergebnisse der internationalen Studie "State of Security Preparedness 2023" veröffentlicht. Demnach sind deutsche Unternehmen nur bedingt in der Lage, Angriffe wirksam abzuwehren. Vor allem in den Bereichen Patch Management und der Absicherung gegen Angriffe über die Supply Chain gibt es größte Lücken. Für die Studie hat Ivanti weltweit 6.500 Mitarbeiter aus drei Funktionsebenen befragt, 1.050 davon aus Deutschland.

Cyberkriminelle haben leichtes Spiel

In puncto IT-Security haben Mitarbeitende in deutschen Unternehmen einen großen Nachholbedarf: Fast 34 Prozent haben nur geringe oder sehr geringe Kompetenzen und riskieren damit die Sicherheit ihrer Firma vor Cyberangriffen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wert an, sodass IT-Verantwortliche im Zugzwang stehen, für Security Awareness zu sorgen. Das belegt die aktuelle Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von G Data CyberDefense in Zusammenarbeit mit Statista und brand eins.

69 Prozent der KMU besitzen eine Cyberversicherung

Datto, ein Kaseya-Unternehmen und Anbieterin von cloudbasierter Software und Security-Lösungen, die speziell für Managed Service Provider (MSPs) entwickelt werden, hat seinen Lagebericht "2022 State of Ransomware Report" veröffentlicht. Grundlage des Reports sind die Aussagen von knapp 3.000 IT-Profis in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in acht Ländern (USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Niederlande, Australien, Neuseeland und Singapur).

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.