Was Ransomware-Angriffe ans Licht bringen


Studie bestätigt: Sicherheitsverhalten von Mitarbeitern lässt zu wünschen übrig
Kluft zwischen Endnutzern und IT-Experten vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Sicherheitsvorfällen



Ransomware und andere Angriffsmethoden, deren Erfolg nicht zuletzt auf der Fahrlässigkeit von Mitarbeitern beruht, greifen weiter um sich. Dennoch geben nur 39 Prozent der Endnutzer an, alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der von ihnen benutzten Unternehmensdaten zu ergreifen. Laut einer aktuellen Umfrage unter mehr als 3.000 Mitarbeitern und IT-Fachleuten in den USA und Europa ist das ein deutlicher Rückgang, verglichen mit den Ergebnissen von 2014 als es noch 56 Prozent waren. Die Studie wurde vom Ponemon Institute durchgeführt und von Varonis Systems gesponsert.

Zwar sind 52 Prozent der befragten IT-Fachleute der Ansicht, dass die Richtlinien gegen Missbrauch von Unternehmensdaten sowie unbefugten Zugriff umgesetzt und eingehalten werden, aber nur 35 Prozent der befragten Endnutzer geben an, dass ihr Arbeitgeber diese Richtlinien tatsächlich rigoros umsetzt. Die neue Analyse "The Widening Gap Between End Users and IT , vergleicht Verhaltensweisen und Ansichten von Endnutzern mit denen ihrer Kollegen aus den Abteilungen IT und IT-Sicherheit. Die Analyse beruht auf Daten, die Varonis und das Ponemon Institute am 9. August 2016 im Rahmen des Reports "Closing Security Gaps to Protect Corporate Data: A Study of US and European Organizations" veröffentlicht haben. Laut dieser Studie ist die Zahl der Fälle von Datenverlusten und Datendiebstählen drastisch angestiegen. Gleichzeitig verfügen immer mehr Mitarbeiter über die nötigen Rechte, um auf sensible Daten zuzugreifen. Fahrlässigkeit von Insidern ist derzeit die größte Sorge von Unternehmen.

Die Ergebnisse gehen auf Befragungen zurück, die im April und Mai 2016 unter 3.027 Mitarbeitern in den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Deutschland durchgeführt wurden. Zu den Studienteilnehmern gehörten 1.371 Endnutzer und 1.656 Mitarbeiter aus den Bereichen IT und IT-Sicherheit von Unternehmen mit einigen Dutzend bis hin zu mehreren zehntausend Mitarbeitern aus unterschiedlichen Branchen, darunter Finanzdienstleistungen, öffentlicher Sektor, Gesundheitswesen und Biowissenschaften, Handel, Industrie sowie Technologie und Software.

Die Studie hat folgende Resultate ergeben:

>> 61 Prozent der Befragten
aus den Abteilungen IT oder IT-Sicherheit räumen dem Schutz wichtiger Unternehmensdaten eine hohe oder sehr hohe Priorität ein. Demgegenüber halten lediglich 38 Prozent der Endnutzer den Schutz dieser Daten für wichtig oder sehr wichtig.

>> Auf die Frage, welchen Stellenwert Produktivität und Datensicherheit in ihrem Unternehmen einnehmen, gaben 38 Prozent der IT-Fachleute und 48 Prozent der Endnutzer an, dass ihr Arbeitgeber Sicherheitsrisiken zu Gunsten von mehr Produktivität in Kauf nimmt.

>> Als den wahrscheinlichsten Grund für eine unbefugte Nutzung von Mitarbeiterkonten nannten 50 Prozent der IT-Experten und 58 Prozent der Endnutzer: Fahrlässigkeit von Mitarbeitern. "Fahrlässige Insider" war die bei weitem häufigste Antwort sowohl unter IT-Spezialisten als auch unter Endnutzern und wurde doppelt so oft genannt wie "externe Angreifer" und mehr als dreimal so oft wie "böswillig agierende Mitarbeiter".

>> Endnutzer führten Sicherheitsvorfälle wesentlich häufiger auf Fehler von Insidern zurück als IT- und Sicherheitsexperten. 73 Prozent der Endnutzer halten Fehler, Nachlässigkeit oder böse Absicht von Insidern für häufige oder sehr häufige Gründe von Sicherheitsvorfällen, während nur 46 Prozent der IT-Mitarbeiter diese Meinung vertreten.

Dr. Larry Ponemon, Vorsitzender und Gründer des Ponemon Institute, eines führenden Forschungszentrums für Datenschutz- und Informationssicherheits-Richtlinien, sagte: "Ausgerechnet jetzt, wo aufgrund der zunehmenden Sensibilisierung für Cyberangriffe und Sicherheitsvorfälle ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein zu erwarten wäre, wurden im Rahmen der Umfrage alarmierende Rückschritte im Hinblick auf Einstellungen und Verhaltensweisen festgestellt. Wenn die Unternehmensleitung den Schutz der Daten nicht zur Priorität erklärt, wird es auch weiterhin sehr mühsam sein, dass Endnutzer Richtlinien und Methoden zur Informationssicherheit einhalten und anwenden. Dass IT und Endnutzer so unterschiedliche Ansichten über erforderliche Zugriffsberechtigungen und eine angemessene Datennutzung haben, erschwert es, Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit mobilen Endgeräten, der Cloud und der gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten einzudämmen".

Yaki Faitelson, Mitgründer und CEO von Varonis, legte dar: "Menschliches Versagen wird immer das größte Sicherheitsrisiko bleiben. Ob aus böser Absicht, aus Versehen oder aufgrund gestohlener Anmeldeinformationen: Insider erleichtern Hackern weiterhin das Eindringen. Die einzige Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist es, den Zugriff auf die Daten zu kontrollieren, Aktivitäten zu überwachen und hochentwickelte Alarmsysteme sowie Tools zur Analyse des Nutzerverhaltens im gesamten Unternehmen zu implementieren." (Varonis: ra)

eingetragen: 19.10.16
Home & Newsletterlauf: 12.10.16


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Meldungen: Studien

Fehlende Sachwerte hinter Krypto-Währungen

Nutzer in Deutschland scheinen sich nicht vom weltweiten Boom der Krypto-Währungen mitreißen. Sie sind eher auf Sicherheit bedacht – sowohl hinsichtlich ihrer Daten als auch ihres Geldes: 14 Prozent der Befragten schrecken zurück, weil Krypto-Währungen nicht mit materiellen Werten verknüpft sind. Weiterhin befürchten 13 Prozent die unerlaubte Nutzung und Verbreitung ihrer persönlichen Daten im Falle eines Cyberangriffs.

Cyberbewusstsein in der Führungsetage? Fehlanzeige

Ivanti hat die Ergebnisse der internationalen Studie "State of Security Preparedness 2023" veröffentlicht. Demnach sind deutsche Unternehmen nur bedingt in der Lage, Angriffe wirksam abzuwehren. Vor allem in den Bereichen Patch Management und der Absicherung gegen Angriffe über die Supply Chain gibt es größte Lücken. Für die Studie hat Ivanti weltweit 6.500 Mitarbeiter aus drei Funktionsebenen befragt, 1.050 davon aus Deutschland.

Cyberkriminelle haben leichtes Spiel

In puncto IT-Security haben Mitarbeitende in deutschen Unternehmen einen großen Nachholbedarf: Fast 34 Prozent haben nur geringe oder sehr geringe Kompetenzen und riskieren damit die Sicherheit ihrer Firma vor Cyberangriffen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Wert an, sodass IT-Verantwortliche im Zugzwang stehen, für Security Awareness zu sorgen. Das belegt die aktuelle Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von G Data CyberDefense in Zusammenarbeit mit Statista und brand eins.

69 Prozent der KMU besitzen eine Cyberversicherung

Datto, ein Kaseya-Unternehmen und Anbieterin von cloudbasierter Software und Security-Lösungen, die speziell für Managed Service Provider (MSPs) entwickelt werden, hat seinen Lagebericht "2022 State of Ransomware Report" veröffentlicht. Grundlage des Reports sind die Aussagen von knapp 3.000 IT-Profis in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in acht Ländern (USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Niederlande, Australien, Neuseeland und Singapur).

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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