Insider-Angriffe: Risiko steigt


Umfrage zeigt unzureichende Kontrolle privilegierter Benutzerkonten in deutschen Organisationen
47 Prozent der befragten Firmen finden, Insider-Angriffe sind noch schwerer erkennbar als in 2012

(24.04.14) - Vormetric, Unternehmen für Datensicherheit in physikalischen, virtuellen und Cloud-basierten Umgebungen, stellte die Ergebnisse der Studie zum Thema Insider Threats vor. Dazu befragte die Analystenfirma Ovum im Auftrag von Vormetric mehr als 500 IT-Entscheider in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Das Ergebnis zeigt, dass sich nur 9 Prozent der befragten großen und mittleren Firmen ausreichend vor Insider Threats geschützt sehen. So finden 34 Prozent der deutschen Unternehmen, von privilegierten Benutzer-Accounts wie System-, Datenbank oder Netzwerkadministratoren gehe die größte Gefahr für ihr Unternehmen aus.

Sogenannte Insider Threats also Bedrohungen durch Mitarbeiter oder Consultants sind nicht länger auf herkömmliche Anwender mit legitimen Zugriffsrechten beschränkt, die ihre Position missbrauchen um Daten für persönliche Zwecke zu stehlen. Es sind die privilegierten Anwender, die Systeme und Netzwerke warten und vor allem deren IT Accounts mit Zugang auf fast alle Unternehmensdaten, die mittlerweile einer der größten Gefahrenquellen darstellen. Deshalb sind gerade privilegierte Mitarbeiter primäres Ziel externer Angriffe, um so Zugang zu den Benutzerkonten und deren weitreichenden IT Rechten zu erlangen um damit letztendlich Zugang zu den für den Angreifer interessanten Daten zu erhalten.

Die effektivste Methode zur Sicherung der Daten ist die nach wie vor Verschlüsselung
Nahezu die Hälfte der europäischen Organisationen glaubt, dass Insider-Bedrohungen heute schwieriger zu entdecken sind als zuvor. Leitende IT-Verantwortliche sind sehr besorgt über die Aktionen, die ihre privilegierten Anwender mit unternehmenswichtigen Daten durchführen können, sagt Andrew Kellett, Principal Analyst bei Ovum. Das Risiko entsteht durch Cyber-Attacken , die auf Benutzerkonten privilegierter Mitarbeiter abzielen. Deshalb zählen 30 Prozent der Organisationen Advanced Persistent Threats zu den primären Treibern von steigenden Investitionen in Security-Lösungen zum Schutz von Daten.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Ovum-Studie zählen:

>> 9 Prozent der befragten Firmen fühlen sich ausreichend vor Insider-Bedrohungen geschützt

>> 47 Prozent der Unternehmen sind der Meinung Insider-Bedrohungen seien momentan schwerer aufzudecken als noch 2012

>> 49 Prozent sehen in nicht-technischen Mitarbeitern mit legitimem Zugang zu sensiblen Daten und IT-Betriebsmitteln eine große Bedrohung

>> 29 Prozent finden sogar, das leitende Management wie CFO und CEO stellten eine Hauptrisiko-Gruppe dar

>> 62 Prozent der Unternehmen halten die fehlende Transparenz der Sicherheitsmaßnahmen rund um Cloud-basierte Daten für bedenklich

>> Über die Hälfte (53 Prozent) der Firmen sorgen sich um die Sicherheit von Big Data Anwendungen

>> 66 Prozent wollen ihre Budgets für IT-Security als direkte Antwort auf diese Bedrohung erhöhen

Lesen Sie zum Thema Compliance auch: Compliance-Magazin.de (www.compliancemagazin.de)

Compliance-Anforderungen, Datenschutzbestimmungen und Datenverlust führen zu Überlegungen wie man diesen Herausforderungen begegnen kann, sagt Stewart Room, Partner der Field Fisher Waterhouse's Technology and Outsourcing Group. 66 Prozent planen, ihre IT-Security-Ausgaben zu erhöhen, um Bedrohungen durch Insider auszuschließen. Zudem müssen sie die Daten in der Cloud sowie den mobilen und den Big Data-Umgebungen schützen. Die Unternehmen erkennen, dass sie ihre Security-Strategie aktualisieren müssen und daran arbeiten sie.

Dabei ist Verschlüsseln die effizienteste Möglichkeit sich vor Insider-Bedrohungen zu schützen. 38 Prozent der Unternehmen geben dies als die wichtigste Einzelmaßnahme für die Security an.

Neben der zunehmenden Häufigkeit von veröffentlichten Datenlecks die von Insider-Angriffen ausgehen, zeigt der Bericht, dass die Organisationen erst damit angefangen haben sich mit dieser Art von Datenverlust auseinanderzusetzen, sagt Alan Kessler, CEO von Vormetric. Die Ergebnisse zeigen eine steigende Wahrnehmung von Insider-Bedrohungen, doch das schnelle Wachstum sensibler Informationen in den Unternehmen und der Einsatz neuer Technologien wie Cloud und Big Data macht den Ansatz, Daten durch immer mehr punktbasierte Lösungen zu schützen, zu teuer und zu komplex im Betrieb und erschwert das Einführen neuer Services. Aufgrund von neuen Technologien und immer raffinierteren gezielten Attacken wie APT"s sind herkömmliche Endpunkt- und Netzwerk-Perimeter-Sicherheitslösungen nicht länger effizient. Zielführender ist ein datenzentrierter Ansatz mit Verschlüsselungsmechanismen und Zugangskontrollen wodurch das Bedrohungspotential durch massive Reduzierung der Angriffsfläche erheblich verkleinert wird. Dabei werden Datenzugriffe überwacht und auditiert um ungewöhnliche Benutzeraktivitäten zu erkennen. Dafür eignet sich ein Plattformansatz, der mit den steigenden Anforderungen an die Datensicherheit skaliert, ohne viele IT-Ressourcen zu benötigen. (Vormetric: ra)

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Meldungen: Studien

Phishing zeigt hohe Erfolgsrate

Die Software-Bewertungsplattform Capterra veröffentlicht eine Studie zur IT-Sicherheit und zeigt, wie sich die Lage der Cyberbedrohungen im Jahr 2023 entwickelte. Im Rahmen der Studie wurden 1.314 Mitarbeitende dazu befragt, wie Unternehmen auf Cyberbedrohungen reagieren und wie sie ihre Abwehrfähigkeit stärken.

Wachstum für Crowdsourced Security

Bugcrowd veröffentlichte ihren jährlichen "Inside the Platform: Bugcrowd’s Vulnerability Trends Report". Der Bericht beschreibt die Arten von Schwachstellen, die laut globalen Hackern derzeit auf dem Vormarsch sind. Er dokumentiert zudem die stetige zunehmende Nutzung öffentlicher Crowdsourced-Programme aufgrund des wachsenden Bewusstseins und der Akzeptanz für Crowdsourced-Sicherheitsstrategien.

Verlagerung der Taktik in Richtung Erpressung

Das "Unit 42"-Team von Palo Alto Networks hat einen neuen Forschungsbericht über die Ransomware-Bande Medusa veröffentlicht, in der die Taktiken, Tools und Verfahren der Bedrohungsakteure aufgedeckt werden.

KI hat Potenzial, das Leben von IT-Experten zu verändern

Obwohl Künstliche Intelligenz (KI) im Jahr 2023 neue Dimensionen erreichte, gibt laut einer neuen Studie von SolarWinds nur ein Fünftel (22 Prozent) der befragten IT-Experten an, die Funktionsweise von KI-Tools vollständig zu verstehen. Die Studie, die auf einer Umfrage unter 267 IT-Experten basiert, zeigt, dass dieses mangelnde Verständnis zu einer Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung und der Realität bei der Nutzung von KI-Tools führen könnte.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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